'Sette 4» _ Morgen-AusKabo. Erstes B latt.
folg der Mehrheit betrachtet werden. Wir haben es la abzmvarten, wie sich nun dies Wirrsal in der Sozialdemokratie entwirren wird, müssen indessen damit rechnen, daß es den besonneneren Elementen in der Partei nicht auf die Dauer gelingen wird, die rabiate Mindecheit in «Schranken zu halten. Der „Vorwärts" schweigt über die jetzt in der Fraktion geführten Kämpfe völlig,, was freilich zu begreifen ist. Er schweigt aber auch über die Erörterungen, die in der „Neuen Zeit" zwischen Anhängern der radikalen Richtung stattgefunden haben und in denen die Forderung Kautkys nach rücksichtsloser Aussprache von den nächsten politischen Freunden dieses Mannes als unklug und gefährlich bezeichnet wird. So schreibt Genosse Otto Braun, das habe der Partei in der jetzigen bitterernsten Zeit gerade noch gefehlt, daß „eine kleine Partertagsausenrandersetzung unter Fraktionsmit- glredern vor versammeltem bürgerlichen Kriegsvolk" veranstaltet werde. Kautsky selbst will sich durch solche Vorhaltungen jedoch nicht überzeugen lassen, er erwidert u. a.: „Auf welcher Seite die Mehrheit der Partei zurzeit steht, weiß niemand. Sicher ist, daß die Minderheit in der Fraktion stetig wächst. Wenn wir von der Mehrheit diejenigen abrechnen, die sich auf einen Boden gestellt haben, der vor den: Kriege ihren Ausschluß aus der Partei herbeigeführt hätte, wenn wir bloß diejenigen zählen, die aus dem überlieferten Boden der Partei verblieben sind, dann stellt vielleicht heute schon innerhalb der Fraktion die anscheinende Minderheit die Mehrheit dar." Schweigt jetzt die Minderheit in entscheidenden Momenten, so ist sie, da die Massen nicht wissen, ob das Schweigen aus Zag- Hastigkeit oder aus Disziplin geschah, nach Ansicht von Kautsky „politisch fertig". Denn: „Sie hat natur-
gemäß kein Vertrauen beim rechten Flügel, sie ent- tauscht in diesem Falle auch den linken Flügel und kann stch damit trösten, daß sie starb, wie das Gesetz der Fraktionsdisziplin es befahl. Fliehen aber die radikalen Elemente die Partei, so wird der rechte Flügel in chr übermächtig. Er wird dann die S-zial- doinokratie. So zerfällt unsere Partei in zwei Extreme, die nichts Gemeinsames Haben und deren jedes befreit ist von den Hemmungen, die ihnen bisher im Wege standen bei ihrem Ausgehen aus Abenteuer, die die einen in den Straßen, die anderen an den Fürsten- hösen oder nur in den Vorzimmern der Minister suchen." So Kautsky. Wir dürfen annehmen, daß gerade diese Rufer im Für und Wider zur Stunde in der Fraktionsversammlung heftig gegeneinander toben Was dabei herauskommen wird, das werden wir denn also in der nächsten Woche wissen. Inzwischen ist es notwendig, Laß wir uns über die Sachlage unterrichten, soweit uns die Sozialdemokratie selber die Unterlagen gcht, und das tut sie mit den angeführten Kund- gedungen.
klu§ §taöt unL Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Die Woche.
Am i. Adventssonntag beginnt ein neues christ- liches Kirchenjahr und zugleich die Vorbereitungszeit auf das Gsburtsfest des Heilands. Heute wird in allen christlichen Kirchen der bevorstehenden Ankunft des Göttlichen gedacht, der nach der biblischen Geschichte von himmlischen Heerscharen mit dem Lobgesang: „Friede auf Erden" begrüßt wurde.
