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Verlag Langgaffe 21

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110119 Nachlaß.

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Zreitag, 26. November 1915.

Serbische Nachhuten bei SZeniea und Mitrowitza geworfen.

Andauernde ArtMeriekämpfe im Westen, vereitelte russische Angriffsversuche in Rurland und bei Oünaburg.

Der Tagesbericht vom 26. November.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 26. Nov

(Amtlich)

westlicher Uriegsschauplatz.

Auf vielen Stellen der Front Artillerie - kämpfe.

Sonst nichts Wesentliches.

GestUcher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschall» von Hindenburg.

Ein Versuch der Russen, die Miffe bei Pulpe zu slberschrciten, wurde vereitelt. „

Feindliche Angriffe bei Bersemunde und auf in Westfront von Dünaburg sind abgeschlagen.

Bei den Heeresgruppen des Generalfcldmarschalls sZrinz Leopold von Bayern und des Generals von Lm- singen nichts Neues.

SalKanKriegsschanplatz.

Südwestlich von S i - n i c e und von M i t r o w i tz a wurden feindliche Nachhuten, die sich an diesen Stellen noch vor der Front der Heeresgruppe des Generalseld- marschalls v. Mackensen hielten, geworfen.

Oberste Heeresleltung.

Kbend - Ausgabe.

Die Ereignisse auf dem Balkan.

Die Lage der Franzosen ln Südmazedonien.

Französische Ei.lgestäiidnissc.

Pest, 26. Nov. (Jens. Mn.) „A Vilag" meldet cmS Saloniki: Die Ententeleitung hat große Sorgen wegen Unterbringung der täglich in großer Zahl eintresfenden Verwundeten. Die Ortschaften zwischen Saloniki und der Front bieten keinen Platz mehr. Äußerungen eures französischen Stabsoffiziers zufolge ist Sarrail entschlossen, sobald die Bulgaren Monastir besetzen, die Truppen zurückzubeordern. Der Salonikier Ententestab ver- üffentlicht einen offiziellen Bericht für die griechische Presse, wonach nach heftigen Bajonettkämpfen die Franzosen in der Linie Tatali-Balandowo vor riesiger bulgarischer Übermacht genötigt waren, auszuweichen. Um die Höhe 350, die die Station Hodova beherrscht, unternahmen die Bulgaren einen achtstündigen Schluhangriff. Auch hier mutzten die Franzosen der Übermacht weichen.

vsr Zusammenbruch des serbischen Heerss

Köln, 36. Nov. (Zeus. Bin.) Der „Köln. Ztg." wird aus dem Kriegspressequartier gemeldet, daß öte hoch berechnet 80 000 dis 100 000 Jeuergewchre, die noch in serbischen Händen sind, heute mcht mehr die Defensivkrast bedeuten wie in den vorhergegangenen Kämpfen bei einer ähnlich starken Masse tapferer und gut geführter serbischer Soldaten. Heute ergeben sich ganze Truppenkörper samt ihren Offizieren, oft rn Fällen, die nach der serbischen militärischen Auslastung der Glanzzeit dieser Armee als gar nicht ausachtslos gegolten hätten. Das schneidige Nachdrängen der v er- bündeten Truppen treibt auf dem forcierten Rückzug täglich einzelne Truppenkörper der Serben m verzweifelte Lagen, rind die Anssichtslofigkelt der Vor teidigung des neuserbischen Bodens erfüllt größtcntelw die aus Altserbien rekrutierten Truppen überyaupt nicht mit dem Fanatismus, welcher bisher im Bewußt' sein der Verteidigung des heimatlichen Herdes wur zelte. Es konnte in den letzten Tagen aus ähnlichen Gründen beobachtet werden, daß die Serben nach dein Falle der einzelne Ortschaften beherrschenden Stellun- gen die Orts>Ästen selbst nach einem schwachen Verwi- digunasversuch räumten und den Rückzug weiter fort setzten Dann ist es auch auffallend, daß die Zahl der gefangenen Offiziere zunimmt und daß die bisher 'mitgeschleppten Kriegsgefangenen oft in den geräumten Orffchaften ihrem Schicksale über lassen werden, was früher höchstens im Falle erner Überrumpelung der Fall war. Die serbische Armee rst erledigt, 'wenn sie auch noch De r z w e r f l u n g s -

