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Dienstag, 16. November 1915.

Morgen * Ausgabe.

Nr. 535. 63. Jahrgang.

Sotolooic und Prokuplje erreicht.

Der Rückzug der Kuffen bei LzartorqsK. Lingebrochene italienische Rräfte durch einen Gegenangriff am Monte San Michele wieder zurückgeworfen. vie Gpfer der Beschistzung von Görz.Gefterreichische Flieger überverona.

v«r österreichisch.ungarische Tagesbericht.

W.T.-B. Wie«, 15. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 15. November» mittags:

Russischer ttriegrschauplatz.

Die Kämpfe bei Czartorysk haben gestern den bolle« Erfolg herbeigeführt. Der geschlagene Feind wurde aus dem Stvrbogen über den Fluß zurückgeworseu. Bei seinem eiligen Rückzug hat der Gegner alle verlorenen Ortschaften angezündet. Hierdurch haben die vierwöchigen zähen und ruhmvollen Kämpfe bei Czartorysk ebenso zum Rückzuge der Russen in ihre ursprünglichen Stellungen geführt, wie die seinerzeit von den russischen Truppen hoffnungsvoll an gekündigten Durchbruchsversuche bei Siemikowce an der Ttrypa. Die schon gestern angegebene Beute erhöht sich. Sonst sind keine nennenswerten Ereig nisse zu verzeichnen.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die feindliche Angriffstätrgkeit an der I s o n z o front hat gestern, vielleicht infolge des strömenden Regens, sichtlich nachgelassen. Im Abschnitt der Hoch ilache von Doberdo wurde jedoch heftig weiter ge kampst.

r Am Nordhang des Monte San Michele ge. mng cs den Italienern wieder in eine durch schweres Arttllerlefeuer geschlagene L ü ck e unserer Stellung ein- zudrlngen. Starke feindliche Kräfte, dir abends nörd- nch dieser Einbrnchsstelle zum Angriff vor-irrgen, wur- den Uutlg abgewiesen. Hierauf setzte unser Gegenangriff ei«, der das verlorene Frontstück vollstand,g z n r « ck g e w a n n nnd dem Feinde außer ordenNkch große Verluste zufngtc. Auch ein starker ltaltemscher Angriff gegen den Monte dei sei Buss brach wie alle früheren zusammen, ne, ^urch die Beschießung von Görz wurden bisher i58 Zkvklpersonen getötet, 50 verwundet, etwa 300 Hauser und fast alle Kirchen und Klöster schwerbe­schädigt.

Eines unserer Flnqgeschwader belegte neuer- ldrngs Verona mit zahlreichen Bomben.

SildSstlicher Kriegsschauplatz.

Alle Armeen verfolgen. Nur stellenweise hält noch der Fe,nd. Un,ere Visegrader Gruppe hat d,e Montencgrlner über den Lin zurückgeworfen un ~J. c 0 L 1 3 ö * c ^owie die östlichen Anhöhen erreicht.

Be, der Armee v. K o e d e ß wurden wieder 850 Ge­fangene erngcbracht und 2 Maschinengewehre erbeutet. Ä>n Top lic a-Tale ist Prokuplje erreicht.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschallentnant.

Die Ereignisse auf dem Balkan.

Eine Schlacht im Strumitza-Kbschnitt.

Die Bulgaren mit Franzosen und Engländern im Kampf.