Das war vor 1915 Jahren; Hirten auf dem Feld hörten die Botschaft der Engel, erzählt die Bibel. Und weiter erzählt die Bibel, daß die Zahl derer, die an die ftohe Botschaft glaubten. die aller Welt verkündet werden sollte, klein war. Verglich nicht der Stifter des Christentums selbst seine Lehre und seinen Glauben mit dem Senfkorn? Aber das kleine Senfkorn wird wachsen und zu einem großen Baum werden, und die Vögel werden kommen und unter seinen Zweigen wohnen, sagte er. -
Das Senfkorn ist zu einem großen Baum geworden, der seine Äste über die Welt ausgebreitet hat; fast gibt es keinen Winkel der Erde mehr, über den er nicht seine Zweige reckt. Aber wer wollte bezweifeln, daß der große und mächtige Baum noch nicht stolz und edel ist, wie ihn die heilige Phantasie des Samanns erblickte, der gutes Korn in die einfältigen Herzen seiner schlichten Zuhörer legte, als er auf schwankenden Kähnen des Sees Genezareth predigte?
Tage, wie der heutige, geben nachdenklichen Menschen Veranlassung, Betrachtungen über die hohen sittlichen, geistigen, religiösen Ideale der Menschheit und die blutige, harte Wirklichkeit anzustellen. Das ist das tragische Schicksal der Menschheit, ein Land der Liebe, des Friedens, der Gerechtigkeit zu sehen, aber sich selbst immer wieder den Zugang durch die Felsblöcke des Haffes, der Zwietracht und der Ungerechtigkeit zu versperren.
Wir leiden darunter; es ist niemand da, der nicht darunter leidet, wenn er seine stille Stunde hat. Und je stärker wir darunter leiden, desto heftiger wird das Verlangen, den Weg in die schöne Welt unserer Ideale freier und freier zu machen. Und endlich wird die Tat.
Daß die Tat. die für das Gute und das Recht wird, selbst furchtbar hart und blutig sein kann, zeigt dieser Weltkrieg. Böses kann leider oft nicht anders bekämpft werden als durch hartes, unerbittliches Zugreifen. Weil wir den häuslichen Frieden wollen, setzen wir den händelsüchtigen Gast vor die Tür, und weil wir kein Unrecht dulden mögen, wahren wir unser Hausrecht gegen jeden, der es zu verletzen sucht. So ist cs im kleinen und so ist es im großen. Wie fürchterlich auch dieser Weltkrieg ist, er ist für uns doch nichts anderes als die Wahrung des Hrüsrechts der deutschen Nation.
Ein Barbar wäre, wer den Krieg dem Frieden Vorzüge und de» Wunsch hegte, daß dieser Krieg noch recht lange dauern möge. Je länger der Krieg dauert, je größer wird die Sehnsucht nach der Wiederkehr friedlicher Verhältnisse. Das ist so selbstverständlich, daß man kein Wort darüber zu verlieren braucht: „Friede ans Erden!" Das wird dieses'Jahr mehr als je ein Weihnachtswunsch vieler Millionen sein. Aber das ist sicher: Wenn das Weihnachtsfest koimckt, ohne daß das Recht über das Unrecht gesiegt hat und unsere Gegner einseh en, daß ihre ,Sache, verloren ist, wird l^id-: weiter ne-
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_ Wiesbadener Tagblattv
kämpft werden müssen, nicht aus Freude am Krieg, sondern zur Wahrung und Sicherung unseres Hausrechts und — zur Herbeiführung eines dauernden Friedens. -n-
Heute ist doch Sonntagsruhe!
Da uns keine entgegenstehende Polizeiverordnung bekannt geworden und wohl auch keine ergangen ist, nahmen wir an, daß heute die Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten vom 11. November 1896 in Kraft trete, wonach „die Beschäftigungszeit für die Stadt Wiesbaden an den zwei ersten Sonntagen in den letzten vier Wochen vor Weihnachten bis 7 Uhr abends, an den zwei letzten Sonntagen bis 8 Uhr abends ausgedehnt" ist. Wir haben daher in der gestrigen Abend-Ausgabe auf die nach dieser Verfügung verlängerte Verkaufszeit des heutigen ersten Adventssonntags aufmerksam gemacht. Gestern nachmittag wurde uns indeffen mitgeteilt, daß der heutige Sonntag kein sogenannter „offener Sonntag" sei; der Herr Re- gierungspräsident habe gestern auf eine Eingabe des „Kaufmännischen Vereins", in der ausgeführt wurde, daß drei offene Sonntage vor Weihnachten dieses Jahr vollkommen genügten, eine entsprechende Verfügung erlaffen. Die Verfügung werde nächste Woche veröffentlicht. Eine Auflage bei der Polizei führte zur Bestätigung dieser Mitteilung. Darnach dürfen also heute die Läden wie an gewöhnlichen Sonntagen nur von 8 bis %10 Uhr und von %,12 bis 1 Uhr geöffnet sein.
verbrannte Kelvpostsendungen.
