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Verlag Laaggaffe 21

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lUitttood), 17. November 1915.

Morgen -Kusgabe.

Nr. 537. 63. Jahrgang.

Die Verfolgung in Serbien in vollem Gange.

abermals über 1000 Serben gefangen. Ge­scheiterter französischer Rückeroberungsverfuch vie unsinnige feindliche Beschießung von Lens.

Oer Tagesbericht vom 16. November.

W- T-B. Großes Hauptquartier, 16. Nov. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Drei ^ersuche der Franzosen, uns den am 14. November «ordöstl.t., von Eeurie genommenen Graben wieder zu entreißen» scheiterten. Aus der übrigen Front außer Artillerie- und Mincnkämpsen an verschiedenen Strecken nichts Wesentliches. Die vielfache Beschießung von Lens durch die fei- dliche Artillerie hat in dem Zeitraum vom 22. Oktober big 12. November 33 Tote und 55 Verwun­dete an Opfern unter den Einwohnern gefordert. Militäri- scher Schaden ist nicht entstanden.

Gestlicher ttrkeasfckxruplatz.

Die Lage ist auf der ganzen Front unverändert.

Saikankriegsfchauplatz.

Die B e r f o l g u n g ist in rüstigem Fortschreiten. ES sind gestern über 1660 Serben gefangen genommen, zwei Maschinengewehre und 3 Geschütze erbeutet.

Oberste Heeresleitung.

*

Neue osterreichisch-unaarische Erfolge in Serbien.

QartnätAige Kämpfe am Monte San Michele und bei San Martins. 3m anrnarfch auf den serbischen Stratzenkniotenpunkt Kursurnlja.

v»r österreichisch-ungarische Tagesbericht,

W. T-B. Wien, 16. Nov. (Nichtamtlich. Drahtbericht.)

Amtlich verlautet vom 16. November, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz,

Nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz^

Der Nordabschnitt der Hochfläche von Doberdo war auch gestern der Schauplatz hartnäckigen Ringens. Um die Stellungen beiderseits des Monte San Michele wird Tag und Nacht gekämpft. Am Nordhang dieses Berges drangen die Italiener wiederholt in un s e r e L i n i e n ein. In den Abendstunden gelang es jedoch, den Feind fast völlig zu vertreiben. Auch die Nahkämpfe im Raume von San Martina dauern fort. Bor dem Görzer Brücken- köpf wurde ein gegnerischer Angriff ans die Podgorahöhe abgewiesen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Bei G a r a z d a an der montenegrinischen Grenze Ge­plänkel.

Aus dem serbischen Kriegsschauplatz schreitet die Verfolgung überall vorwärts. Österreichisch- ungarische Truppen gewannen die Gegend von Uvac, die Cigota Planina und die Höhe von Iavor. Eine d e u ts ch e Kolonne des Generals v. K o e v e ß nahm beiderseits von Kraljevo, auf der nach Novibazar führenden Straße vorrückend, U s z e in Besitz. Die weiter östlich vor­dringenden österreichisch-ungarischen Kräfte überschritten bei Babica die Straße Raska-Kursumlja und erstürmten die serbischen Berschanzungen auf dem Berge L u c a k (östlich Babica), wobei die Besatzung (3 Offiziere, 116 Mann und ein Maschinengewehr) in unsere Hand fielen.

Deutsche und bulgarische Divisionen nähern sich von Nord und Ost dem Straßenknotenpunkt K u r s u m l j a.

Der Stellvertreter des Chefs des GeneralstabeS: v. H ö f e r, Feldmarfchalleutnant.

vie Ereignisse uuf dem Vslkan.

Serbischer Ministerrat.

Ausharren bis zum Ende.

Br. Zürich, 16. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Mn.) DieTribuna" erfährt aus Saloniki, daß am letzten Mittwoch ein serbischer Ministerrat siattfand, der be­schlossen hat, bis zum Letzten auszuharren und auf die Hilfe der Verbündeten zu bauen. Am 23. November würden 150 000 Monn in Saloniki gelandet sein.

Amtliche bulgari che Berichte.

Die Serben und Franzosen schwer geschlagen.

