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Sette 2*

Mend-Ausgabe.

inÄvEopSifchen Telsgraphenamt«, als sie auf dem ! KU lhvem Bureau rvaren. Die GebäuÄL sotvve alles per- jionlrche Privateigentum tmroben mit Beschlag belegt. Tcr iQiglrsche Konsul und die übrigen Personen wurden nach der (Segenld von Ahram verbracht. Die Gendarmerie von Nord- P ers ien ist im osstrncn Aufstand unter dem Befehl schwe- ^drscher Offiziere. Sie hält Kum besetzt. Im Jntanessc der De wissen hat sie die Delegrapheülinie des indo-euro- TelegrapheNdcpartements nach dem Süden durch- flchnrtten und die zahlreichen Gebäude mit Beschlag belegt ‘™ geplündert sowie die Untertanen ihres Gutes beraubt.

! Gertdarmeriekorps rmter Führurrg schivsdischeL Ofsizi'ere ihat Persische Kosaken in Ahram angefallen."

ttabinett, ttammer und Piazza.

Dmi am 1. Dezember nach sechsmonatiger Pan, e erfolgenden Znsamuientritt der itaIic- "^' chen K amm e r ficht inan begreiflicherweise alben, vor allem aber in Italien selbst, mit dem leb^iftsstcn, Interesse entgegen, wenn es auch einen starken Optimismus bedeuten würde, einen besonderen Unschwung nach irgendeiner Richtung von .dem Raten und Laten der Onorevoli zu erwarten. Eines aber kann man schon jetzt sagen, daß von der hoch­gemuten Stimmung, mit der die Kammer rm Mai ausemandcrging, jetzt nichts mchr zu merken wm durste. Den Winterstürmen wich längst -der Wonnemond.

... Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe? Was Nt aus den kühnen Träumen und Wänen geworden, nnt denen das italienische Parlament im Mai des .zahres 1915 unter schnödestem, verräterisch- stem Trendruch den ,.Kreuzzug" zur Erlösung der ^unerlosteu Gebieten beschloß. Mit berechtigtem «tolz konnte am Dienstag dieser Woche der öster- rerchrsch-ungarrsche Generalstäbsbericht betonen, daß die zu Beginn des Krieges gewählte Verteiüi- gungsfront allenthalben, am Jsonzo nun schon in der vrerten Schlacht, siegreich behauptet wurde, daß aber dies halbe Jahr Krieg den Gegner an Loten und Verwundeten bereits eine halbe Million Männer gekostet habe.

jv, W ^ eu „Erfolg" des Feldzuges, von dem die Italiener bchanptet hatten, daß er den Sieg beim ersten Anlaus verspreche, daß er den Weltkrieg ent. scheidm daß er das „größere Italien" gebären werde Der Dichterpolltlker Gabriele Rapagnetia, der sich Gabriele dAnnunzio, das heißt Engel der Verkündung ^ennt, hat es bei der Denkmolsenthüllung in Quarto propy^eit: „Hier wird Italien neugeboren und größer gemacht. Das Feuer wächst und fordert, genährt zu werden, und der Opfevgeist Garibaldis ruft über .die- smi Brande: Alles, ivas ihr habt, alles, was ihr seid, g®jj 8 , 5e0n i' e " b en Italicn." Die amten, verführten ^talianos haben dem brennenden Italien es brennt wirklich an allen Ecken und Enden — ae- geöen^ was sie hatten, was sie sind, aber der Erfolg ist nach einem halben Jahre Krieg ein r e i n n e g a t iv e r. Nichts erreicht und dabei ungeheure Der- I u st e an Blut und an Gut. Denn Italien, das heute nur noch von der Gnade Englands Icht, stcht auch vor dem wirtschaftlichen, vor dem finanziellen ^ " 1 £ kem Eiche, fein Erfolg abzuschen. Denn was rn diesem Alpenkrieg im Sommer nicht gelang können die Italiener im Winter erst recht nicht zu er-' reichen hoffen. Und es war doch ein Offensivkrieg den Italien erklärte, so daß ein Mißerfolg zu L ,& r bör - e Borlust des neuen Kolonialbesitzes gesellt, dop-

pelt schwer kyegt.

