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Verlag Lauggasse 21

„Tagblan-HauS".

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12 Ausgaben.

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..Tagbtatt-H«-»" Nr. 6K5g-5S.

Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends au her Sonntags.

ReNamen. "«anze/halb" bükiel'Iind"vieAcl"'Seiten. 'durchlaüfend. nach belonderer Berechnung ^ei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwffchenraumen enttvrcchender Nachlaß.

w«t»gs"ür^dieMorgen-Ausg^bis^gÄr^uachmittag^ BerlinerSchristleitungdesWiesbadenerTagblatts: Berlin yy., PotsdamerStr.121L. Fernspr.: AmtLützow 6202».6203. Tagen'und^'Bläßen wi!-d k-WsmMbnnömmn"

Nr. 544. . 63. Jahrgang.

Montag, 22. November 1915.

klbenö-Ausgabe.

v«r Austritt in das Labtal erzwungen.

Abermals erhöhte feindliche ArtiAerietätigKelt auf der Westfront. — Ein russischer Vorstotz amtttrchhos vonIlluxt abgewiesen.— Serbische Nachhuten bei Locaniea zurückgeworfen. — weitere 2600 Gefangene, 6 Geschütze und 4 Ma­schinengewehre erbeutet.— Reiche Geschützbeute in Novibazar.

Der Tagesbericht vom 22. November.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 22. Nov. (Amtlich.)

westlicher Urkegsfchauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

Die feindliche 'Artillerie zeigte lebhafte Tätig­keit in der Champagne, zwischen Maas und Mosel und östlich von L u n e v i l l e.

Westlicher Rrkegr?ckauplatz.

Ein schwacher russischer Vorstoß gegen den Kirchhof von Jlluxt (nordwestlich von Tünaburg) wurde a b g e w i c s e n.

Sonst ist die Lage unverändert.

valkankriegsschauplatz.

Bei Locanica (im Jbartal) wurden serbische 'Nachhuten zurückgcworfcn. Der Austritt in das Labtal ist beiderseits von Podujevo erzwungen. Gestern wurden über 2660 Gefangene gemacht, 6 Geschütze, 4 Maschinengewehre und zahlreiches Kriegs­gerät erbeutet. Im Arsenal von Novibazar fielen 50 große Mörser und 8 Geschütze älterer Fertigung in unsere Hand. Oberste Heeresleitung.

Die Ereignisse auf dem Balkan.

Oer serbische Rückzug in Südmazedonier.

Sr. Rotterdam, 22. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Mn., In englischen Blättermeldnngcn wird die serbische Division Waffitsch als .erledigt betrachtet. Die Überreste sind nach Monastir (?) geflüchtet; sie solle« nur noch über 7 ver­altete Geschütze verfügen. Die Überstürzung der Ereignisse erzeugt in London gewisses Unbehagen, da man meinte, daß der Rückzug der Serben nach Griechenland schon stalt- finden könne, bevor über die Haltung Griechenlands Ge­wißheit herrscht.

Oer immer enger werdende Halbkreis um pristina.

Die Montenegriner südlich des Lim geworfen.

Sr. Berlin, 22. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bin.)' Leonhard Adelt meldet dem „B. T." aus dem Kriegs- pressequartier vom 21. d. M.: Die Montenegriner, die sich bisher noch in einer zweiten Verteidigungslinie südlich des L i m halten konnten, wurde» durch einen Angriff bei M e d j e g j a geworfen und unter Mitwirkung eines Panzerzugs in die Wälder des Goles gedrängt. Mit der Besetzung von Novibazar durch deutsche Truppen fiel der ehemalige Sandschak Novibazar fast vollends in die Hand der Verbündeten und der Kampf geht nun in die Zu­gänge zum Amselfeld mit seinem Hauptort Pristina. Hier leisten die Serben zähesten Wider st and und das Vordringen der verbündeten Truppen vollzieht sich nur unter e r b i t t e r t e n K ä m p f e n, die fast ' überall bis zum Handgemenge führen. Es scheint, als wollten es die Serben abermals auf eine Berzweiflungsschlacht auf dem Kossovo Poljc ankommen lassen, denn sic ver­suchen mit allen Mitteln, ihre zermürbten und weichenden Regimenter znm Ausharren zu bewegen. Selbst die brutale Beredsamkeit der Kanonen, die auf zurückgchende eigene Kolonnen schießen, fehlt dabei nicht, dennoch schließt sich der Halbkreis immer enger um Pristina.

Ein heldenhafter, aber nutzloser widerstand.

Sämtliche serbische Angriffe bei Pristina abgewiesen.

I*. Berlin. 22. Nov. (Eig. Meldung. Jens. Bin.) Der heldenhafte Widerstand der Serben, der so ganz nutzlos ist, äußert sich in den letzten K r a f t a n st r e n g u n g e u. Östlich und südöstlich Pristina setzten heftige serbische An­griffe ein, die sämtlich von unseren Truppen abgewiesen wurden.

Griechenland beordert feine Truppen längs der ferbifcken Grenze.