W. T.-B. Sofia, 16. Nov. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Amtlicher Bericht vom 13. Nov.: Nach dem Fall der Festung N i s ch hatten sich die Serben auf das linke Morawa- u f e r zurückgezogen und alle vorhandenen Brücken zerstört. Hier hat der Fluß eine Breite von 156 bis 266 Meter und eine Tiefe von 1 bis 2 Meter. Die Serben bemühten sich, gestützt auf befestigte Plätze und mit schwerer Artillerie versehen, durch mit bedeutenden Streitkräften ausgeführte und er­bitterte Gegenangriffe unsere Truppen daran zu hin­

dern, den Fluß zu überschreiten. König Peter wohnte diesen Kämpfen bei. Im Laufe der letzten Tage brachen unsere Truppen den verzweifelten Widerstand der Serben und gingen endgültig auf das linke Ufer des Flusses über. Heute rückten unsere Truppen in Prokuplje ein» erbeuteten dort sechs 12-Zentimeter-Mörser, 19 mit Artilleriegranaten beladene Karren und machten 7066 Gefangene. Auf dem Bahnhof von G r a j e s z erbeuteten sie 150 Waggons. Das erste serbische Landwehrregiment meuterte und tötete seinen Befehls­haber, den Obersten Prebitschewitsch, einen hauptsäch­lichen Anstifter des Komplottes zur "Ermordung des Erz­herzogs Franz Ferdinand DaS Regiment zerstreute sich dann in die umliegenden Dörfer. In der Nacht zum 13. Nov. ver­suchten die Franzosen, unsere Stellungen am Wardar- flutz anzugreifen Unsere Truppen machten einen kräftigen Gegenangriff und warfen sie auf das rechte Ufer der Koraffu zurück. Gleichzeitig erbeuteten sie 2 Maschinenge­wehre mit Bespannung, 2 GcbirgSgeschütze und nahmen 56 Mann gefangen, darunter 3 Offiziere.

Amtlicher Bericht vom 14. Nov.: Die Operationen ent­wickeln sich an der ganzen Front günstig für unsere Truppen. Bei Prokuplje erbeuteten unsere Truppen 486 Kisten Artilleriemunitivn, 226 Kisten Jnfanteriemunition, 12 mit Kriegsmaterial beladene Karren und einen Pionierpark mit 16 PontonS. Unser Gegenangriff am westlichen K arasch­uf er, südlich Belcs, endete damit, daß die Franzosen voll­kommen auf das östliche Ufer dieses Flusses zurück«e- warfen wurden. Dort nahmen unsere Truppen in kräftigem Ansturm unter dem Gesang des LiedesSchäume Maritza mächtig" die b e f c st i g t e n S t e l l un g e n der Franzosen.

Rumäniens Politik.

Keine rirssenfreundlichen Manifestationen mehr.

Br. Stockholm, 16. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Die Unterhandlungen der Entente mit Rumä­nien dauern,Rjetsch" zufolge, fort. In wohlunter, richteten Kreisen ist man jedoch davon überzeugt, daß diese Verhandlungen zu keinen positiven Er­gebnissen führen werden, daß sich also Rumänien der Entente nicht anschließen, sondern neutral blei­ben wird. Aus Bukarest erhält derBirschewia Wjedomosti" einen Bericht, in dem gesagt wird, die Führer der Opposition hätten in der letzten Zeit mit chrer Propaganda aufgehört und es gebe keine russenfreundliche Manifestationen mehr.

Dies sei auf Bratianus Politik zurückzusühren, dem es gelungen wäre, die Opposition zum Teil zu gewinnen. In politischen rumänischen Kreisen wird die Stim­mung folgendermaßen charakterisiert: Tatsache ist, daß Serbien seine letzten Tage lebt. Sobald die Mit­telmächte und Bulgarien in kurzer Zeit mit Serbien fertig wären, würden sie sich gegen Engländer und Franzosen wenden und sie vom Balkan forttreiben. Dann bleibe Rumänien umzingelt und werde gezwun­gen, sich den Mittelmächten anzuschließen. Den Russen hingegen fei es setzt unmöglich, Truppen nach dem Balkan zu entsenden. Wären sie imstande, dies zu tun, so hätten sie es längst getan. Von die'em Standpunkte aus sei es für Rumänien viel vorteilhafter, Farbe zu bekenilcn.

