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Montag, 29. November 1915.
drtttet und viertel^Seiten, durchlaufend, nach —
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Kür dieAuinebme °»n Anzeigen »n ooreefchriedenen BerlmN'., Potsdamer Str. 121L. Feruspr.: Amt Lützow 8262 u. 620Z. Ligen und »l.»en mnd kein, «ewehe nd°rn«m»>en.
Nr. 556. . 63. Jahrgang.
klbend-klusgabe.
weiteres Zortschreite« der Verfolgung in Serbien.
weitere 1300 Gefangene. — Im ganzen 502 Geschütze erobert.
Der Tagesbericht vom 29. November.
W.T.-B. Großes Hauptquartier, 29. Nov. (Amtlich.)
westlicher Uriegsichauplatz.
Auf der ganzen Front herrschte bei klarem Fro st Wetter lebhafte Artillerie- und Fliegertätig- keit. Nördlich von St. Mihiel wurde ein feindliches Flugzeug zur Landung vor unserer Front gezwungen und durch unser Artillericfeuer zerstört.
In C o m i n e s sind in den letzten zwei Wochen durch feindliches Feuer 22 Einwohner getötet und 8 verwundet worden.
Gestlicher Urregsfckauplatz.
Die Lage ist im allgemeinen unverändert.
Balkankriegsschauplatz.
Die Verfolgung ist im weiteren F v r t s ch r e i- t e n. Über 1560 Serben wurden gefangen genommen.
Zum gestrigen Bericht über den bisherigen Verlauf des serbischen Feldzuges ist noch zu ergänzen, daß die Gesamtzahl der bisher den Serben abgenommenen Geschütze 502 beträgt, darunter viele schwere.
Oberste Heeresleitung.
Die Ereignisse «uf dem Salkan.
Oer Kbkchlutz in Noröferbien.
Die noch zu erledigenden Aufgaben in Mazedonien.
Berlin, 29. Nov. (Jens. Bin.) Zur Beendigung der Hauptoperationem im Serbien wird von einem Een preußi- schen Offizier im „B. L.-A." geschrieben: Es ist nicht die Taffache, daß es gelang, dem serbischen Gegner vollständig zu brechen, die unsere Oberste Heeresleitung zu dem in dem gestrigen Geueralstabsbericht ausgesprochenen Lob der Lefftungen der Verbündeten in Serbien veranlaßt«, es ist vielmehr der Stolz über die gewaltigen Leistungen der tapferen Armeen. Heldenhaft waren die Angriffe aus Stellungen, die von Natur aus fast uneinnehmbar waren und die sich in dem Händen eines Verteidigers befanden, der, sich seiner verzweifelten Lage wohl bewußt, seine ganze straft daransetzte, um den Kamps hinzuhalteri, bis die versprochene Hilfe seiner Bedrängnis ein End? machen werde. Aber nicht nur auf die nie versagende Tapfer feit der heldenhaftem Truppen, auch auf die Leitung des so schwierigem und glänzeni durchgcführten Unternehmens dürfen wir stolz fern. Sie gewann uns den freien Wey nach Konstantinopel und sie gewann ihn mit mäßigen eigenen Verlusten und unter Vernichtung des serbischem Heeres. Der Südosten ist ganz gewiß von uns noch nicht er l e d i g t. Er könnte als erledigt betrachtet werden, auch wenn noch bei Monastir serbische Heeresteile darauf warten, ebenfalls Vertrieben zu werderi. Aber M a z e d o n i e n muß noch vom Feinde gesäubert werden, der nicht nur aus Serben besteht.
Grdensauszeichnunyen für die deutschen Balstanffeerfübrsr.
W. T.-B. Berlin, 28. Nov. (Nichtamtlich.) Se. Majestät hat folgende Auszeichnungen verliehen: Generalscldmarschall v. Mackensen ist zum Chef des 3. westpreußischen In-, fanterie-Negiments Nr. 129 ernannt worden.
General der Artillerie v. Gollwitz ist L la suite des 5. badischen Feldartillerie-RegimentS Nr. 78 gestellt, dessen Kommandeur er gewesen ist.
Das Eichenlaub zum Orden Bonn le merite ist verliehen worden an: Genera! Kosch, kommandierender General eines Reservekorps, General v. Deckt, Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Mackensen.