J Ö 26^9100. (Jens. Bln.) „A Nap" meldet aus

Nisch: Die bulgarische Armee ist ausgezeichnet ausgerüstet und gut vervrovicmtiert. Die Erklärung des bulgarischen Generals Bojadjeff. daß die serbische Armee nicht mehr voll­kommen ist, wird aus Schritt und Tritt zur W a h r h e i t. Das serbische Heer ist seit der Einnahme von Nisch unzweifel- baft in vollständige Demoralisation verfallen. Kein Tag vergeht, an dem nicht Hunderte serbische Gefangene eingebrackt werden. Eine halbe Division ergab sich zusammen, wie der Oberst Osmanow erzählte kampflos. Seit den: Fall v-m Pirot wurde kein O fft zier mehr gefangen, die ohne alle Truppen fluchteten, weil die Mannschaft sich überall ergibt. Der Fall der Ermor­

dung des Oberstleutnants Pribitschewitsch steht nicht allein. Die Serben haben viele ihrer Offiziere ermordet, Kriegsbeute war überall sehr zahlreich. Ein bulgariWes Kommando sagt, daß zum Wzählein der Beute lvenMteiis zwei Monate notwendig seien. Bisher sind etwa 1^0 " 0 U Ge­wehre den Serben abgenommen worden, in Rflch allem 20 000. Fast täglich werden von den Bulgaren weitere ver grabene serbische Kanonen aus der Erde geholt.

Lugano, 26. Nov. (Zeus. Bln.) Die . italienische Presse gibt gestern die unbedingt verzweifelte ^agc der Serben zu, denen nach den Verlusten von Pristina uns Mitrowitza nur noch der Versuch verbleibe, mit großer Wucht einen Durchbruch durch die bulgarischen Lmren bei Katschanik zu wagen. Die Regierung erwägt d« plm^ von Prizrend nach Ochrida. Die Pariser Meldung, wonach sich die Regierung schon in Skutari befinden soll, wird m Rom bestritten.

Die Ankunft der serbischen Negierung in Skutari amtlich bekannt gegeben.

Die Gesandten Englands und Rußlands in Monastir.

Br. Mailand, 26. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zeus. An.) „Corriere della Sera" meldet: Dre serbriap:

Regierung hat amtlich ihr Eintreffen in Skutari an- gezeigt. Weiter berichtet das Blatt ans Saloniki von gestern nrittag, daß die Gesandten Rußlands -und Eng­lands die serbische Regierung allein gelassen und be­reits in Monastir angekommen seien, vordem russischen Vormarsch gegen Bulgarien.

TV. T.-B. Mailand, 26. Nov. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) „Sccolo" meldet aus Nom: Es wird bestätigt, daß das Expcditionshecr nunmehr vollzählig rst und daß die russischen Strcitkräfte binnen kurzem die Türken und Bulgaren angreisen werden. General K u r o p a t k i n, der Oberbefehlshaber des Expediftons lorps, befinde sich in Taschbunar zwischen Ismail und Kilia mit etwa 150 0VV Mann; andere 100000 Mann seien bei Odessa konzentriert.

Ministerpräsident Radoslarvorv an die deutsche Waffenbrüder! i»e Vereinigung.

Der Wille auch zu gemeinsamer Friedensarbeit.

W. T.-B. Berlin, 26. Nov. (Nichtamtlich.) Me ve-chs deutsche wafftnbrüÄerliche Bereinigung — Präsidium: Ober bürgermeister Wermuth, Generalfeldmarschall von Mackenien umd Generalkonsul v. Koch --- Hot dsn Ein­tritt Bulgariens in den Kampf an Seite Deutschlands, ÖsterWich-Ungarns und der Türkei zum Anlaß etnor leb- hcrftM Sympathiekundgebung zu Händen des bulgarischen Ministerpräsidenten Radoslawow genommcjr». Hierauf ist das nachfolgende Telegramm bei Oberbürgermeister Mermuth eimgegangen: „Es drängt mich, Ihnen, Erzellenz, .und der veichsdeutschen waffenbrüderlichen Bevsimigung meinen tiefgefüMen Dank auszudrücken ^ für die so warmen Worte .der Anerkenrnwig. An der Spitze der . Regierung stehend, als das schwerverletzte Bulgarien seine s ch i ck s a l s ch w e r st e Entscheidung zu troffen hatte, verschafft mir Ihr Schneiden, wenn ich auf die schwere Zeit des Wägens zurückblicke, ein Gefühl freudvoller Ge­nugtuung. daß wir alle, König und Volk, nun wie ein Manu ausrufcn können: Ich habees gewagt! Die Auf­gabe der waffenbrüderlichen Vereinigung ist unseren Herzen sehr nahe. Am 14. Oktober begannen. wir zusammen mit uuftren tapferen Verbündeten die blutige Arbeit für eine hehre und gerechte Sache. Das gemeinsam vergossene Blut soll miS auch zu gemeinsamer Friedensarbeit zusammen- fiticrt uitb cmfpomen. Das ioctltc ©ott! ^itiirftßrpcäftbeiit Roidoslawow."

