Verlag Langgasse 21
„Tagblnti-Hans".
kckalter-Halle geöffnet von 8 Uhr morgen» bi» 7 Uhr abend».
wöchentlich
'Pezngs-Preis für beide «nsgaben: 70 Psg monatlich. M. S.- vierteljährlich durch den Beklag Lanqaaffe Sl. ohne Bringerlohn. M 3- vierteljährNch durch alle deukjcken Poftanstalten. auäfchlietzlich Benellßeld — Bezug» -Bestrüeingen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis, monfrmg 19, mwie die Ausgabestellen in allen Teilen der «tadt: in Biebrich: die dortigen Ausgabestellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.
12 Ausgaben.
Fernruf:
„T-gbl-it-Haus" Nr. 6850-53.
Bon 8 Uhr morgen» bis 8 Uhr abend», außer Sonntag»
Anzeigen-Prei» für die Zeile: lä Mg für örtliche Anzeigen im ,.Arbei!»martt" und ..Kleiner Anzeiger" in einheitlicher Satzfor». «Pfg. in davon abweichender Satzausfuhruna. sowie für alle übrigen örtlichen Anzeigen, so Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen: I Mt- für öriliche Retlamen. 2 Mt für auswärtige Rcttamen. Elanze. halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, »ach befonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in turzen Zwischenräumen entfvrechender Nachlaß.
msttag»^ fandst Morgen-stu»g.'bch"s uhr^n-chmittagä Berliner Schriftleitung des WiesbadcnerTagblatts: Berlin W., Potsdamer Str. 121K. Fernspr.: Amt Lntzow 6202 u. 6203. Tagen und Mätzen wird tinne Gewähr übernommen.
Mittwoch, 27. Oktober t9t5.
klbend-Ausgabe.
Nr. 502. . 63. Jahrgang.
Der Brückenschlag zum
Die Verbindung zwischen den Verbündeten in Nordostserbien
hergestellt.
Vormarsch auf der ganzen serbischen Zront.
Tin Zorlschritt g gen Dünaburg.— fortschreitender Kr griff 'bei Scartorysi«. — vobrun westlich vljägrad genommen. — Die Linie Daljevo-Mor^ci erreicht. — vie Iasenika» Raca und Resava überschritten. — Der klnschlutz der Verbündeten in Ljubicevac. — 12 schwere
Geschütze erbeutet.
Der Tagesbericht vom 27. Oktober.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 27. Oktober. lAmtlich.)
westlicher NrLegsschauplatz.
An der Straße L i l l e - A r r a s entwickelte sich gestern abend nach einer französischen Sprengung ein unbedeutendes Gesecht, das für uns g ü n st i g verlief.
Nordöstlich von M a s s i g e 3 drangen die Franzosen im H o n d g r a n a t e n k a m p f an einer schmalen Stelle in ltnsere vorderste» Gräben ei». Sie wurden nachts wieder vertrieben.
Im Luftkampf schoß Leutnant Jmmelmann das 5» feindliche Flugzeug ab, einen französischen Doppeldecker mit englischen Offizieren, die gefangen genommen sind. Zwei N> c i t e r c feindliche Flugzeuge wurden hinter der feindlichen Linie zum Absturz gebracht; eines davon wurde von unserer Artillerie völlig zerstört, das andere liegt nördlich von Souchez.
Gestlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des GeneralfSldincrrschalls von Hindenburg.
Südlich der Eisenbahn Abeli-Dünaburg drangen unsere Truppe» in der Gegend von Tschmschany i» etwa zwei Kilometer Breite in die russische Stellung ein, machten sechs Offiziere, 4öi> Mann zu Gefangenen und erbeuteten ein M a s ch i n e n g e w e h r nnd 2 Minenwerfer. Die gewonnene Stellung wurde gegen mehrere russische Angriffe b c - h a u P t e t. Nur der Kirchhof von Szaszalh ( 1 Kilometer nordöstlich von Garbunowki) wurde nachts wieder geräumt.