Der Staatssekretär des Reichspostamts gibt bekannt:
In letzter Zeit haben sich die Brandunfälle, denen Feldpostsendungen zum Opfer gefallen sind, besonders gehäuft. So sind in Brand geraten: 1. Am 9. Oktober auf dem östlichen Kriegsschauplatz ein Eisenbahngüterwagen mit Feldpostpäckchen für eine Reservedivision. Die Ladung ist bis auf 30 Beutel ein Raub der Flammen geworden; 2. am 16. Oktober im Osten ein Kraftwagen mit Post für eine Landwehrdivision. Von der Ladung sind zwei von der Postsammelstelle in Leipzig abgesandte Beutel mit Feldpostpäckchen fast vollständig verbrannt. Größerer Schaden ist nur durch die besondere Umsicht und Geistesgegenwart des Wagenführers verhütet worden; 3. am 16. Oktober ein Eisenbahngüterwagen mit Feldpostpäckchen für das Ostheer. Von der aus 360 Beuteln bestehenden Ladung sind 150 vernichtet worden, außerdem war der Inhalt von 60 Beuteln teilweise beschädigt; 4. am 20. Oktober ein mit Feldpost und Paketen für das Ostheer beladener Eisenbahngüterwagen. Als das Feuer bemerkt wurde, hatte es bereits so weit um sich gegriffen, daß vom Wageninhalt bis auf wenige Pakete und Gegenstände aus verbrannten Sendungen nichts mehr geborgen werden konnte; 6. am 26. Oktober auf dem westlichen Kriegsschauplatz die Ladung eines Güterpostwagens. Trotz sofortiger Löschversuche breitete sich das Feuer infolge des herrschenden starken Windes schnell aus, so daß der In- halt von 6 Beuteln vollständig und von weiteren 10 zum Teil vernichtet wurde.
Alle diese Fälle sind nach dem Ergebnis der Feststellungen höchstwahrscheinlich auf Selbstentzündung feuergefährlicher Gegenstände znrückzusühren. Die beklagenswerten Vorkommnisse beweisen, daß die aus Anlaß früherer Brände wiederholt ergangenen dringenden Warnungen vor Versendung feuergefährlicher Gegenstände, wie Streichhölzer, Benzin, Äter nsw., mit der Feldpost zum Schaden der Allgemeinheit wie unserer Krieger und ihrer Angehörigen noch immer nicht die erforderliche Beachtung finden. Die Mahnung, die Versendung solcher verbotenen Gegenstände unbedingt zu unterlaffen, wird daher nachdrücklichst wiederholt und zugleich erneut darauf hingewiesen, daß Zuwiderhandlungen nach 367 unter 5a StrGB. strafbar sind und im Betretungsfall ausnahmslos gerichtlich verfolgt werden.
Line Sitte des „Roten Rreuzes".
