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Verlag Langgaffe 21

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mm°gb°w??üM°rgeRmrg^ Berliner Schriftleitung des WiesbadenerTagblatts: Berlin Vf., Potsdamer Str.121 K. Fernspr.: Amt Liitzow 6202 a. 6203. ffwirtS eroä6rül^ t imm^!

Samstag. 20. November 1913.

klbend-Kusgabe.

Nr. 542. . 63. Jahrgang.

Die deutschen Truppen nurnechSS Um. vor Pristina.

KutzerSjeniea und Kaska jetzt auch Nova varos besetzt. Prepolac südlich Nursumlija erreicht. 2800 Serben gefangen.

Oer Tagesbericht vom 20. November.

W. T.-B. Großes Hauptauartier, 20. Nov.

(Amtlich.)

westlicher Urlegsschauplatz.

Feindliche Mouitore, die West ende beschossen» zogen sich vor dem Feuer unserer Küstenbatterieu wieder zurück.

An der Front stellenweise lebhafte Artillerie-, Minen- und Handgranatenkämpfe.

Gestlicher Kriegsschauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

valkanbriegrschauplatz.

Nova Varos, Sjenica und R a s k a sind be­setzt, im Jbartale ist Dren, östlich des Kopaonik ist Prepolac erreicht. 28Ü0 Serben wurden gefan­gen genommen, 4 Geschütze erbeutet.

Oberste Heeresleitung.

-o

Glänzende bulgari'che Er^ol^e.

Die Flucht der Franzosen südlich VeleS. Prilep, Gostiwar und Gilani eingenommen. Monastir bedroht. 15 bis 18 Kilometer vor Pristina. Reiche Beute.

W. T.-B. Sofia, 19. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 18. November: Die Operationen auf allen Fronten entwickeln sich mit großem Ersolg für uns weiter fort. Unsere Armeen, die überall Vordringen, haben heute folgende Ergebnisse erzielt: Nach dem französischen Rückzug von der Front Gradscko - Nikodim, südlich Veles und jenseits der Cerna. einem Rückzug, bei welchem die fran­zösischen Soldaten ihre Gewehre und Ausrüstungen Weg­warten, nahmen unsere Truppen heute durch einen kühnen Frontalangriff Sonicka - Glava, einen wichtigen strate­gischen Punkt, ein, den Paß der Babuna - Planina an der Straße Bcles-Prilep. Die Besitznahme dieses Passes öffnet unseren Truppen die Tore von Prilep und M o n a st i r. Unsere Abteilungen besetzten heute Prilep. Unsere Truppen, die in der Gegend von T e t o v o (KaKan- delcn) operierten, sind heute gegen Süden vorgedrungen; sie schlugen die Serben und besetzten G o st i w a r, von wo aus. sie den Feind in Richtung K i sch ew o verfolgen. Die bulgarischen Kolonnen, die auf der Front K a t s ch a n i k - Gilani - Kopiliak - Berg mit allgemeiner Richtung Gilani-Pristina operierten, durchbrachen die Rückzugsbr- wcgung des serbischen Zentrums und eroberten Gilani. Unsere Abteilungen befinden sich heute w e st l i ch dieser Stadt in einer Entfernung von 15 bis 18 Kilometer von P r i st i n a. Wir machten 200» Gefangene und erbeuteten 18 Geschütze, 2» Munitionswagen, 2000 Gewehre und zahlreiches sonstiges Kriegsmaterial. Unsere Armee, die im Abschnitt zwischen der früheren türkisch-serbischen Grenze, in der Gegend von L e s c o v a c, operiert, ist den Garben auf den Fersen und bedrängt sie in nächster Nähe. Sie erreichte die Liefe ErhaneSke Planina, Höhe 1128 Dorf Radiwalac, Kopiliak- Bcrg, machte 300 Gefangene und erbeutete eine Batterie von vier Geschützen mit Bespannung sowie zahlreiches Pionier- material. Unter der Brücke von Alcxandrovac entdeckten wir 13 Geschütze, die die Serben in die Äkorawa geworfen, hatten.

vor der KntiS'eidunq in Serbien.

Die Flucht nach Montenegro. Das Vorrücken gegen Pristina. Die wachsende Beute von Kraljewo.

Berlin, 20. Nov. (Zens. Bln.) Alle Blätter betrachten die Entscheidung in Serbien als bevorstehend. DerB. L.-A." berichtet: Dir Schleier von den militärischen Vorgängen in Serbien fallen. Vor uns entrollt sich das Bild eines groß angelegten und seit Tagen unter den schwierigsten Ver­hältnissen in der Durchführung begriffenen Angriffes auf die noch im Feld befindlichen feindlichen Streitkräfte. Die Ereignisie steigern sich mit unheimlicher Wucht in dem Maße, als sie von der bosnischen Grenze durch den Sandschak über die Grenzwälle des Amselfeldcs nach dem Kosovopolje übergehen. Zum Eindringen der k. k. Streitkrüfte in mehreren Kolonnen in den S a n d s ch a k heißt es in einem Bericht derVoss. Ztg.": Aus der vom Lim bis zum Jankow Kamen reichenden über 70 Kilometer breiten Front sind k. k. Streitkräfte in den Sandschak eingedrnngem Für die zahlreiche türkische Bevölkerung kommen sie als Be­freier und gleich bei dem Einzug in die erste eroberte Stadt des Sandschaks, Priüoj, fand ein begeisterder Empfang statt. In diesen Sandschakstädten gemahnt noch vieles cm die Zeit, da hier k. k. Militärbehörden residierten. Die Kasernen und anderen staatlichen Gebäude zeigen fast durchweg österreichisch­

