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Verlag Langsaffe 21

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Dienstag» 30. November 1913.

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: Berlin^., P-tsdamer Str.121L. Femspr.: AmtLützow 6202u.6203. Tagen und Plätzen wird keine Sewadr übernommen.

Nr. 557. * 63. Jahrgang.

Morgen-Kusgabe.

Oie neue Isonzoschlacht.

Oie Italiener auf der podgorahöhe und bei Gslavia in Gegenangriffen aus den eroberten Stellungen zurückgeworfen. vergebliche italienische Angriffe beiderseits des Monte San Michele. - weiteres Vordringen gegen Montenegro.

v»r österreichisch'ungarische Tagesbericht

W.T.-B. Wien, 29. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich oerlautet vom 29. November, mittags:

Russischer Urie-skchaupiatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Uriegsschouplatz.

Die Jsonzoschlacht dauert fort. Auch die gestrigen harten Kämpfe endeten für unsere Truppen wieder mit der vollen Behauptung alcr ihrer Stellun­gen. Gegen den Görzer Brückenkopf führten die Italiener abermals neue Regimenter heran. Un­geachtet ihrer nutzlosen Verluste folgte Sturm auf Sturm. Nur bei O s l a v i a und ans der Podgorahöhc gelang es dem Feinde in unsere Stellung einzudrin- gcn. Er wurde aber wieder hinausgcworfcn. Sonst scheiterten alle Vorstöße schon in unserem Feuer. Der Raum beiderseits des Monte San Michele wurde gleichfalls von sehr bedeutenden italienischen Kräften vergeblich angegriffen. Bei San Martino war das Infanterieregiment Nr. 39 und das Egcrlän- dische Landsturm-Infanterieregiment Nr. 6 an den Kämpfen hervorragend beteiligt. Im nördlichen Jsonzoabschnitt wurden heftige Angriffe gegen unsere Bergstellungen nördlich T o l m e i n abgeschlagen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unsere Offensive gegen das nördliche und nordöst­liche Montenegro nimmt ihren Fortgang. Die k. nn» k. Truppen sind im Vordringen über den Mc- ralka-Sattcl und südlich von Priboj.

Die Bulgaren verfolgen in der Richtung gegen Prizreud.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Hofer, Feldmarschallentnant.

Die Ereignisse auf dem valkan.

Angriff der Vulgaren auf Urusewo.

Eine Panik in der Stadt ausgebrochen.

Berlin, 29. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Einer Meldung aus Amsterdam zufolge haben jetzt die Bulgaren das 35 Kilometer nördlich von Monastir liegende Kruse wo angegriffen. In Krusewo soll eine Panik ausgebrochen sein.

Uönig Nikita nach Skutari abgereist.

Sr. Lugano, 29. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Rach römischen Meldungen ist der König von Monte­negro nach Skutari abgereist, um dort den König Peter und die serbische Regierung zu empfangen.

Das geschlagene Serbenheer.

Br. Lugano, 29. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Magrini berichtet aus Monastir vom 25. November, daß eine französische Batterie und 4900 Rekruten dort a n ge­kommen sind, worauf die Serben einen Gegenangriff auf Prilep versuchten. Aus dem I n n e r n des Landes kommt die Nachricht, daß die Versuche des Generals Bojowitsch, den Kastanjac wieder zu nehmen, endgültig geschei­tert sind, da starke bulgarische Truppen ihn zu unigehen drohtem Dian nimmt an, daß er sich auf der Straße Ferizovic-Prizrend zurückzieht. Das Amfelfeld ist verloren. Ein Teil des serbischen Heeres, der zwischen Raschka und Pristina kämpfte, hat sich bereits nach Jpek zurück-, gezogen.

Vie deutsche Verwaltung in Serbien.

Ein Lob aus italienischem Munde.

