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Donnerstag» 28. Oktober 1915.

Kbend--Ausgabe.

Nr. 504. . 63. Jahrgang.

Zajecar und ttnajevac erobert!

Zwei russische Panzerschiffe vor Warna vernichtet.

Neue Erfolge in Serbien.

Die Eroberung der Festung Sajecar.— 3wei russische Panzerschiffe bei der Seschietzung von Warna vernichtet.

W.T.-B. Soft«, 28. Oft (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Meldung der bulgarischen Depeschen-Agentur: Dü Festung Z a j e c a r ist in die Hände der Bulgaren gcsaüc». Heute morgen erschien ein r n ss i s ch e s Ge­schwader vor Warn« und begann »ach den Weisnngen eines Wasserflugzeuges die Stadt und den Hafen zu beschießen. Unsere Küstenbattericn c r- w i de r t e« das Feuer. Zwei russische Schiffe von der Klasse „T ri - S w iat it e lj a" wurden von Granaten oder Torpedos getroffen und versenkt. Die anderen Schisse zogen sich, von Unterseebooten ver­folgt, zurück. Der Beschießung fielen einige Zivil­personen zum Opfer, außerdem wurden einige Ge­bäude beschädigt. Es wurde nur geringer militärischer Schaden angerichtet.

Die Tri-Swiatitelja-Klasse sind ältere große Panzerschiffe aus dem Jahre 1893, renoviert 1912, von je 13.500 Tonnen Inhalt. Die Besatzung beträgt 744 Mann, die Bestückung 4 30,5-Zentimeter-, 14 Ib-Zentimeter- und 4 7,5-Zentüueter- Kanonen. (Die Schrift!.)

Nnjazevac von Sen Vulgaren besetzt!

Der Schlüssel zum Festungsrahon von Pirol genommen.

W. T.-B. Sofia, 27. Oft. (Nichtamtlich.) Tie Bul­garische Tclegrapheu-Agentur erführt: Die bulgarischen Trupcpn haben in der Umgegend von Knajezvacbe- deutendc Erfolge dnvongetragen, sie besetzten diese Stadt. Außerdem nahmen die bulgarischen Truppen die sehr mächtige Stellung D r a n o v a G l a v a im Sturm, die den Schlüssel zum Festungs- raho« von P i r o t bildet.

Die Erfahr eines Sedans für die serbische Armee.

Nur 4V Nilometer von Nisch.

Br. Sofia, 28. Oft (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.)

Der grißan gelegte Bormarsch gegen Nisch macht im Norden wie im Süden unaufhaltsam weitere Fort­schritte. Die Bulgaren sind jetzt mich in den Besitz von O r g j a c gelangt, so daß sie Herren des Timokfluffes fast von der Quelle bis zur Mündung sind. Ihre äußersten Spitze» sind in der Luftlinie nur wenig mehr als 40 Kilometer von Nisch entfernt. Der konzentrische Angriff von Norden, Osten und Süden in Serbien gibt dem Militärkritiker der „Kam­bium" Anlaß zu der Prophezeiung, daß der serbischen Armee binnen kurzem ein ungeheures Seda« bereitet werde» wird,

Oer überraschend schnelle Vormarsch km Süden I» Mazedonien nur »och etwa 15 Kilometer von der albanischen Grenze entfernt. — Auch die Türken haben bereits in den Kampf eingegriffen.

Berlin, 28. Okt. (Zens. Mn.) Budapestcr Blättern zufolge greift Generell Bonadjefs in der Urovica- Stellung die sich erbittert verteidigenden Serben an. Im N i sch a w a - Abschnitt sind die Bulgaren im steten Vordringen. Die von Uesküb her au- greifendcn Bulgaren gelangten hart an T e t o v o. Um die Stellungen vor dieser Stadt wird gekämpft. Die bulgarische Artillerie unterstützt kräftig die Angriffe der Infanterie. Die serbischen Linien kommen nacheinander ins Schwanken. Die Maze­donier kämpfen mit Kraft und Todesmut. Vor P r i l c p flclft der Kampf. Auch in der unmittelbaren Nähe der Stadt Stru mitza drängen Mazedonier und Türken kräftig di« vorrückcndrn französischen und englischen Kräfte zurück. Dir bulgarisches und türki­

schen Bergbattcricn errangen wichtige Vorteile über die Feinde, die auch den nngestümen mazedonischen Sturm- augrifte» kaum standhalten könrten. (Tetovo liegt etwa 15 Kilometer von der albanischen Grenze entfernt. Schriftl.)

18 Nilometer u«r UragujLuac.

Die westlich der großen Morawa vorrückenden deutschen Kräfte der Armee v. Gallwitz hoben sich, wie gemeldet, gestern in den Besitz der Höhe südlich von Ra ca, der sogenannten Lepenica, gesetzt, die mit dem 397 Meter hohen Visakberg fünf

regeln getroffen, nm trotz dem Nebel den freiwerdenden Donauweg ganz auszunutzen. Eine Dampfer­flottille für die Beförderung von Kriegsbedarf wartet an einem geeigneten Ort. Dieser der Tapferkeit und guten Führung der verbündeten Truppen verdankte Erfolg ist entscheidend für den Gang des neuen Balkankriegs. In bulgarischen, uns und Bulgariens 'Selbständigkeit und Größe gut gesinnten Kreisen herrscht herzliche Befriedigung und dankbare Anerkennung der Leistungen der Truppen, die trotz dem ungewöhnlich widerwärtigen Wetter die Erwartungen übertroffen haben.

