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Verlag Langgaffe 21

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Donnerstag, 25. November 1Ä15.

Kbend-Ausgabe.

Nr. 350« - 63. Jahrgang.

Die Kriegsbeute in Miirowitza und pristina

Insgesamt Gefangene und 25 Geschütze erbeutet.

vie Besetzung von versemünde. — vie Zahl der Gefangenen auf 759 Mann gestiegen.

Der Tagesbericht vom 25. November.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 25. Nov. (Amtlich.)

westlicher Kriegs,chauplatz.

Es hat sich nichts von Bedeutung ereignet.

Gestlicher Llriegsfcdauplatz.

Heeresgruppe des (deneralfeidmarsckalls von Krudenburg.

B c r s c m ü n d e ist fest in unserer Hand. Die Zahl der Gefangenen hat sich auf 9 Offiziere, 75V Mann, die Beute auf 3 Maschlnengewchre erhöht.

Bei den Heeresgruppen des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern und des Generals v. Linstngcn ist die Lage unverändert.

vaikankrirgssckaupiatz.

Bei M i t r o w i tz a wurden von Truppen der Armee Kocvetz etwa 10 000 Serben gefangen genommen und 19 Geschütze erbeutet. In den Kämpfen um P r i st i n a und an der Sitnica fielen 17 4VV Gefangene und 6 Geschütze in unsere Hand. Tie Beute an KriegSgerät und Vorräten ist erheblich.

Oberste Heereslertung.

Die Ereignisie »uf dem Dalkan.

Oer Sieg auf dem Kmsel eld.

Bis jetzt insgesamt 101 000 Serben gefangen.

Br. Wien, 25. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bin.) Aus dem Kricgspressequartier wird gemeldet: Mil der Ein­nahme von M i t r o w i tz a und P r i st i n a ist das letzte, noch in serbischen Händen befindliche Stück der Bahn Ucsküb- Mitrowitza in den Besitz der Verbündeten gebracht. Im End­kampf wurden 700 Gefangene eingebracht. Die Ge­samtzahl der von den Verbündeten gefangenen Serben ist auf 101 000 Mann gestiegen. Österreichisch-ungarische Kräfte der Armee Koevest, die Novibazar dnrchschritten, haben sich nach Süden gewandt, um gegen Montenegro wcitcr- zukämpfen; sie drängen die serbischen Formationen gegen die M o k r a - G r e n z b e r g e. Mit den gestrigen Erfolgen ist der Sieg in der Schlacht auf dem Amselfelde entschieden.

wachsende Deute.

Br. Wien, 25. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Mn.) Der Kriegsberichterstatter der „Neuen Fr. Presse" meldet vom serbischen Kriegsschauplatz: Die Beute der letzten Tage ver­mehrt sich immer noch. So wurde viel eingegrabenes Kupfer gefunden und auch eine Feldbäckerei, be° stehend aus 58 neuen, aus England stammenden Wagen. Auch ein Eisenbahnzug wurde erbeutet, der die Möbel König Peters und dessen Silberzeug ent­hielt.

Vie gesamte bulgarische Heeresmacht gegen das Ententeheer.

Br. Genf, 25. Noll. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Die Heeresleitung der Entente in Saloniki gibt Blättermeldun- gen zufolge bekannt, daß Bulgarien seine gesamte Hecrcs- macht nun gegen die englisch-französische Front konzentriere. Die von den Bulgaren bisher inncgehabten Stellungen wür­den nun von den Deutschen und Österreichern eingenommen werden.

vie französischen Befürchtungen um das Schicksal des Saioniker Expeditionskorps.

Wachsende Stimmen für Aufgabe des Unternehmens!

Br. Paris. 25. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Mn.) Die Pressestimmen, die die Aufgabe der Saloniker Expedition verlangen, mehren sich. Der „E c l a i r" schreibt: Alles rate dazu, eine W i ed c r e i n s ch i f f u n g des Expcd'iionskorps vorzuzichen, die früher oder später notwendig werden wird. Diese etwas demüti­gende Handlung werde noch durch den Stolz der Männer verzögert, die fürchteten, sich zu desavouieren und nicht lieber Schlimmeres abwehren, um das kleine Übel zu vermeiden.

