N-. 576._Avettd-Arr-sadr. 1. Statt._Wi-SbsLenrr SsgH!stt. _Freitag. Dezember 1904. Kette 5.
kam ein Schutzmann auf ihn zugelaufen uni» schrie ihn an: „He, Sie da! bleiben Sie stehen! Was bummeln Sie so spät herum?" — Ws dem Schutzmann keine Antwort gegeben wurde, rief der Schutzmann einen Kollegen und zmei NachtwÄchter herbei und führte mit deren Beistand den Passanten zur Polizei. Der Revieraufseher weigerte sich, ein Protokoll auszunehmcn. Er sagte: „Anständige Leute dürfen nicht nachts aus den Straßen geheut tun sie es aber doch, so haben die Schutzleute ihre Personalien festzustelleut und anständige Leute geben immer eine Antwort."
Infolge Sturmes sind in Charleroi vier im Bau begriffene Gebäude eingestürzt.
Der Attentäter Syveton f.
Paris, 8. Dezember. Der Deputierte Syveton, der nach seinem Attentat auf General AudrHe für dreißig Sitzungen vom Parlament ausgeschlossen worden war, hätte heute wieder das Recht gehabt, in die Kammer z«- rückzukehren. Er sollte morgen vor dem Schwurgericht erscheinen. Heute mittag nach dem Essen legte sich Sy've- ton schlafen, nachdem er offenbar, weil cs im Zimmer zu heiß war, den Kaminzug geschlossen hatte. Als seltne Frau ihn später wecken wollte, fand sie ihn bewußtlos. Er starb während man Wiederbelebungsversuche anstellte.
bä. Berlin, 9. Dezember. Wie die Morgenblätter zu dem gestern in Paris erfolgten Diode des Abgeordneten Syvetou melden, hatte sich der Abgeordnete um 3 Uhr in sein Arbeitszimmer 'begeben, um, wie er sagte, an der Nerteidigungsrede für den Prozeß, dessen Beginn auf heute angesetzt war, zu arbeiten. In dem Zimmer legte er sich jedoch aus den Divan und schlief ein. Als seine Gattin eine Stunde später das Zimmer betrat, fand sic den Gatten schwer röchelnd vor. Der sofort herbeigerufene Arzt stellte vergebens Versuche mit rhythmischer Zuugendehnung an, aber Syvetou starb nach kurzer Zeit. Bei dem Besuch des Polizeikomimissars fand man in dem Iuleitnngsrohr des Gasofens ein zusammengerolltes Ltück Zeitungspapier, mit dem das Rohr verstopft war. §s entstand aber das Gerücht, daß Syveton . infolge Selbstmordes gestorben sei. Diese Annahme erhielt noch dadurch einen Schein von Glanbtvürdigkeit, daß darauf hingewiesen 'würde, Syvetou werde heute in dem vor dem Schwurgericht beginnenden Prozeß durch angebliche Enthüllungen ans seiner Wiener Sprachlehrerzeit kom- vromittiert meiden, eine Vermutung, die, wie sich ans Erkundigungen an zuständiger Stelle ergab, der Grundlage entbehrte. Eine genaue Untersuchung des Gas- schlau ch cs bewies aber, daß es'sich um einen Unglückssall handelt, der durch einen Riß im Gasschlauch verursach: worden war. Die Beerdigung Syvetous soll Sonntag erfolgen. Coppäe, Lemaitve und General Jacquet werden am Grave 'Reden halten. Der Tod des Abgeordneten erregt in Paris das größte Aussehen. Eine besondere Tragik erhält der Unglückssall noch dadurch, daß, wenn der Gerichtshof nach den gesetzlichen Bestimmungen gehandelt hätte, Syvetou noch am Leben wäre. Alle Angeklagten, die vor das Schwurgericht kommen, sollen nämlich 48 Stunden vor der Verhandlung verhaftet werden. Man hatte aber bei Syvetou wegen einer schwebenden Duellaffäre von der 'Verhaftung Abstand genommen. Die Familie des Verstorbenen ist nicht reich. Man wird vermutlich eine Ehrengabe für sie sammeln.
