N -. 488 . _ Aveud-Arr sgade, 1 . _ Wresdadener TaxblaN. _ Marrtav) IV. Mtober lSv». _ Kette 8 .
„ errinßtit, noch viele Tausende Menschen geopfert werden müßten. — Wie verlautet, wird das -Baltische Geschwader vorderhand nicht nach dem äußersten Orient ab-
^hck. Petersburg, 16. Oktober. Unter dem Publikum herrscht neben Niedergeschlagenheit eine dauernde Gereiztheit über die amtlichen Meldungen bezüglich der Schlacht bei Muköen. Die Bevölkerung nimmt die aller- schlimmsten Meldungen aus dem Auslande für Wahrheit. In vielen Kreisen wird Kuropatkin wegen seiner Proklamation getadelt, da dieselbe die Absicht der Russen vorzeitig bekannt gab und so einen Erfolg der Offensive vereitelte.
Um Port Arthur.
hd. London, 17. Oktober. Port Arthur wird seit r»em 12. Oktober ununterbrochen bombardiert. Die Sieqesnachrichten aus der Mandschurei erhöhen den Mut her Belagerer. Die Verteidiger sind unermüdlich, aber .juige Forts der inneren Peripherie sind gefallen.
hd. Petersburg, 15. Oktober. Nach einer Meldung aus -Tschifu ist die Verbindung mit Port Arthur jetzt säst vollkommen abgeschnitten. Die Beschädigung des Retwisan" durch das Bombardement ist unbedeutend. Dagegen wurde auf dem Kanonenboot „Giljak" der Kommandant und viele Matrosen getütet. Die Japaner befestigen seist besonders die Höhen bei Takuschan im Osten. Augenscheinlich wird ein neuer Sturmangriff vorbereitet.
hd. London, 15. Oktober. Nach Meldungen aus Tschifu soll dort ein drahtloses Telegramm StösfclS cingetroffen sein, welches dem dortigen russischen Konsul meldet, daß in Port Arthur die Vorräte an Kohlen und Munition ausgegangen seien.
Das Baltische Geschwader
wb. Allingc, 16. Oktober. Im Laufe des Vormittags passierten von den Schiffen des russischen Baltischen Geschwaders noch 4 Schlachtschiffe, darunter wahrscheinlich das Admiralschiff, 2 Torpedojäger, 5 Kreuzer und 3 große Transportdampfer.
wb. Paris, 17. Oktober. Die hiesig: Ausgabe des „New York Gerald" meldet aus Petersburg, daß das Baltische Geschwader gestern nacht eine KreuzungSsahrt gemacht habe und nach Libau zurückgekehrt sei. lDer Korrespondent des „Matin" gibt als Grund dieser Rückkehr an, die Schiffskommandeure hätten gleich nach ihrer Abfahrt bei dm auf hoher Sec vovgcnomurcnen Schießübungen bc-merkt, daß die Richtungsvorrichtungcn der Geschütze nicht richtig funktionieren. Es sind sofort 80 Arsenalarbeiter mittels Dondcrzng-cs nach Libau geschickt worden, doch dürsten die Ausbesserungsarbeiten mehrere Wochen dauern. Es liegt außer Zweifel, daß eine gewisse Anzahl der Sch-isfe nicht sofort nach Ostasim abfah- eeu können.
(Siehe auch „Letzte Nachrichten".)
Deutsches Reich.
* Hof. «nd Perfonal-Nachrichten. Reichskanzler Graf
B ü l o n) reiste gestern früh von Homburg nach Berlin zurück) seine Gemahlin begibt sich nach der Schweiz.
* Regelung des Lottcriclvesens. Nach der „Neuen Politischen Korrespondenz" schweben wie mit Hessen, so auch mit anderen Bundesstaaten Verhaust lungenPreußens wegen gemeinsanier Regelung des Lotteriewesens. Die Verhandlungen lassen ein günstiges Ergebnis erwarten.
Ausland.