Drei Wochen sind nunmehr seit der ersten Veröffentlichung des Aufrufs des Wiesbadener Kreiskomitees vom Roten Kreuz für die zweite große Geldsammlung verstrichen. Insgesamt sind bisher 109 951.38 M. eingegangen, ein Beweis, daß der Notruf an den Opfersinn der Wiesbadener Bevölkerung kein vergeblicher gewesen ist. Des stillen und offenen Dankes unserer Feldgrauen und ihrer Angehörigen sowie des Roten Kreuzes können die Geber gewiß sein. Was allein an Gaben (teilweise schon veröffentlicht) von 1000 M. und darüber eingegangen ist, zeigt die nachfolgende Aufstellung: Guillermo Vogel 5000 M., X. U. 6000 M., Regierungspräsident Dr. v. Meister 3000 M., Albert Sturm 3000 Mark, Kommerzienrat Wachendorff 3000 M., Dr. F. Weise 3000 M„ Karl Dieterich 2000 M„ Dr. K. Dyckerhoff 2000 Mark, G. Rnnten (10. Gabe) 2000 M., Louis Weyer, „Goldener Brunnen", 2000 M„ Oberstleutnant Auer v. Herrenkirchen 1000 M„ Kommerzienrat E. Bartling 1000 M., Frau Dr. Bernhardi, weitere Gabe, 1000 M., Engen Dietzgen 1000 Mark, Exzellenz Generalleutnant v. Dufais (8. Gabe) 1000 Mark, Frau W. Hagedorn 1000 M., Albert Hofmann 1000 M., Frl. Jda Johcmny 1000 M., M. K. 1000 M., Frau Laura Klauser 1000 M., Kaiser!. Geh. Kommerzienrat Lazard 1000 Mark, Emil Leutzgen 1000 M., Friedr. Lohmann 1000 M., Aloys Mayer 1000 M., Frau Regierungspräsident v. Meister 1000 M., Julius Morian 1000 M., Nassauische Leinen-Industrie I. M. Baum 1000 M., Frau Jul. Seyd Wwe. 1000 M., H. Th. F. Schneider 1000 M., Ungenannt durch Frl. Merttens 1000 M., Rentner Gustav Utz 1000 M.. A. Weihe 1000 M„ Wilhelm Westenberger 1000 M., Gustav Winter, Alwinen- stratze 9, 1000 M.
Möge dieser schöne Beweis von Nächstenliebe ein Ansporn sein für alle diejenigen, die noch nicht ihr Scherflein abgeliefert haben. Hilfe tut dringend Not! So erfreulich die bisherigen Eingänge auch sind, in Anbetracht der ungeheuren, immer mehr steigenden Anforderungen, die an das Rote Kreuz gerichtet werden, sind sie nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Darum bittet das Kreiskomitee vom Roten Kreuz herzlich: Spendet weiter freudigen Herzens in dieser großen Zeit unseres Vaterlandes uird bedenket, wie gering die Opfer eines jeden sind im Vergleich mit den ungeheuren Verlusten, die entstanden wären, wenn der Feind die deutschen Lande verwüstet hätte.
— Strenger Minier in Sicht? Ms Vorvcrkündiger eines kalten Winters gilt auch der Dompfaff oder Gimpel, der nur bei strenger Kälte den Wald verläßt und sich in der Nähe der menschlichen Wohnungen sehen läßt, um sich in Obstgärten ein paar Beeren oder Körnchen zu suchen. Dieser Tage schon ist nun der ..Gimpel" mit seiner herrlichen scharlach-
Sonntag, 28. November 1915. Nr. 555.
roten Weste und seiner schwarzen Kappe auf dem Kopf in den Gärten beobachtet worden, woraus Naturkundige auf einen strengen Winter schließen wollen.
— Schuhe ohne Leder. Wir lesen in der „Köln. Volks- ztg.": Die deutschen Werkstätten in H a l l e r a u, die zu ihren Mitarbeitern die besten deutschen Künstler zählen, haben sich, durch die Kriegszeit auf ihrem eigentlichen Gebiet — dem Möbel- und Wohnungseinrichtungsbau — lahmgelegt, ans etwas ganz anderes geworfen: sie stellen Schuhe ohne Leder her, die geeignet scheinen, an die Stelle der teuren Leder- schnhe zu treten. Seit Monaten sind sie ausprobiert, und sollen demnächst auf den Markt kommen. Das Oberteil ist aus grauem oder schwarzem wasserdichtem Segelleinen, wie es die Militärbehörde für die Tornister der Soldaten vorschreibt; Brandsohlen, Sohlen und Absätze sind ans Holz, und zwar sind dünne Holzschichten kreuzweise wasserdicht verleimt. Dadurch werden ftie Sohlen wafferdicht und fest. Sie haben auch ein Gelenk und tragen sich daher wie feste Lederschuhe. Da sich die Sohle» filzig laufen, ist das Geräusch beim Gehen nicht dauernd klappernd. Die Schuhe sollen nicht mehr kosten, als man heute für ein Paar gute Ledersohlen bezahlen muß.