W. T.-B. Bern, 29. Nov. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Magrini meldet demSecolo" unter dem 23. November aus Monastir: Eine hohe serbische Per­sönlichkeit habe ihm mitgeteilt. daß die Deutschen in dem besetzten serbischen Gebiete sich korrekt benehmen und Requirierungen bar bezahlen. In Belgrad wur­den an die Armen der Bevölkerung Militärratio­nen gratis verteilt. Die Gemeindeverwaltungen seien unverändert geblieben. Tie unerwartete und aufdring­liche Höflichkeit der Deutschen bereite eine politische Falle vor, die darauf hinziele, sich die Sympathien der Serben zu sichern. Aber Paschitsch und die übrigen Regierungsnränner seien wie die Mehrheit der Abge­ordneten entschlossen, dem Verbände bis zuletzt treu zu bleiben. Andere serbische Persönlichkeiten sprachen je­doch ihre tiefe Erbitterung gegen den Verband aus.

Verschlechterung des Verhältnisses Griechen- s lanös zur Entente.

Unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten zwischen England und Frankreich.

Br, Budapest, 29. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) DerBester Lloyd" meldet aus Saloniki: In Regtcrungs- I

kreisen verlautet, daß sich das Verhältnis zwischen den I Ententemächten und Griechenland infolge der Verhandlungen I mit Kitchencr und Denis Cochin verschlechterte. I Auch hat sich herausgestellt, daß zwischen England und Frank- I reich unüberbrückbare Meinungsverschieden- I heilen bestehen. Die unerwartete Abreise Kitcheners I machte einen Ausgleich unmöglich. Kitchener verlangte von I der griechischen Regierung, daß die Ententemächte unter Be- I Nutzung griechischen Bodens gegen die Zentralmächte weiter kämpfen könnten. Er hoffte» eine rnientefreund- I liche Neutralitätserklärung Griechenlands zu erreichen; er verlangte nicht einmal eine Erklärung, daß Griechenland die I Ententetruppen nicht entwaffnen werde. Dagegen verhandelte I E » ch i n nur auf der Basis der Nichtentwaffnung. König Konstantin benachrichtigte Kitchener von der französi­schen Regierungserklärung; daß Cochin im Namen aller Ententemächte verhandle. Hierauf erfolgte KitchcnerS A b - reife. Wahrscheinlich wird Griechenland die bisherigen Konzessionen zurückziehcn» da es sich herausstellte, daß nur Frankreich und nicht alle Ententemächte mit der griechischen Regierung verhandeln.

Oie Vierverbandsforderungen an Griechenland

Berfügungsrecht der Salonikicr Eisenbahn bis zum Abschluß der Operationen. Verteilung der griechischen Truppen. Durchsuchung der griechischen Küsten und Inseln. Keine Entwaffnnng.

Br. Lugano, 29. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) DieStampa" sagt in einem Pariser Bericht, die Not e, die der Vierverband an Griechenland gerichtet habe, enthalte vier Forderungen: 1. Übergabe der Eisenbahn von

Saloniki in englisch-französischen Betrieb bis zum Ende der Operationen. 2. Schnelle Zerstreuung der um Saloniki versammelten griechischen Truppenkörper nach verschiedenen Grenzabschnitten. 3. Einräumung des Durchsuchungsrechts aller griechischen Küsten und Inseln durch die verbündete Flotte» um nach feindlichen Unterseebooten und ihren Stützpunkten zu suchen und 4. die f e i e r l i ch e B e r p f l i ch t u n g, die verbündeten Truppen unter keinen Umständen zu entwaffnen. Nur der vierte Punkt sei bewilligt worden.Giornale d'Jtalia" sagt: Die letzten Schritte des Bierderbands, die Reise Denys Cochins und Kitcheners seien durch einen Alarmrnf des Gene­rals Sarrail veranlaßt worden» der sich durch die griechischen Truppenstellungcn um Saloniki und au der serbischen Grenze bedroht fühlte. Der Vertreter desCorriere dclla Sera" in Athen veröffentlicht eine Unterredung mit Denys Cochin, der ihn am 27. November empfing, als er gerade vom König kam. Der französische Minister versicherte dem Berichterstatter, daß die griechische Regierung mündlich und schriftlich die bestimm­teste Erklärung darüber gegeben habe, daß die griechischen Truppen niemals feindselige Handlungen gegen die des Bier­verbands vornehmen werden. Es bestehe auf beiden Seiten der gute Wille, sich zu einigen, und es würden weitere Ver­handlungen stattfinden, die schon gut in die Wege geleitet seien.