* Östcrrcich-llnanrn. Aus Budapest, 16. Oktober, wird gemeldet: Die parlamentarische Lage ist neuerdings äußerst kritisch. Die Konferenzen zwischen Tisza und der Opposition sind abgebrochen. Die oppositionellen Wge- ordneten sind nach Hanse gereist, um ihren Wählern Be- richt zu erstatten. Die Auflösung des Parlaments ist wahrscheinlich. _
mng war Frau R e n i e x , welche die Roschana gab: -eist, und lebensprühend, wie alles, was diese rater- ssante Schauspielerin schafft. Das Publikum hatte auch gestern für die Wunder „Oberons" nur ungeteilte Be- uittttäKi mm
So wollen wir denn getrost dem neuen Jahrzehnt ntgegeusehen und dem guten künstlerischen Geniu» des Danses vertrauen, auf daß — wie der Dichter gestern chlotz — dies Haus immer mehr „c t n hehrer Tempel des Genießend werde!" V.
KeMiy-Thelüer.
SamStag, den 15. Oktober: Uraufführung:
e o docr.' Schwank in 8 Akten von Wilhelm - v b y und Arthur L t p p s ch i tz. In Szene gesetzt
Die oft und finden verschiedensten Tonarten gehörte e, daß heute jeder über seine Verhältnisse lebt, nach äußeren Schein einer höheren Ge i« llichafE - ah< t, in die er nach seinen wirklichen Verhältnissen nicht rt, wurde am Samstag nun auch noch in der «orm
; Schwankes erhoben, -sozusagen also «-n so Ml ischer Schwank. Das genannte Volksübel erreicht kanntermahen seinen Höhepunkt, wenn m der erreichen Familie die holde Bchon einer Herrats lichkeit alles mit rosigem Lichte umnebelt. Ein an aer Wettlauf in der schönen Kunst des -lusschueldenu aut, bis zum Schluß nicht selten beide -^eUe die
Diesem Thema präludiert der erste Akt des Schwan.
Ein alter ehrlicher Landrichter, der jedem erzählt, er nichts als 5000 M. Pension habe, spricht -S ernst Die anderen wvllen's lustig zeigen. Wir sehen - e Ktchen Parteien, d. h. die beiden Liebenden b tiersivchter Erna (Fräulein Bl an den) und de servatertumsdirektor Böttcher iHerrn Wi be lmy und sympathisch), ihre Kampfstellungen v ziehen die ersten Vvrpostengefechte liefern. Auf Bö chers e fungiert der gerissene Journalist Hummel -als eralstäblcr, von Herrn HeteSr tififl« ^ gen eleganten Beweglichkeit gespielt. D ö - ißt die erste Entscheidungsschlacht. Das heiratenoe
* Frankreich. Das Kriegs-Ministerium dementiert -die I Meldung hiesiger Blätter, wonach das Verfahren gegen die vier verhafteten Offiziere in der d'Autriche.Affäre von den AngeÜagten selbst veranlaßt worden sei. Ter Gouverneur hätte die Wisd-erverchastung angeordnet, bevor das Gesuch, betreffend -die Verweisung vor ein Kriegsgericht, bei ihm eingetroffen war. — In Paris fand eine Versammlung von 600 Personen statt, die sich für die obligatorische Einführung der Sonntagsruhe aussprach. Ein diesbezüglicher Gesetzentwurf war von der Kammer bereits angenommen, vom Senat aber abgelehnt worden.
* Marcstto. Der Sultan ließ allen fremden Gesandtschaften mitteilen, daß die äußeren Bezirke der Stadt Tanger für Europäer unsicher seien. -Europäer, die sich über -die Stadt hmansbegeben wollen, müssen dies dem Gouverneur anzeigen, der ihnen eine Sicherheitswache mitgibt. Zwei Stunden von Tanger entfernt stehen die Kabylen im Kampf mit -den Regienmgstruppen.
* Kongostaat. In Hamburg kommt im November der P r o z etz d er E rb e nst e s H a n d eI s a g en t en Rabinek gegen den K o n g o st a a t zur Ver- h-andlung. Rabinek, der Vertreter -einer Hamburger Firma, ist das unglückliche Opfer der Rechtstheorie -der Kongoregierung geworden, daß alle Rohprodukte des Kongostaates, die einen Wert besitzen, von vornherein Regal seien und nicht den Gegenstand freien Handels bilden könnten. Tie bei ibm von Amts wegen beschlwg- nahmtenWaren gehörten tatsächlich der Hamburger Firma: diese will sich nun- nach vergeblicher Klage bei den belgischen Gerichten- an Gütern des Kongosta-ates auf einem Hamburger. Dampfer schadlos halten.