Wenn der Generalissimus Cadorna jetzt ohne Rück- -schlechte..Wetter" verzweifelte Anstrengun- gen macht, um bet Gorz durchzubrechen, wenn er Hort den bei weitem größten Teil der italienischen Artillerie veriammelt hat, wenn er ohne jegliche Rücksicht auf Menschenleben Sturm auf Sturm unternahmen läßt, so ist das n i ch t m e h r in i l l t ä r i s ch zu rechtfertigen sondern nur noch politisch zu erklären Das in m-gen Nöten befindliche Kabinett Salandrö will der .Kammer bei ihrein Zusammentritt doch wenigstens Tunen kleinen Erfolg präsentieren, um irgendwie dem

3 U begegnen, daß cs ein halbes Jahr lang v o 11 1 g umsonst die Kraft des Landes aufgebraucht, die Flotte dezimiert, die Finanzen ruiniert hat Aber eS scheint, daß ihm auch dieses ersehnte Pflaster auf die große, auf die brennende Wunde versagt bleiben wird.

. ^ern hat Herr Salandra die Kammer gewiß nicht cmberufen, denn es ist ans alle Fälle peinlich für ihn, ciwargen kritischen Anfragern Rode und Antwort über die »ttlitärischen oder politischen Errungenschaften die str Semestvalbilanz zu gaben. Das Organ des Polsters des Auswärtigen Sonnino, das „Giornale d Jtalia" gab denn auch die Losung aus, daß die Kam- HS* überflüssig sei, während der „Papolo o^talm logcrr mrt Barrikaden drohte, wenn die Regierung sich unterstchen sollte, mit der „voii Neu- trainiert und Bülow-Freunden durchseuchten Kammer" zu paktieren ^ und gegen „1a nostra guerra", gegen „linieren Krieg", zu obstruieren. Nun, wir glauben, daß diese Besorgnis überflüssig ist, denn wenn auch allem Aiischeln nach dank der zunehmenden Ernüchte­rung m Italien die Giolitti-Partei über die Mehrheit in der Kammer verfügt, so wird es doch Wohl als aus- geichlossen gelten können, daß die Friedensfreunde, vielleicht abgelchen von dom Teil der Sozialisten dessen Sprachrohr der „Avanti" ist. den Mut finden Mwoen, vollzählig auf dem Monte Citorio zu erscheinen oder gar chrer Meinung offen in Wort und Abstim­mung Ausdruck zu geben.

,^D§nn m Jwlien herrscht nach wie vor nicht nicht die Kammer, auch nicht etwa der König, sondern dieselbe „Piazza", die, ge- leitet von einer b e st o ch e n e n P r e s s e, den Krieg gemacht hat. Es ist daher ivahrscheinlich, daß die Kannner in bieser Fu rcht vor der Piazza, vor der Straße, dem Kabinett .-wie einst im Mai" ihr Der-

ll a r “r 6 / .^sprechen wstd, schon aus dem Grunde, weil sich petzt ichwerlich em Ersatzmann finden dürste, der den Wagemut hätte, die Erbschaft Salawdras au- zutreten. Noch sind allem Anschein nach die Dinge nicht io west gedichen, daß man in Italien den völli- gen Bankerott der Kriegspolitik, den die Mchrheit be- rests erkennt, auch offen eingesteht und die gdlgerun- gen daraus zieht. Je länger man aber damit wartet, desto, folgenschwerer wird die Derant- wormng für dleienrgen werden, welche diesen der- orecheri-schen Krieg verschuldet hoben, nicht nur für dgs offiziell Verantwortliche Kabinett Salandra wndern vor allem für den König - Ehrenmann, der leichtfertig mit Sßepter und Krone gespielt hat und sie zu verspielen rm Begriff ist!

Miaisterral in Rom.

Be. Lugano, 25. Nov. (Gig. Drahtbericht. Zeus. Bin.)