ungarischen Zuschnitt. Die neu serbischen Türken haben die guten freundschaftlichen Beziehungen nicht_ vergessen. Die deutschen Verbände, so heißt es weffer, die über Kur- s u m l j a gegen P r i st i n a zm Marsche sind, haben V o r e l o und Rudare hinter sich gelassen und streben gegen d':e B r v e n i c a. Die Annäherung der Bulgaren an Pristina ist für den Rückzug dieser von den Deutschen zurück- gedrängten serbischen Formationen bedrohlich. In der Deutschen Tagesztz." heißt es: Es ist kaum mehr zweifel­

haft, daß die Serben an keinen Widerstand mehr denken, daß sie sich insbesondere entgegen der Annahme von früher keine befestigte Stellung mehr Vorbehalten haben, wo sie bis zum Eintreffen ihrer Verbündeten aus- halten könnten. Sie scheinen nur noch auf Rettung in der F l u ch t n a ch M o n t e n e g r o hin zu hoffen. Dem stellen sich aber die ungeheuren Schwierigkeiten des Ge­ländes, die schlechten Wege, die Hochgebirge und unser schnelles Dorff cken entgegen. Nach fast sommerlich hellen und warmen Tagen ist plötzlich der Winter hereingebrochen. Die B e n t e von Kraljewo ist über Erwarten groß und mehrt sich noch täglich. U. a. sind über 66 90» Liter Benzin, große Mengen Munition und Sprengmaterial und Scmitäts- material in solchen Mengen erbeutet worden, daß weitere Nachschübe aus der Heimat sich erübrigen.

vor vem Lall von Monastir.

Br. Lugano, 20. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.)

Magrini telegraphiert aus Monastir vom 16. Nov. an den Secolo: Der Fall von Monastir ist kurz bevor­

stehe nd. Oberst Wassiffch, der Kommandant der serbischen Südarmee, benachrichtigte die Konsuln des Vicrverbandes, daß er jede Verantwortung für ihr ferneres Verbleiben in Monastir ablehne. Die Konsuln erklärten^ Wir wünschen bis zum letzten Augenblick hier zu bleiben, worauf Waffits^ verzweifelt ausrief: Meine Herren, der letzte Augenblick ist zu unserem Unglück gekommen. Nach Magrini werden die Serben im Babunapaß durch zwei Jnfantcrieregimenter, die früher in Strumitza am Wardar standen, verstärkt, ferner durch 1000 Mann aus Diüra »nd 1500 Gendarmen. Sic) flehten die Franzosen dringend um Artillcricmunition an, aber vergebens. Die Kanonen mußten zurückgclaffen werden, nachdem sie unbrauchbar gemacht worden waren. Wahrschein­lich werden sich die serbischen Truppen in die Berge von Murikovo Lurückziehen. Die Wahrung der Interessen

der Untertanen Serbiens und des Bierverbandes wird von. den Konsuln Griechenlands und Rumäniens gemeinschaftlich übernommen.

Die Stadt ist jetzt ruhig, nachdem alle diejenigen, welche flüchte» wollten, sie verlassen haben. 200 Gendarmen sind jeder mit 4 bis 5 Handgranaten bewaffnet und etwa 6000 bulgarische Einwohner sind benachrichtigt worden, daß beim geringste» Aufstandsversuch die schärfsten Maßregeln gegen sie ergriffen werden.

Der Verzweiflungsakt des Vierverbandes auf dem Balkan.

Griechenland wird sich durch nichts von seiner Neutralität abbringen lassen. Auch in Rumänien haben alle feind­lichen Anstrengungen keinerlei Aussicht auf Erfolg mehr.

I-. Berlin, 20. Nov. (Eig. Meldung. Zens. Bln.) Athen und wohl auch Bukarest haben eine neue scharfe diplomatische Krisis durchzumachen gehabt und, wie unS scheinen will, die letzte- Mit Skuludis versuchten Eng­lands und Frankreichs Abgesandte einen Verzweiflungsakt. Die griechischen Getreide- und Kohlcnschiffe wurden taffächlich überall zurückgchalten, eine erste feindliche Handlung. Wäh­rend die Regierungsorgane in London und Paris verkün­deten, die Unterbrechung de: Handclsschisfahrt und drohende Aushungerung würden Griechenland in wenigen Tagen zur Vernunft bringen, cinpfing König Konstantin aufs höflichste den einst als Hellenenfreund geschätzten Denhs Cochin. Der König erwies damit wieder einmal die Vornehmheit seines Eharakters. denn die Schmähungen gegen seine Person und das Königshaus, die namentlich in der Pariser Presse eine« Grad von Wahnsinn erreicht haben, werden von demselben Ministerium geduldet, ja vielleicht gewünscht, dem Cochin angehört. Man gewinnt hier den Eindruck, daß kein Ultimatum helfen wird und daß Griechenlands Entschluß ge­faßt ist, sich durch nichts von seiner Neutralität abbringen und in den Balkanbankerott des Bierverbandes hincinreißen zn lassen. In Paris haben sich der Opposition Clemenceaus auch der Nationalisteniührcr Arrcs und der Senator Humbert angcschlosicn. DasJournal" veröffentlicht Telegramme seines Sonderberichterstatters Helsey aus Saloniki, die daS aanze Expeditionsunternehmen als ein gleichgültiges Verbrechen hinstcllen. Augenscheinlich von Sarrail selbst geschrieben, fordert Hclsehschleunigste Entsendung der v i e r- fachen Truppenmacht oder Abberufung des Landnngshceres,