Verlag Langgasie 21
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Donnerstag, 18. November, morgens.
1913.
2600 neue Gefangene in Serbien.
Fortschreitende Verfolgung im Gebirge.
Der Tagesbericht vom 17. November.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 17. Nov. <Amtlich?>
westlicher Rrtegsfchauplatz.
Abgesehen von Artillerie- und Minen- kämpfen an einzelnen Stellen der Front ist nichts '■an Bedeutung zu berichten.
Geftllcher Rriegrfckauplatz.
Russische Zerstörer beschossen gestern an der Nordspitze von Kurland Pctragge und dir Gegend süd- westlich davon. Sonst ist die Lage unverändert.
Salkankriegsschauplatz.
Die Verfolgung im Gebirge macht weitere gute Fortschritte. Tie Serben vermochten hier nirgends nennenswerten Aufenthalt zu bereiten, über 2000 Gefangene, 1 Maschinengewehr und 2 G c - schütze bliebe» in unserer Hand.
Oberste Heeresleitung.
$
Die Serben aus '
der stark verteidigten Se.irgssteAung nördlich Javor geworfen.
Brescia erfolgreich mit Bomben belegt. — Die letzten montenegrinischen Nachhuten an die montenegrinische Grenze zurückzeworfen. - vie deutschen Truppen einen halben Tagesmarsch von Raska entfernt.
O-r österreichisch-ungarische Tagesbericht.
W. T.-B. Wien, 17. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 17. November, mittags:
Russischer ttriegsfcharrplatz.
Nichts Neues.
Italienischer Rriegsschcmplatza
Gestern fanden im G ö r z i s che n keine größeren Jnfanterickömpfe statt. Auch die Tätigkeit der italie- Nischen Artillerie war im Vergleich zu den früheren Tagen bedeutend geringer. Die Lage ist an der ganzen Südwcstsrvnt »»verändert. Vorgestern 'belegte eines unserer Flugzeuggelchwadcr BreScia mit Bomben. Die Flieger konnten starke Brände beobachten. Alle Flugzeuge sind glatt gelandet.
Südöstlicher Liriegschauplatz,
Tie an der S an d sch a k grenz e kämpfenden k. und k. Truppen warfen die letzten montencgri- nischen Nachhuten über den Lim zurück. Die Verfolgung der Serben wird überall fortgesetzt. Die gegtn Sienica vordringende österreichisch-ungarische Kolonne warf den Feind aus seinen zäh verteidigten Gcüirgsstellungcn nördlich von I a v o r. Die d e u t- schcn Truppen des Generals v. Kocveß standen gestern abend einen halben Tagesmarsch von Raska entfernt. In K u r s u m l j a ist es zu Ortskämpfcn ge- kommen.
Ter Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs: v. Hofer, Feldmarschallentnant,
Die Ereignisse mif dem Balkan.
Tine österreich.. deutsche Flottille auf der Donau
Br- Amsterdam, 17. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bin.) Lie „TimeS" meldet aus Bukarest, daß in S h i st o w a eine isterreichisch - deutsche Flottille angekommen ist, rir T r a n s v o r t s ch i s f e mit Truppen und Munition bestehet. In Turn-Severin und Umgebung befinden sich 1200 serbische Flüchtlinge, denen die rumänischen Behörden Hilfe leisten.
Unwürdige Behandlung vonttriegsgefangenen der Serben.
Die Donaumonarchie droht mit Bergeltungsmaßregeln.
VV: T.-B. Wien, 17. Nov. (Nichtamtlich.) Die Polrtische Korrespondenz meldet: Schon kurze Zeit nach dem Beginn dev Offensive gegen Serbien wurde durch die Vermittlung des
amerikanischen Gesandten in Bukarest und in Athen bte ernsteste Aufmerksamkeit der serbischen Regierung darauf gelenkt, daß jede den nt serbische Kriegsgefangenschaft geratenen österreichisch - ungarischen Heeresangehörigen sowie den in Serbien zurückgehaltenen Zivilpersonen zugefügte Unbill nicht nur an den in unserer Gefangenschaft befindlichen Heeresangehörigen, sondern auch an jenen serbischen behördlichen Organen, gegen die wir Anlaß haben könnten, sie dafür verantwortlich zu machen, durch entsprechende Gegenmaßnahmen vergolten werden würde. Diese Schritte wurden in den letzten Tagen in noch entschiedenerer Weise erneuert. Über die von der serbischen Armee bei ihrem Rückzug mitge- schleppten Kriegsgefangenen treffen immer mehr sich verdichtende betrübende Nachrichten und Gerüchte ein, die, falls deren Wahrheit in einwandfreier Weise festg-stellt werden sollte, die k. k. Regierung zwingen würden, unerbittlich mit den stärksten Repressalien vorzugehen.
Bulgarische Vorsichtsmaßnahmen.