Der Orden Pour le merite wurde verliehen an Generalleutnant v. Winkler, Kommandeur einer Division.
Pie Umklammerung Montenegros.
Wien, 28. Nov. (Jens. Mn.) Von drei Seiten erfolgt der Aufmarsch der verbündeten Streitkräfte gegen Montenegro. An die östliche Grenze rückten die Sieger von Mitro witzw und Pristina. Österreichisch-ungarische Truppen über schritten nach der Einnahme von Mitrowitza die S i t n i c a und die Eisenbahn und schlugen serbische Nachhuten im Westen. Im Norden verfolgen deuffche Llbteilungen den Feind und befinden sich nach Erreichung der Sitnica im Au stieg aus die Cicavica-Planina. Südlich von diesem Truppen drinaen die Bulgaren gegen die Sitnica vor. Am der Westgrenze Montenegros bedrohen unsere herzegowimischen Truppen bie. Front Trebinje-Bilek-Avtovar. Im Norden des Landes zwischen dem Metalka-Sattel und dem Kazara-Paß sind neue Kämpfe im Süden von Zamica an der Kovac- Planina und dem 1734 Meter hohen Straznica-Berg im Gange.: Auch rm Südwesten wurden die montenegrin'schen Truppen von der die Grenze bildenden bis 1400 Meter aufsteigendem Giljava-Planina geworfen. In der Nordwest-Ecke läuft die Grenze am südlichen Ufer des Ibar über die 1800 Meter hohe M o k r a - Plan-ina. Österreichisch -ungarrsche
Truppen, von Novibazar nach Südwestvn vorrückend, gaben den oberen Jbar bereits überschritten und versolgen die Serben über dieses Grenzgebiet gegen Jpek. Von allen Seiten vollzieht sich nun auch die Umklammerung von König Nikitas Reich.
In Salonikier Militärkreisen fürchtet mail auf Grund der letzten Meldungen aus Eettinje, daß der größte Teil des serbischen NovdheereS nicht mehr Montenegro erreichen wird, da cs nunmehr von allen Wegen nach' dorthin abgeschnitten ist.
Oie verzweifelte Lage der Serben vor Monastir
Die Räumung laut italienischer Berichte heute zu erwarten.
W. T.-B. Rom, 27. Nov. (Nichtamtlich.) Aus Monastir wird gemeldet: Die Serben, die gestern in B r o d und in
K r u s ch e « o nördlich Monastir waren, besetzten heute Novak» 10 Kilometer östlich der Stadt. Die Angriffe der bulgarischen Streitkräfte, die man auf zwei Divisionen schätzt, gegen die serbischen Truppen dieses Abschnittes, die sich aus 10 000 Mann belaufen, werden immer lebhafter. Man glaubt, daß die Verzögerung deS Vorgehens der Bulgaren, gegen Monastir durch die Erwartung aus V e r st 8 r k u n g r n verursacht worden ist. Die Lage der Serben^ wird als verzweifelt betrachtet. Die in den Militärspitälern ver^ pflegten Verwundeten wurden gestern in der Richtung nach Albanien weggeführt. Die Räumung der Stadt wird vermutlich morgen statffinden. Die Zivilbeamten sowohl als die Konsuln Rußlands und Frankreichs sind ebenfalls abgereist.
Zur uns erfreuliche rileldi-ngen der „klgence kfavcrs".
W.T.-B. Saloniki, 28. Nov. (Nichtamtlich. Mel- düng der Agence Havas.) Infolge des schlechten Weiters und des Schnees keinerlei Tätigkeit an der fran- höfisch-englischen Front. Die Serben verließen Kat- schanik vollständig und zogen sich in der Rich tung aus Albanien aus den Straßen, die nach I r u t a r i. D -u r a z z o, Santi Quaranta fuhren, -urück. Tie Eisenbahnlinie von ll e s k u b nach Mitrowica ist vollständig von den Oster- reichern, Deutschen und Bulgaren besetzt. Die Bulgaren, verstärkt durch Abteilungen, die von Katschanrk herkamen, griffen gestern die Serben an.
Die gefährdete tage des Salonikier Expeditionskorps.
