Nr. 499.
Dienstag, 26. Oktober 1915.
Wiesbadener Tagblatt«
Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt.
Seite 8.
— Ei» neues Schutzmittel gegen die Läuseplage und den Fleck- ^hus. Ern deutscher Oberapotheker hat, wie man uns mitteili, imprägnierte Schutzringe gegen die Läuseplage und den Fleck- typhus erfunden, die sich als ern ebenso wirksames wie bequemes Wittel gegen Ungeziefer, namentlich auf dem östlichen Kriegsschauplatz, erwiesen und bewährten. Die Handhabung der Schutzringe, die als Feldpostbrief verschickt werden können und billig sind, ist eine überaus einfache, sie werden wie Strumpfbänder umgelegt und halten dem Körper auf die Dauer von 6 bis 8 Wochen jegliches Un- gezieser fern. Fiir unseren Regierungsbezirk hat die Firma Rosen- chal u David, Wilhelrnstraße 44, den Alleinverkauf.
! Dorberttöte über «unkt. Vortrag« unv verwandtes.
* Königliche Schauspiele. Im Königl. Theater geht heute Gounrds große Oper „Margarete" mit den Damen Haas, Krämer (Siebel), Schmidt und den Herren Bohnen, Geisse-Winkel, Rehkopf und Scherer im Abonnement ß tu Szene. Für morgen Mittwoch ist eine Wiederholung von Verdis „Troubadour" rm Abonnement A festgesetzt. Am Donnerstag gelangt „Trrstan und Isolde" mtt Herrn Ferch Kammer und Fräulein Enqlertb in den Titelrollen zur Aufführung; Abonnement L, Anfang b Uhr.
* Residenz-Theater. (Richard-Wogner-Abend Dillmann-Hensel.) Das Programm des am Mittwoch, 7 Uhr, im Residenz-Theater statt- findendc», Abends bringt in seinem ersten Teil im Konzerlsaal noch kaum jemals ansqeführte Bruchstücke aus dem Parsisal: Parsifals Schrei noch Erlösung, die Schilderung seiner Pfade durch Jrrnls und Leiden, der Gang zur Märchenburg Monsalvat und die Er- lösung des Amfortas mit der Feier des heiligen Abendmahles, über- dies auch noch das Vorspiel zu Parsisal und die Glockenszenen. Jeder Beifall ist mit Rücklicht aus den Ernst dieses Stoffes verbeten. Im zweiten Teil bringt dieser Abend Siegmunds Liebeslied und den Fenerzanbcr aus der Walküre, die Weissagung vom deutt'chen Steg im Osten und Lohengrins Abschied aus dem Lohengrin. Überdies Gewitteczcmber und Göttereinzug nach Walhall aus dem Rheingold.
* Galerie Banger. Neu ausgestellt: E. Wolff-Molm: „Flora (ölocmätbe), Paul Götz-Räcknih- „Lustiger Handel", „Alt-Munchen 1" Al»-München 2", „Aus dem Dachauer Moor", „Bierbank- polttiker", „Das Kriegsziel", „Neujahrskarte 14/15", „Alte Muhle", „Zwei stehende Jünglinge und zwe, werbliche Alte, „Stehender männlicher Att und sitz-ndcr weiblicher Akt" sOriginalradrerungenl. Die Gemälde von Rudolf Steck und Edmund Steppes sind nur noa> diese Woche zu besichtigen, es gelangen nächsten Sonntag 35 Gemälde des Schweizers Gustav Schneeli Krr Ausstellung.
Aus dem vereinsleben.
vorberlchte, Vereinsversammlungen.
* Drc Proben der „S än g er v e r e in i gun g" finden stets
Freitags in der „Wartburg" statt. Das Konzert ist durch das Ent- gegenkommen der Kurverwaltung aus den 28. November festgesetzt, vm regelmäßigen Probebesuch aller noch anwesenden Sänger wird drinoent gebeten. . . ^.