Aus Stadt und Zand.
-Wiesbaden, 17. Oktober.
Frauenbewegung «nd Arbeitcrinncnfrage.
-so lautete das Thema, über das am Samstagabend Fräulein Elfe Luders aus Berlin im Wahlsaal des Rathauses einen Vortrag hielt. Fräulein Lüders steht mitten drin in der Frauenbewegung, sie zählt zu den wenigen Frauenre-ch-tlerinn-en, welche die Emanzipation 'der Frauen nicht damit beginnen, daß sie Titusköpfc und gestärkte Leibwäsche zur Schau tragen, um sich nach und nach zum vollendeten, dem rechten Mann unausstehlichen. widcrwärtigenMannwei-b zu metamorphosieren. Fräulein Lüders faßt die Emanzipation innerlicher -auf: dem Weib, was dom Weib.' ist, das aber auch voll und ganz! Dem Weibe Bildung, aber auch Schutz, nicht nur der Frau des Mittelstandes und der höheren Stände, sondern -auch der Frau der arbeitenden Bevölkerung. Sie verlangt dasselbe für die Proletarierfrauen, was die Arbeiterführer für die Arbeiter verlangen: Besserung der w-irt- schastlickien Verhältnisse und vermehrte Zugänglichmachung deS geistigen Besitztums unserer Nation. Wir geben nachstehend einen kurzen Auszug ihres verständigen Vortrags, von dem wir nur wünschen, daß er nicht spurlos vorübergehen möge. Die Arbeitertnnenbewegung ist ein Teil der Frauenbewegimg. Bisher wurde in Deutschland die Arbeitwinnenbcwegung von den Anhängerinnen der Frauenbewegung ziemlich unbeachtet gelassen, manchmal sogar direkt bekämpft. In der Frauenbowegirng stand von der ersten Stund: an die Gildungs- und Erwerbsfrage auf der Tagesordnung: in der Arbeitcrinnenb-öwegnng hat man -dagegen nicht n-ot- wendi«. sich das Recht auf Arbeit erst noch zil erringm. D-as wird ohne weiteres zugestanden, denn die moderne Großindustrie braucht die Frauenarbeit und die Kinderarbeit. In allen Ländern, die sich -allmählich zu Industriestaaten entwickelt haben, bietet sich -dassstbe Bild: das -Elend der arbeitenden Frauen und Kinder schreit zum Hiwmel. Zunächst regt sich nur im Philanthropen das Mitleid mit den Ausgebeuteten und besonders mit den
arbeitenden Kindern, und vernünftigen Männern wird es klar, daß die übermäßige industrielle Tätigkeit der Frauen irnd Kinder zu einer Entartung der Rasse führen muß. Die Sorge für den Militarismus veranlaßt« den Staat zuerst, Schutzmaßrcgeln für Fabrikarbeiterinnen zu schaffen. Wie stellt sich nun die Frauenbewegung zur Arbeiterinnenfrage? Wenn man die politischen und sozialen Verhältnisse Deutschlands betrachtet, dann muß man zugcste'hen, daß der Liberalismus sich großer Unterlassungssünden schuldig gemacht hat dadurch, daß er sich nicht bei Zeit und energisch der Forderungen der Arbeiterschaft angenommen und nicht versucht hat, auch die Arbeiterbewegung in sein Programm anfzunehmen. Das ist mit -Schuld, daß sich gerade in Deutschland das Volk in zwei Hälften spaltete, in Arbeiterschaft und Bürgertum. Das ist ein großer nationaler Schaden, ein großer Schaden für unsere Kultur. Erst seit dem letzten Jahrzehnt beschäftigt man sich mit größeren sozialen Problemen, wie Arbeiterinnenfrage, Wohnungsfrage, Sittlichkeitsfrage ufw>. Die Ar!