Unsinnige Erfindungen der russischen preffe.

Ein bulgarisches Dementi.

W. T.-B. Sofia, 26. Nov. (Nichtamtlich.) Die Bul garische TeleguaphLw-Agsntur meldet: Die Petersburger

Agentur deübrestet fortgesetzt Meldungen über die Lage in Bulgarien, von denen die eine tendenziöser ist als di: andere. Nach den Erfindungen dieser Agentur soll in Bulgarien finsterer Schrecken herrschen. Jeder Verkehr der an di: Front gesandten Soldaten mit ihren Familien soll ver­boten fein. Gewisse Regimenter sollen drei Viertel ihrer Be­stände verloren haben. ‘ Die Zahl der Verwundeten err^^ eine außerordentlich? Höhe, nnd das Land wäre darüber in Schrecken geratest. Die genannte Agentur geht m ihren Vcwl'eu.md'uiniI^n noch weiter. Sve beschu-M^t btc Mrtglreoer der Regierung sowie ihr Haupt, Radoslawow, den Krieg aus eigennütziger Berechnung begonnen zu bauen, um unreine Geschäfte zu besorgen. Alle diese Albernheiten regen niemand in Bulgarien auf, wo jedermann, vom Gange der militärischen Operationen auftichiig und innig beprloorgt, mit festem Vertrauen in die Zukunft sieht, ^hne stch um das unsinnige Geschwätz der feindlichen Presie zu be­kümmern, die sich durch vollständige Unkenntnis der Dinge in Milgarien auszeichnei.

Die Wendung der Dinge in Griechenland.

L. Berlin, 26. Nov. (Eigene Meldung. Zenn Bln.)

Nr. 552. * 63. Jahrgang.

behalten, angenommen hat. ^n der Hauptiache stimmen die Meldungen, die uns aus deutscher Athener Quelle zugehen, darrn uberem, daß Grie­chenland sich unter keinen Umstanden, aus semer N e u tr a l i t ä t herausdrängen lassen wrvd. Ob das britische Heer mobil bleiben wird oder nrcht, sprelt für uns jedenfalls keine Rolle, noch weniger fft es für uns als eine Gefahr anzuschen, wenn es aus dem Salonrkrer Gebiet etwa zurückgezogen werden sollte. Wir brau­chen uns auch nicht darüber aufzuregen, daß drsGrrechsn, für deren schwierige Lage man schon cimges Ver­ständnis haben kann, gerührte, Bewunderung für die Franzosen empfinden, die sich aus angeblichen Bündnispflichten für Serbien am Wardar vergab nch abschlachten lassen wollen unter Assistenz der m viel geringerer Zahl erschienenen Engländer.

Der vierverband verlangte keine Demobilisierung?

XV. T.-B. London, 26. Nov. (Nichtcmiflich. Reuiver.) Tie Gesandten deS Werverbandes verlangten in Athen keine Demobilisierung, sondern schlugen vor, daß sich iw der Zone, in der die Alliierten operierten, keine grie­chischen Truppen befinden sollten.

vor dem Thronrat in Bukarest.

Sr. Budapest, 26. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Einer Nachricht des „A Villag" aus Athen zufolge haben zü dem Thronrat in Bukarest, der der Parlamentseröffuuug vorangehen wird, u. a. Peter Carp, Filipuscu, Margholiman und Brisotti Einladungen erhalten. Auffallend ist es, daß sich unter den Eingeladenen keiner von den Männern befindet, die in das neue Kabinett ein treten sollen.