Diese Forderungen enthalten eigentlich so ziemlich alles, was man von einem Staat verlangen kann, den man in seiner Gewalt zu haben glaubt. Wie die Entwaffnnngsfrage gelöst worden sei, hatten wir bereits unlängst erfahren, es waren auch Stimmen laut geworden, die von einem geforderten Ver­fügungsrecht der von Saloniki führenden Eisenbahn wissen wollten, und ebenso hatte man vernommen, daß die in und um Saloniki versammelten griechischen Streitkräfte an andere Stellen verteilt werden sollten.

Ganz besonders aber dürste uns der Punkt interessie­ren, der von einem Durchsuchungsrecht der griechischen Küsten und Inseln nach etwaigen Verstecken und Verprovian­tierungsstationen deutscher Unterseeboote spricht. Nicht etwa, weil wir diese Forderung, auch wenn sie bewilligt würde, zu I fürchten hätten, sondern weil sie ungefähr das Höchstmaß von Unverschämtheit, Frechheit und Beleidigung enthält, was einem neutralen oder überhaupt einem Staat von seiten eines anderen geboten werden kann. Als die österreichische Regie­rung nach der Ermordung des Thronfolgerpaares in Serbien Protest erhob und in einem Umiimatum eine Untersuchungs­kommission forderte, in der auch österreichisch-ungarische Be­amte vertreten seien, erhob sich im Lager der 'Entente ein Wutgeheul und Schimpfen über diese Forderung, welche die serbische Ehre" aufs tieflte beleidigen und verletzen müsse. Jetzt fordert der Vierverband die Untersuchung der griechischen Küsten und Inseln ganz auf eigene Faust, also etwas, das sich kein anderer Staat gefallen lassen würde, wenn ec nicht sein Ansehen vor der gesamten Welt vernichten wollte. Für die Beurteilung bei Griechenland bestehen vielleicht Mildc- rungsgründe, da es sich unter gewissem Zwang der Verhält­nisse befindet. Aber das eine mutz doch gesagt werden: Er­füllt Griechenland auch diese Forderung, so begeht es vielleicht einen Irrtum, der sich in dieser oder späterer Zeit schwer

rächen könnte. Denn wer bürgt dafür, daß sich der Bierver­band gelegentlich seiner Untersuchungen nicht die genauesten Aufzeichnungen über die Küsten- und Tiesenbeschaffenheit der umgebenden Gewässer macht, um sie vielleicht in noch recht gefährlicher Weise zu benutzen? . . .

W. T.-B. Athen, 29. Nov. (Nichtamtlich. Drahtbericht. Havas.) Wie aus guter Quelle verlautet, hat der gestrige Schritt der Vertreter des Vierverbands eine genaue Umschrei­bung der Erleichterungen zum Ziel gehabt, die gefor­dert werden, um den Truppen der Alliierten in Mazedonien Bewegungsfreiheit zu sichern, wovon in der ersten Note nur in allgemeinen Wendungen die Rede war. Man versteht dies so, daß die B e w e g u n g s f r e i h e i t der Alliierten die freie Benutzung der zum Transport und zur Verpflegung erforder­lichen Verkehrswege cinsthließt. Den Blättern zufolge ist es wahrscheinlich, daß sich die griechische R e g i e r u n g zur Be­ratung dieser Note mit dem griechischen General st ab ver­ständigen wird.

Die Antwort Griechenlairds übergehen.

W.T.-B. Athen, 29. Nov. (Nichtamtlich. Drcchtbericht.) Havas meldet: Die Antwort der griechischen Regierung aus die letzte Note des Vierverbandes ist gestern den Ge­sandten dcr Berbandsmächte übergeben worden.

Jur Entwaffnung serbischer Truppen auf griechischem Gebiete.

Die Frage von den deutschen Herrführern bereits gelöst.

Br. Amsterdam, 29. Nob. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.)