Nr. Lugano, IS. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.i Der Kriegsberichterstatter Magrini telegraphiert auS Sawmki: Tue Bulgaren griffen die französische

Stellung am O r n a f l u s s e, einem Nebenflüsse des Wardar rn der Stärke von 30 Bataillonen an, wnrden aber angeblich nach heißem Kampfe unter schweren Berlusten abgewiesen Doch wagten die Franzosen sie nicht zu verfolgen, da sie hrerzu zu schwach sind. Im Strumitza-Abschnitt rücken die Franzosen vor und nähern sich der bulgarischen Grenze. Seit 11. Nov. greift die 50 00« Mann starke ser­bische Armee des Generals Bojowitsch die Bulgaren an, um den Engpaß Karbonik zu nehmen und Uesküb zurückzu­erobern. Die Schlacht dauert fort. Magrini berichtet weiter daß die österreichisch-deutschen und bulgarischen Armeen nach der Besetzung des größten Teils von Altserbicn die Bcrfolguna der Serben nicht fortznsetzen, sondern einen Kordon zu ziehen scheinen, der die Serben von den Franzosen trennen und gegen die albanisch-montenegrinische Grenze drängen soll Das Heer der Verbündeten wirb seine Hauptkräfte auf den Süden gegen die Engländer und Franzosen vereinigen um diese über die Grenze ziiriickzuwcrfcn. Seit 12. Nov erhält die bulgarische Südarmee beträchtliche Verstärkungen.

Greuelmärchen auch über die vulgaren.

Nutzlose Versuche zur Verschärfung der bulgarisch- griechischen Beziehungen.

Sofia, 15. Nov. DieBulgarische Telegraphenagentur" meldet: In ihren Bemühungen, auf Griechenland einen Zwang auszuüben, nehmen gewisse Blätter des Vierverbands, unter denen wir mit Erstaunen m>ch .Morning Post" und

Daily Mail" erblicken, das Märchen von den bulgari­schen Gewalttätigkeiten wieder auf, mit denen sie den Griechen drohen, indem sie ihnen einen unmittelbar be­vorstehenden Überfall der Bulgaren einreden wollen. Ange­sichts dieser Wiederausstachelung der Bulgarenfeindschaft ist es angebracht, hervorzuheben, daß entgegen den französisch-engli­schen Behauptungen Bulgarien keinerlei Angriffsab­sicht gegen Griechenland hegt, was es hinlänglich durch die der griechischen Kommission erteilte Ermächtigung bewiesen hat, an den Ankauf von Zercalien zu schreiten, um

aber. Milan nannte ihn bezeichnenderweise einen Kon- spirator. Unter seiner Regierung haben sich anarchistische Zustände entwickelt. Dank dem Einfluß Rußlands floh das Geld millionenweise aus Frankveich in das Land. Es kam nicht immer nur dem Staate zugute; vieles blieb in den Händen der Staatsmänner, der kleinen und der allerklcinsten. Der Berichterstatter fragte ihn: Gab es nicht, ehe unsere Truppen in Serbien einrückten, eine große Partei, die sich mit den Zentralmächten verständigen wollte? P ebrowitsch antwortete: Eine gewisse Strömung war vorhanden, doch war

Zur Schlacht im Strumitza-Abschnitt.

den durch die Flotte der Alliierten hervorgerufenen Ber- p f le g u n g s sch w i e r i g k e i t e n abzuhelfen. Im übrigen wissen die Griechen sehr gut, daß sie von Bulgarien nichts zu fürchten haben. Was die von den genannten Blättern be­haupteten angeblichen Gewalttaten betrifft, die wir bereits mehrmals dementiert haben, so liegt hier nichts als eine von unseren Feinden ersonnene Verleumdung vor.

Von den Bulgaren befreite österreichische Gefangene.

^ Br. Sofia, 15. Nov. (E-g. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Gestern traf hier eine Anzahl befreiter österreichisch-ungari­scher Z i v i l i n t e r n i e r t e r aus Lescovac ein. Der Bize- konsul des hiesigen österreichischen Konsulats reiste nach Uesküb, sein Gesandtschaftssekretär nach Risch. Beide sind beauftragt, die von den Bulgaren befreiten Militär- und Zrvilgefangenen mit Geld und Lebensmitteln zu versehen, sie nach Sofia zu bringen sowie nach dem Verbleib der von den Serben mttgeführten Kriegsgefangenen eifrigst Nachforschun­gen einzuleiten und die Konzentrationslager zu besuch.en.

