Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener TsWstl.

Verlag Lavggafse 21 w „ ... „ «O

k-baltor^-lle grtffnftiS“ b,S 7 Uhr abtnbä. SÖOCfyeittlUfy ^ 9 * Bon 8 llhr"«°rgon° bis““ Uhr abends, außer Sonnt»»-.

vkz«»S-Prr«s für bribe Ansgaben: 70 Psg monatlich. M 2 — vierteljährlich durch de» Verlag Langaaffe bl. ohne Bringerlodn. M- S.— vierteljährlich durch alle beutichen Postanstalten, ausjchließlich Brsteb geld — Bezugs - Beste «ringen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- marchrmg iS. iowic die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Aus­gabestellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingan die betreffenden Tagblatt-Träger,

Angela

mittags

„Tagblatt-Haus" Nr, 6650-53.

Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntag».

Anzeigen: 30 Big. für alle auswärtigen Anzeigen, i au. i»i «ui>w i“.

Reü-men. S-nze. halbe, driltel und viertel Seiten, durchlausend, nach br!°nder-r B---chnung, - Bei. wiederholter Austiahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entiprechendrr Rachiag,

en»uuaLme: Sür die AbeudMusg, bi« tb llhr N„li„„Schriftleituug des Wiesbadener Tagblatts: Berlin^'., P,tsd«merStr.121L. Fenlspr.: Amt Liitzow 6202 u. 6203. Tagen und ' P?ä^eii E^knn? Gewä^ubmiommm.

mittags, für die Morgen-Ausg, bis 3 Uhr nachmittags.

Donnerstag» 25. November 1915.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 549. - 65. Jahrgang.

pristina und rnitrowitza genommen!

700 Gefangene, 2 Maschinengewehre südöstlich Riga, 30 Gefangene» 3 Maschinengewehre bei CzartorqsK. — vie Fortschritte in Serbien. — vie Sitnica westlich von pristina schon erreicht.

Oer Tagesbericht vom 24. November.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 24. Nov. (Amtlich.)

westlicher Rrßegsichauplatz.

Keine wesentliche« Ereignisse.

Der englische Oberbefehlshaber hat versucht, die amtliche deutsche Richtigstellung, daß alle bei den Kämpfen um Loos am 8. Oktober beteiligten Truppen nicht, wie' von englischer Seite behauptet, 7- bis 8900, sondern 763 Mann verloren haben, anzu- ßweisrln. Wir haben auf ein solches Unterfangen nichts zu erwidern.

Gestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschavs von Hinvenburg.

Südöstlich von Riga fielen bei einem Vorstoß aus Bersemünde, der die Russen vorübergehend aus dem Orte vertrieb, 6 Offiziere, 700 Mann gefangen in unsere Hand; 2 Maschinengewehre wurden erbeutet.

Ein vorgeschobener Posten in I a n o p o l (nördlich von Jlluxt) mußte sich vor einem russischen Angriff zurückziehen; durch Gegenangriff wurde das Gehöft wieder genommen.

yeeresgruppe des Generalfeldmarschaüs

Prinz Leopold von Bayern.

Die Lage ist unverändert.

Heeresgruppe des Generals von Linsingen.

Vorstöße russischer Abteilungen m>rdöstlich von Czartorysk und bei Dub iszcze (nördlich der Eisenbahn Kowel-Rowno) wurden ab ge­wiesen; 50 Gefangene und 3 Maschinengewehre wurden eingebracht.

valkanbriegsschauplatz»

Mitrowitza ist von österreichisch-ungarischen, Pristina von deutschen Truppen genommen. Die Serben sind westlich von Pristina über die Sitnica zurückgeworfen. Oberste Heeresleitung.

«-

Klle italienischen Angriffe wieder blutig ab­gewiesen. — Der Uebergang auf das Südufer des Lim bei priboj erkämpft. — Südlich Novi- bazar gegen die montenegrinische Grenze. — vie Einnahme von pristina und Mitrowitza.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht-

W. T.-B. Wien, 24. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 24. November, mittags:

Russischer Rriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Italienischer Rriegsschauplatz»

Der Görzer Brückenkopf stand zwar auch gestern unter lebhaftem Geschütz- und Mincnwerfcrfeucr. In den Jnfauterickämpfen trat jedoch eine Pause ein, da die Italiener nicht «»griffen. Um so erbitter­ter wurde beiderseits des Monte San Michele gerungen. Nördlich des Berges drangen starke italienische Kräfte nachmittags in unsere Stellung ein. Steirische Infanterie und H o n v e d schritten ;um Gegenangriff und warfen den Feind nach wechsel- vollen wütende« Nahkämpfen vollständig zurück. Mehrere Angriffe auf den Monte San Michele selbst und im Raume von San Martina wur­den unter s ch w e r st e n Verlusten der Italiener abgewiesen. Angriffsversuche gegen unsere Stel­lungen auf dem Monte dei sei Busi sofort durch Feuer erstickt. Gegen die Straßensperre bei Z a g o r a warf der Gegner schwere Mincnwcrfer- bomben, die giftige Gase enthielten. An der Tiroler Südfront wurde der Bahnhof und der alte Stadtteil von Riva wieder beschossen. Einer unserer Flieger belegte Baracken und Magazine von Ala mit Bomben.