Die Nachrichten über die Lage auf dem südmazedonischen Kriegsschauplatz widersprechen sich voll- koinmen, so daß es nicht möglich ist, ein klares Büd der Lage zu gewinnen. Eine Mebdung «der „Agence Hovas aus Saloniki besagt, daß ein bulgarischer An- arisf bei Kriwolac abgeschlagen sei und daß me Franzosen Fortschritte gemacht hätten, außerdem sollen beträchtliche französische und englische Verstärkungen cm der Front angelangt sein. Dagegen besagt eine Depesche des „Petit. Parrsien", daß die fran- 'ösische Heeresleitung den allgemeinen Rückzug der französischen Truppen von Kriwolac int Wardartale m der Richtung aus die griechische Grenze angeordnet habe. Gleichzeitig wird von einem erneuten serbischen Hilferuf berichtet, den der Oberst Wasitsch. der Be- schlsbaiber der am Babunapatz geschlagenen serbischen Streitkräfte, an den König Konstantin gerichtet haben soll und in dem er um die Gewährung freien Durch- -uges durch Griechenland nach Albanien bittet, ^n italienischen Blättern, die im allgemeinen die Balkanlage am offensten besprechen, wird die Lage der West- niächte an der griechischen Grenze nach^ wie vor als außerordentlich ungünstig hingeftellt. Ebenso lauten Konstantinopeler Meldungen aus Saloniki sehr pessimistisch für die englischen und französischen Truppen. Sie beziffern den V e r I u st der Franzosen bei Kriwolac allein ans 20 000 Mann und weisen auf die Schwierigkeiten des beabsichtiaten franwsischeniRückzugs hin. Auch von einem Konflikt zwischen der englischen und französischen Führung ist die Rede, weil die Engländer sich weigern, den Franzosen die gelandeten Truppen zu Hilfe zu schicken. Betrachtet man die ietzigen Stellungen der -Franzosen vom taktischen Gesichtspunkte auZ, so befinden sie sich auf dem Südostufer des Cerna- stusses und erreichen in der Gegend von G r a d s k o und Kriwolac den Wardar, an dem sie sich entlang nach Süden ziehen, um Anschluß an die bei Walan- dowo und Grahovo stehenden englischen Truppen zu aewinnen. Die Stellungen der West m a ch t e haben also die Form eines nach Norden mit der Spitze gerichteten Dreieckes und werden von den Bulgaren so- wohl in der Front von Norden, wie in der linken Flanke von Westen her angegriffen. Nach der Eroberung des Babunaaebirges und der Besitznahme von Prilep würde eine Fortsetzung der bulgarischen Offensive gegen und über den Cernafluß die Franzosen vollkommen in der F l a n k e treffen und sie von ihren rück- wärtigen Verbindungen auf Saloniki ab sch neiden.
Nach verschiedenen auswärtigen Blättern haben die
Bulgaren in der letzten Zeit fortgesetzt Verstärkung
gen erhalten. Es ist dies begreiflich, wenn ^.n>an dre günstige Gestaltung der Lage auf dem nordservischen Kriegsschauplatz betrachtet, die umfangreiche Truppen- Verschiebungen gestattet. Daraufhin ist auch wohl dte Ruhepause zurückzuführen, die in der Gegend südlich Prilep und bei Monastir bisher gcherrscht hatte. Nach Durchführung der Truppenverschiebungen und der Verstärkung des südlichen bulgarischen Flügels wird auch mit der Wiederaufnahme der Offensive gerech- net werden können. Es ist sehr wahrscheinlich, dclst diese Aussicht die Franzosen zur Aufgabe ihrer am Weltesten nach Norden vorgeschobenen Stellungen veronloht hat, um dadurch eine neue, besser gelegeneFront zu erhalten, die der Umfassung weniger ausgesetzt ist. Näher anore griechische Grenze finden sich mehrere derartige Lünen, die außerdem noch den Vorteil haben, daß die Verbindungswege nach Saloniki kürzer und daß deshalb die Heranführung des Nachschubes und Ersatzes sich von dort aus leichter ausführen läßt.