* Die „Junydeutschland-Jugendwehr Wiesbaden" veranstaltete am Sonntag gemeinsam mit der Jugendwehr von Bad Schwalbach zur bOO-Jahrseie: der Hvhenzvllern eine fest- li»e -tnkammenkunst in den Räumen des neuen Schutzenhauses, drin allen ihren Teilen aus? beste verlies und sich eines guten Be- suchcs auch seitens der Eltern zu erfreuen hatte. Herr Fabrikbesitzer Bauer begrüßte die >tattliche Teilnehmerschar. Herr Lehrer Land- siedel, Führer der Schwalbacher Jugendwehr, hielt die Festrede. Tic Wiesbadener stifteten den Schwalbachern eine gemalte Ehren- scheibe, die sofort h-rausgeschoffm und von Franz Weber-Schwalbach gewonnen wurde. In dankbarer Weise hatte die Wresbadener
Schützengescllschaft ihre Hallen. Büchsen und Munition zur Der-
foaung gestellt. Ein Freund der Jugendwrhr überreichte ihr a>rr Erinnerung an dielen Tag eine Aquarellskizze der Burg Nürnberg znm Sck"nuck für das Vercinsücim, das wohl die Jugrndwehr nach dem Kriege von der Stadt erhalten wird.
Kus dem Landkreis Wiesbaden.
— Biebrich, 25. Olt. Gestern ist hier der Stadtverordnete und Großherzoglich Luxemburgische Hoflieferant Äarhan Dt a r x rm Alter von"65 Jahren gestorben. Sein Tod bedeuiet für das roul. munale Leben unserer Stadt einen großen Verlust Marx war Bor- sitzender des Aufsichts urtes unseres Borschuß'aererns, gehörte der Handelskammer als Mitglied des Klciuhaudelsausschusscs an und war Vorsitzender der Ortsgruppe Biebrich des Hansabundes. Burger- schastsvertreter im Rathaus war er seit 1884.
Nachbarstaaten u. -Provinzen.
ßr. Worms, 25. Okt. chEig. Drahröericht. Zcns, Bln.) Gestern starb hier die Gattin des Reichstagsabgeordneten und Grotz- industriellen Freihercn Heyt zu ^ AUer von
6d Jahren _■—rr_ _-
Sport und Luftfahrt.
* Aus der Vollblutauktion in Hoppegartr» wurden 24 Pferde
versteigert und 9 Pferde freihändig verkauft. Dre Preise bewegten sich zwischen 4700 M. für Faun und 720 M. sür die zweijährige Belle Grafton. Als neuer- Käufer trat ern Rittergut Bollensdorf auf, das Faun, Auv-.rgnat, Perdnrabei Werrngic, Altcar, Wallis, Pozor und Phantasie für insgesamt 23 750 M. in seinen Besitz brachte. >‘
* Burgfriede» auf der Rennbahn. Der Burgfrieden, den dre
polittfchen Parteien eiuhalten, hat sich, so schreibt die „Sportwelt", auch in Hoppegarten bewährt, da an den 27 Renntagen, die aus dieser Rennbahn geleuieu worden sind, nichr ein einziger Protest einge- laufen war. Das rst ein Fall, de., wir in Friedenszeiten niemals erleben konnten, überhaupt hat die ganze Rennsaison bisher einen einzigen Protest gebracht, und zwar in Hannover, wo die Zurückbe- Haltung der Kaution zugleich auch ein Ürtrrl über den Zusammenhang bedeutete. Und sonst i't Deutschland dos Land der Proteste, da es an deren Häufigkett alle anderen Rennbetriebe bei weitem zu überttefsen pflegte. ,
* Auflösung des Stalles E. Blaue. Infolge der völligen Lahm- legung des Renntsports hat E. Blanc seinen umfangreichen Renn- stall, dessen Pferde lange Jahre hindurch auf den französischen Bahnen eine erste Rolle spielten, ausgelöst. Als Käufer traten amerikanische Sportleute sowie der frühere Blancsche Trainer R. Denman aus, der für seinen neuen Patron I. Cohn eine Anzahl Pferde erwarb. Das Gesomtresultat war nur mäßig; viele gute Pferde wurden für Spottprerse weggegeben. Für 56 Pferde wur- den insgesamt 224 000 Franken erzielt.
Neues aus aller Welt.
Ei» Kind verbrannt. Berlin, 25. Okt. In der Kaiserin- Augusta-Straße 18 in Tempelhos kam die 13 Jahre alte Tochter des Arbeiters Lieder mit einer offenen Flasche, die mit Spiritus an- cefüllt wer, dem Spirituskocher zu. nahe. Es erfolgte eine Explosion bei der das Mädchen so schwere Verletzungen erlitt, daß es bald nach seiner Einliefernng in das Blitzer Krankenhaus starb.
= Reklamen.
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Willkommenste Liebesgabe!
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Txusf frei!
gedenkt der Kriegerwifwen und «Wallen! \ Dankt den gefallenen Beiden!