— Preußisch-Süddeutsche Klafsenlotterie. In der gestrigen Bormittagsziehung der Preußisch-Süddeutschen Klaffenlotterie sielen 3 0000 M. ans die Nrn. 182648, 208085; 1 5000 M. auf. die Nr. 191 201; 1 0 0 0 0 M. auf die Nr. 108 347; 5 0 00 M. auf die Nrn. 68 500, 142 100, 226 752; 3000 M. auf die Nrn. 2483, 3213, 5428, 9929, 10 095, 10 199, 10 819, 14 565, 18 574, 28 285, 38 277, 46 860, 58 476, 72 890, 89 640, 94 888, 111 171, 135 135, 142 414, 145 636, 156 645,
157 407, 159 300, 163 743, 173 889, 176 939, 197 317, 203 931,
213 313, 213 526, 216 307, 223 983, 229 699, 230 341. — In der gestrigen Nachmittagsziehung fielen 10 0 0 0 M. auf die Nrn. 176 550, 184 480, 226 385, 227 135; 500 0 M. auf die Nr. 2610; 3 0 00 M. ans die Nrn. 1158, 2229, 11 104, 24 708, 25 819, 46 465, 51 173, 58 025, 77 135, 77 848, 81 486, 90 524, 97 543, 98 156, 99 385, 106 602, 107 256, 114 452, 120 597,
137 830, 161 058, 163 626, 174 866, 185 284, 191 909, 193 147,
197 078, 202 896, 209 919, 213 352, 215 946, 220 613, 228 746,
233 019. (Ohne Gewähr.)
— Wochenübungsplan des militärischen Vorbereitungsdienstes der Residenzstadt Wiesbaden. Jugendkompagnie Nr. 148 (Stadt Wiesbaden 1): Mittwoch, den 1. Dezember, 8Vr Uhr: Turnen, Unter- richt: Töchterschule am Schießplatz. Freitag, den 3. Dezember, 81/2 Uhr: Exerzieren: Exerzierhaus 1/80. Jugendkompagnic Nr. 149 (Stadt Wiesbaden 2): Sonntag, den 28. November: Antreten
2.15 Uhr: Jugendheim. Montag, den 29. November, und Donnerstag, den 2. Dezember: Exerzieren, Gefechtsdienst: Jugendheim. Mittwoch, den 1. Dezember: Winker- und Unterführer - Unterricht.
Jugendkompagnie Nr. 150 (Stadt Wiesbaden 3): Sonntag, den
28. November, 2 Uhr: Abmarsch von der Blumenthalschulc: Ge
ländeübung, anschließend Schießen. Mittwoch, den 1. Dezember, 8.30 Uhr: Exerzierhaus 1/80: Turnen, Exerzieren, Unterricht, Singen. Freitag, den 3. Dezember, 8.30 Uhr: Mädchenschule am Schloßplatz: Turnen, Unterricht, Exerzieren. Jugendkompagnie Nr. 151 (Stadt Wiesbaden 4): Montag, den 29. November, und Donnerstag, den 2. Dezember, 8.30 bis 10 Uhr: Turnen, Unterricht und Exerzieren: Turnhalle der Bleichstraßschule. Jugendlompagnien Nr. 148 bis 151: Freitag: Üben der Spielleute der vier Kompagnien (Dienstag fällt aus). Samstag, den 4. Dezember: Unterricht der Sanitäts- mannschasten.
Vorgerichte über Run». Vorträge und verwandtes.
* Königliche Schauspiele. In den am Montagabend im Abonnement 8 zur Ausführung gelangenden Molihreschen Lustspielen wird der eingebildete Kranke zum erstenmal von Herrn Andriano ge- geben; Frau Doppelbauer spielt die „Toinette". In den „Gelehrten Frauen" spielt Fräulein Eichelsheim die „Philaminte", Herr Lehrmann den „Chrysal". — In Vorbereitung befinden sich für den Dezember Thaddäus Rittners Schauspiel „Kinder der Erde" und Oskar Blumenthals und Max Bernsteins neues Lustspiel „Die große Pause".