Einem griechischen Gesandten bei einer der Entente­mächte wird folgende Äußerung zugesprochen: Die Frage, ob Griechenland die auf sein Gebiet übertretenden Serben «der Ententetruppen entwaffnen werde, ist in der Stille l L n g st g e l ö st. Es war weder die Entente noch dir griechi­sche Regierung, die zu dieser Lösung beigetragen haben, son- dern die deutschen Heerführer in Serbien, die ihre strategische Aufgabe so diplomatisch auSführten, daß man ihre Art bewundern o-. Die deutschen Hccaiüchur haben ihre Operationen so eingerichtet, daß der Fall, der Griechen­land in die schwierige Lage bringen würde, verhindert wird. Wenn die Deutschen es gewollt hatten, so würden sic die feindlichen Armeen längst nach Griechenland getrieben haben. Heute bei dem übriggcblirbeneu Rest hat dies keinen Zweck mehr. Dieses Taktgefühl der Deutschen findet bei uns Griechen volle Anerkennung. Es lohnt sich als» nicht, über diese mögliche Frage noch ein Wort zu verlieren.

Die Garantien für die Landungstruppen.

Br, Konstantinopcl, 29. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zen). Bln.) Aus Athen wird berichtet, daß das Gerücht von der Demobilisierung von 8 Jahrgängen des griechischen Heeres sich zu b e st ä ti g e n scheine. Der griechische Krön- p r i n z ist in Kavalla angekommen, wo er eine Truppenschau abhielt. Die Kommandanten der Ententekorps wurden amt­lich von den für die militärische Handlungsfreiheit gegebenen Garantien verständigt.

vie Sedrängung der Franzosen.

Die Groskobrücke über die Cerna zerstört.

Sr. Kopenhagen, 29. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zenis. Bln.) Ritzau meldet aus Paris: Das französische Oberkommando verbrannte nach dem Übergang der letzten französischen Truppen aus das rechte Cernnufer gestern abend die Grosko­brücke, weil der serbische Rückzug eine Vereinigung mit den Franzosen unmöglich gemacht hat. Die von General ScmraL aus daS linke Eernaufer vorgeschobenen Truppen wurden nach Krivolac zurückgenommen. Das rechte User bildet eine wichtige strategische Stellung gegen «ttvaige bul­garische Angriffe. Die englischen Truppen waren in den letzten 48 Stu.nden in der vordersten Linie. Immer neue Truppen werden gelandet.

ver wahlfeldzug in Griechenland.

Gunaris geht nach Kreta und Mazedonien.

Sr. Berlin, 29. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) DieB. Z. a. M." meldet aus Budapest: In Griechen­land haben die Wahlkämpfe begonnen. Gunaris wird ans seiner Agitationsreise Kreta und andere Inseln, und die m a z e d o n i s ch e n Gebiete auffuchen. In Saloniki kandidiert Skuludis. Venizelos zog seine Gegenkandidatur zurück. Er wolle nirgends auftreten.

Eine kräftige rumänische Note an Russland.

Sr. Bukarest, 29. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Die rumänische Regierung verbot den russisches^ Kriegs­schiffen, sich der Donau zu nähern. An der russischen Grenze wurden in der Donau Minen gelegt. Eine kräf­tige Note verständigt die russffche Regierung davon, daß Rumänien unter allen Umständen strengste Neutrali- t ä t bewahren wolle und fordert die russische Rsgieouwz auf, diese Neutralität gebührend zu achten. Di«Moldava" be­merkt dazu, daß dies der erste krästtge Schritt sei, den das Kabinett Bratianu unternommen hckbe.

Sr. Bukarest, 29. Stov. (Eig. Trahtbericht. Zens. Bln.) Aus Gal atz wird gemeldet: Das Hafenkommando machte die Schisfskapitäne darauf aufmerksam, daß die bulgarische Regierung die rumänische davon verständigte, daß jedes Schiff, welches sich dun bulgarischen User nähert, an ge* griffen würde. Dcr bulgarische Gesandte in, Runoorien ist in Bukarest eingetrossen.