Rumänischer Ministerwechsel?

st. Berlin, 26. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Seit einiger Zeit kommen fortwährend Nachrichten über Kabinettsveränderungen in Rumänien. Diese Nachrichten sind mit Vorsicht aufzunehmen. Ein konservatives Ministerium, wovon auch schon die Rede gewesen ist, kommt z. B gar nicht in Betracht. Denn die Liberalen haben über zwei Drittel der Majorität in der Kammer. Und Nest, wählen stehen nicht bevor. Aber auch die Liste neuer liberaler Minister ist sehr unzuverlässig. Sie beruht auf blaßen Kombinationen von Gruppenführern der Ltberaleu. Gewisse Liberale glauben, die bisherigen Minister seien nun lange genug am Ruder. Da wäre ein Wechsel ganz gut. Manche von den genannten Zukunftsminister« sind höchst un­wahrscheinlich. So könnte A n g e l e s c u, der als Minister deS Auswärtigen genannt worden ist, unmöglich unter Bratianu einen Platz einnetzmen. Denn er verfolgt eins ganz andere Politik als Bratianu. In jedem Falle, so er­fahren wir sehr zuverlässig aus diplomatischen Kreisen, wird die auswärtige Politik der rumänischen Regierung nicht veränd ert werden. Rumänien wird seine Neutrali­tät unbedingt aukrcchtrrhalten. Daran werden alle Drohungen Rußlands nichts ändern. — Augen­blicklich wird das früher gekaufte vorjährig e G e - treide ans Rumänien nach Deuffchland befördert. Wegen Ankaufs diesjährigen Getreides wird weiter verhandelt. Sollte etwa Eostinesru aus dem Kabinett auSscherden, was noch nicht sicher ist, so würde natürlich die rumänische Wirtschaftspolitik bedeutend deutschfreundlicher werden. Dre rumänische Kammer tritt demnächst zusammen. Da wird sich endgültig zeigen, ob und welche Bcrändrrungen .m Kabinett eintrcten werden. #

Italiens 3ug nach kllbanien.

Warnung vor einer Kräftezersplitterung. w t -B Bern, 26. Nov. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Messaqpero" beschäftigt sich mft dm italtomschen Aktion auf dom Balkan und schreibt: Anscheinend wird sich Jtalvm auf Manien beschränken, weil dt? Bulgaren und Griechen daraiff Absicht hätten. Da ein italienisches Expeditionskorps nach Albanien ein Fünffaches an Anstrengungen verlangje als e»n gleiches Korps cm der italienffchen Grenze koste, vor allem Ä»er etnen ungeheuren Troß erfordere, so könne der Truppenkörper für Albanien nicht sehr zahlreich sein, jtt einem anderen Artikel entwickelt der ehemalige Abgeordnete Ciraole den gleichen Gedanken. Italien dürfe seine Kräs-te nicht verzetteln. Es dürfe zwar nicht aus dem Orient bleiben, müsse aber die Ausdehnung seiner Orient- expedition auf Grund seiner Bedürfnisse an der Jsonzoftont bestimmen.

Die letzten Nachrichten aus Athen legen die Vermutung nahe, daß der Vierverband sich in dmen Tagen eines diplomatischen Erfolges über das Kabmet. SkuludiS rühmen wird, weil es den von Kitchcner nicht in Form eines Uliimatums überbrachten Wunschzettel in allen Punkten, wenn auch wahrscheinlich imt Vor-

Riicheners Abfahrt von Athen nach Aegypten:

Br. Budapest, 26. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zons. Bln.) Aus Athen wird gemeldet: Kitchener ist nach Ägypten weitergereist.

vte Vorboten ernster Eretgniffe in Persien:

Zur Verhaftung des englischen Konsuls und indo-europäischen Oberinspektors.

Rotterdam, 26. Nov. (Zens. Bln.) Nachdem abermals 800 Kosaken zux Verstärkung der Garnison in Persisch. Hadaman anqekommen sind, teilt die emglffche Gesandt, schaft im Haag "dem Minister des Äußern über die Ver- Haftung deS englischen Konsuls in SchiraS mit: „Am

16. Nov. arretierte die pe-rsifcbe Gendarmerie plötzlich den, englischen Konsul in Schiras und den OberinspektLU