Serbiens Hoffnung auf eins neue Offensive.

England wird seine Expedition fortsetzcn.

W. T.-B. Paris, 25. Nov. (Nichtamtlich.) Ein Mitglied der serbischen Regierung erklärte einem Bericht­erstatter des „Petit Journal" in Saloniki, datz Serbien be­absichtige. demnächst die Offensive wieder aufzu­nehmen, sobald die frmkzösifch-englischen Truppen in Maze-

donien stark genug sein würden. Asquith hat der serbischen Regierung telegraphisch den festen Entschluß Englands nut- geteilt, die Expedition fortzusetzen. Frankreich und England bereiteten aus dem Balkan Überraschungen vor. Man werde dies bald bestätigt sehen.

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Zerstörung eines französischen Kupferbergwerkes durch serbische Truppen.

Br. Budapest, 25. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Mn.) Der „Pesteir Lloyd" meldet aus Orsova: In den bekannten Kupferbergwerken von Bor in Nordserbien im Kreise I a j e - c a r, die einer französischen Gesellschaft gehören, haben die sich zurückziehenden serbischen Truppen unter Oberst Mrcic v a n d a l i sch gehaust. Blühende Unternehmungen im Wert von vielen Millionen sind nabezu vernichtet. Die Schätze sind durch Vernichtung der WasserhaltungD- maschinen und der Wasserleitungen unter Wasser gesetzt. Alle Vorräte an Erz und Betriebsmaterial vernichtet. Das Werk, das im nordöstlichen Bergland Serbiens liegt, ist durch die deutsche Etappenkommandantur besetzt, die mit einem Stab von Ingenieuren versuchen wird, die Grube, falls dies über­haupt möglich ist, wieder in Betrieb zu sehen.

Neue Lruppentransporte» Geschütz» und Munitionsladungen in Saloniki.

W. T.-B. Saloniki, 25. Nov. (Nichtamtlich. Ageuce Havas.) Bier Transportdampfer voll Truppe» sind gestern hier angekommen, fünf andere voll Munition, Flug­zeugen und Kraftwagen werden folgen. Die Beförderung großer Mengen Munition und Geschützen stach Monastir für die serbische Armee hat vorgestern begonnen. Ein Teil der serbischen Strcitkrüste in Albanien ist zur Verstärkung der den Katschanikpatz haltenden serbischen Truppen geschickt, wo die Bulgaren große Umgehungsbewcgungcn versuchen. Auf der nordöstlichen Front wurden vorgestern die Bulgaren zum drittenmal zurückgeworfen.

Französische Flugzeuge üben über Saloniki.

Vom Flugplatz Kuttschuet Karabo steigen täglich fran­zösische Flugzeuge (System Deoron) auf und kreisen über Saloniki. Zwischen Floco und Allatzin sollen jetzt neue Hangars errichtet und mit Flugzeugen aus Frankreich aus­gerüstet Werden.

Die Unsicherheit über die Gestaltung der Dinge in Griechenland.

Eine neue diplomatische Niederlage der Entente?

Br. Berlin, 25. Nov. (Eig. Drcchtbericht. Zeus. Bln.)' Auch der gestrige Tag brachte keine Lösung der griechischen Frage. Dies erweisen die widersprechenden Meldungen, die hierüber vorliegen. Während der „Voss. Ztg." nach einer Athener ,F! euter"-Mel­dung aus Amsterdam gedrahtet wird, die Minister hätten erklärt, datz die Lage sich aufzuklären be­ginne und 'datz die Ereignisse einen normalen Verlauf nähmen, ja datz die Forderungen der Verbündeten viel weniger drohend seien, als angenommen würde, erfährt das „B. T." int Gegensatz zur obigen Meldung aus Genf: Die Entente ist nmner noch ohne endgültigen Bescheid der griechischen Regierung über die Frage der eventuellen Entwaffnung ihrer Balkan­heere. Die Lage hat sich Pariser Meldungen aus Athen zufolge eher verschlechtert, und zwar durch den neu ausgetauchten Vorschlag Skuludis, die Entente­truppen sollten sich, falls sie auf griechisches Gebiet ge-: drängt werden, dort freiwillig jeder weiteren militärischen Aktion enthalten. Da_die En­tentediplomaten diesen Vorschlag als Versuch einer Ver­schleppung mischen, sei gestern der neüe ge me im same Schritt des Vierverbandes unter- uomrnen worden, in dem offenbar die sofortig« Zurückziehung der griechischen Armee aus der Salonikier Gegend verlangt wird.

