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Morgen - Ausgabe.
1. Matt.
Iost-Aöonnement
auf das
„Wiesbadener Hagötatt".
E« fei nochmals darauf hi,«gewiesen, daß aö 1. Januar 1905 das .Wiesbadener Tagblatt"
,«eimat täglich mit der 'Dost verschickt
wird, sodaß die Abend-Ausgabe noch am Erscheiiiungstage in der Umgebung Wiesbadens, sowie im Rhein- u. Maingau u. Aarthal i"r Bestellung gelangen wird. Die Morgen-Ausgabe wird auch skwer wie seither versandt. Die bisherigen Postbezieher seien an tskdkgste Erneuerung des Abonnements erinnert, da erfahrungS- Urarnts beim Vicrteljahres-Wcchscl leicht Störungen im Bezug cin- inten können. Bestellungen nehmen nicht nur die Postämter, sondern auch das Personal (Briefträger, Landpostboten rc.) entgegen.
?er Verlag des Wiesbadener Hagölatts.
Aas Ausland im Jahre 1904.
ii.
|f Den Zwist zwischen Rußland und Japan hatte bereits : ra vorigen Jahre England für seine Zwecke crnszunntzen begonnen. Uni Tibet, bas Reich des Dalai-Lama, dem russischen Einfluß zu entziehen und in seine Machtsphäre M bringen, ließ England im Dezember 1903 unter Lberst Hounghusband von Indien aus eine Expedition m Tibet einrücken, die nach Überwindirng großer Schwierigkeiten ^und verschiedenen Kämpfen mit den Metanern im Sommer 1904 in die Hauptstadt Lhassa, Ms welcher der Dalai-Lama entflohen war, eingog und °ie dort noch vorhandenen Regierungsvertreter zu einem Mrtrage zwang, der England bemerkenswerte Vorteile sicherte. Jetzt versucht England dasselbe Manöver «Mmistan gegenüber. Von hervorragender Bedeutung $ Englands Annäherung an Frankreich; und in dem Wisch-französischen Vertrage dom 8. April 1904 kam Mr die Beziehungen beider Länder in den Kolonialsten eine Einigung zustande, die .auch stark in die wlomalLn Verhältnisse der übrigen Staaten eingreist; Namentlich kommen die Regelungen hinsichtlich Marokkos jj® Ägyptens in Betracht. Was die innere Politik Wglands betrifft, so läßt der Ausfall der nötig. ge- Mrdenen Parla ments Nachwahlen, welche fast alle einen der Liberalen zur Folge hatten, erkennen, daß das awd vorläufig noch nichts von den Chamberlainschen ^Mtzzollplänen wissen will. Durch den Tod verlor
England den Afrikaforscher Stanley (am 10. Mai) und den alten «Führer der Liberalen Harconrt (am 1. Okt.). Hier sei auch an den Tod Paul Krügers, des Expväsi- denten von Transvaal, erinnert, der am 14. Juli in Clärens in der Schweiz sta-vb und am 16. Dezember in Pretoria feierlich beigesetzt .wurde.
Frankreich setzt unter dem Ministerimn Combes semen Kampf gegen den Klerikalismus fort, den es unter dem ran 10. August d. I. gestorbenen Waldeck-Rousseau begonnen hatte. Am 20. Mai erfolgte durch die Abreise des Botschafters Nisard aus Rom der Abbruch der Beziehungen zum Vatikan. Alle Anstürme der vereinigten Klerüälen und Nationalisten hoben bisher nicht vermocht, das Ministerium., gegen das auch verärgerte Radikale unter der Führung Millerands Front machen, zu stürzen-. Doch fiel in diesem Kampfe durch einen sensationellen ZwischensM der Kriegsminister Andrä. In einer Sitzung der Kammer verabreichte der nationalistische Teputterte Syveton dem Kriegsminister, dem von seinen Gegnern vorgewo-rsen wurde, daß er ein förmliches Spioniersystem gegen Offiziere begünstige, zwei Fanstschläge ins Gesicht. Die Folge davon war, daß Andrö am 15. November seinen Abschied ncchm und durch einen Nichtmilitär, den Börsenmakler Berteaux, ersetzt wurde. _ Wer dem Helden Syveton erging es noch schlimmer. Einen Tag, bevor er seiner Tat wegen vor die Geschworenen kommen sollte, kam er plötzlich ums Leben. Wie und wodurch, das ist bisher noch nicht völlig aufgeklärt, doch entwickelt sich der Shveton-Skandal jedenfalls zu einer Affäre, die den anderen französischen „Affären" cm Sensationswivkung nicht nachsteht.