bä. Paris, 9. Dezember. 'Einen Tag nach dem Attentat auf Audrä hat Syvetou sein «eben bei einer amerikanischen Lebensversicherungs-Gesellschaft versichern lassen. Er gab dem Beamten an, daß er fürchte, mau würde versuchen, ihn ans dem Wege zu räumen. Auffallend an der "Leiche ist eine breite Stiruwunde. Die Witwe nimmt an, daß diese durch einen Sturz auf das Parkett verursacht sei.
bä. Paris. 9. Dezember. Die heutigen Morgenblätter veröffentlichen lange Einzelheiten .. über das tragische Ende Syvetous. Die nationalen Blätter machten leinen Hehl ans dem Zweifel übler das plötzliche Ableben ihres Parteimitgliedes. Sie beschuldigen offen das lKabiuett, sich Syvetous entledigt zu haben, weil man die Enthüllungen, welche Syvetou über die Machenschaften pes Kabinetts in dem bevorstehenden Prozeß machen konnte, sehr fürchtete. Der „Jntransigeant" legt erue besondere Heftigkeit an den Tag und überschreibt seinen Artikel: Ein Mord! „Libre Parole" bleibt nicht zurück ünd betitelt seinen Artikel über den Tod Syvetous: Die Ermordung Syvetous. Die Aufregung unter den politischen Freunden Syvetous ist ungeheuer. Infolge dieser Aufregung wird die politische Lage eine sehr kritische. Die heutige Kommersitzung verspricht eine tnmultuöfe zu werden. Alles deutet jedoch darauf hin, das -syvetou bas Opfer eines tragischen Zufalles geworden ist.
wb. Paris, 9. Dezember. Mehrere Freunde syvc- tens, die gestern abend in der Wohnung des Verstorbenen erschienen, gaben dem Verdachte Ausdruck, daß Syveton 'bas Opfer eines freimanrerischcn Verbrechens gewor- 'oen fei. Insbesondere wird von ihnen der Umstand «eltend gemacht, daß das Rohr EveS Gaskamins mit meh- TE wn Zeitungen verstopft war, unter denen sich die kestrigeRummer des„Jntransigeant"bcsand. Der nationa- iytische Deputierte Guyot de Villencnve erklärt, daß er bh einen unglücklichen Zufall absolut nicht glauben tvune, und daß Syveton nicht die geringste Ursache zu ^lnem Selbstmord gehabt habe. Aus Vorgefundenen Arten Syvetous gehe hervor, daß er seinen Verteidiger, «n Advokaten Henri Robert, noch für gestern abend um «im Zusammen kn ns t gebeten hatte. Der Präsident f e * Vaterlandsliga, Lemaitve, sowie FranooiS Coppye
andere haben 'unumwunden erklärt, sie seren uber- c^ugt, daß Syveton umgebracht worden sei. . Fram'ms Gppye kniete am Sterbelager nieder und rief: „Wir "erden dich rächen, armer Syveton,' ich werde an fernem Eirabe deine Mörder brandmarken!" Nach der Ansicht J~’, Untersuchungsrichters und der Sachverstündlgen ist sE,^boch ganz unzweifelhaft, daß lediglich ein Unfall vor- Das Zeitungspakct, welches man in dem Kamin L n &, hat bei dem Unglücksfall gar keine Nolle gespielt, ^cr Gasofen selbst -rar seit längerer Zeit in einem sehr Mechtcn Zustande und Syveton hatte sich wiederholt «ruber beklagt. AIS er sich gestern nach dem FkulMict uj*i» Arbeitszimmer zurückzog, um sein Plaidvycr für "üen Prozeß vorzubcreiten, sagte er, als er die Tur
öffnete: Es riecht hier schlecht. Gleichwohl unterließ
er cs, das Fenster zu öffnen und setzte sich an seinen Schreibtisch. Die Leiche wird heute nacht 11 Uhr nach 'der Morgue gebracht und dort gerichtsärztlich obduziert werden. Der Prozeß, der für heute vor dem Schw'nr- gericht ariberaumt war, wird selbstverständlich nicht statt- finüen. Der Staatsanwalt wird 'dem Gerichtshöfe zu Beginn der Sitzung den Tod Syvetous zur Kenntnis bringen und beantragen, daß jedes Verfahren eingestellt werde. Erwähnt sei noch, daß sich in der Liste der 274 Deputierten, die gestern gegen die 'Regierung gestimmt haben, auch der Name Syveton befindet. Seine Freunde hatten für ihn gestimmt, was nach der Geschäftsordnung der französischen Deputiertenkammer zulässig ist.