Heeresgruppe des Generalssidmarfchalls
Prinz Leopold von Bayern.
Nichts Neues.
Heeresgruppe des Ge erals von Lin'lngen»
Westlich von C z a r t o r y S k ist unser Angriff bis an die Linie Komarow-Kamienucha-Höhen, südöstlich Micdwieze, vorgetragcn.
Balkankriegsschauplatz.
östlich von Visegrad wurde Doüru» genommen.
Die Armeen der Generale von Koevetz und von Gallwitz haben den Gegner überall, wo er sich stellte, geworfen. Mit den Hanptkräften wurde die allgemeine Linie Baljevo-Moraci jam Ljig), und T o p o l a erreicht, östlich davon die I a s c n i k a, Raca und beiderseits Sviljnac, die Ncsava überschritten.
Im Pek-Talc ist Neresnica genommen.
Die südlich von O r s o v a vvrgehenden Kräfte erbeuteten in Kladovo 12 schwere Geschütze. In Ljubicevac (an der Donau östlich von Brzapalabka) wurde die un- niittclbare Verbindung mit der Armee des Generals Konadjeff durch Offizierspatrouillen hcrgestellt.
Der rechte Flügel dieser Armee folgt dem Gegner von Negotin in nordwestlicher und südwestlicher Richtung. Um den Besitz von K il j a z c v a c wird weiter gekämpft. Oberste Heeresleitung.
Ein weltgeschichtlicher Markstein!
Oie heutige Kriegslage.
Won unserer Berliner Schriftleitung.)
L. Berlin, 27. Oft (Eig. Meldung. Zeus. Bln.) Das
große bedeutungsvolle Ereignis ist die Meldung, daß der linke ö st e r r e i ch i sch e Flügel mit dem bulgarischen Heere bei P a l a n k a, nordwestlich von Negotin, in Fühlung gekommen ist. Diese Nachricht wird in drr gesamten Welt einen großen Eindruck Hervorrufen, denn damit ist Tatsache geworden, was der Bicrverband in diesem Kriege in erster Linie verhindern wollte, nämlich daß die Mittelmächte ans direktem Wege nach Konstantinopel kommen. Alle ausländischen Befürworter einer starke« Jntervcntton in Serbien haben mit nerzweiflungsvollem Nachdruck daraus hingcwiesen» daß unter alle» Umstünde« die Berbindung der deutschen
und österreichisch-ungarischen Truppe» mit den verbündeten Türken trotz des Eingreifens Bulgariens unterbunden bleiben müsse. Sie habe» vielfach erklärt, daß der ganze Krieg u m s o n st geführt wäre, und daß die ungeheuren Opfer vergeblich gewesen wären, wenn die Engländer, Franzosen und Russen cs nicht mehr zu erreichen vermöchten, die Serben in letzter Minute so zu stärken, daß der Weg nach Konstantinopel und darüber hinaus nach Bagdad, Indien, Ägypten, Tripolis, Algier und Marokko gesperrt bleibe. In den nächsten Tagen dürfte sich die Verbindung der bulgarischen Truppen mit den über die Donau hin- auSgelangten brutschen und österreichisch-ungarischen Heeren wohl fester gestalten, dcnn die Übergangsmöglichkeiten fcster gestalten, dcnn die übcrgangsmöglichkeiten über die Donau sind jettt beträchtlich verbessert, was auf die Fortführung der Operationen einen sehr günstigen Einfluß haben wird.
Über den Verlauf der Zusammenstöße zwischen Franzosen und Bulgaren im Süden Serbiens liegen noch keine bestimmten Nachrichten vor, doch ist Grund anznnehmen, daß dir Meldungen von französischen Erfolgen dort nicht zutreffend sind.