Auch zwischen Frankreich und Italien hat eine bedeutsame Annäherung stattgesnnden, die fast einen überschwänglichen Ausdruck gelegentlich des Gegenbesuches annahm, den Präsident Loubet am 24. April d I in Rom abstattete. In Italien brachten -die im November vorgenommenen Neuwahlen zum Parlament dem Ministerium Giolitti eine starke Mehrheit. An diesen Wahlen beteiligten sich diesmal auch zahlreiche Klerikale, so daß Italien Aussicht hat, jetzt auch eine Zentrumspartei zu bekommen. Auch den Italienern ist (am 15. September) der langersehnte Kronprinz geboren worden.
In Österreich hielt sich unter dem Hader der Nationalitäten das Ministerium Körber nur mühsam am Ruder, bis Körber endlich vor wenigen Tagen demissionierte. Auch dem „starken Mann" Tisza in Ungarn wird es schwer, sich gegen die Opposition zu halten, die er dadurch, daß er am 18. Nove-mber dem Abgeordnetenhause die neue Geschäftsordnung aufzwang -aufs höchste erbittert hat. Graf Tisza erwartet eine Besserung der Verhältnisse durch eine Auflösung des Abgeordnetenhauses.
In Spanien dauerten die politisch und wirtschaftlich trostlosen Zustände auch in diesem Jahre an Im Frühjahr wurde auf den verhaßten Minister
präsidenten Maura ein Mordversuch unternommen. Doch hielt sich das Ministerium, das am 6. Dezember 1903 ans Ruder kam, noch bis zum 15. Dezember 1904, wo es durch das gleichfalls konservative Kabinett Azcaraga ersetzt wurde.
In der Türkei sind die-makedonischen Wirren scheinbar einigermaßen zur Ruhe gekommen, nachdem dort im April der italienische Generalleutnant de Giorgis als Chef des internationalen Gendarmeriekorps sein Amt angetreten -hat. An einzelnen Aufständen hat es indessen nicht gefehlt. König Peter von Serbien, der sich jetzt auch hat krönen lassen, und Fürst Ferdinand von Bulgarien haben sich in einer zweimaligen Begeg. nung angebied-ert. In Serbien ist am 12. Dezember an Stelle des Ministeriums Gruitsch das Ministerium P-asitsch getreten.
Die Vereinigten Staaten von Amerika
haben am 8. November Theodor Roosevelt mit sehr großer Mehrheit zum Präsidenten wied-ergewählt und damit bekundet, daß sie mit dessen imperialistischen Neigungen einverstanden sind.. Am 1. Mai wurde die Weltausstellung in St. Louis eröffnet, auf der namentlich die deutsche Ausstellung einen glänzenden Erfolg hatte. T-ie durch den Besuch des Prinzen Heinrich an- gebahnte Festigung der freundschastlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Union fand am 19. No- vember ihre äußerliche Besiegelung bei der festlichen Enthüllung deZ DeniknmIZ Friedriche des Großen in> Washington.
Sosiüldemgkrntischer PartelLKy.
Berlin, 29. Dezember.
