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Montag» 29. November» morgens.

Sonder-Ausgabe.

Gewähr übernommeu.

1913.

Zer Abschluß der große« Operationen in Serbien.

Das glänzende Ergebnis der Valkanoffensive.

Fortgesetzte Verfolgung in Serbien.

Ueber 2 700 neue Gefangene. Zahlreiches Rrieosgerät.

Der Tagesberichtvom 28. November.

IV. T.-B. Großes Hauptquartier, 28. Nov. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Nach erfolgreichen Sprengungen in Gegend von Neuville (zwischen A r r a s und Lens) besetzten unsere Truppen den Sprengtrichter und machten einige Gefangene.

An verschiedenen Stellen der Front fanden Hand­granaten- und Wurfmiuenkämpfe statt.

In der Champagne und i« den Ar gönnen zeigte die feindliche Artillerie lebhafte Tätigkeit.

Geftlicher rlriegsfrbauplatz.

Heeresgruppe des Generalfsidmarschalls von Hindenburg.

Ein feindliches Flugzeug wurde bei B u s ch h o f (südwestlich von Jakobstadt) durch Maschinengewehr­feuer hcruntergcschossen. Es stürzte zwischen den bei­derseitigen Stellungen ab und wurde in der Nacht von unseren Patrouillen geborgen.

Heeresgruppe des tveneralfeldmarschalls

Prinz Leopold von Bayern.

Nordöstlich von Baronowitsch wurde ein russi­scher Vorstoß abgewieseu.

Heeresgruppe oes Generals von LinFngen.

Nichts Neues.

Balkankriegsschauplatz.

Die Ve r f o l g u n g wird fortgesetzt.

Südwestlich Mitrowitza wurde Rubnik besetzt.

über 2700 Gefangene fielen in die Hände der verbündeten Truppen, zahlreiches Kriegs­gerät wurde erbeutet.

Mit der F l u ch t der k ä r g l i ch e n R c st e des serbischen Heeres in die albanischen Ge­birge sind die großen Operationen gegen dasselbe ab­geschlossen. Ihr nächster Zweck, die Ordnung freier Verbindung mit Bulgarien und dem türkischen Reiche, rst erreicht.

Die Bewegungen der unter Oberleitung des Gene­ralfeldmarschalls v. Mackensen stehenden Heeres- teile wurden begonnen von der österreichisch-ungarischen Armee des Generals v. Koeveß, die durch deutsche Truppen verstärkt war, gegen die Drina und Save und von der Armee des Generals v. Gallwitz gegen die Donau bei Scmendria und Ram-Bazias am 8. O k- t o b e r, von der bulgarischen Armee des Generals B o j a d j e f f gegen die Linie Negotin-Pirot am 14. Oktober.

An diesem Tage setzten auch die Operationen der 2. bulgarischen Armee unter Genera! T o d o r o w in Richtung auf S k o p l j e - B e l e s ein.

Seitdem haben die verbündeten Truppen nicht nur das gewaltige Unternehmen eines Donau­übergangesangesichts des Feindes, das überdies durch das unzcitige Auftreten des gefürchte­ten Ko s s o w a st u r m e s behindert wurde, schnell und glatt durchgeführt und die feindlichen Grenzbefestigun­gen Belgrad, bei dessen Einnahme sich neben dem brandenburgische« Reservekorps das österreichisch-ungarische 8. Armeekorps besonders auszeichnrte, Zajecar, Knjazevac, P i r o t, die in die Hände unserer tapferen bulgarischen Verbündeten fielen, bald überwunden, sondern auch den durch das Gelände unterstützten zähen Wider­stand des kriegsgcwohuten und sich brav schlagenden Gegners völlig gebrochen. Weder unergründliche Wege, noch unwegsame tief verschneite Gebirge, weder Mange! an Nachschub noch an Unterkunft haben ihr Vor­dringen irgendwie zu hemmen vermocht. Mehr als 100 000, das heißt fast die Hälfte der ganzen ser­bischen Wehrmacht, sind gefangen,' ihre Verluste im Kampfe und durch Verlassen der Fahne nicht zu schätzen, Geschütze, darunter schwere, und vorläufig unübersehbares Kriegsmate- rial aller Art wurde erbeutet. Die deutschen V e r l u st e dürfen recht mäßig genannt werden, so bedauerlich sie an sich auch sind. Unter Krankheiten haben die Truppen überhaupt nicht zu leiden ge­habt. Oberste Heeresleitung.

Besonders grotze Verluste der Italiener bei ihrer fortgesetzten vergeblichen Offensive. — 5llle Angriffe wieder fruchtlos. — Die Zfonzofront fest in der Hand der Verteidiger.

