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Verlag Langgafsc 21

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Scrmstag, 27. November 1913.

Morgen-Nusgabs.

Nr. 533. 63. Jahrgang.

Das Kmselfeld völlig in der Hand der Verbündeten.

Oie eiserne Mauer gegen die Italiener.Oie planmätzige Zerstörung der zu erlösenden Stadt Eörz. ZurücKwerfung der Montene­griner östlich der oberen Orina und südwestlich Sienice. auch südlich von Novibazar das

montenegrinische Grenzgebirge erreicht. v->r österreichisch-ungarische TagesberichL-

W.T.-B. Wien, 26. Nov. (Nichtamtüch.) Amtlich verlautet vom 26. November, mittags:

Russischer Rrkegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Rriegrschauplatz.

Die Lage im Görzischen hat sich nicht geändert. Die heftigen Kämpfe dauern fort. Wiederholte Angriffe des Feindes gegen den Abschnitt von O s l a- v i ja scheiterten. Am Nordhang des Monte San Michele war das Gefecht nachts noch im Gange. Ein Angriff auf den Gipfel des Berges wurde durch unser Feuer erstickt. Borstöße gegen den Raum von San Martino wurden abgeschlagen. Je deut­licher die Italiener die Nutzlosigkeit aus ihrer jüngsten Offensive erkennen müsien, desto häufiger fallen schwere Bomben und Brand granaten in die Stadt Görz, die nun planmäßig in Trümmer geschossen wird. Täglich wächst dir Zahl der abgebrannten und zerstörten Häuser und Kirchen. Der bisherige Schaden an Baulich­keiten ist mit 25 Millionen Kronen zu bewer­ten, jener an Privateigentum, Kunstwerken und Samm­lungen überhaupt nicht auszuschätzen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die an der oberen D r i n a kämpfenden k. und k. Truppen drängten den Feind über den G o l e s und den Kozara-Sattel zurück und nahmen Caj- n i c a. Auch auf der O i l j a c v a P l a n i n a, südwest­lich von Sienice wurden die Montenegriner von unseren Bataillonen geworfen. Südlich von Novi­bazar ersteigen unsere Kolonnen die M o k r a Planina. Südwestlich von Mitrowitza Vertrieben wir eine serbische Nachhut. Das Amselfeld ist völlig im Besitz der Verbündeten.

Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs: v. Höf er, Feldmarschallentnant.

rester Blättern gebracht wurde, läßt das Gemeldete stark bezweifeln. Schon vor mehreren Wochen konnte gemeldet werden, daß im Bereiche des 8. und 7. Armee­korps vier Lager errichtet wurden, in denen der einderufene Landsturm des Odessaer Militärbezirks zur Ausbildung gelangen sollte. Diese Lager bei Odessa, Kischinew, Tirastopol und Reni Heftchen noch heute und wurden dieser Tage vom Zaren besichtigt. In dom später gebildeten fünften Lager bei Ismail übten die zuletzt einberufenen Donkosaken und Plastun- Bataillone. Mitte November waren in den fünf Lagern rund 150 000 Mann Landsturm und teilweise Landwehr vereinigt, die noch keine größeren festen Verbände gebildet hatten, keine genügende Ausrüstung aufwiesen und namentlich fast ganz ohne A r t i 11 e r ie waren. Daß während der inzwi­schen vergangenen wenigen Tage diese noch ganz losen

zerstreuen. Unser größter Wunsch ist, die Beziehungen des freundschaftlichen Vertrauens aufrecht zu er­halten, die die Erinnerung an die Vergangenheit und die Sorgen um aktuelle Interessen uns auferlegeu. Griechenland ist neutral und wird neutral bleiben, was auch kommen mag. Wir werden fortfahren, alle Vor­schläge, daß wir uns aktiv am Krieg beteiligen sollten, von wo sie auch Herkommen, zurückzuweisen, weil diese Politik die einzige zu sein scheint, die den Wünschen des Lan­des, das nach zwei Kriegen f r i e d e n s d u rst i g ist, ent­spricht. Unsere freundschaftliche und wohlwollende Haltung gegen die Alliierten nach der Landung ihrer Truppen in Salo­niki hat darin gezeigt, daß wir ihnen freien Durchzug durch unser Gebiet gesichert haben, was bereits eine Abweichung von den strikten Regeln der Neutralität in sich schloß. Heute wollte man von uns die Verpflichtung erlangen, die alliierten Armeen,

Die Ereigniffe Auf dem Valkan.

Oer serbische Ministerpräsident körperlich niedergebrochen.

Der verstörte König Peter.

Br. Wien, 26. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Der Kriegsberichterstatter derNeuen Freien Presse" be­richtet: Nach der Aussage eines gefangenen serbischen Offi­ziers, 'der bisher bei Pafchitsch Dienst tat, ist der ser­bische Ministerpräsident körperlich vollständig njederge- brochem Er ist immer im Gefolge des Königs, der den Eindruck eines Geisteskranken macht und oft stunden­lang verstört vor sich hinblickt. Pafchitsch steht andauernd im Drahtverkehr mit den Vebbündet-en und konnte oft seinen G roll nicht verheimlichen. Der König wollte forttvährend zu seinen Truppen, uni mit ihnen zu sterben.

Ein bulgarischer Einspruch gegen die Verwendung von Oum-Vum-Geschossen durch die Franzosen und Engländer.

W.T.-B. Sofia, 26. Nov. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Meldung der Bulgarischen Delegraphen-Agentur: Die bul­garische Regierung hat neuerdings bei den Regierungen der neutralen Staaten gegen die Verwendung von Dumdum­geschossen durch die Engländer und Franzosen Verwahrung eingelegt und drohte, Wiedervergeltunysmahrogeln zu er­greifen.

vor einem neuen russischen klngrisf aus die bulgarische Rüste?