Südöstlicher Rriegsschauplatz«

An der oberen Drina verlief der Tag ruhig. Bei Priboj haben sich unsere Truppen den Über­gang auf das Südufer des Lim erkämpft. Süd­wärts von Novibazar dringen k. und k. Streit­kräfte gegen die montenegrinische Grenze vor. Die durch das I b a r t a l vorgehenden österreichisch- ungarischen Truppen warfen unter heftigen Kämpfen den Feind aus seinen Stellungen nordöstlich von Mitrowitza und rückten in diese Stadt ein. Sie nahmen 70 0 Mann, unter ihnen 4 Offiziere, ge­fangen. Auch Pristina ist den Serben ent­rissen worden. Eine deutsche Kolonne drang von Norden her ein, eine bulgarische folgte von Osten.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Fcldmarschallentnant.

Der amtliche bulgarische Bericht vom 22. November.

Reiche Beute, viel Gefangene.

W. T.-B. Sofia, 24. Nov. (Nichtamtlich. Draht­bericht.) Amtlicher Bericht über die Operationen vom 22 . November: Die Kämpfe dauern in der Ebene von K o s s o w o an. Wir erbeuteten 6 Schnellfeuer- Haubitzen, 2 Schncllfcuerfeldgeschütze, eine Menge Munition und Kriegsmaterial und machten eine große Anzahl von Gefange­nen. Ans den übrigen Fronten keine Veränderung. Französische Gefangene erzählen, Offiziere haben ihnen versichert, daß sich in der bulgarischen Armee aus Men­schenfressern zusammengesetzte Gruppen befinden. Am 19. November brachten unsere Truppen von drei Feredschik überfliegenden feindlichen Wasserflugzeugen eines zum A b st u r z, das zwischen den Armeen der unteren Maritza niederste!, wo es verbrannte.

wie die serbische 5lrmee ihrem Schicksal zu entgehen sucht.

Eine Umgruppierung der Hecrestcile. Die besten Truppen mit den aktiven Offizieren nach dem Süden bestimmt?

Br. Budapest, 24. Nov. (Eig. Draihtbericht. Zens. Bln.) Ter Kriegsberichterstatter des „Pester Lloyd" bei der Mackensen-Armee meldet seinem Blatt: Um die Kapitulation oder Umzingelung der serbi­schen Armee, was eine handgreifliche Beendigung des serbischen Krieges bedeuten würde, zu vermei­den, haben die Serben, wie manche Anzeichen beweisen, ihre b esten Truppen in neue Formationen zu- sammengezogen, wo sie einen neuen Führer er­halten haben. Aus diesen Formationen wurden die Soldaten der dritten Linie herausgenommen und die S t u rm truppen mit aktiven Offizieren nach dem Süden geschickt. Infanterie der dritten Linie hat die Aufgabe, den Rückzug zu decken. Aber es herrscht schon eine Verwirrung unter ihnen, die einer Panik gleich ist. Es wurde festgestellt, >daß die Tr uppenkomm« n dant en geflüchtet sind und daß sie den Offizieren bekannt gegeben haben, jeder möge sich retten, wie er könne. Fhieger haben feftgestellt, daß Mischen Pristina und Prizrend große Trainkolonnen stehen, welche die Nachhuten entsprechend versorgen können. Es wird betont, daß sich unter den zuletzt Gefangenen kein aktiver Offizier befindet, was die Meldung von der Umgrup­pierung der serbischen Armee bestätigen würde.

vie erschreckende Lage im Bezirk des * Rmfelfeldes.

Br. Rotterdam, 24. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) „Daily Telegraph" bringt /inen Bericht vom Montag aus Saloniki, wonach ein serbischer Gene­ra l st a b s o s f i z i e r, der am 15. ^November die Kossowo-Ebene verlassen hat, eine Entsetzen er­regende Schilderung des Trauerspieles, welches sich in dem Bezirk von Kossowo abspielt, gibt. Rund die Hälfte der Bevölkerung Altserbiens sucht dort Zuflucht; cs herrscht dort bereits die furcht­barste Hungersnot mit all ihren Schrecken. Der größte Teil der Flüchtlinge ist ohne Schutz und N a h r u n g, der U n b i l l des strengen Winters ausgesctzt. Es sei u n m ö g l i ch, nach Albanien zu kommen, weil die Verhältnisse, wenn sie schon vor zwei

Wochen sehr ungünstig waren, sich immer weiter verschlimmert haben. Diejenigen, welche es den­noch wagen, die schreckliche Reise nach Albanien auzu- treten, müssen dies zu Fuß und mit leerem Magen tun. Der Rückzug nach Monastir sei ebenso versch-ko ssen. Seitdem Antivari von der Außenwelt abgeschlossen worden ist, herrscht auch dort Nahrnngsmittclnot.