Letzte Nachrichten.
Sonttncntal-Tclegravven-Ki'mvaanle.
Berlin, 9. Dezember. Die „Konservative Korrespondenz" erklärt: Die konservative Partei werde niemals einem Handelsvertrag ihre Zustirmnung geben, durch welchen in irgend einer Weise cm dem Viehseuchenschutz gerüttelt werden sollte.
Berlin, g. Dezember. Die „Voss. Ztg." meldet, es bestehe begründete Aussicht, daß der Abgeordnete Eugen Richter in wenigen Tagen an Len Arbeiten im Parlament wieder teil- nehmcn werde. Die Meldung, Latz er an der Zuckerkrankheit und am Star leide, sei unbegründet.
Berlin, 9. Dezember. Der „Voss. Ztg." zufolge finden gegenwärtig wegen der Aufstellung eines Gesetzentwurfes über die Rechtsfähigkeit von Berufsvereinen Konferenzen zwischen dem Reichsamt des Innern und anderen Ressorts statt.
Emden, 9, Dezember. Zuverlässig verlautet, der Dortmund-Ems-Kanal werde am 2. Januar abermals auf längere Zeit gesperrt werden, weil der Zustand der Schleuse südlich von Meppen äußerst bedenklich sei.
Wien, 9. Dezember. Das „Fremöenblatt" schreibt: Meldungen aus Konstantinopel berichten über den Zwischenfall, der sich zwischen Skutari und Albania zutr'ug. Türkische Zollbeamte und Gendarmen sollen daselbst ge- 'waltsam die Beförderung der österreichischen Post verhindert haben. Botschafter Calice tat sofort die nötigen Schritte, um die Absetzung und Bestrafung des Zollamis- direktors un'd des Gendarmeriechess zu verlangen. Mit dieser Angelegenheit stehen die Gerüchte im Zusammenhang, die von einer beabsichtigten Entsendung eines österreichisch-ungarischen Geschwaders sprechen. Diese unterbleibt aber, wie man annimmt, vorläufig.
Paris, 9. Dezember. Der „Matin" kritisiert in sehr scharfen Worten den französischen Botschafter in Petersburg, Bompart, weil dieser anläßlich der letzten in Frankreich ansgegebenen russischen Anleihe sich in keiner Weise bemüht habe, der französischen Industrie russische Kriegs'bestellnngen zu verschaffen.
London, 9. Dezember. Ein von der „British Assoziation" eingesetzter Ausschuß 'zur .Untersuchung der Frage, ob die Wurmkrankheit der Bergleute in den englischen Gruben dauernd sein werde, hat seinen Bericht eingereicht. Darin wird gesagt, daß die Krankheit auf mannigfache Weise eingeschleppt werden kann. Die Zustände, die der Ausschuß in den englischen Kohlengruben fand, lassen befürchten, daß in vielen Fällen die Wurmkran'kheit sich sestsetzeu werde. Die Vernichtung des Wurmes sei kostspielig und noch niemals ganz gelungen. Der Ausschuß empfiehlt sofortige Vorbeugungs- maßregeln und vor allen Dingen dafür Sorge zu tragen, daß jede Verunreinigung der Hauptwege unter Erde und der Grubeneinsahrten durch menschliche Exkremente verhindert werde. Die Arbeiter der infizierten Gebiete sind einer gemäßigten Quarantäne zu unterwerfen. Dem Minister des Innern ist von jedem Fall Mitteilung zu machen.