W. T.-B- Sofia, 17. Nov. (Nichtamtlich. Agence Bulgare.' Nach dem Bombardement Varnas sah sich die bulgarische Regierung selbstverständlich veranlaßt, die Möglichkeit eines Angriffes russischer Donaudampfer oder Flugzeuge au' Rustschuk in Erwägung zu ziehen. Im Hinblick auf diese Möglichkeit ersuchte die bulgarische Regierung die r u m ä - nasche Negierung, Maßnahmen zu ergreifen, um alle Unglücksfälle und andere unerwünschte Folgen hintanzuhalten, di- sich au? einer Beschießung ergeben könnten, die aus Rustschuk rm Falle eines Angriffes auf die russische» An- grisfSm ittel gerichtet würde. In der Tat würden in Anbetracht der Breite des Donaustroms die Geschosse auf rumänisches Gebiet fallen, wo sie Unglücksfälle Hervorrufen würden.
Die neutrale bulgarisch-griechische Zone festgesetzt.
W. T.-B. Berlin, 17. Nov. (Nichtamtlich.) Die .Südslawische Korrespondenz" meldet au? Saloniki: Die bereits vor längerer Zeit von der griechischen und der bulgarischen ^3eece£lettun(j fcefcfiloFerte Errichtung einer neutralen gone zwischen beiden Armeen läng? der gemeinsamen Grenze ist nunmehr nach der Durchführung aller Vorarbei- ten in d, e Tat urnges etzt worden. Nachdem die Truppen schon seit geraumer Zeit in gleicher Entfernung von der Grenze gehalten worden waren; um allen Zwischenfällen vor- zeubeugen, ist jetzt das Abkommen in aller Form unterzeichnet worden. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Aufrechterhal- iung der guten Beziehungen zwischen Bulgarien und Grtechenland getan, den man hier mit sichtlicher Genugtuung begrüßt.
Zunehmende Spannung zwischen Engländern und Franzosen in Saloniki.
Br. Athen. 17. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bin.) Der in Saloniki weilende Berichterstatter des „Meon Asty" telegraphiert seinem Blatte, daß die Spannung zwischen dem englischen und französischen Generalstab in Saloaiki ständig z u n i m mt. Die Meinungsverschiedenheiten sind derart groß, daß nur eine Verständigung zwischen der englischen und französischen Regierung über die Verwendung der Landungstruppen ern weiteres Zusammenarbeiten ermöglichen kann.
Tic Not der Vikrverblwdsdipsomatie in Griech-nlant „ , Br> ® cnf ' 17 - Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bin.) Ei Athener Drahtbericht des Pariser „Petit Journal" schilde: die diplomatische Stellung des Vierverbands in Grii chenland als durchaus schwierig. Die Gesandten England und Frankreichs versuchten bisher vergebens, von de Athener Negierung e-ne unzweideutige Erklärung über di zerage der etwaigen Entwaffnung der Vierverband? truppen zu erlangen. Die Verhandlungen über die A n leihe wurden abgebrochen. Die griechische Regierung ei kannte selbst an, daß es bei der gegenwärtigen Spannun nicht am Platze wäre, die Vierverbandsmächte um finanziell Unterstützung anzugehen. Auch Fragen der P e r p f l e g u n und der D u r ch f u h r harren noch der diplomatischen Rege lung. Da sich zwischen Engländern und Griechen Zusain mcnstötze in Saloniki ereignet, verlangt der Vierverband Re gierungsmaßregeln zur Vermeidung weiterer Zwischenfälle.
90 griechische Dampfer in englifcken Höfen zurückgehalten.
W ' T ’®'. L°«don, 17. Nov. (Nichtamtlich. Draht bericht.) Die „Da,ly Mail" meldet, daß die britische; Behörden rn Liverpool und Newcastle 9 l griechische Dampfer zurückhalten.
Oer griechische Marineminister auf dem Wege nach Rom?
Br. Amsterdam, 17. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bin) Reuter meldet: Nach englischen Zeitungsberichten ist der griechische Marineminister Admiral v. K o n d u r i o t i s auf der Fahrt nach Rom in Neapel eingetroffen.
Geht Italien nach Albanien oder nicht?
Br. Lugano, 17. Nov. (E.g. Druytbericht. Jens. Bln.) Allgemein fällt ein langer Artikel des „Cocriere della Sera" auf, der die Unmöglichkeit eines Erfolges einer italieni. schen Truppensendung nach Albanien daclegt. Da gleichzeitig der „Temps" und der „Rjetfch" die italienische Expedition als sicher bezeichnen, darf der Artikel als neuer Be
weis de» italienischen Schwankens angesehen werden oder auch dafür, daß in Italien die Neigung besteht, den Zeitpunkt der Unternehmung hinauszuschieben.
Italien sucht Freiwillige für die Expedition.
Genf, 17. Nov. (Zens. Bln.) Obwohl amtliche Angaben über italienische Truppentransporte nach Albanien nicht vorliegen, vernimmt man nach einer Mailänder Meldung der „Neuen Zürcher Ztg.", daß solch» Transporte im Gange sind. Die Regierung werde Meldungen von Freiwilligen der Territorialmiliz für die Expedition entgegennehmen. Bemerkenswert sei, daß diesen Freiwilligen die Sicherung der albanischen Jntereffen Italiens anvertraut, dagegen nichts von einem Feldzug zugunsten Serbiens gesagt werde.