In einem späteren Telegramm der „Voss. Zbg." aus Amsterdam heitzt es: „Daily Chronicle" erfährt aus

Athen: Nach zuverlässigen Informationen hätten der König und das Ministerium die Versicherung abge­geben, datz die serbischen uüd die englisch-französischen Streitkräfte von seiten Griechenlands in keiner Weise gefährdet seien, die griechische Regierung werde auch nicht zögern, ihre Truppen aus Ostmazedonien und Epirus zurückzuzichen, um alles Mißtrauen aus dem Wege zu räumen. Jetzt wird die Frage erwogen —- fährt der Berichterstatter fort —, welche Haltung Griechenland gegen die Deutschen und Bulgaren einnehmen müsse, wenn diese die grie­chische G r e n z e überschreiten und die Ver­bündeten gezwungen sein würden, zurückzugehen. Der „Deutschen Dagesztg." wiederum wird aus dem Haag gedrahtet: Nach Berichten aus London bleibt die Wendung der Dinge in Griechenland unsicher. Man befürchtet in der Dvwningstreet eine neue diplomatische Niederlage der Entente, da es seststeht, das Griechen­land an der Entwaffnung des übertretenden Ser- beniheeres unbedingt festhält. Die Entente besitze aber kein wirksames Mittel, nm Griechen­land ihren Willen aufzuzwingen, solange die ausgeschickten Ententetruppen als Geiseln dienen können. Auch Italiens zögernde Haltung lv-ird ungünstig beurteilt.

Nicht auszurottende englische Befürchtungen hinsichtlich Griechenlands.

Basel, 25. Nov. (Jens. Bln.) Aus London wird der „Neuen Zürcher Ztg." berichtet: Trotz halbamtlicher be­

ruhigender Mitteilungen fürchtet man den schlietzlichen Über­gang Griechenlands zu den Mittelmächten, sobald deren Truppen an der griechischen Grenze erscheinen.

Die griechische und belgische Neutralitäts­verletzung.

AuS dem Urteil eines dänischen Sozialistenblattes.

IV. T.-B. Kopenhagen, 25. Nov. (Nichtamtlich.) Inter-« effant ist die Stellungnahme einzelner dänischen Blätter- zur Verletzung der Neutralität Griechenlands durch die Alliierten. „Socialdemokraten" sagt: Es mutz ein eigentümliches Gefühl für die Belgier sein, die Entwick­lung der Verhältnisse in Griechenland zu beobachten, Belgien wollte sich gegen die seinerzeitige Neutralitätsverletzung selbst bis zum letzten Manne gegen eine Übermacht vertet- digen. Mit anderen Worten, Belgien wollte sich in einen Krieg eilvassen mit dem Lande, das zuerst seine Neu­tralität verletzte. Diese Auffassung ist in Wirklich­keit äußerst schwierig für einen kleinen neutralen Staat, denn es kann in diesem Falle, wie Belgien, wählen, aus welcher Seite es stehen will. Nun hat man zwar stark be­zweifelt, datz Belgien den gleichen verzweifelten Existenz­kampf begonnen hätte, wenn England und Frankreich cs ge* wesen wären, die zuerst seine Neutralität verletzt hätteU? , Aber jetzt ist GriechcnlmLS Neutralität vorletzt und k eine r!