London, 9. Ddzember. Der Ausschuß 'Zur Besichtigung des von der Regierung den Z i o n i st c n zur Verfügung gestellten Gebietes in Ostafrika wird noch in diesem Monat abreisen und am 10. Januar in Ostafrika ein- tresfen. Der Ausschuß besteht aus dem 'Major Gibbons, dem Professor Kaiser und 'dem Dr. Wilbusch. Professor Kaiser ist wissenschaftlicher Berater der 'Nordwcst- 'KamerniDGesellschaft, Dr. Wilbusch ist Ingenieur.
Washington, 8. Dezember. (Reuter.) Japan hat die Einladung der Vereinigten Staaten zur Teilnahme an der zweiten Haager Friedenskonferenz unter der Bedingung angenommen, daß die Verhandlungen der Konferenz den gegenwärtigen Konflikt nicht berühren. Diese Mitteilung ist dem Staatssekretär Hay heute von dem japanischen Geschäftsträger Hioki überreicht worden.
Deveschenbureau veröl d.
Berlin, 9. Dezember. In der gestrigen Stadtver- ordnetensitzung wäre es beinahe znm Rücktritt des Stadt, verordnetenvorstchers Dr. L a n g e r h a n s gekommen. Nachdem er einen Antrag der sozialdemokratischen Partei ohne Widerspruch auf die Tagesordnung gesetzt hatte, nahm er unvermutet als erster Veranlassung, denselben mit Rücksicht auf die durch die Städteordnnng für das Arbeitsgebiet der Stadtverordneten-Versammlungen ge- zogenen Grenzen als unzulässig zu bekämpfen. Er setzte sich dadurch in Widerspruch mit allen Parteien des Hauses und wurde an den letzten Konseyuenzen seiner Auffassung nur durch einen Vertagungsantrag ge- hindert.
Paris, 9. Dezember. Der radikale, antiministerielle Deputierte Collin brachte gestern in der Kammer beim Justiz-Etat abermals die Denunziations-Asfaire zur Sprache. Er brachte einen Antrag ein. der lautet: die Kammer fordert die Regierung auf, alle Justizbeamtc, die in den Denunziations-Manövern kompromittiert worden sind, vor den obersten Gerichtshof zu stellen. Der Antrag wurde mit 278 gegen 274 Stimmen, also mit nur 2 Stimmen Mehrheit, abgelehnt.
Prag, 9. Dezember. _ Nach dem „Prager Tageblatt" werden sich die österreichischen Unterhändler ilächster Tage nach Berlin begeben, da bezüglich der Zölle ans Hopsen und Holz eine weitgehende Annäherung vorliogt, wogegen über Viehzöllc lind Malz uoct> keine Einigung erzielt sei.
Warschau, 9. Dezember. Jener Hausmeister, welcher der Polizei derartige Angaben gemacht hat, daß dieselbe
das Versteck des revolutionären Komitees auffand, viele Verhaftungen vornahm und eine große Zahl Schriften! beschlagnahmte, wurde vom Komitee zum Tode verurteilt und' ist bereits ermordet aufgefunden worden.
