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Verlag Langgasie 21

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Samstag, 30. Oktober 1915.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 507. ♦ 63. Jahrgang.

Die Lepeniea überschritten.

voller Mitzerfolg der italienischen Gffensive am Görzer Brückenkopf. — Schloß Miramar mit italienischen Bomben belegt. — vie Serben bei Drinsk und auf der Suha Gora geschlagen. — Der Feind in vollem Rückzug vor den Bulgaren.

ver österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 29. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 29. Oktober, mittags:

Russischer Rriegsschauplatz.

Nichts Äteucs.

Italienischer Rriegsschauplatz.

Gestern »ahmen die italienische 2. und 3. Armee den allgemeinen Angriff mit aller Kraft von neuem auf. Die Schlacht war somit au der küsten­ländischen Front wieder im Gange. Den Infan­terie-Angriffen ging eine Artillerie-Borbereitung vor­aus, die sich in mehreren Abschnitten bis zum Trommel­feuer steigerte und namentlich gegen den Görzer Brückenkopf eine noch nicht dagewescne Heftigkeit erreichte. Aber weder dieses Feuer noch die folgenden Stürme vermochten unsere Truppen zu erschüttern. Abermals wiesen sic den Feind an der ganzen Front blutig ab und behaupteten ausnahmslos ihre vielfach zerschossenen Stellungen. Drang der Gegner da oder dort in einen Graben ein, so wurde er durch unver­züglichen Gegenangriff wieder daraus entfernt. Dem schweren Tage, der mit einem vollen Miß­erfolg drr Italiener endete, folgte eine ruhige Nacht.

Auch an der Dolomiten-Front dauerte die feindliche Angriffstätigkeit unvermindert fort. Hier richtete der Gegner seine heftigsten Anstrengungen gegen den Col di Lana, vor dem nun schon so viele und auch gestern zwei neue Angriffe zusammenbrachen.

Ein italienischer Flieger bedachte das Schloß Miramar mit Bomben.

Südöstlicher Rriegsschauplatz.

. Die südöstlich von B i s e g r a d nuftretenden m o n- tenegrinischen Bataillone wurden bei Drinsk und auf der S u h a Gora geschlagen. Die den t- s ch e n Divisionen der Armee des Generals v. Koeveß drangen in die Gegend von R u s n i k vor. Öster­reichisch-ungarische Kräfte dieser Armee überquerten im Angriff die durch andauernden Regen fast ungang­bar gewordenen Niederungen an der R a c a, warfen in erbitterten Kämpfen den Feind von der Cu misko­tz ö h c und erstürmten die Kirche und das Dorf Cumls. Die Armee des Generals v. Gallwitz überschritt im Raume von Lapovo die L e p c n i c a und machte südöstlich von S v i I a j n a c weitere Fort­schritte.

Die bulgarische erste Armee eroberte Prrot. Der Feind hat vor ihrer ganzen Front den Rückzug an getreten.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Hofer, Feldmarschallcntnant.

Die Ereignisse auf dem Balkan.

Zur Besetzung von Kladowa.

Br. Amsterdam, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Die „Times" meldet über die Kämpfe bei K l a d o v o : Die Besetzung von T e k i j a durch die Österreicher fand nach mehrstündiger schwerer Beschießung statt. Die Truppen zogen dann in 86 Booten über die Donau und rück­ten sofort bis Kladovo vor. Am Montag wurde die Stadt völlig geräumt, während die Bevölkerung flüchtete. Am Dienstag war Kladovo in Flammen gehüllt. Die sich zurück­ziehenden Serben hatten die Stadt und das Petroleumdepot in Brand gesteckt.

Eine Reise des bulgarischen Finanzministers nach Wien und Berlin?

Br. Budapest, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zenf. Bln.) Der bulgarische Minister Tontschew wird morgen in Finauzaugelegenheiten nach Wien und Berlin reifen. Er gedenkt, in Wien zwei, in Berlin vier Tage zu verbringen.

Griechenlands Entschluß der bewaffneten Neutralität.

Das Aber für den Bierverband.

Br. Bukarest, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.)

Eine angesehene griechische Persönlichkeit in Bukarest wurde aus Athen telegraphisch verständigt, daß Zaimis den Ge­sandten Rußlands und Englands in entschiedener Weise den Entschluß Griechenlands wiederholte, bis zum Schluß be-

»vaffneteNeutralitätzu bewahren. Zaimis fügte hin­zu, diese Neutralität würde für den Bierverband wohl­wollend sein, so lange dieser die Unabhängigkeit des griechi­schen Staats achte. Am gleichen Tage, als diese Antwort er­folgte, beschloß der griechische Generalstab, seinen Sitz,• nach Saloniki zn verlegen.

um Gesandte in Paris dementiert.