REUEFKARTE. VON WORO-SERQJ EM,

Kilometer südlich des OctS Raca ihre höchste Höhe erreicht. Damit find sie bis auf 15 Kilometer an Kragujevac.

Oie Deutschen in Serbien.

D«s Zusammentreffen mit den Bulgaren. — Tckija voll­ständig zerstört.

Sr. Bukarest, 28. Ott. (Eig, Drahtbericbt. Zens. Bin.) „Uniberisul" meldet aus Turn Severin: Österreicher und Deutsche haben im besetzten Gebiet, wo sie jetzt Kavallerie, Infanterie Maschinengewehrabteilungen n. Sanitätsmaterial besitzen, festen Fuß gefaßt. Auf weitausgedehnter Linie wur­den Befestigungsarbeiten begonnen. Die Verbin­dung zwischen den deutschen, österreichisch-ungarischen und bulgarischen Armeen erfolgte bereits Sonntagabend 10 Uhr. Die Truppeirtörpcr trafen bei P a l a n k a ausein­ander. Ein deutsches Dragoner-Regiment, das bei Jablonitza in Serbien einmarschierte, zog voraus. Vom Timok bis Palanka stehen bulgarische Truppen. In der Stadt selbst sind beide Armeen vertreten. Von da nach der Donau stehen österreichische und deutsche Truppen. Die serbische Armee hat sich überall zurückgezogen und die Bevölkerung hat sich größtenteils auf rumänisches Gebiet geflüchtet. Tekija ist durch das dreitägige Bombardement vollkommen zerstört. Tie Serben haben eine Unmenge Vieh zurückgelassen. Die deutschen Behörden haben bte flüchtige serbische Bevölkerung wissen lassen, daß sie u n b e h i n d e r t ihre Heimatorte wieder aussuchen könne, und die Flüchtlinge kehren infolgedessen in Massen zurück.

Die Befriedigung über die Vereinigung der verbündeten Truppen in Sofia.

Sofia, 27. Ott. (Zens. Bln.) Das bulgarische Vor­gehen über Negotin an der Donau ist sorgsain im Ein­klang mit dem deutsch-österreichisch-ungarischen Vorgeben. Die Anweisungen wurden pünktlich und umsichtig durchgesührt. Nach weiteren Fortschritten am Montag von beiden Seiten, wobei die deutschen Truppen, unwegsames Vergland durchflehend, kämpften, ist die Vereinigung der Spitzen der verbündeten Truppen in der Nordosteck- Serbiens für Mittwoch zu erwarten. (Sie ist inzwischen eingctreten.) Die Bedeutung dieses Erfolges ist u n g e h c u e r und wird sich bald im ganzen Umfang zeigen. ES sind vorbereitende Maß­

Zum Rücktritt des serbischen Generalstabschefs

W. T-B. Paris, 27. Okt. (Nichtamtlich.) Der „Mai»"' meldet aus Saloniki: Man bedauert einmütig, daß der Woi- wode P u t n i k aus Gesundheitsrücksichten den Obeckesehl übler die serbische Armee hat mederlegen nrüffen.

Ein Hilferuf des serbischen Ministerpräsidenten.

London, 27. Qkt. (Zens. Bln.) Der serbische M-inister- präsidcut Paschitsch hat den „Times" folgenden Ausruf zur Veröffentlichung zugchen lassen: Serbien macht über­menschliche Anstrengungen, nm seine Existenz zu ver­teidige« und tut dies in Übereinstimmung mit den Wünschen seiner großen Bundesgenossen. Die Öster­reicher, Deutschen und Bulgaren haben Serbien zum Tode verurteilt und unsere gemeinschaftlichen Feinde versuche« nun schon 20 Tage lang, uns trotz des Helden­mutes unserer Soldaten zu vernichten. Unser Wider­stand rann nicht bis ins Unendliche fortdauern. Darum bitten wir England, alles zu veranlassen, da­mit wir die Versicherung haben, daß, wenn Truppen uns erreichen, um uns zu helfen, wir zusammen die ge­meinschaftliche Sache verteidigen können, die so ernst­lich bedroht wird.

Oie mißglückten russtfckren Landungsverfvche am Schwarzen Meer.

Ein erneutes russisches Durchzugsvcrlaugcn au Rumänien?

Sr. Kopenhagen» 28. Okt. lEig. Drahtbericht. Zens. Mn.) Der russische LcmdungSversuch an der bulgarischen Schwarz­meerküste ist nach den letzten Pariser Nachrichten endgültig ausgegeben worden. Rußland werde dagegen bei der rumänischen Regierung noch einmal in nachdrücklichster Form das Verlangen stellen, den Durchmarsch russischer Truppen zu gestatten.

Ein Einspruch Bulgariens gegen die Landung in Saloniki.

Genf, 27. Ott. (Franlf. Ztg.) Pariser Blätter melden aus Athen: Die bulgarische Regierung richtete an die grie­chische einen in freundschaftlichem Ton gehaltenen Protest, wegen der Lcmdumg französischer und englischer Truppen in' Saloniki. Die T ü r k c i bereitet eine gleiche Rote vor.