Petersburg, 9. Dezember. Wie verlautet, hat Großfürst Sergius die Absicht ausgesprochen, in allernächster Zeit von dem Posten des Generalgouverneurs von Moskau zurückzutrcten. Die Veranlassung hierzu sei, daß sich der Großfürst den Befehlen des Ministers des Innern nicht fügen wolle. Swiaiopolk Mirski führte beim Zaren Beschwerde darüber, der sich auf die Seite des Ministers stellte. Der Großfürst wird binnen kurzem nach Petersburg übersiedeln und dort wahrscheinlich das Amt seines kranken Bruders Wladimir übernehmen.
wb. Marburg, 9. Dezember. Infolge der starken Regengüsse führen die Lahn und ihre Nebenflüsse Hochwasser.
■wb. Rheinfeldeu, 9. Dezember. Am Rechen des Turbinenhauses der Kraftübertragungswerke wurde eine bis zur Unkenntlichkeit entstellte männliche Leiche angeschwcmmt. Der Kopf war vom Körper getrennt, Füße und Arme fehlten. Man nimmt an, daß der Ertrunkene beim Baden verunglückte. Die Leiche muß schön mehrere Monate im Wasser gelegen habem lick. Trier, 9. Dezember. Die Mosel ist seit gestern um 2 M-tcr gestiegen und führt Hochwasser, ebenso die Saar nahe bei BlicS.
wb. Elberfeld, 9. Dezember. Die städtische Burcauverwaltnng plant, hiesigen Zeitungen zufolge, die Errichtung einer Markthalle, für welche an Grunderwerb 690 000 M. und an Baukosten 480 000 M. gefordert werden sollen.
wb. Solingen, 9. Dezember. Auch hier soll jetzt ein B i S» marck-Denkmal errichtet werden in Gestalt eines Brunnens. Der Baufonds beziffert sich bereits auf 12 000 M.
wb. Obqrstein, 9. Dezember. Das anhaltende Regcnwettcr der letzten Tage scheint sich glücklicherweise gelegt zu haben. Die Nahe war im Lause des gestrigen Tages derart angeschwollen, daß das Wasser in die anliegenden Häuser drang und die Keller zum Teil geräumt werben mußten. Auch vom Berg herab drohte der starke Wasserabfluß verheerend zu werden. Beim Hause des Herrn Konditor Loch in der Hauptstraße schien die Dohle sich vcr-j stopft zu haben, infolge dessen füllte sich in kurzer Zeit der Keller des Herrn L. derart mit Wasser, daß er erst nach stundenlangem Pumpen entleert werden konnte und dem Besitzer einen beträchtlichen Schaden verursachte..
wb. Mannheim, 9. Dezember. Schwer verletzt wurde in Neckarau der verheiratete Taglöhner Karl Schuhmacher von dort durch einen Wurf mit einem Pflastersteine an den Kopf, wodurch er einen Schädelbruch erlitt und ihm am rechten Ohr das Trommelfell platzte. Als Täter wurde ein 19jähriger Taglöhner aus Mainz ermittelt und vorläufig sestgenommen.
bck. Berlin, 9. Dezember. Die Strafkammer sprach gestern den Universitätsprofcssor Dr. Martin Mendelsohn, der bekanntlich in eine Kuppelei-Affaire verwickelt ist, auS juristischen Gründen frei. Die Beweisaufnahme ergab, daß Menbelsob« vielfach Verkehr mit 14- bis 15jährigen Mädchen suchte.
wb. Hoyerswerda, 8. Dezember. (Amtlich.) Am 6. Dezember, nachmittags 8 Uhr 8 Min., fuhr eine leere Lokomotive von der Krcuzungsstation Bärhaus der Linie Kohlfnrt-Falkenberg nach Ruhland ab. Etwa zu derselben Zeit fuhr der Güterzug 8558, angeblich ohne Auftrag des Stattonsbeamten, von Ruhland nach Bärhaus zu ab. Beide stießen bei Kilometer 99,9 zusammen. Zwei Lokomotivbeamte wurden getötet, die anderen beiden schwer und zwei Zugbeamte leichter verletzt. Das Hauptgeleis war bis morgens 7 Uhr unfahrbar. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen an der Unsallstelle aufrechterhalten. Die Lokol Motiven sind stark beschädigt, drei Wagen zertrümmert und vier Wagen teils beschädigt, teils entgleist.