Eine Niederlage der rumänischenRrieashetzSr
JoneSku bei sec Rektoratswahl der Universität nicht bestätig».
IV. T.-B Bukarest, 17. Nov. (Nichtamtlich.; Der Unterrichts» minisier bat den Professor Ä I h a n i f t u als Rektor bei Um» versttät Bukarest bestätrgt. Athanasiu hatte bei der Wohl 11 Stimmen erhalten, während Jonescu 53 und Mischu Kante« cuzene 5t Stimmen aus sich vereinigten. Es lst nicht bas erstemal bah die Entscheidung des Unterrlchlsministers nicht zugunsten ocss jenigen Kandidaten mit absoluter Stimmenmehrheit aussältt. 191V wurde Pangrais bestätigt, obgleich er nur 4» von 61 Stimme» auf sich vereinigt hatte.
Der gewalttätige jüngere Filipescu.
W. T.-B. Bukarest, 17. Nov. (Nichtamtlich.) Zwischen FilipeScu und seinem Sohn einerseits und dem Regierungsblatt „Dittorul" war-es wegen Unregelmäßigkeiten, welche beide FilipescuS' dem Kriegsministerium zum Vorwurf machten, zum Zeitungsstreit gekommen. Das KriegS- ministerium hat mit einer Veröffentlichung von Schriftstücke« erwidert, die geeignet waren, den Sohn Filipescus bloßzustellen. Gestern hat der Sohn Filipescus den Cheftedak-, teur de? „Vittorul", BerleScu auf offener Straße angegriffen. Er kam zu einer Schlägerei. Das Publikum mußte die Gegner trennen. Der alte Filipescu veröffentlicht in seinem Blatt einen Brief, den er an Bratianu in der Angelegenheit seines Sohnes geschrieben hat und in dem er mitteilt, daß er in der Kammer eine Interpellation ein- bringen werde.
Oer Krieg im Grient.
Neue türkische Bahnbauten zur Erschließung des Raukasus und Rleinasiens.
W T--B. Konstantinopel, 17. Nov. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Die Kammer hat in ihrer Sitzung vom 16. Nov. das vor einigen Monaten im Verordnungswege erlassene provisorische Gesetz genehmigt, nach welchem dem Kriegsministe- rium als erste Rate des auf 6 Jahre erteilten Ausnahmekredites iy 2 Millionen Pfund für Auslagen des Baues und Betriebes folgender Bahnlinien gewährt werden: Angora-Erzerum - Schwarzmeerküste - Muratli - Rodost (Mar- mara-Meer), Zweiglinien vom Punkte Angora-Erzerum, Linie nach her Schwarzmeerküste sowie andere Zweiglinien, außerdem für den Bau und Betrieb von Hafen an lagen an den Endpunkten dieser Bahnlinien. Nach der im Laufe der Debatte von der Regierung beantragten und von der Kammer genehmigten nachträglichen Abänderung wird dem Kriegsministcrium auch der Bau und Betrieb der Bahnlinien von Samsun (Schwarzes Meer) nach Sivas und einer anderen Linie von Usunkötrül (hu türkischen Thrazien) übertragen. Vom Bau der Linie Angora-Erzerum sind bereits 36 Kilometer samt mehreren technischen Wegen fertiggebaut. Aus derr Antrag, dem Krlegsministerium auch Schurs-Konzessionen in einer Zone von 20 Kilometer beiderseits der Bahnstraße zu erteilen, ging die Kammer nicht ein. Der Minister des Innern erklärte jedoch, cs sei selbstverständlich, daß diese Kon- Zessionen erst mit Zustimmung des Kriegsministeriums erteilt werden könnten.
Tin englisches Flugzeug von Beduinen heruntergeschossen.
W T.-B. Konstantinopel, 17. Nov. (Nichtamtlich.) Crtn Telegramm aus Bagdad meldet, daß Beduinen ein englisches Flugzeug hcrunterge - schossen und die Ansassen gefanacn genommen haben. Das «-lugzeug konnte ausgebesscrt und wieder in Dienst genommen werden.
Rusiische Truppen für den Schutz der Vierverbands. Untertanen in Persien.
IV. T.-B. London, 17. Nov. (Nichtamtlich. Drahtbericht) Int Unterbause erklärte Lorb Rodert Cent, es seien russisch, Verstärkungen wegen der Gefährdung der Sicherheit de» Diplomaten und Untertanen der Entente nach Teheran abge- gangen, um im Notfälle die ausländischen Kolonien zu beschützen. Tic b r i t i s * c Regierung wünsche nichts lieber, als freundschafl. liche Beziehungen zur persischen Regierung zu unterhalten, wen» diese wirkuche Maßregeln ergreifen wollte, um Angriffen auf Amtspersonen Englands und der Alliierten zuvorzukommen
Ritchener in Mudros.
W.T.-B. London, 17. Nov. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) „Reuter" meldet aus Athen vom 15. No- vcmber: K i t ch e n e r ist in M u d r o s angckomme«, der britische Gesandte in Athen ist dorthin ' abgereist, Bisher liegt keine amtliche Bestätigung vor.