öeiteviunenbewogung Deutschlands hat sich eng augeschlossen an die sozialdemokratische Partei, sie hat auch alle Leiden dieser Partei durchzumachen gehabt. Von großer Bedeutung ist es für di« Arbeiterinnenbewegung, daß sich (S-ewerksch-aften gebildet haben: wenn man die Lage der Arbeiterinnen verbessern will, dann mutz m-an ihnen dringend zur-aten, sich Bernssvvgauisationen anz-üsch-ließen, aber ohne ihre politische und religiöse Neutralität auszugeben. Die Frauengewerkschaften D-eutschlanids zählen zurzeit etwa 40 000 Mitglieder, dazu ko-mmen noch- etwa 3000 anderweitig -organisierte Frauen. Weil naturgemäß die Arbeite- rinnenfrage mit dem Sozialismus verknüpft ist, scheuen sich noch zahlreiche bürgerliche Frästen, sich eingehender mit dieser Frage zu beschäftigen. Die Aufgabe dev Frauen, welche in der Frauerrbewegung stehen, ist es, diese Scheu zu überwinden, die Frauen zu selbständigem Deukm anzuleiten und an das warme Herz der Frauen zu appellieren. Die Mitarbeit in der Arbe-itcrinnenbe- wogung wird auch dadurch erschwert, daß die Frauen der bürgerlichen Kreise mit den Frauen der Arbeiterkreise fast nur znsammentrcffen, wenn es sich um Wohltätigkeits-Veranstaltungen oder gemeinnützige Bestrebungen handelt. Da gewöhnen sich viele der Damen an, so ein bißchen „von oben herab" mit den Arbeiterinnen zu verkehren: das aber läßt sich eine aufgeklärte Arbeiterschaft, die selber denkt, nicht mehr gefallen. Die Bürgerssrau muß der Arbeiterin gegenüber zunächst die Lernende sein, sie muh sich in die Wohnungsnot, in die Kinderarbeit nicht nur mit dom Berstand hin-eindenken, sondern auch mit dem Herzen hineinfühlen und lernen» sich vorzustellen, was es für die Frau des Arbeiters heißt, jahrein, jahraus in ihren Verhältnissen leben und die Ausgaben mit den geringen Einnahmen in Einklang bringen. Die Rc-dnerin gab einige Bilder aus -dem Leben der Arbeiterinnen, der jugendlichen Arbeiterinnen, der arbeitenden Kinder, der Heimarbeiterinnen, der Saisoninb-Ustrie — Bikder, wie sie nicht selten in den Spalten der Tageszeitungen aussteigen, und wi-e sie auf allen Arbeiterkongressen, A rbei te rs ch-utz-ko ngve ss en -und ähnlichen Veranstaltungen stets in Masse zur Sprache gebracht werden. Namentlich das entsetzliche Elend iver Heimarbeiterinnen, die es vielfach trotz einer Tages- arbeit von 15 Stunden nicht über 4 bis 7 M. Wochen lohn bringen, verlangt, daß der Votkswille aufsteigt und die Regierung und die gesetzgebenden Körperschaften zwingt, -Gesetze z-nm Schutz und zur Besserung der Lage der Arbeiterinnen z-u schaffen. Die gebildete Frau muß sich der Arbeiterin annchmen, die bürgerlichen Frauen, die in der Frauenbewegung ste-hen, müssen cs sich angelegen sein lassen, d-as Gewissen ihrer Kreise _»u wecken, die Arbeiterinneu-Ovganifationen zu unterstützen und die Propaganda für Arbeitcrinnenschntz zu fördern. Der gut und fast durchweg von Frauen der besseren Stände besuchte Vortrag erntete reichen Beifall. ck.