In der heutigen Morgen-sitzung wurde, wie schon kurz! gemeldet, die Diskussion über die Schulfrag-e zu Ende geführt. Dr. Arons führte in seinem Schlußwort ans, es handele sich gegenwärtig lediglich darum, zwischen dem kon-sesiwnellen Religionsunterricht und der einfachen Be» seitig-ung jedes Religionsunterrichts- -zu wählen. Mit dem Anträge Heine würde man ans die schiefe Ebene dev Konzessionen geraten, die schließlich zur Konfe-ffiousschNla führe. «Die Parole „fort mit jedem Religionsnnterrichl aus der Schule" sei klar und -für eine große Agitation geeignet. Der Hcin-esche Antrag würbe diese klare Parole nur verwirren. Was später zur Ersetzung des Religionsunterrichts zu geschehen habe, brauch jetzt vom Partei, tage nicht ausgesprochen zu werden. Das sei eine p-äda» «oglsche Frage, während es sich jetzt um die politisch; Serie der Frage handele.
Angenommen wurden zu der Resolution des Refe. reuten zwei Anträge: ein Antrag der Frau Wally -ftep. ji r '^ er gemeinsamen Unterricht von Knaben und Mädchen bis rn die höchsten Klassen (Koedukation) ver- langt, und ein Antrag Lilly Braun, die Beseitig-ung der Beitrevungen zu fordern, durch die die Schule -zu einem Werkzeug politischer Verhetzung gemacht wird. Frau
FrrrilleLon.
Der Ing des Todes im Jahre 1904.
(Schluß.)
Fürstliche Personen.
Januar: Friedrich, Herzog von Anhalt, f Balle n- ,73.J. _ Prinzessin Mathilde Bonaparte, t Paris,
I- — Februar: Prinz Heinrich, Sohn des Prinzen
Zürich von Preußen, f Kiel, 4 I. - März: Prinz ß> Herzog von Cambridge, 's London, 85 I. — ^MrtMlvarez, Vizepräsident von Uruguay, 7 Monte- 2°' - Prinz Heinrich XIX., Reiß j. L., f Schloß S^A^dorf, 56 I. — April: Norodom I., König von 7^b»dscha. f Pnvm°Penh. — Sophie, Fürstin zur Lippe, ms^rlsrnhe. 7g I. _ Prinzessin Eduard von Sachsen- ^iwar, f London, 77 I. — Jsabclla II., Exkönigin von TOmcn, f Paris, 74 I. - Mai: Paul Friedrich, Herzog 7 Mecklenburg, 's Kiel, W I. — Friedrich Wilhelm, Überzog oon Mecklendurg-Strelitz, 's Neu-^Strelrtz, MI' " Candamv, Präsident von Peru, 7 Lima. — s ^ne, Erbgroßherzvgin-Witwe von Sachsen-Weimar, (Italien), 52 I. - Juli: Dr. Gerhard HachMann, Bürgermeister von Hamburg, 's Hamburg, 66 I. t a*® 1 Krüger, ehemaliger Präsident von Transvaal, ^Mrenö, 79 I. - August: Murad V., Exsultan der tu* 1 - t Konstantinopel, 74 I. — September: Fürst Cr von Bismarck, Sohn des ersten deutschen Reichs» f Frieidrichsruh, 54 I. — Ernst, Graf und Edler tz t, R>r Lippe-iBiesterfeld, 7 ans Jagdschloß Lopsh-orn, s;O'' Oktober: Infantin Maria de las Mercedes, C ÖDn Asturien, Schiwester König Alfons XIII. tz, Spanien, -s Madrid, 24 I. — Lothar, Prinz von »M^nichqWi nncburg, ehemaliger .Staithalterei-Bize- '!' Wien, 67 I. — Georg, König von Sachsen,
fofw 11113 ' 72 I. - Dezember: Prinz Friedrich von ^Lvllcrn. -j- "
ß München« §1 I
Diplomaten. — Hof, und Staatsbeamte.