Dasstarke" russische Heer gegen Bulgarien.

Rotterdam, 15. Nov. (Jens. Bln.) Ein Telegramm aus deutscher Quelle (?), so wird aus Rom demDaily Tele­graph" gemeldet, berichtet, daß General K uropatk in zum Befehlshaber des russischen Heeres ernannt worden sei, das gegen Bulgarien Vorgehen solle, und das stärker sein werde, als man ursprünglich erwartet habe. 250 000 Mann würden in Bessarabien zuisammengezogen, weitere 100 000 an der Donau und 150 000 in Odessa. Die Zusammenziehung dieser Streitkräfte werde andauernd fortgesetzt. Das Unter­nehmen werde gleichzeitig zu Lande und Air See begimren.

Ein ehemaliger serbischer Minister über paschitschs Politik.

Sr. Berlin, 15. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Der Sonderberichterstatter desB .T." traf in Kraguje- v a c mit dem dorthin geflüchteten früheren Finanz minister deS Königs Milan, Wutatschia Petrowitsch, zulammen, der ihm u. a. erzählte, als die Rede aus Paschitsch kam: Ich habe aus seinen Wunsch mehrfach heikle Missionen ausge- ührt. Noch 1913 habe ich für ihn rn Wien verhandelt. Seine Intelligenz ist gewiß wicht unbedeutend, sei«

. sie nicht so bedeutend, konnte sich auch keine Geltung ver­schaffen, da die Regierung strenge Zensur übte. Eine wei- tere Frage: Ist man nicht sehr böse auf die Griechen? Antwort: Gewiß ist man das, aber es steht fest, daß Serbien in diesen Krieg eingetreteu wäre, auch wenn es vorher ge­wußt hatte, daß sich Griechenland an seinen Vertrag nicht für gebunden erachten würde. Das Geld für diesen Krieg haben England und Frankreich dem Lande geliefert.

Wenn das serbische Heer auf griechisches Gebiet über­treten sollte.

W. T.-B. Paris, 15. Nov. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Agence HavaS meldet aus Athen: Das Regierungsblatt Embros. berichtet, daß laut Auskünften aus offizieller Quelle die Möglichkeit eines Rückzuges der serbischen Truppen auf griechifiches Gebiet wegen der Folgen, die er auf die Beziehungen Griechenlands zum Vierverband haben könnte, keine Besorgnis erregt. Abgesehen davon, daß dre Bewegungen des serbischen Heeres die Sicherheit geben, daß eine solche Möglichkeit nicht eintreten werde, würden die Erklärungen der griechischen Regierung als klar genug von den Ententemächten betrachtet, um jede Befürchtung eines Konfliktes auszuschalten.

Englische Zollschikancn bei der ägyptischen Getreide- ausfuhr nach Griechenland.

Sr. Athen, 15. Nov. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Infolge der Verständigung seitens Englands, daß es die Ge­treideausfuhr nach Ägypten gestatten würde, hat dis griechische Regierung eine Abordnung zum Einkauf von Ge­treide nach Ägypten gesandt. Die Zollbehörden verhin­derten jedoch die Ausfuhr des von Griechenland bereits in Ägypten gekauften Getreides. Auch die mit Getreide von Amerika nach Griechenland bestimmten Schiffe wurden unter­wegs durch Engländer cmgchalten und nach Malta verbracht.

Begegnung Mackensens mit einem rnmänischcn General?

Bern, 15. Nov. (Zens. Bln.) Nach demBund" wird Rußkoje Slowo" von der rumänischen Grenze gedrahtet, daß vor einigen Tagen beim Eisernen Tor zwischen Gen.wal- feldmarschall v. Mackensen und dem Kommandanten des ersten rumänischen Korps, General Averescu, eine Be» gegnuag st- r tt ge si m d en Hecke. die Kwa Stunden dauerte,