Br. Budapest, 22. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zenf. Bln.) ,,A Bilag" meldet nach dem „B. T." aus Saloniki: Als eine Folge des in den letzten Tagen stattgefundenen Kronrates hat die griechische Regierung «»geordnet, daß die in den Gar­nisonen Kukusz, Genidgc» Wardar und Gnogina zusammenge­zogenen griechischen Truppen an der Grenze gegen Ser­bien Vorgehen sollen und sich entlang der Grenze zur Be­setzung des Florina-Militärdistriktes aufstellcn sollen. Das Militärkommando in Florina hat zur Verteidigung der grie­chischen Grenze die notwendigen Maßnahmen getroffen.

Der serbische Generalstab in prizrend an der albanischen Grenze.

Berlin, 22. Nov. (Jens. Bln.) Der serbische G e n e r a l st a b soll sich nach Genfer Blättermeldungen auf dem Rückzug durch die Berge in Prizrend befinden, wo bereits die Regierung eingetroffen ist.

Rus Saloniki.

Die Franzosen richten sich auf die Tauer ein. — Der.

Mißmut der Franzosen gegen die Engländer.

Br. Sofia, 22. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Eine aus Saloniki eingetrofsene wohlinformierte Per­sönlichkeit schildert die gegenwärtigen dortigen Verhält­nisse wie folgt: Ich verkehrte mit Engländern, Fran­zosen nnd Griechen. Die Engländer, die bisher 17 000 Mann landeten, werden keine neuen Truppen schicken, sondern ihre Kräfte zum Schutze Ägyptens auf­bieten, voraussichtlich auch Truppen für Gallipoli verwenden, wo Kitchener eine Musterung vor- n oh men wird. Die Franzosen landeten bisher 110000 DLann und beabsichtigen, nach und nach weitere 100 000 auszuschiffen. Seit 10 Tagen trafen keiner­lei Verstärkungen ein. Die Engländer und Franzosen, die in Saloniki sogar eine eigene Zeitung drucken, scheinen Saloniki nicht mehr aufgeben zu wollen. Einer italienischen Baufirma, die bereits einen Vorschuß von 4 Millionen Franken in Gold erhiolt, wurde von den Franzosen ein Kasernenbau übertragen. Sämtliche Kriegs­lastwagen, welche die Engländer bereitstellen, tragen das Zeichen des Roten Kreuzes. Im Hafen lagen am Freitag ungefähr 20 große Überseedampfer und 6 Hospitalschiffe, auf die nachts unbemerkt zahlreiche Verwundete, bisher über 3000 Franzosen, gebracht wurden. Die Zahl, der Toten muß nach den Schilderungen der Verwundeten ungeheuer sein, da die Bulgaren schonungslos Vorgehen. Der M i ß m u t der Franzosen gegen die Engländer ist noch größer als jener der Griechen gegen die Engländer und Franzosen, llnnnterbrochen treffen Tausende fliehender Serben ein. Es herrscht große Teuerung, aber keine Not.

Mehr als 100 000 Landungstruppen in Saloniki eingstroffen.

Die schweren Verluste der Franzosen.

Sofia, 22. Nov. (Zens. Mn.) Nach Meldungen auZ Saloniki landeten bis zum 15. November 100 000 englisch-französische Truppen in Saloniki. Am 17. November

wurden 2000 schwerverwundete Franzosen nach Saloniki ver­bracht. Trotz der strengen Zensur kommen äußerst ungünstige Nachrichten von der mazedonischen Front nach Saloniki. Täglich treffen Züge mit Verwundeten ein, was ein sicheres Anzeichen für schwere Verluste der Franzosen ist. Um die Stimmung zu heben, geben die Engländer in Saloniki eure Zeitung unter dem Tttel „Balkan News" heraus.

Das verlangen der Ententemächte gegenüber Griechenland.

Rotterdam, 22. Nov. (Zeus. Bln.) Der Eindruck der Mit­teilung, daß die Entente die wirtschaftliche und kommerzielle Unterbindung Griechenlands durch eine Blockade beschlossen hätte, soll Londoner und italienischen Blättern zufolge in Achen außerordentlich sein. Der griechische Ministerrat habe bis 3 Uhr nachts beraten. Der „Corriere della Sera" erfährt aus London: Die Verbündeten ersuchten Griechenland um sofortigen Kriegseintritt oder sofortige Demobilisierung. Cochin, über seine Mission befragt, erklärte jedoch laut der Athener Meldung des „Secolo", Grie­chenland scheine seine wohlwollende Neutralität gegen die Ententemächte beizubehalten. Die Verbündeten könnten militärisch nicht auf Griechenland zählen, sondern müßten sich auf die eigene Kraft verlassen, die bedeutend werde, ohne die militärrschen Operationen auf anderen Fronten zu schwächer:. Möglicherweise werde der Krieg nack) Klein­asien hinüberspieleir. Der Londoner Mitarbeiter des „Secolo" bestätigt, Griechenland sei für die Sache der Ver­bündeten verloren. Schwierig sei vorauszusehen, was nitii geschehe. Jedenfalls würden die Serben nicht im Stüh gelassen. Die Gri>echen blieben nicht ungestraft.

Eochins Besprechungen mit RSnig Konstantin.

Tic Frage der Entwaffnung übertretender Serben. — König Konstantins Erwägungen.

Rotterdam, 22. Nov. (Zeits. Bln.) Laut einer Meldung der „Central News" aus B u k a r e st wurde in der Beratung zwischen König Konstantin und dem französischen Ab­geordneten Denys Cochin über die Frage der Entwaff- nung der serbischen Streitkräfte verhandelt,

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