Betätigt Buren Opferfinn am „Eifernen Siegfried“ t [
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Handelsteil.
Auf dem Wege zum wirtschaftlichen Vierhund.
Bulgariens Beitritt zu dem neuen Dreibund findet seine Erklärung nicht nur darin, daß der gegenwärtige Weltkrieg mit seiner für die Zentralmächte günstigen Wendung Bulgarien eine vielleicht nie wiederkehrende Gelegenheit zur Verwirklichung seiner nationalen Pläne bietet, sondern — bo schreibt die „Deutsche Export-Revue“ - er beruht auch e.uf der Erkenntnis, laß Bulgariens Volkswirtschaft nur durch ein dauerndes politisches und wirtschaftliches Bündnis mit Deutschland und seinen Verbündeten zu der Ent- faltun^ gebracht werden kann, die Zar Ferdinand seit feinem Regierungsantritt in rastloser Arbeit erstrebt. Ministerpräsident Radoslawow hat deshalb auch die hnt- sebeidum* der Regierung für einen Anschluß an den neuen Dreibund mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten begründet. Wenn man Bulgariens Außenhandel überblickt, so findet man daß die Entwicklung, wie sie in den statistischen Angaben zum Ausdruck kommt, geradezu auf ein Wirt- schaftsbündnis mit den Zentralnachten und der Türkei hin weist. Bulgariens Einfuhr aus den Ländern des neuen Dreibundes stellt sich auf 104 Millionen Lewa (1 Lewa — 80 Pf.), die Ausfuhr nach dort auf 63 Millionen, die Einfuhr aus den Ländern des Vierverbandes auf 71 Millionen, die Ausfuhr dorthin auf 39 Millionen. Die Dreiverbandsländer bieten daher der bulgarischen Volkswirtschaft fast den doppelten Absatz wie die Vierverbandsländer. Dabei ist zu berücksichtigen, daß in den letzten Jahren der Handel mit dem Vierverband im Gegensatz zu dem mit den Zentralmächten und der Tüikei im Rückgang befindlich ist. Bulgariens Warenaustausch mit Rußland ist völlig bedeutungslos, mit Italien sehr gering, mit Frankreich und England besteht er nur in Getreide,’ das Bulgarien auch anderswo verkaufen kann. Bulgarien führt dagegen nach Österreich-Ungarn durchschnittlich für 10 Millionen, nach Deutschland für 23 Millionen und nach der Türkei für 40 Millionen Lewa Ware aus. Diese Zahlen beweisen, daß Bulgariens wirtschaftliche Interessen unzertrennlich an Deutschland, Österreich-Ungarn und die Türkei gebunden sind.
In wie engem Zusammenhang die Handelsbeziehungen mit der wirtschaftlichen Entwickelung eines Landes stehen, zeigt das Beispiel Serbiens. Solange es gute Beziehungen zu Österreich-Ungarn hielt, gewährte ihm die Donaumonarchie Einfuhrerleichterungen für die Erzeugnisse seiner Viehzucht, die sich infolgedessen außerordentlich entwickelte; es entstanden große Schlachthäuser, deren Ausfuhr zu einer starken Entfaltung des Handels führte, kurz, das ganze Land erlebte einen erstaunlichen Aufschwung. Mit dem Beginn der gegen Österreich-Ungarn feindlichen Politik legte die Donaumonarchie der serbischen Ausfuhr mancherlei Schwierigkeiten in den Weg, die zu emero sehr starken Rückgang der Viehzucht und des ganzen Handels führten. Was würde aus Bulgariens Ausfuhr nach der Türkei, wenn sich die Russen Lu Konstantinopel festsetzten? Sie wäre mit einem Schlage vernichtet, ohne einen Ersatz in anderen Ländern finden zu können.
Bulgarien ist deshalb mit seiner ganzen wirtschaftlichen Existenz darauf angewiesen, daß die Zentralmächte lin Gemeinschaft mit der Türkei siegreich aus dem Krieg hervorgehea und daß es nach dem Kriege als Mitglied des neuen Vierbundes alle die wirtschaftlichen Vorteile genießt, die enge Handelsbeziehungen zu großen machtvolea Staaten bieten.
Die Verhältnisse nach dem Kriege.
Bemerkenswerte Auslassungen des Generaldirektors Beukenberg.