Januar: Otto Graf v. Dönhoff, preußischer Gesandter, f Darmstadt, 69 I. — Jakob Finger, hessischer Minister a. D., 's Darmstadt, 79 I. — Albert v. Maybach, preußischer Minister a. D., f Berlin, 82 I. — Dr. Wilhelm i, Präsident des Statistischen Amtes in Berlin, f Blankenburg a. H., 49 I. - Februar: Dr. Adolf Buchenberger, badischer Minister, ß Karlsruhe, 56 I. — Heinrich v. Watzdorf, ehemaliger sächsischer Minister, f Dresden, 68 I. — April: Hugo, Freiherr v. RiHthosen, Ober- prästdent a. D. von Ostpreußen, 's Florenz, 62 I. — Dr. Arnold Roth, schweizerischer Gesan'dter in Berlin, f Berlin, 68 I. — Juli: Hans Hermann Eschke, deutscher Generalkonsul, f Singapur, 48 I. — Dr. Louis Köther, Geheimsekretär des verstorbenen Königs Georg von. Hannover, f Osnabrück, 77 I. — Wjatschcslaw Kon- stantinowitsch v. Plehwe, ruffrscher Minister, ch (ermordet) St. Petersburg, 68 I. — M. Freiherr v. Redwitz, deutscher Konsul in Nizza, 's München. — August: Pierre Marie Maldeck-Rousseau, ehemaliger französischer Minister, t Paris, 58 I. — Oktober: Manuel v. Jturbe, chemaliger mexikanischer Gesandter in Berlin, j Paris.
— Hans Rodatz, Vortragender Rat im preußischen Finan-zministerinm, ß Berlin, 48 I. — November: Baron Alsräd v. Heyking, ehemaliger Wize-Gvnverneur von Kurland, f Riga, 92 I. — Thomas George Baring, Earl vf Northbrook, englischer Staatsmann, ß London, 78 I.
— Alfred SchNltz, preußischer Unterstaatssekretär, f Berlin, 65 I.
Heer und Marine.
Januar: Klaus v. d. Decken, preußischer Generalleutnant, 's Hannover, 72 I. — Sir Henry Keppel, Englands ältester Admiral, i London, 95 I. — August Freiherr v. Lconrod, bayerischer General z. D., f Wiesbaden. 85 I. — Februar: Ernst v. Prittwitz n. Gasfron, prcutz. Gmerallcutnant z. D., f Karlsruhe, 71 I. — Graf Kurt PückleEmpurg, Stationschcf in Kamerun, dort gefallen, 28 I. -- Wilhelm v. WinterfeM, preußischer General-
^LLfr 0t ^' “ 3- - Barnim v. Zeuner.
: ° « •kvwwui, oo — «arnim
Preußischer General z. D., -s Berlin, 83 I. - Mürzi Viktor v. Alten, prwßisch-er Gen-eral, ch Wiesbaden, 65 I. — v. Lcttoiw-iNnrgc^ __> . _
——vvvuuimjin cvenerm, r Wiesbaden, 65 fV. «vir c -^^oiwOBorbeck, preußischer Generalmajor a. D., £525’ tl!er ' rr t durch einen Sturz in den Hunte. Ems-iKanal. - Alfred, Gras v. Waldersee, preußischer Generalseldmarschall, s- Hannover, 72 I. — Frieldr-ich ^ T PEßischer Generalleutnant
r 76 Z- ~ ^prrl: Ernst v. Grolmanii, preu- Berlin '?B»lin ^u'verm'ur dcs Jnvalidenhouscs in ^ 2 ~ Stephan Osiipo-witsch Maka.
row, rusit,cher Vizeadmiral, Mit dem „PetropawloE" mitergegangen. — Mo-las, russischer Konteradmiral mit Gr^s "detropaivl-dwsk" untergegangen, 60 I. - Hassu, ^^'ßischcr Generalmajor r D., 7 „teran, 58 I. — Ma-i: Gebhard v. Krosiak, pieuüMier General, Bischosroid-e (Harz), 69 I. — Michael's p"eu. ßischcr Generalmajor a. D 7 Neiße r 7 T C “ Bobrikow! Generalgonk^rneiir v7n ^lisingsors, infolge Attentats. 65 I.
A, olf ^chnch, preutziich-g- Generalmajor, 7 Breslau —
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Generalmajor z. D.. 7 Auwsßi.^, an « ' J, 5
Vadm^'J^A- s^uMHer General a.'D., 7 Bcid^m l-l-1 Fi^r im r rufflscher GeneraAeutnant
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