W. T.-B. Paris, 29. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Tie „Agence Havas" meldet: Der griechische Gesandte begab sich gestern vormittag ins Außenministerium, um die Aufmerksamkeit der französischen Regierung auf die Tendenz­meldungen der deutschen, österreichischen und bul­garischen Presse zu lenken, welche bezwecken, die vertrau­ensvollen Beziehungen zwischen den Ententemächten und Griechenland zu trüben. Der Ministerpräsident Zaimis be­auftragte den Gesandten Romanos, diesen Nachrichten ein förmliches Dementi entgegenzu st eilen. Roma­nos ist gleichfalls zu der Erklärung ermächtigt worden, daß die mit einer besonderen Beharrlichkeit in Umlauf gesetztest übelwollenden Gerüchte völlig falsch seien, wonach die alliierten Kontingente in Saloniki nicht in Sicherheit seien, da Griechenland unter dem Druck Deutschlands und Bul­gariens im gegebenen Fall dazu gebracht werden könne, die Kontingente zu verjagen.

weitere griechische Truppentransporte nach Saloniki?

8-7. Lugano, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Der Berichterstatter der „Gazette del Popolo" teilt mit, daß er auf der Fahrt von Saloniki nach dem Piräus zahlreichen griechischen Transportdampfern begegnete, die eine ganze Division vom Epirus, etwa 23 009 Mann, nach Saloniki beförderten.

Wie Griechenland den wert des Papiergeldes der Entente einschätzt.

»I-. Budapest, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Roch einer „Villag"-Meldung aus Athen setzte die griechische Regierung den Wert des französischen Papiergelds auf 75, den des russischen auf 70 und den des englischen auf 80 Pro­zent fest.

was zur Vorbereitung einer Uebersee- Expedition gehört.

In der „Stampa" setzt ein Mitarbeiter auseinander: Die Balkanexpedition, die heute so viele for­dern, läßt sich nicht improvisieren, sie muß vielmehr

lange vorher inethodisch vorbereitet werden. Zu­nächst ist für «irre solche Expedition das geeignete Soldatenmateriall auszuwählen. Zur Ent­sendung von 100 OOOMrmn gehört eine Reserve von 100 000 in der Heimat. Und um diese auszu­wählen, sind mindestens 400 000 SMaten nötig, da die fern von der Heimat Kämpfenden büsmOers hohen mönchischen rmt» körperlichen Aufforderun­gen genügen müssen. Eine Division von 16 000 Köpfen hat iiberidies 5000 Maulesel und 300 Pferde nötig, deren Beschaffung abermals Zeit erfordert. Zu dem Transport einer solchen Division noch dom Einschifstmigshafen sind bei etwa 60 Eisenibvhn- zügen drei bis vier Tage nötig: Da übeMes außer Munition und Proviant auch noch die besondere Ausrüstung der Truppe zu beschaffen ist, so wer- den an 50 Tage bis p» Versammlung im Heimat­hafen vergehen. Die E i n- schiffung eines Armee­korps erfordert abermals sechs bis sieben Tage, be­sondere .HospitaMsiffe und Schiffe für Munition und Proviant sind notwendig Für die Seefahrt mach man unbedingt Herr des Meeres sein. Hat man für die Ausschiffung keinen geeigneten Hafen, so muß man gutes Wetter cchwiar- ten. Nach der Ausschisistmg bedürfen die Truppen zu­nächst einige Tage der Ruhe: Stützpunkte mit

Proviant, Lebensmittekn und KvankenhäUsern sind einzurichten. So vergehen einige Monate, bis eine größere Expeditionstruppe an Ort und- Stelle marsch- und kampfbereit ist.

Das Angebot des Vierverbandes an Griechenland.

Außer Zypern auch thrazisches Gebiet und Smhrua versprochen.

»i7. Budapest, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) „A Billag" meldet aus Athen: Die V e n i z e ko s p r e s s e greift die Regierung wegen ihres ablehnenden Verhaltens gegen den Vierverband heftig an. Es verlautet jetzt, daß das letzte Angebot viel größer gewesen sei, als bisher bekannt wurde. Es sei außer Zypern auch ein Gebiet von Thra­zien angeboten, und zwar sollten es griechische Truppen nach den kämpfenden Vierverbandstruppen besetzen. Ferner bot der Vierverband Smyrna mit 80 000 Quadratkilometer Hin­terland an. Die Besetzung Zyperns sollte sofort erfolgen. Epirus und Südalbanien wurden mit der Bedingung augeboten, daß, wenn die Friedenstagung die Selbstherrschaft Albaniens aussprechen sollte, Griechenland dies unter seinem Protektorat anerkennen solle.

von den östlichen ttriegsschanplStzenp

Die Zustände in Moskau.

16 000 leere Waggons in Bcrgcffenheit geraten! — Einer schiebt die Schuld auf den anderen.

»i7. Kopenhagen, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln^ Eine Unatersuchung ergab, daß im Bahngebiet von Moskau seit Monaten 10 000 leere Waggons stehen, die a-uf verschie­denen Bahnlinien die Zufuhren versperren. Die Presse ist! entrüstet über diese Zustände und greift den VerkehrSminister an, der alle Klagen über das vollständige Versagen der Effra* bcchnorganisation bisher aus den Mangel au MsenbahnwMM