Weitere Kortschritte an der montenegrinischen Nord­grenze. Biese Grenze südwestlich Mitrowitza erreicht. 1300 Gefangene. — Oie Fortschritte der Bulgaren.

D** österreichisch - ungarische Tagesbericht.

IV. T.-B. Wien, 28. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 28. November, mittags:

Russischer Rrtegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Italienischer ttri.<egrschauplatz»

Die Italiener setzten ihre Angriffstätigkeit an der ganzen küstenländischen Front fort. Ihre nach wie vor vergeblichen Anstrengungen des gestrigen Tages kosteten sie besonders große Älutopfer. Am schwersten war der Kampf am G ö r z e r Brückenkopf, wo der Gegner durch u »- ausgesetzte Angriffe mit immer wieder frischen starken Kräften uamentlich bei O s l a v i a längs der Straße durchzubrcchen versuchte. Kurze Zeit war die Kuppe nordöstlich des Ortes in Feiudeshand. Nach heftigem Feuer unserer Artillerie gewannen un- sere Truppen alle ursprünglichen Gräben stürmend zurück. Auch im Südteil der Podgorastellung dran­gen die Italiener ei», wurde» aber wieder hinaus- gewarfen und durch wirksames Feuer verfolgt. Das Gelände vor dem Brückenkopf ist mit Feindes­leichen bedeckt. Bei Oslavia allein uegen über 1000. Am Rande der Hochfläche von D o b e r d o be­schränkten sich die Italiener auf einen Borstoß südwest­lich San Martina, der abgewiesen wurdet Ebenso fruchtlos waren alle Angriffe im nördlichen I s o n z o- abschnitt, so bei Z a g o r a, P l a v a, gegen mehrere Stellen des Tolmeiner Brückenkopfes, des Mrzli B r h, wo 400 Tote vor unserer Front liegen, und auf die Vrzic-Stellung. Die Lage ist somit unver­ändert, die Jsonzofront f e st in der H a n d unserer Truppen. An der Tiroler Grenze wurde ein Angriff auf unsere Stellungen am Wcsthaug des Monte Piano und bei der Schluderbacher Grenze blutig abgeschlagen.

Südöstlicher ttrieyslchaunlatz.

Die a« der N o r d g r e n z e von Montenegro kämp­fenden k. und k. Truppen haben gestern den Feind über den M e t a l k a - Sattel zurückgeworfen. Auch das Grenzgebiet von Celebic wurde gesäubert. Eine von Mitrowitza vordringende österreichisch-ungari­sche Kolonne gewann an der nach Jpck führenden Straße die montenegrinische Grenze. Es wurden in diesem Raum abermals 1300 gefangene Serben eingebracht. Die Bulgaren besetzten den Goles- Brdo, südwestlich von Pristina, und die Höhen westlich von F c r i z o v i c.

Der Stellvertreter des Cbcfs des Generalstabs: v. Hofer, Feldmarschallentnant.

*

Der amtliche bulgari »e Bericht vom 26. November.

vie Verfolgung auf prizrend und Ipek. weitere Beute und weitere 3500 Gefangene.

W. T.-B. Sofie, 27. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlicher Be­richt vom 26. November: Die Verfolgung der Serben seitens unserer und der Truppen der Verbündeten in der Richtung auf P r i z r e n d und I p e k dauert fort Wir nahmen 3500 Mann gefangen und erbeuteten 8 Kanonen, 5 Munitionswagen und viel Material. Wir erbeuteten fer­ner auf der Bahnlinie Ferifovic-Pristina 3 Loko­motiven und 100 Eisenbahnwagen.

Neue Versprechungen des Vierverbandes.''.

Ein serbischer Kronrat.

Pest» 28. Nov. (Jens. Bln.) Aus Saloniki wird gemel­det, daß ein «euer serbischer Kronrat stattfand, an welchem auch französische und englische MilitSrdelegierte teil- nahmen. Der Kronrat beschloß, in Anbetracht der schweren Verluste, die das serbische Heer erlitten hat, vor der Hand größeren Schlachten auSzuweichen und sich in den vor­bereiteten Stellungen Albaniens und Montenegros so lange zu halte», bis die Bierverbandstruppen das serbische Heer erreiche» werde». (Dann können sie sich also

gleich für ihre ganze Lebenszeit dort einrichten. Schrift!.) Die Militärvertreter des Bierverbands sollen dem Kronrat versichert haben, der Vierverband werde alles aufbiete»», da­mit das Entsatzheer in kürzester Zeit (!) eintreffe.