ilternpaar, Herr Schultz« in seiner wirkungsvollen omik emeritierter Zuckerbäcker und -aktiver -Lammlcr on „Flüssen" mit Frau Krause, die gr-avitänsäi-ernst jre Rolle als die bekannte gebildete Mutter mimte, die irtwührend die Fremdwörter verwechselt, will sich as Konservatorium des künftigen 'Schwiegersohnes an- 'hen. Der hat natürlich nicht einen einzigen 'Sckmler. lber der (8-eneralstübler Hummel weiß die Gefechts- cuppen aus dem Nichts zu schaffen. Er fängt einen ellnugsuchenden, Biolinlehrer (Herrn Bartak), einen usgesuugenen Brüllsänger (Herrn Rücke r), einen der altwasserheilanstalt entflohenen Zensürbeamten (Herrn ioberts, in brillanter Maske), ein paar sanges- rstige -Mädchen usw., ein, und als der ko-m-maubiereude >eneral, will sagen die Schwiegermama in 8ps, zur Be- chtigung erscheint, präsentiert sich das 'Konservatorium i einem Betrieb, der den Direktor als Krösus erscheinen ißt. Im dritten Akt der entscheidende Vorstoß von der Gegenseite. Die Rcntiersfamilie gibt ihren „Five ’clock". Auch sie hat ihren Generalstäbler, eine ele- ante Richte (Fräulein Frey), die an Jnszenierungs- unst ihrem Partner auf der Gegenseite nichts nachgibt. ft-ute Bilder, auf zwei Tage „zur Auswahl bestellt, hm licken den Salon. Ein bedienender Mohr und em Baron als Aufputz" worden gemietet. Vtzitenkartcu nt klingenden Namen, deren Träger fclbstvcrstanolich en Salon nie gesehen haben, paradieren in ostentat-ver jugänglichkeit. So geht denn das Schicksal seinen Laus. Ae beiden, di« nichts mitkriegen, krregen sich richtig. Ar Schwank müßte vor Torschluß noch zur Tragödie werden, -erschiene nicht -ein alter Erbonkel (Herr O h r!) nd gäbe mit seinem Segen auch das nötige Heiratsgnt. da die Sache bei den beiden so gut abläuft, wehren sick uch die beiden Generalstäbler gegen den Ernst des iebcns, der Heirat heißt, nicht länger, -r-i-e Tochter des Landrichters (Fräulein Noormann), den Herr tie ns chers mit der richtigen komischen Würde gao, -ekomm-t zur Belohnung für die Ehrlichkeit ihres Papas inen richtigen, -echten Baron. , . . .
Das ausverkaufte Hans applaudierte aninnert und eich-lich, so daß Herr Jacoby und Herr vr. Ranch cach dem zweiten und dritten Akt mehrmals erscheinen onntcn, den Dank und zwei mächtige -Lorbeerkranze in Empfang zu nehmen. «>- iv -
Ms Kunst und Leben.
* Königliche Schanspiele. (Spielplan-Ande- r u n g.) In dem soeben veröffentlichten Wochensptelplan ist ein Irrtum zu berichtigen. Die Vorstellung „Tann- häuser" am Mittwoch, den 18. Oktober, findet nicht im-Abv nn emen tL, sondern bei aufgehobenem Abonnement statt. Im Abonnement L ge- lan-gt am Samstag, den 22. Oktober, zur Feier des Allerhöchsten Geburtstages Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Mignon" zur Aufführung.
* Verschiedene Mitteilungen. In Kiel ist der plattdeutsche Volksdichter Johann Meyer rat Alter von 76 Jähren gestorben.
An dem Grabe Wilhelm Kanlbachs in München -fand am Samstag anläßlich seines hundertsten Geburtstages eine Gsdächtnts'feter statt, an der di: Verwandten des Künstlers, die städtischen Kollegien, sowie zahlreiche Vertreter der Künstl-erwelt teilnahmen. Professor Stieler hielt die Gedächtnisrede. Unter den am Grabe niedcr- gelegten Kränzen befand sich ein solcher der Berliner und <der Düsseldorfer Akademie der bildenden Künste.
Der Verein für Kin de rs o rschu ng , der feinen Sitz in Jena hat, hält gegenwärtig in den Gesell- schaftssülen des Zentral-Theaters zu Leipzig seine sechste Jahres-versammlnng ab. Die Versammlung wurd: durch den V-orfitzen-dcn, Anstalts-letter Trüper (Jena) eröffnet. Nach einer Reihe von Begrütziingsanfprachen hieli Pastor Flügel lWanslcben) einen Vortrag über „Das Verhältnis des Gefühls zum Intellekt in der Kindheit, des Individuums wie der Völker".
Aus Stockholm wird berichtet, der Nobelpreis für Physik werde Marcont zngesprochen werden. Außer Professor Koch würden zwei ander: deutsche Gelehrte ebenfalls für Nobelpreise in Vorschlag kommen.
Pariser Blättern zufolge wird im Jahre 1820 eine W e l: a n s st c l l u n g zum 50jähr!gcn Bestehen der Republik in Paris stattfinden.
In Reval wurde eine e st n i s ch e O p e r „Murnei'dt luttar" zum erstenmal aufgeführt. Die Komposition stammt von der Estin Mina Hermann.