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Die Wirkung ves heiligen Krieges in Libyen

Landung türkischer Offiziere und Geschütze in Solum.

Br. Lugano, 16. Nov. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.)Secolo" berichtet auö Kairo: Der Großsenussc Edi Ahmed hat abgevankt und El Sar ed Jllris e l Mahdi die Macht über alle Gebiete von Solum bis zur tunesischen Grenze übertragen. Die Nachricht besagt auch, daß sich in Solum 100 türkische Offiziere mit Nari-Bei, einem Vetter Enver Paschas, sowie 2000 regulären, gut bewaffneten Soldaten, 6 Kanonen und 4 Maschinengewehren befinden. Zahlreiche Beduinen seien Gegner des Großsennsien, der einen Einfall in Ägypten verhindert habe.

Der Schah von Persien verläßt Teheran.

W. T.-B. Teheran, 16. Nov. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Die Petersburger Telegr.-Agentur meldet: Der Minister- präs ident hat dem Befehlshaber einer Kosakenbrigade er­klärt, daß der Schah heute die Stadt in Begleitung der Minister verlasse. Teheran bleibt unter dein Schutz der Kosakenbrigade. Die Polizei und die Gendarmerie bereiten sich zur Abreise vor.

Oer serbische Rückzug auf der

TopLikastratze.

Von einem alten Offizier.

Bei dem Rückzug des serbischen Heeres spielt die Toplikastraße eine ausschlaggebende Rolle. EL ist die Verb indung, die von der südlichen Morawa aus der Gegend westlich Nisch im Tale der Toplika über Prokuplje nach Kursumlje führt, wo sie sich teilt und mit einem Zweige in direkt west­licher Richtung auf Novibazar, nrit dem anderen Zweige in südlicher Richtung auf Pristina weiter- führt, wahrend nur Karrenpsäde und Sanmwege die Verbindung mit beni dazwischenliegenden Mitrowitza Herstellen. Auf diese Straßen drängen sich die Trrippen, Trains und Kolonnen von drei- serbischen Armeen. Es sind dies die erste serbische Armee des Generals Misitsch, die bisher der österreichisch-un­garischen Armee Koeveß gegenüberstand und von ihr über die Linie Poze ga- Kralj ewo-Trsten-K nach Süden geworfen wurde. Ferner die zweite serbische Armee des Generals Bojowitsch, die vor der Armee Gallwitz nach Süden zurückging, in ihrer rechten Flanke aber auch schon von den vordringenden bulgarischen Truppen des Generals Bojadjeff empfind­lich bedroht wurde. Die dritte serbische Armee des Generals Stepanowitsch hatte ursprünglich gegen die bulgarische erste Armee Bojadjeff gekämpft und ist von ihr über den Lsiorawa-Abichnitt in westlicher Rich­tung zurückgeworfen. Ob auch Teile der vierten serbischen Armee des Generals Kurisitsch, gegen die ursprünglich die mazedonische Armee des Generals Todorow vorging, gegen die Toplikastraße zurückge­worfen sind, läßt sich noch nicht übersehen. Man kann sich vorstellen, wie der Zustand auf der Toplikastraße beschaffen sein muß, wenn sich auf ihr allein die Trains und Kolonnen von drei Armeen zusam- mendräugen, selbst wenn man die eigentlichen Truppen außer Betracht läßt.

Gegen die Toplikastraße und ihre Fort­setzungen richtet sich jetzt der konzentrische Angriff der Zentralmächte und Bulgariens. Von Norden her dringen die Armeen Koeveß und Gallwitz vor, von Osten und teilweise auch aus Südosten über Leskovac die bulgarische Armee Bojadjeff und andere bulgarische Heeresabteilungen direkt von Süden her aus der Linie Vranje-Pristina.

Alle diese Gruppen haben in den letzten Tagen be­deutende Fortschritte gemacht, wobei immer die großen Schwierigkeiten des Gebirgsge- ländes und der winterlichen I a h r e s z e i t be­rücksichtigt werden müssen, so daß häufig, auf der Karte gemessen, der räumliche Gewinn nach Kilometern be­rechnet, nicht sehr groß ist, der Erfolg aber dennoch durch die siegreiche Überwindung aller sich entgegen-