* Kurhaus. In dem Konzert der „Wiesbadener Sänger- Vereinigung" zu>n Besten des Roten Kreuzes und der städtischen Kriegshilfe, welches heute Sonntagabend 8 Uhr stattsindet, wird bekanntlich an Stelle des verhinderten Prosesjors Mannstaedt Organist Karl Schaub die Leitung übernehmen, während Fräulein Bommer, Pianist Walter Fischer und Organist Petcrsen bestimmt Mitwirken. Fräulein Bommer singt Lieder von Rich. Strauß, Wolf, Schumann und Keitel. Walter Fischer spielt „Liebestraum" und „14. Rhapsodie" von Franz Liszt. Das Orchester, von Kapellmeister Jrmer geleitet, spielt Festouvertüre von K. M. v. Weber. Der Chor bringt durchweg neu einstudierte Gesänge. Es stehen also den Konzertbesuchern hohe künstlerische Genüsse in Aussicht, die hoffentlich — wie auch bei den letzten Veranstaltungen — ein aus- verkaustes Haus erzielen.
* Wohltätigkeits-Veranstaltung. Für unsere 80er und für das Infanterie-Regiment Nr. 365 findet am kommenden Samstag eine Wohltätigkeits-Veranstaltung statt, deren Ertrag für Weihnachts- liebesgaben für die Angehörigen der genannten Regimenter verwendet werden soll. Neben ersten Künstlern vom hiesigen Hoftheater, die ihre Mitwirkung liebcnswürdigst zugesagt haben, wird ein Teil des Programms von Angehörigen des Bataillons bestritten. Die Veranstaltung sindet im großen Saal der Turngesellschast, Schwalbacher Straße, statt.
* Galerie Banger. Neu ausgestellt: Weihnachts-Ausstellung
Wiesbadener Künstler, Werke der Malerei, Graphik, Plastik, Möbel und Kunstgewerbe. Aussteller: R. Braband, Prof. H.
Christiansen, H. Czapski, A. Erbach, F. Erlemann, C. Fabry, E. Forck, E. H. v. Freyhold, A. Gramatzki, M. Groß. L. Günther- Schwerin, M. Hartmann, R. Hartmann, O. Haffelmann-Kurtz, E. v. Hermskerck, H. Hinko, I. Hochhuth, Fr. Hoffmann, I. Holtz, K. Hoppe, M. Joseph, Fr. Kaltwasser, I. A. Keller, A. Lenhard-Falken- stein, M. Lust, W. Mulot, R. Pistorius, Fr. Rudolph, L. Runkel, K. Schaus, I. Schulz, O. Siewert, Th. v. Stierenberg, E. Taute, I. Vogel, H. Völcker, E. Wickel, A. Wolff-Malm, E. Wolfs-Malm. Die Ausstellung wird heute Sonntag, 11 Uhr, eröffnet. Eintritt frei.
Kus dem Landkreis Wiesbaden.
^ Biebrich, 27. Nov. Herl Direktor S t r i t t e r , der frühere Leiter der Niehlschule, ist heute einer schweren Operation erlegen, der er sich in Wiesbaden unterzog.
Letzte Orcchtberichte.
Maxim Gorki im Sterben.
So. Stockholm, 27. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zerrs. Bln.) Noch russischen Zeitungsmeldungen ist der Dichter Maxmx Gorki ernstlich erkrankt. Sein Zustarck hat sich so verz schlcchtert, daß mit dem Ende gerechnet werden muß.
Deutsch-französischer Schwerverwundetenaustausch.
W. T.-B. Konstanz, 27. Nov. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Ein Zug mit zum Austausch bestimmten französischen Schwer- verwundeten ist heute 12% Uhr hier eingetroffen. Ein weiterer Zug folgte 1,40 Uhr und abends 7 Uhr. Für die nächten Tage sind noch weitere Transporte vorgesehen.
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ßedenkf der Kriegerwifwen und »V?allen! Donk! den gefallenen Beiden!
Betätigt Euren Opferlinn am „Eifernen Siegfried" t
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