In der am Samstag in Köln a. Rh. stattgefundenen Generalversammlung des Phönix, A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb in Hörde, beurteilte Generaldirektor Beuken- berg bei seinen Mitteilungen über den Geschäftsgang in der Montanindustrie die Lage nach dem Kriege wie folgt: Wie die Verhältnisse nach dem Kriege sich gestalten werden, sei nicht sicher zu übersehen. Es liegt kein Anlaß vor, sich großen Befürchtungen hinzugeben. Unzweifelhaft sej unsere Kapitalskraft und auch die vieler Staaten, welche unsere Hauptabsatzgebiete bildeten, gekürzt. Auch besteht die Gefahr, daß Nordamerika infolge der gewaltigen Verdienste der Eisenindustrie durch Kriegslieferungen an unsere Feinde finanziell nach dem Kriege außerordentlich stark dastehen werde und uns deshalb auf dem Markt noch kräftiger wie bisher Konkurrenz maehen könne. Auf der anderen Seite aber haben wir gesehen, daß es weder England noch Frankreich gelang, uns bei unserer ausländischen Kundschaft während des Krieges Abbruch zu hm, hauptsächlich, weil man unsere Waren und unsere Lieferungsbedingungen einmal gewöhnt ist. Hier werde man wieder anknüpfen können. Aber auch im Lande selbst wird nach dem Krieg unter allen Umständen viel Arbeit für die Montanindustrie herauskommen, die sich nicht verschieben läßt, so der Ausbau und dei Ersatz des bisher stark in Anspruch genommenen Oberbaues und rollenden Materials der Eisenbahn, der Bau von Handelsschiffen, der Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Gegenden und manche» andere. Wird der Schluß des Krieges ein so glücklicher, wie wir ihn mit alle- Zuversicht erhoffen, so wird auch die nötige Unternehmungslust für ein Wiedereinsetzen der Bautätigkeit vorhanden sein. Wenn wir in Deutschland dabei wegen der festgelegten Mittel zu einer gewissen Einschränkung gezwungen sind, so ist damit einer ungesunden und übertriebenen Entwicklung vorgebeugt, die wir nach dem 70er Kriege erlebt haben. Alles In allem genommen, darf die Gesellschaft also auf ihrem Gebiete der Zukunft mit Vertrauen entgegensehen.
Berliner Börse.
$ Berlin, 25. Okt. (Eig. Drahtbericht) Im Börsenverkehr wandte sich das Hauptinteresse wieder den Schiff- fahrtsaktien zu, von denen besonders Hansa-Aktien zu höheren Kursen gefragt wurden. Sonst bewegte sich das Geschäft in recht engen Grenzen. Petroleum Steaua P.omanaaktien fest, dagegen wurden verschiedene für Kiiegslieferungen in Betracht kommende Werte etwas abgeschwächt. Deutsche Anleihen wenig verändert. Ausländische Valuten zeigten fast ausnahmslos große Festigkeit. Geld flüssig.
Banken und Geldmarkt.
W. T.-B. Zur Anmeldung des feindlichen Vermögens. Berlin, 25- Okt. (Eig. Drahtbericht) Die „Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt unter obiger Überschrift: Gemäß der Verordnung vom 7. Oktober 1915 über die Anmeldung des im Inlande befindlichen Vermögens Angehöriger feindlicher Staaten (Reichsgesetzblatt Seite 633) ergingen unter dem 10. Oktober AusführungsVorschriften des Reichskanzlers (Reichsgesetzblatt Seite 653). Hiernach ist das im Inlande befindliche feindliche Vermögen unter Benutzung besonderer Anmeldeformulare bis zum 15. Dezem-ber 1915 anzumelden. Die Landeszentralbehörde/i bestimmen, bei welchen Stellen die Anmeldung zu erfolgen hat. An diese Anmeldestelle haben sich auch die Anmeldungen zu richten, zunächst wegen der Beschaffung der Anmeldebcgen, sodann aber auch gegebenenfalls wegen Anfragen und Zweifel über den Inhalt und die Anmeldepflicht. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ geht sodann auf den Inhalt der Bekanntmachung vom 10. Oktober 1915 ein.
Industrie und Handel.
* Die Maschincnbau-A.-G. Tigler, Duisburg-Meiderich, verzeichnet einen Reingewinn von 69 942 M. (194 872 M.), dessen Verwendung wie folgt vorgeschlagen wird: zur gesetzlichen Rücklage 6378 M., zum Arbeiteruaterstützungs- bestand 10 000 M., zum Sicherungsbestand 25 000 M. und zum Vortrag für das kommende Jahr 28 564 M.