Botschafter hatte nach dem Courier- t«lla Sera gestem ,n der Consulta eine längere Unter- nÄmmg mit,dem Minister de? Äußern Sonnino. Für heute nachmittag 'ist ein Ministern^ cmyefftzt, im dem das Programm der Regierung für die bevorstehenden Kammer- Verhandlungen und die von dem Mrnisterpräsi. !? c "ten im Parlament abzugebenden Efflävungen über d sn ^G ebrauch seitens der Regierung der ihr vom Parlament gew ahateil vollen Gewalt beraten werden soll. Bekanntlich bestes für das italienische Parlament der Kriegszu- st a n d mit Lstemeich, der Türkei und Bulgarien n o ch n' ch t Da am ersten Sitzungstag die Gedächtnisreden für die vor-' starbenm, Abgeordneten viel Zeit in Anspruch iiehmen wer­den, so dunste die Diskussion über die Erklärungen Salandras kaum vor dem 2. Dezember beginnen. Bisher ist kein ,™ m ® Sur Diskussion eingeschrieben. Es ist aber sicher, datz dre sozialistischen Mgeordneten ausgedehnten Ge- brauch von der Rebesteihsit der Karmner inachen werden, um ihren Standpunkt der Opposition gegen den Krieg darzu- ^en urcheine energische Kritik an der Regierung zu üben. Eine ausgedehnte Diskussion wird sich auch an die Fordenmig der Rogiierung. betreffend Verlängerung t !ä JL ,,<l . n3,,Coi ’ i f |,riu,1,ä um weitere 6 Monate, 6t3 S m'„.? U!tt! lö16 ' Eine Forderung der Regierung

^,.^N"^rung ihrer unbegrenzten Vollinacht ist über- fluffly, da die bereits voui Parlament erteilte sich bekanntlich aus die ganze Zeit der KrbegSdausr erstreckt.

Nnterhaltungsterl.

^önifflrrste SrtsKulprelr.

26 ' November: „Mona Lisa".

OpAc^M 2 Akten von Max Schillings.

j "jn der ernsten, sorgenvollen Zeit, die wir durchleben, und wo eS unter schweren, furchtbaren Opfern um die höchsten Nation gehtz — in einer solchen Zeit wird wohl feinere menschliche Empfinden eher nach Tröstlichem .und Erhebenden oder allenfalls nach Anmutigem und Harm- !ws-Heitern in der .Kunst Derlangen tragen als nach der Dar- 'stellung von brutalen Begierden, wild eirtfesselten Leidenschaf- .ten und blutrünstigem Verismus. Die neue Oper ..Mona >Lna . dre gestern auch hier erstmalig in Szene ging, bewegt ^stch leider mchr auf letzterem Gebiet - fast unbegreiflich bei !«liiem Kompomsten. dem immer geflissentlich seine besondere Künstlerische Reserviertheit und Vornehmheit nachgerühmt 'w mwen ist. Nun hat er uns. wie cs im Lied heißt, den ersten jSchinerz getan. Die Sensationen einer „Tosca", „Salome" «„Schmuck der Madonna" usw ließen ihn nicht ruhen, er jmutzte auch seine Sensation habem die „Mona Lisa" wurde «komponiert.

' Mt dem berühmten Bild Lionardos hat die von Beatrice tDovsky verfaßte Oper alles und nichts zu tun. Alles, — denn 'die Hauptperson soll in Ausdruck und Haltung fortwährend l an jenes Bild gemahnen (fo daß uns dasselbe am Eiche form- »lich überdrüssig wird); und nichts. — denn das Schicksal der 'Hauptperson hat gar keine Beziehungen zu jener historischen «Mona Lisa: es könnte sich hier auch um jede andere kalt- ffackelnde Lisa handeln. Aber das hieße allerdings eins Haupt- -attraktion der Oper unterbinden. Nach berühmtem Muster — jman denkt an „Hofsmanns Erzählungen" — ist die Oper von «einem Vor- und Nachspiel umschlossen, das uns in die reale IGegenwarts-Welt führt, während die zweiaktige Oper selbst Won Wova Lijas schaurigem Schicksal kündet. Im Vorspiel

Neue Steuern in Jtalia».

TY.T.-B. Rom, 25. Nov. (Nichtamtlich. Meldung der Agenzia Stefani.) Zur Befriedigung der außer- ordentlichen Bedürfnisse werden durch einen kimig- sichen Erlaß verschiedene finanzielle Maßnahmen ange­ordnet. Darunter befMiden sich Abgaden auf den Han­del mit LevenAinitteln in der Höhe von 1 Prozent und MgÄben auf alle von direkten Steuern betroffenen Einkünfte, ferner Steuern auf die KriegsgÄvinne. Vorgesehen ist ferner eine Änderung des StMipel- gesetzes und schließlich Änderungen in der Salzbe- stenerung und des Posttarifs für das Inland.

Der ttrieg gegen England.

Nein gemeinsamer Gberftkommandkerender für die französisch-englischen Truppen.