Fünf Goldbergwerke, 2 Kupferminen und

mehrere Braunkohlengruben in Serbien " in unserer Hand.

Br. Rotterdam, 28. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln. T. U.) Der „Nieuwe Rotterd. Courant" meldet aus Sofia: In den jetzt von den Deutschen besetzten serbischen Gebieten befinden sich fünf werwolle Goldbergwerke und zwei Kupferminen. Die größte dieser Kupferminen liegt bei Zajstar im Timoktal und wird zu einer der reich­ste n Europas gerechnet. Sie hatte eine Jahresproduk­tion von mehr als 10 000 Tonnen Kupfer. Ferner wurde seitens der Deutschen eine Anzahl Stein- und Braun­kohlen gruben in Besitz genommen.

Reine Htlfsmöglichkeit mehr für die Serben zwischen prilep und Monastir. vioiani gegen die „Methode der überflüssigen Schikanen".

Br. Genf, 28. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Depeschen italienischer Herkunft auS Saloniki stellen S a r r a i l S unerwarteten, in überstürztem Tempo durchgeführten Rückzug auf das rechte Crnaufer als einen betrübenden Beweis dar, datz der letzte Versuch, den mühsam zwischen Prilep und Monastir operierenden serbischen Armeen beizustehen, gescheitert ist. — Die französische Presse erörtert die Frage, inwiefern den Franzosen und Engländern mit der bevorstehenden Heimsendung der fünf ältesten griechischen Jahrgänge gedient sein werde. Der Unzufriedenheit des ftanzösischen Parlaments mit der diplomatischen Arbeit des VierverbandS in Athen gab ein Interview V i v i a n i S mit den Worten Aus­druck: Delcasse ist gegangen, aber seine unseligen Metho­den der überflüssigen Schikanen sind geblieben.

Der Ring um Monastir geschlossen.

Br. Budapest, 28. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der Berichterstatter der „Deutschen Tagesztg." meldet: „A Billag" läßt sich auS Saloniki drahten: Flüchtlinge aus M o » a st i r erzähle», daß unmittelbar nach ihrer Abreise dir Flucht weiterer Einwohner der Stadt unmöglich ge­macht wurde. Der Ring um Monastir fei geschloffen.

Vas Eingeständnis des Furückgehens der Franzosen an der Eerna.

Im Kn übrigem belanglosen ftanzösischen Tagesbericht vom 27. Nov., abends, heißt eS über die Vorgänge auf dem Balkan: Orientarmee: Am 25. Nov. haben wir 50 Bomben auf die bulgarischen Lager bei S t r u m i tz a geschleudert und das linke Ufer der C e r n a beschossen, nachdem unser« Kräfte auf das rechte Ufer dieses Flusses zurückge­führt worden waren. Diese Bewegung wunde ohne jede Schwierigkeit ausgeführt.

wie die Serben in Rrufchewo mordete» und plünderten.

W. T.-B. Athen, 27. Nov. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Zeitungsnachrichten zufolge töteten die Ser­ben in K r u s ch e w o, nördlich Monastir, zahlreiche Bulgaren und Griechen. Sic plünderte« die Läden und verbrannten einen Teil der Stadt.

Die Montenegriner über die Absichten der Angreifer im Unklaren.

W. T.-B. Cettinje, 28. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 25. Nov.: Es wird nichts Besonderes von den montenegrinischem Grenzen gemeldet. Der Feind beschränkt sich auf Erkundigungen, ohne datz zu erkennen war, gegen welche Stelle sich feine Hauptaktion, die er offenbar seit einigen Tagen vorbereitet, richten wird.

Der russische Feldzug gegen Bulgarien in Monatsfrist bevorstehend.

Br. Budapest, 28. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Das in Jassh erscheinende Blatt „Gloria" meldet: Wie auS Bukarest hierher telegraphiert wird, habe der Zar für den Feldzug gegen Bulgarien die Mobilmachung von 5 Armee­korps angeordnet. Von diesen entstammt eins dem Kaukasus, drei andere sind neue südrussische Forma­tionen. Die Gewehre und die M u n i t i o n für die Truppen sind schon eingetroffen. Die Expedition soll in Monatsfrist abgehen.

Dis neuen Bürgschaftsforderungen der vierverbander an Griechenland.

IV. T.-B. Bern, 27. Nov. (Nichtamtlich.) Der Sonder­berichterstatter des „Secolo" drahtet aus Athen: Die Ge­sandten de? Vierverbands überreichten heute dem Minister­präsidenten Skuludis eine neue Note zur Vervollständigung ihres ersten Schrittes, in welcher alle Bürascbakke»