Genera! Bojadjeff über die Lage.

Budapest, 24. Nov. (Zens. Bln.) Der „Pester Lloyd" veröffentlicht eine Unterredung seines Spezialkorrespondenten mit dem Kommandanten der ersten bulgarische Armee, General Bojadjefs, der u. a. ausführte: Der Feind steht im Raume zwischen Novibazar, Pristina, Bolje und Prizrend. Er hat nur noch die Möglichkeit, auf fcht ungangbaren Wegen nach Montenegro und Albanien zu flüchten. Die serbische Armee im wahren Sinne des Wortes existiert nicht mehr. Es gibt nur noch geschlagene Gruppen, meist ohne Offiziere und Unteroffiziere, die umherirren und ihre Waffen weg­werfen, wenn sich ihnen die Gelegenheit bietet. Es handelt sich eher um Flüchtlinge als um Soldaten. Me Moral der serbischen Truppen ist gänzlich geschwunden. Der größte Teil von ihnen erklärte nach Gefangenenaussagen, sie wollten nicht im fremden Lande kämpfen. Überall zeigen sich Anzeichen von Auflösung der serbischen Kräfte. Die zweite bulgarische Armee, die in Mazedonien operiert, steht auf der Linie Rancovee-Kuratm-Robawatz-Cebintze-Zegotsche. Sie schließt alle nach Mazedonien führenden Straßen. General Bojadjeff sprach die Hoffnung aus, daß er in ganz kurzer Zeit die ser­bische Armee, die anfänglich noch 200 000 Momn zählte, niederringen werde, wie er dann bald ohne große Krast- anstrengung mit den Ententetruppen fertig zu wer­den gelviß sei. Bon einem ernstlichen Widerstande bei der serbischen Armee könne, so meinte bet General, nicht mehr die Rede sein. Auch aus Neuserbien müßten die Serben höchstens nach einem Monat vollständig hinwusgejagt sein.

Das Leben in Nisch.

Budapest, 24. Nov. (Zens. Bln.) Das Leben in Nisch geht, wie aus Sofia berichtet wird, wieder seinen gewöhnlichen Gang. Außer den Borftvötshänsern hat die Stadt durch den Kampf kaum gelitten.

Röntg Peter geht nach Eetttnje.

Ar. Budapest, 24. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Wie der Sofioter „Kampana" aus Saloniki berichtet wird, nahm König Peter die Einladung König NikitaS von Mon­tenegro, noch C e t t i n j e überzusiedeln, an. Die Minister werden den Serbenkönig begleiten. König Peter wird un­geachtet des Verlustes seines Landes dieses nach belgischem Muster von einem verbündeten Lande aus weiterregieren.

Verproviantierung der Serben durch die Entente.

W. T.-B. London, 24. Nov. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Im Unterhause teilte Grey mit, es werde alles Mögliche getan, um die Serben vor dem Hunger zu schützen. Die britische Regierung suche im Verein mit ihren Verbündeten so schnell wie .mög­lich genügende Mengen von Nahrungsmitteln herbeizuschaffen.

Verleumdungen gegen die Bulgaren wie gegen die Deutschen.

Eine bulgarische Richtigstellung.

W.T.-B. Sofia, 24. Nov. (Nichtamtlich. Drahtbericht. Meldung der Bulgarischen Telegraphen - Agentur.) Me Mütter besprechen mit Entrüstung die von den Serben oder ihren Fveunden über die Haltung der bulgarischen Truppen bei den Operationen in Serbien verbreiteten Beschuldigungen. Diese Beschuldigungen erwecken in der bulgarischen Öffent­lichkeit, die nicht begreift, daß man in diesem Maße die Wahrheit entstellen kann, das Gefühl allge­meiner Empörung. Weit entfernt davon, daß die bul­garischen Truppen Grausamkeiten begangen haben, find es im Gegenteil die Serben, die fast überall eine nieder­trächtige Haltung an den Tag legten. So hoben sie die Hände oder schwenkten weiße Fahnen und gaben damit zu verstehen, daß sie sich ergeben wollten, und dann, als die bul­garischen Soldaten aus Mitleid mit ihrem Schicksal sich ihnen näherten, griffen sie wieder zu den Waffen und begannen zu schießen. In anderen Fällen haben entwaffnete serbische Gefangene aus ihren Taschen Revolver oder Bomben ge­zogen und töteten diejenigen, die ihnen das Leben ließen. Eine beträchtliche Anzahl solcher Fälle ließ sich anfzählen. Manchmal ist es vorgekommep, daß sich unsere Truppen bei ihrem Einzug in eine scheinbar geräumte Sürdt plötzlich von Feinden überfallen sahen, die in den Häusern ver­borgen waren, die die Bulgaren schonen wollten, um nicht unnützerweise die Verwüstungen des Krieges zu ver­größern und um nicht die unglückliche Bevölkerung leiden zu lassen. Die Bereisung der eroberten Gebiete würde genügen, um die Haltlosigkeit derartiger Anschuldigungen zst