bck. Anklam, 9. Dezember. Auf der Peene kenterte ein Boot, wobei die beiden Insassen, der Zimmermann Krüger und seine Frau, ertranken. Die Verunglückten hinterlasse« 7 Kinder.
bck. Graz, 9. Dezember. Der Agent Karl Kuschl, ein früherer Offizier, erschoß gestern während des Konzertes in der Industrie- halle die 18jährige Leontine Traunwieser auS Eifersucht.
wb. Budapest, 9. Dezember. Infolge eines OrkanS auf der Bahnstrecke Sarajewo-Mochar wurden 3 Waggons eines Personenzngs auf offener Strecke nmgeworfen. Ein Bremser wurde getötet, ein Reisender schwer verletzt.
bck. Petersburg, 9. Dezember. Als wahrscheinlicher Nachfolger Alexejews wird Fürst Galizin. der Generalgonverneur des Kaukasus-Gebietes, genannt.
bck. London, 9. Dezember. Die Hinterlassenschaft der ermordeten Königin D r a g a wurde gestern in Christie bet London versteigert. Die Sachen erreichten den festgesetzten Prei- unü erzielten im ganzen 2355 Pfund.
Volkswirtschaftliches.
Marktberichte.
Fruchtmarkt zu Wiesbaden vom 8. Dezember. 100 Kilo Hafer 14 M. 80 Pf. bis 15 M. 4» Pf., 100 Kilo Richtstroh 8 M. 80 Pf. bis 4 M. 40 Pf., 100 Kilo Heu 7 M. bis 7 M. 40 Pf. An- gefahren waren 7 Wagen mit Frucht nnd 24 Wagen mit Stroh und Heu.
Fruchtmarkt zu Limburg vom 7. Dezember. Roter Weizen per Malter 14 M. 80 Pf., per 100 Kilo 18 M. 50 Pf., Korn per Malter 10 M. 50 Pf., per 100 Kilo 14 M., Gerste per Malter 10 M„ per 100 Kilo 15 M. 38 Pf., Hafer per Malter 7 M. 20 Pf., per 100 Kilo 14 M. 40 Pf.
Geldmarkt.
Frankfurter Börse. 9. Dezember, mittags 12*/., Uhr. Kredit- Aktien 242.40, Diskonto-Kommandit 492.20, Deutsche Bank 234.00, Staatsbahn 139.25, Lombarden 17.70, Laurahütte 259.50, Bochumer 231, Gclsenkirchener 229.70, Harpener 216.50. 8proz. Mexikaner 33.10. Tendenz: beruhigt.
Wetterdienst
der Landwirtschaftsschulc zu Wcilbnrg.
Voraussichtliche Witterung für Sams» tag. den 10. Dezember 1004:
Windig, zeitweise auch starkwindig, vorwiegend trübe, milder, vielfach Regen.
Genaueres durch die Wcilbnrger Wetterkarten, welche an der Plakattafel des „Tagblatt"-Hauses, Lang- gasse 27, täglich angeschlagen werden.
Geschäftliches.
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---— moderne Sachen, mit
20 °» Milbatt.
Wilhelm rtraaiie 24 bei Joh. H<Vrd. Elilirer.
_ Spezialität erstkla ssige Ledervvaaren. 3672
Die Abend-Ausgabe umfaßt 1<; Seiten ~
in«. ..Land- und hauömirtschaftliche Rundschau" Nr. 23 und eine So nder-Beilage.
Leitung: W. Schulte vom Brühl.
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m eonnenoetg, mr den übrigen redaklionrlle» Trill E. Röthrrdr: füc die Kylien und Reklame» : H. Dor^aul: bribe in «»-»baden.
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