Je näher die bevorstehenden Operationen der griechischen Grenze koinmen, desto wichtiger wird auch die Frage, wie sich Griechenland verhalten wird. Griechenland befindet sich in außerordentlich, schwieriger Lage, -da es unter allen Umstanden vermeiden will, selbst in den Krieg hereingezogen zu werden und es doch nicht ändern kann, daß die nächsten Kämpfe sich unmittelbar an seiner Grenze oder schon auf seinem eigenen Gebiet abspielen. Ebenso erklärlich ist es aber auch, daß die West möchte einen starken Druck auf die griechische Regierung ausgeübt haben und feste Versprechungen verlangt haben, um gecren jode Bedrohung ihrer Flanke oder Basis von Griechenland aus gesichert zu sein. Über die Entschlüste Griechenlands liegen noch keine sicheren Nachrichten vor, da die aus französischer und italienischer Quells stammenden An- aabsn noch fahr der Bestätigung bedürfen. Jedenfalls hat sich die militärische Lage in Südmazedonien derart zugespitzt, daß eine taktische Entscheidung für die nächste Zeit zu erwarten steht. Mag sie nun in einem erneuten Angriff der Bulaaren oder in dem freiwillr-. gen Zurückgchen der französischen Truppen bestchen.
v. 6.
Die Verärgerung des Vierverbandes über das Balkan- Fiasko.
Berlin, 29. Nov. (Zens. Mn.) Über bie Politik deS VierverbamdeS läßt sick, Theodor Wolff im ,.B. T." dahin aus, sie sei heute die allerschlechteste, nämlich eine Politik der Ver- äraeouna. „Der Vierverban-d ist auf dem Balkan erledigt, er weiß nicht, was er will. Er fft nervös. Er schlägt, wie der geblendete Polyphem, während ihm die Griechen des Odysseus aus der Höhle entweichen, blind um sich henuin. Seine Laune, sein Bedürfnis, an irgend jemand und an sich selber seine Kraft zu messen, ist ganz und gar nicht geeignet, irgend dxi festes Ziel zu verfolgen."
Griechenlands Politik.
Genf, 29. Siov. (Zerff. Bim.) Auf e-ine Anfrage des Athener Korrespondenten des „Corriere della S-e-va" bet Denys C o ch i n, ob er einem durchaus günstigen und beruhigenden Eindruck über die Lage der Verbündeten in Mazedonien erlangt habe, antwortete er. der König habe sein Wort verpfändet, und die griechischen Minister hätten mündlich und schriftlich die Versicherung erteilt, daß niemals grie- chiscke Truppen feindlich gegen französische Truppen auftretcm würden. Der politische Teil seiner Mission könne als gut erledigt betrachtet werden. Nunmehr sei die Diskussion eröffnet über die Anwendung der zugestan- denen allgerneinen Regeln und über die Fesfftellung der Einzelheiten.
klktionsfreiffelt für die franzöfisch-englkfchen Truppen in Griechenland?
Sr-, Rotterdam, 29. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Reuter meldet aus Saloniki: Die Heerführer der französisch-englischen Truppen erhielten die amtliche Mit- teilung, daß Griechenland den ffanzösisch-englischen Truppen Llktionsfreiheit gewährt habe. Dies habe die Spannung gemildert und Befriedigung hervorgerufen. Der Winter sei auf dem Balkan sehr früh eingetreten und werde wahrscheinlich auf beiden Seiten die Fortsetzung der Operationen hindern.
vie griechische Krme« als lästiges kjindernis
Ans dem „Manchester Guardian".
W.T.-B. Manchester, 28. Nov. (Nichtamtlich.) „Dian- chester Guardian" schreibt in einein Leitartikel, es sei zweifelhaft, ob der Hafen von Saloniki und die eingleisige Bah» für die griechische Armee imb die Truppen, die die Alliierten dorthin bvingen, ausreiche. Vermutlich würde die Landung umd Beförderung der Truppen der Alliierten durch die Anwesenheit der griechischen Armee erschwert unfc beh, n. dert. Das Blatt zweifelt, ob di« griechische Antwort auf di« Note der Ententemächte zufriedenstellend sei.
Erneuerung des aricchischcn Moratoriums.
Br. Zürich, 28. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Das im August 1915 erlassene griechische Moratorium ist nuuurchr neu dekrediert worden.