Br. Wien, 26. Nov. ((Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Dem BukaresterUniversul" zufolge ist wieder ein russi­sches Geschwader unweit der bulgarischen Küste aufgetaucht. Es soll aus 15 Einheiten, darunter drei Dreadnoughts, bestehen.

Oie übertriebenen Meldungen über die gegen

Bulgarien ausgestellte russische Armee.

Br. Stockholm, 26. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Hierher wird berichtet: Die Meldungen rumä­nischer Blätter über die in Ode s s a und Bcssara- b i e n ausgestellte russische Armee, deren A b m a r s ch nach Bulgarien unmittelbar bevorstche, bedarf ganz wesentlicher Einschränkungen. Schon, daß diese Nachricht von rus s e n fr eundli chen Buka-

Ausbildungstrirppen mit allem Notwendigen gut aus­gerüstet und abmarschbereit geworben sein sollten, klingt ganz unwahrscheinlich, ebenso, daß die Zahl der Truppen mittlerweile aus 350000 Mann ge­stiegen sein könnten. An Ort und Stelle wird nach wie vor angenommen, daß aus diesem Reservoir der russische Truppennachschub nach Galizien gespeist werden soll. Von ihrer Entsendung nach Bulgarien sprach man lediglich vorübergehend zu der Zeit, als Bulgarien die Kriegsoperationen begonnen und der russische Einfall in Bulgarien vielleicht noch halb­wegs strategischen Sinn gehabt hätte. Nun sollen abermals 300 Transportschiffe bereit stehen und Kuropatkin den Oberbefehl übernehmen. Man tut gut, sich auch diesmal diesem Gerede gegen­über mißtrauisch zu .verhalten.

Eine entscheidende Schlacht auf griechischem Boden?

Br. Genf, 26. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Die Ärmeeleitung der Entente plant die aus- geruhten Truppen an der griechischen Grenze aufzustcllen und die Bulgaren, die die Serben verfol­gen, auf griechischem Gebiete zu einer großen event. entscheidenden Schlacht zu zwingen.

Diefriedliche" Blockade Griechenlands.

Eine englische Feststellung.

W.T.-B. London, 26. Nov. (Nichtamtlich.) DerDaily Telegraph" schreibt in einem Leitartikel: Das amtliche Dementi der Blockade Griechenlands ist natürlich Wort für Wort richtig. Es bestreitet ccher nicht, was gn bestreiten u n. möglich ist, daß die Ententemächte eine friedliche Blockade über Griechenland verhängt haben.:

Skuludis Über Griechenlands fernere Neutralität.

W. T.-B. Paris, 26. Nov. (Nichtamtlich.)Petit P a r i s i e n" bringt eine Unterredung seines Athener Be­richterstatters mit dem griechischen Ministerpräsidenten Skuludis. Darnach ermächtigte Skuludis den Bericht­erstatter zu folgenden Mitteilungen: Die griechische Regierung wird alles daran setzen, um das Mißverständnis, das zwischen den Alliierten und Griechenland entstanden ist, zu

die in Serbien operieren, über die griechische Grenze zu­rückgehen zu lassen und griechisches Gebiet zur Ver- pflegungsbasis und zum Gebiet militärischer Aktionen machen zu laffen, was von unserer Seite eine aktive Teilnahme am Kriege darftellen würde. Ich habe antworten müssen, daß, wenn eine derartige Eventuali­tät sich ereignen würde, die Anwendung der Haager Kon­vention eintreten könnte, die den Neutralen erlaubt, durch Entwaffnung der kriegführenden Amneen, die auf ihrem Gebiet operieren, der Tatsache entgegenzutreten, daß ihr Land zum Kriegsschauplatz werde. Ich fügte hinzu, daß ich diese Bemerkung nur in theoretischer Form aufgestellt habe, um der Rechtslage willen und ohne tatsächlich der Zukunft vorausgreifen zu wollen, da die Umstände oft zwingender als Rechtsprinzipien sind. Die Bemerkung, die ich machen mußte, hat bei den Alliierten ungerechtfertigte Miß- st i m m u n g hervorgerufen. Man hat darauf durch eine Blockade geantwortet, die Griechenland auszuhungern drohte. Man hat vorgeschützt, daß die strategischen Punkte, die von unseren Truppen an der Grenze in der Nähe des Landungskorps besetzt sind, für dieses eine wirkliche Gefahr darstellen. Ich meinerseits würde dazu bemerken, daß die Kanonen eurer Kreuzer auf der Reede von Saloniki sehr viel drohender für unsere Truppen sind, als unsere Feldgeschütze für die eurigen sein können. Aber ich will alle diese Umstände vergessen. Da Sie mich um genaue Angaben drängen, so autorisiere ich Sie, in folgende Worte unsere Unterredung zusammerizufaffen:

1. Griechenland ist neutral und wird neutral bleiben, trotz aller Pressionen, woher sie auch kommen mögen.

2. Diese Neutralität wird gegenüber den Alliierten, und im besonderen gegenüber Frankreich, wohlwollen­den Charakter bewahren. Trotz der gerechtfertigten Bemer­kung, die zu machen ich verpflichtet gewesen bin, wird nie­mals in Griechenland ei« Finger gegen die alliierten Truppen erhoben werde».

tatsächlich Demobilisation der griechischen Armee?

Be. Rotterdam, 26. Nov. (Ei«. Drahtbericht. Zens. Bln.) DerNieuwe Rotterdamsche Courant" meldet gleichzeitig wieDaily Telegraph" aus Saloniki: Aus autorisierter Quelle werde berichtet, daß König