W. T.-B. London, 26. Nov. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Auf eine Frage im englischen Unterhaus, ob alle englischen und französischen L-mütruppcn an der Westfront unter einen Oberstkommandierenden gestellt würden, antwortete Asguith, daß dies für unratsam befumÄcin wurde.

England auf dem Wege zur Militärmacht.

Erwägungen und Bedenken. *

W. T.-B. London, 26. Nov. (Nichtamtlich.) Im Ober- Hans lenkte der Herzog v. Marlborough die Aufmcük- samkeü aus die wirtschaftlichen Folgen einer starken Anwer. bung von Landarbeitern. Die landwirtschaftliche Erzeugung würde um 10 Prozent sinken. England habe seinen alten Standpunkt allmählich aufgegebcn und habe sich in eine große Mlitärmacht im kontinentalen Sinne verwandelt. Man habe sich in einen Zustand Hineintreiben lassen^ ohne datz jemals ein bestimmter Plan angekünbigt ivorden sei. Der Werbeplan van Lord Derby beruhe aus der Idee des gleich­mäßigen Opferbringens. Die Rsgierung möge die Nalwn militarisieren, wenn sie damit den Krieg zu gewinnen glaube^ aber sie solle genau überdenken, was England militärisch' zur See und finanziell leisten solle. Die Regierung möge den Alliierten erklären, Ivas England tun könne, und daß Geldmacht und Soemacht. aber nicht Geldmacht und Land- macht miteinander kombiniert werden könnten. — Lord S e I - borne sagte: Das Haus sei gewiß darin einig daß England eine möglichst große Armee ins Feld stellen müsse. Dre Landwirtschaft müsse teilweise mit der Arbeit von Frauen, Schulknaben, Soldaten und Nentercempsängern auskommen. —• Lord D « venport sagte, wenn man einen Druck an­wenden und die Knaben aus der Schule nehmen würde, da­mit sie im der Landwirtschaft arbeiteten, so würde sich der Nation die stärkste Unruhe bemächtigen. — Lord Lans- downe sagte: Wir gingen unmerklich über van der

Stellung eines Landes mit einem wirMch kleinen Expeditwns- korps zu der Stellung eines Landes, das von einem Millio­nenheere spricht. Es sei fraglich, ob alle, die sich diese Politik zu eigen machten, die gewaltige Berändernng in der In­dustrie vorrtussahen, die sich daraus Mgeben muhte.

vre Lage im Westen.

ver Geburtstag des Grotzsterzogs von Resten im besetzten Belgien.

WI T.-B. Brüssel, 26. Nov. (Nichtamtlich. DrcchLsricht.) Die im Bereiche des Generalgouvernements weilenden Hessen feierten gestern abend den Geburtstag des Groß- herzogS Ernst Ludwig von Hessen und bei Rheim durch Per. anstaltung eines kameradschaftlichen Abendessens. Das Hoch auf den Großhsrzog brachte der KriegsgerichtSrat Dr. Reuter aus. Der Feier wohnte der pveutzifche Gesandte am hessischen Hofe, Baron von der Lancke. der derzeitige Chef der politi- schen Abteilung, bei.

Der ttrieg gegen Rutzland.

v Der „auf deutschen Befehl aufgehobene" russische Winter.

Die Winterausrüstung des deuffchen OstheercS.

Kopenhagen. 26. Nov. (Zeus. Mn.) Der „Rußkoje Slowo äußert m eurem bargen Artikel seine ungeteilte Be- wunderung über die bis ins kleinste durchgeführte vorzügliche Ausrüstung des deuffchen Heeres für den Winierfeldzug, die jede Hoffnung der Russen auf die Kälte als neuen Verbün- baten zerstöre. Kaiser Wilhelm und Hindenburg hätten be- fohlen, daß kein Soldat unter der Kälte leiden dürfe. Damit sei die russische Winterkälte für die deuffchen Sol-