* Die Kriegsbeute der Vereinigten Staaten. Die „Morning Post“ meldet aus Washington: Die amerikanische Handelsbilanz betrug während der letzten 5 Wochen durchschnittlich 35 Millionen Pfund wöchentlich zugunsten der Vereinigten Staaten. Der Betrag wäre noch höher gewesen, wenn mehr Laderaum zur Verfügung stände. Nach den gegenwärtigen Schätzungen wird die Handelsbilanz des Finanzjahres ein Saldo von 400 Millionen Pfund zugunsten der Vereinigten Staaten aufweisen, das ist doppelt so viel wie das bisherige höchste Aktiv-Saldo des Außenhandels der Vereinigten Staaten.
* Steaua Romana, A.-G. fiir Petroleumindustrie. Dem uns zngebenden Geschäftsbericht des der Deutschen Bank nahestehenden Unternehmens, über dessen Geschäftsergebnis (10 Proz. Dividende aus 7.50 Mill. Lei Gewinn) wir bereits berichtet haben, entnehmen wir noch folgendes: Die Rohölausbeute hat sich auf den meisten Gruben unserer Gesellschaft befriedigend entwickelt und eröffnet günstige Aussichten. An einigen Stellen hat die Gesellschaft wegen nicht mehl' ausreichender Lagerungsmöglichkeit den Betrieb stark einschränken und manche Sonden kurz vor der Produktion einstellen müssen. Trotzdem ist die Rohölausbeute infolge günstiger Neuaufschlüsse mit 386 709 Tonnen nicht hinter dem Vorjahre (382 170 Tonnen) zurückgeblieben. Die Raffinerie-Tätigkeit und das Verkaufsgeschäft sind dagegen erheblich gesunken. Es wurden nur 339 328 Tonnen gegen 425 909 Tonnen im Vorjahre verarbeitet und 2818?9 Tonnen gegen 461669 Tonnen im Vorjahr abgesetzt. Die Warenvorräte betragen dadurch fast das Doppelte des Vorjahres. Auf den Gruben hat eine gute Sonde in Moreni und bei Abfassung dieses Geschäftsberichts die starke Eruption einer Sonde in Baicoi angenehme Überraschungen gebracht. Auf dem von der Gesellschaft vor einigen Jahren in Arbeit genommenen Gebiet voa Fotari-Ceptura haben die bisherigen Aufschlußarbeiten den daran geknüpften Erwartungen entsprochen. Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres haben wir einen weiteren Posten Anteile der Europäischen Petroleum-Union , G. m. b. H., erworben, so daß die Gesellschaft nunmehr die Majorität des Stammkapitals dieser Gesellschaft besitzt. Den Aktionären wird schließlich vorgcschlagen, das Geschäftsjahr auf das Kalenderjahr n. St. zu verlegen. Danach würde das neue Geschäftsjahr ausnahmsweise die Zeit vom 14. Mai bis 31. Dezember 1915 n. St. umfassen.
Marktberichte.
FC. Fruchtmarkt zu Frankfurt a. M. vom 25. Okt Das Geschäft war heute sehr still. Getreideangebot fehlte gänzlich Futtermittel fest und lebhaft. Man notierte: Kokoskuchen 64 bis 65.50 M., Rapskuchen 50.50 bis 52 M. Alles per 100 Kilo.
FC. Kartoffelranrkt zu Frankfurt a. M. vom 25. Okt Am heutigen Markt notierten Industrie und gleichwertige Sorteh 7.50 bis 7.70 M. Der 100 Kilo ab Station Frankfurt vm Main und denen der näheren Umgegend.
Die Morgen-Ausgabe urnsaßt 12 Seiten und die Berlagsbeilage „Der Roman".
$<ni)ufd)S3flIeitet: A. Hegertzorft.
SetaitttBorind) für den »olitilchen Teil: Dr. phil. A. Heidt, für den Unterdal- tungsteil B. v. Nauendorfs für Nachrichten aus Wiesbaden und den Aach- ba b,z>rten: I. ».• tz. Diesenbach: vir „tzierichislaal": H. Diesenbach: für „Lv»rt und Luftfahrt" I. 8.: (S. SoSatfet, sür „Bermiütztes" und de» „Brieslaften“: C. Losacker: für den Handel««! W. er; für Mt Änzetgen und Reklamen, H. Doruauf- sämtlich in Wiesbaden.
Druck und Verlag der L. Schelle,ldergichen Hos-Buchdruckerei in SHeSfal:::.
Sprechstunde der Schrtftletmmg 12 dir 1 Uhr,