In Rußland am Styr eniwickeln sich die Kämpfe für uns g n n st i g. Die geschwächten Stellen sind in erforderlichem Maße gestützt worden. Im allgemeinen haben an der Ostfront die russischen Angriffe noch weiterhin nachgelassen und der ganze Offensivversuch dort scheint sich seinem Ende zu nähern.
Ebenso wird von der Westfront weiterhin allgemeine Ruhe gemeldet. Die Franzosen sind stellenweise mit der Ausbesserung der Hindernisse beschäftigt. Ter Gedanke ist vielleicht nicht zu kühn, daß die letzte ganze Offensive Joffres zu einem wenigstens vorläufigen Abschluß gekommen ist.
Oie Balkan-Offensive.
DieMassa des serbischen Heerss-aufdemRückzug?
Verzweifelte Anstrengungen, Pirot zu halten.
Berit», 26. Okt. (Zeus. Bln.) Die Telegraphen- Union meldet aus Paris: .Hier eingetroffcne Meldungen besagen, das; das Gros der serbischen Armee den R ii ck- z u g angetretcn habe. Die serbischen Nachhuten suchen die Stellungen in der Gegend von Pirat um jeden Preis zu halten, um ein Nachdrängen der Bulgaren zu verhindern, die bereits die Verbindung zwischen den abziehenden serbischen Heeren zu zerreißen drohen.
Br. Rotterdam, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Der Kriegsberichterstatter de? Pariser „Journal" drahtet seinem Blatts aus Saloniki, daß die Serben schon einen definitiven Rückzug in Richtung nach Albanien und Montenegro angetreten haben.
Zranzosen und Serben bei Strumitza besiegt.
Die Bulgaren den Feinden ans den Fersen.
Berlin, 27. Okt. (Jens. Bln.) über eine Niederlage der Franzosen und Serben bei Strumitza meldet die „Times" aus Athen: Der Kampf zwischen Krivolac und Strumitza ging am Freitagabend zu Ende. Die serbischen und die französischen Truppen wurden zurückgeschlagen und werden von den Bulgaren verfolgt.
Keindltche Truppenlandungen in Dedeagatsch?
W. T.-B. Paris, 27. Okt. (Nichtamtlich.) Der' „Temps" meldet aus Athen: Die Flugzeuge der Alliierten bombardierten erneut D e d e a g a t s ch und Porto-Lagos.
Berlin, 27. Okt. (Zens. Bln.) Daß die Flotte der Alliierten die Beschießung von Dedeagatsch und Porto-Lagos f o r t s e tz t, wird verschiedenen Morgenblättrrn zufolge aus London gemeldet. Die Ausschiffung von Truppen in Dedeagatsch habe gestern b c g o n » c n. Die Stadt werde von den Türken verteidigt. Die Bahnverbindung zwischen Saloniki und Adrianopel sei unterbrochen.
Die Llnnäherung zwischen Bulgarien und Griechenland.
B>\ Haag, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Mn.) „Cen.ral News" berichten: Aus untrüglichen Anzeichen sei zu schließen, das; sich eine Annäherung zwischen Sofia und Athen vorbereitc, trotz aller Bemühungen der Verbündeten. Griechenland habe, wie angc- kündigt, bereits eine Kcmmissiou nach Bulgarien entsandt, um Getreide in Sofia cinzukaufcn. Es sei uudeukbar, daß die bu l g a r i s ch e R e g i e r u n g
Getreide »ach Griechenland durchlasse, wenn di^ geringste 5kr i e gs g ef ahr zwischen beiden Lan- dcrn bestünde. Auch wird behauptet, daß in Sofia und Athen Verhandlungen zwecks Veränderung der mazedonischen Grenze zwischen beiden «tunten angcüahnt worden seien. Die bulgarische Regierung habe Griechenland nennenswerte Gebietsabtretungen in Aussicht gestellt. Auch die Zeitung „Nca Hellas", ein Oppositivnsorgan, bestätigt die Datsachc von den griechisch-bulgarischen Unterh/rndlungeu. Einekleutzerung desRönigsvonGriechenland
Br. Amsterdam, 27. Okt. (Erg. Drcchtbericht. Zens. Bln.) Der 5könig von Griechenland gab einer News Yorker Reuter-Meldung zufolge dem Athener Bericht- crstattcr der „Associated Preß" folgende Erklärung über die Antwort Griechenlands auf den Hilferuf Serbiens: Griechenland hält sein Schwert lose in der Scheide. Es bedroht niemand, aber es wird nrcht dulden, daß sich Ereignisse abspielcn, durch die bie Integrität der Nation oder die Freiheit des griechischen Volkes bedroht wird. Es ist meine Pflicht, darüber zu wachen, daß das Land vor der Gefahr des Unterganges bewahrt wird. Der Untere gang droht uns aber» wenn das Land in den europäischen 5k r i e g hineingezogen wird. So weit es in meinen Kräften steht, werde ich meine Pflicht auf i e d e Gefahr hin tun.