ist es ent hochzeitsreisendes Ehepaar — alternder Gatte und junge Gattin —. boneti von einem „Laienbruder" in einem vloventtner Palazzo das Lionardosche Bild der Mona Lisa gkqeigt und erklärt wird. Während der Erzählung des jungen Führers wandelt sich die Szene und wir erleben gleichsam seinen weiteren Bericht in dramatischer Verlebendigung. Sinnenfveudige, farbenglühande Renaissancezeiti üppige Feste; überschäumende Lebenslust; doch dazwischen auch finstere Bußgesänge, die an das Vergängliche all dieser Herr- lichkett mahnen. Mona Lisa ist die junge — zweite — Gattin des alternden reichen Juwelenhändlers Francesco Giocondo. Natürlich trifft ihr früherer Geliebter Giovanni wie durch Zufall rr soll für den Papst eine kostbare Perle erwerben — wieder mit Mona Lisa zusammen: ein kurzes Liebesglück., das der eifersüchtige Gatte überrascht. Giovanni will fliehen, doch die Ausgänge sind versperrt. Aber wer Juweleri hat, hat auch einen Schrank; und während Schränke sonst auf der Bühne mehr als ein komisches Requisit Verwendung fanden, so wird der Schrank hier zum tragischen Moment. Giovanni versteckt sich darin, und Francesco schließt boshaft das Schloß und wirft den Schlüssel in die Fluten des Arno: während der Liebhaber die letzten Todesseufzer ausstößt, zwingt er dann Mona Lisa, die chm stets kalt begegnete, zur Liebe! Anderen Tages bringt Francescos Töchterchen den Schlüssel zurück: er war in ihr Boot - nicht in den Fluß gefallen. Wütend öffnet Francesco den Schrank, um sich über des Nebenbuhlers Ende Gewißheit zu veffchaffen. Und jetzt wird Mona Lisa, die bis dahrn sich mehr passiv verhielt, plötzlich lebendig: einem

Raubtier gleich stürzt sie hinzu und sperrt zu dem erstickten Liebhaber den Gatten selbst in den Schrank. Und unter fernen letzten Todesschreien rast sie im Wahnsinn vor ihrem Opfer, bis — das Nachspiel uns wieder in die obenbesagte Bildergalerie führt: die Reisenden empfehlen sick, und die junge Frau läßt^ lächelnd beim Abschied eine Blume aus ihrem Sttauß für den verwirrten Laienbruder zurück; er denkt sich sein Teil dabei: die Mona Lisas sind noch nicht ,

ausgestorben; sie können auch heute noch durch ihr verführe- rffches Lächeln Rätsel anfgeben und durch ihr räffelvolleS Lächeln verführ«! . . .

Daß die Verfasserin B. Dovsky mit diesem Text kein folge- rrchttg entwickeltes, seelisch verffeftes Drama geschaffen hat fft klar. Eine derb anfgetragsne, effektvolle Theattaflk herrscht darin und beffehlt nicht ihre aufwühlende, zerrüttende Macht auf dw Nerven des Zuschauers. Die Musik von Mar Schillings ist an sich vorttefflich gearbeitet; sie strahlt mehr kühle Uberlegcheit als temperamentvolle Wärme au§: da« melodische Elemuit tritt gegen das harmonische fast gänzlich zuruck; so erscheint sie in ihrer kunstreichen leitmotivischen und polyphonen Gestaltung oft recht schwerfällig; und die Er- ftndung, zumeist an Rich. Wagner und Rich. Strauß entzün- det, steht nicht immer auf gleicher Höhe. Am höchsten da. wo etwa ein duster-leidenschaftliches Pathos in Frage kommt: für solche Stimmungen findet der Komponist manch packende Tone. Die musikalische Charakteristik ist zum Teil recht ge­schickt getroffen; auch hier gelangen ihm die finsteren Charak­tere besser als die heiter angelegten. An eingestteuten lyri­schen Episoden fehlt eS nicht: ein lebhaft bewegtes EifersuchtS» ständchen, ein volksinäßiges „Rosmarin"-Lied, einige italieni­sche „Madrigale" hoben sich angenehm auS dem schwerblüttgen Zug dieser Opernmusik hervor. Die Orchfftraffon verrät eine modern geschulte Meisterhand. Klangfarben von oft wunder­samer Leuchtkraft sind da erreicht, und namentlich mit dem Streichorchester in Verbindung mit Harfe. Mandoline und dergleichen erzielte der Komponist reizvolle Wirkungen. Nicht selten geht freilich das Wort dem Orchester gegenüber ver­loren: die Sänger blieben vielfach unverständlich.

Auch Frau Klebe, welche aus Düsseldorf für di« Titel­partie verschrieben war, blieb zumeist unverständlich — wie ihre ganze Berufung unverständlich blieb. Als Sängerin iS Frau Klebe nicht weiter hervorragend; als Darstellerin — ein Blender: sie fernt; durch raffinierte schauspielerische Tricks, die aber den Stempel des Erngeleruten tragen, weiß sie, tfj nt