Griechenland eine Kriedensvermiitlerrolle zugedacht?
Br. Genf, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Aus Pariser Redaktionen traf gestern die Meldung ein, daß bei Griechenland vertraulich angefragt worden sei, ob es den Frieden zwischen Serbien und den Z e n- tralmächten nebst Bulgarien vermitteln wolle.
Ein neuer gemeinsamer Schritt des Vierverbandes?
W. T.-B. Paris, 27. Okt. (Nichtamtlich.) De^ Sonderberichterstatter des „Petit Journal" in Athen berichtet, daß über die neuen Ve r h a n d In n g c t* Griechenlands und des Vierverbandes noch nichts bekannt sei. Die diplomatischen Kreise bewahrten strenge st c s Schweigen. Gewisie Blätter wollten wissen, daß die Ententemächte einen gemeinsamen Schritt bei der griechischen Negierung vorbcreiten. In amtlichen Kreisen glaubt man nicht an die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schrittes. Die griechische Rcgixrung habe keinen Grund zu der Annahme, daß der Vierverband Griechenland zwingen wolle, eine andere Politik als die bisherige dnrchzuführcn. Griechenland habe dem Vicrverbande genug Beweise seiner guten Absichten gegenüber dem Vicrverbande gegeben, als daß cs dem Vicrverbande noch neue. Garantien geben müsse. Falls jedoch die Entente einen gemeinsamen Schritt unter- uchin.e, werde die Regierung entschlossen sein, in der bisherigen Politik zu beharren, die mehr als jemals den Interessen der Nation entspreche.
Oie 180000Mann englisch-französische Truppen der Ersatz für Griechenlands fehlende Hilfe
TV. T.-B. Lyon, 27. Okt. (Nichtamtlich.) „Progrds" meldet aus Paris: Frankreich und England haben sich verpflichtet, jene 150000 Mann Zu stellen, welche Grieche»!and gemäß seinem Bündnisvertrag mit Serbien Bulgarien gcgenüberstellen soll.
ou spät für die Hilfe des vierverbandes.
Br. Sofia, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Mn.) Die Zeitung „Kampana" schreibt: Serbien wird vorn: Vierverband keine Hilfe mehr erhalten, weil es M spät ist, denn die Bahnlinie nach Sialoniki ist in u n- seren Händen, ebenso die ganze Wardarbahn von Katschonik bis Kriwoluk.
Das beschämende Angebot Zyperns offiziell im Untsrhause zuyestanden!
W T.-B. London, 27. Okt. (Nichtamtlich.) Aus eine Frage über das Angebot Zyperns an Griechenland ant-. wartete Sir Edward Grcy im englischen Unterhaus: Wir füblten uns verpflichtet, in der sehr kritischen Lage, in der sich die serbischen Verbündeten befanden, alles zu versuchen, um ihnen die einzige Hilfe, die sofort zur Berfügunst stand, zu sichern. Tie britische Negierung ließ deshalb Wistes
