Sette 4. _ Samstag. 87. August 1904, _ Mi--Kade»er T«gt»1«tt. _ Maegea-Aa-gade. 1. Glatt. _N-. 899*
zug der Kleinbahn Braubach-Nastätten bestiegen. Die Fahrt ist eine hochromantische und kann allen Naturfreunden nur angelegentlichst empfohlen werden, da sie wahrhaft reifende Bilder in den Zollgrund und auf die das Tal des Zollgrundes abfchliehende Marksburg bietet. Auch in baulicher Beziehung ist die Bahnanlage eine hochintereffante. Auf bis zu 16 Meter hohen Dämmen werden steile buchenbswaldete Schluchten überschritten und bis zu 10 Meter tiefe Einschnitte führen durch die Felsköpfe. Die Linienführung erinnert an die mancher Alpenbahnen, wenn man an Kurven und Schleifen über und unter sich das Schienenband am Bergabhang hinziehen sieht, um dann nach wenigen Minuten dicht über dem Kopf die Strecke wieder zck sehen, die man eben durchfahren. Die Fahrt entbehrte auch eines höchst kritischen Momentes nicht, da um ein Weniges durch ein Berschen der Betriebsführung der Extrazug des Vereins mit einem ihm entgegenkommenden Perfonenzug von Nastätten kollidiert wäre. Nur durch die Aufmerksamkeit des Lokomotivführers des Extrazuges wurde ein nnabsehbares Unglück vermieden und konnten die Züge noch rechtzeitig zum Stehen gebracht werden. Die Passagiere beider Züge befanden sich in begreiflicher Aufregung. Der Personenzug ging dann bis zur nächsten Krenzungsstelle zurück. Die Fahrt des Vereins erstreckte sich bis zur Station Dachsenhausen, von wo von dem Aussichtspunkt „Heißes Bäumchen" sich ein herrliches Panorama nach dem Taunus, Hunsrück usw. bietet. In rascher Fahrt ging's dann zurück nach Braubach, woselbst im Hotel „Kaiserhof" das gemeinsame Mittagsmahl eingenommen wurde, das durchweg befriedigen konnte. Verschiedene Tischreden, sowie di« Klänge der Musikkapelle brachten erwünschte Abwechselung in die Freuden der Tafel. Später wurde der Bergfeste Marksburg, der ehrwürdigen Martinskapelle sowie dem Kriegerdenkmal, einem höchst charakteristischen Bauwerk, ein Besuch abgestattet und dann der Rest des Abends in dem geräumigen Saal« des „Rheintal" verbracht. Hatten die Braubacher sich schon tagsüber förmlich überboten, .den Wiesbadenern den Aufenthalt so angenehm als möglich zu gestalten, so setzten die Veranstaltungen des Abends allem die Krone auf. Der wiederholt preisgekrönte „Braubacher Quartetwerein" brachte eine Reihe von Männerchören in musterhafter Weise z»m Vortrag, dazwischen wechselten humoristtsche Borträge und Sologesänge in bunter Folge. So entschwanden im Fluge die Stunden. Nach herzlicher Verabschiedung und dem Wunsche „Auf Wiedersehen in Wiesbaden" entführte der Zug 10 Uhr 40 Min. die Wiesbadener dem gastlichen und schönen Rheinstädtchen Braubach. Die Fahrt wird allen Teilnehmern unverletzlich sein. ____ **
— Abbruch des alten Kurhauses. Der Preis, zu welchem Herrn Unternehmer A. Tröster die Gebäude des Kurhauses zum Abbruch und zur Veräußerung des Materials, ausgenommen einige dekorative Bestandteile, wie die Marmorsäulen des großen L>aales, übertragen wurde, beträgt 3487 M. Nach den der Vergebung zu gründe gelegten Bedingungen mutz der Abbruch nach der Räumung des Hauses am 2 0. Oktober beginnen und innerhalb acht Wochen beendigt sein.
— Reichshallen-Theater. Das jeden Abend vollbesetzte HauS ist wohl das sicherste Zeichen von der Vorzüglichkeit des letzigen Programms. Ganz besonders sind cs die „Drei Silbersterne, der das Publikum stets aufs neue in Erstaunen setzende Verwandlungskünstler „Maurice Lebrun" und „HermannMestrum, der nie müde wird, dem beisallssreudigen Publikum immer noch eine Probe seines Talentes zuzugeben, welche diese grohe Anziehungskraft auSüben. Ein Besuch ist daher sehr zu empfehlen, umsomehr, als das Programm nur noch wenige Tage in Kraft bleibt. Wie von der Direktion mitgeteilt wird, ist für das nächste am 1. September beginnende Programm neben anderen Attraktionen der allen Wiesbadenern vom Residenz-Theater her wohlbekannte Schauspieler Herr Hermann Kunz verpflichtet war- den. der damit den Sprung von den Brettern zum Brett'l riskiert und sich dem Publikum als Humorist vorstellen wird.
— Bezirkssteuer. Nachdem der 38. Kommunallanb- fag des Regierungsbezirks Wiesbaden die Erhebung einer Bezirksabgabe in Höhe von 5 Prozent der im Bezirke aufkommenden direkten Staatssteuern für das Rechnungsjahr 1004 beschlossen hat und deren gleichmäßige Verteilung auf die einzelnen Kreise mit fünf Prozent der in einem jeden derselben aufkommenden direkten Staatssteuern bestimmt worden ist, werden die Kreise — vorbehaltlich der späteren Ausgleichung nach endgültiger Feststellung der beitragspflichtigen Steuer- beträge — wie folgt herangezogen: 1. Kreis Biedenkopf mit 7169 M. 18 Pf. 2. Dillkreis mit 12386 M. 83 Pf. 3. Stadtkreis Frankfurt a. M. mit 604 840 M. 48 Pf.
4 Landkreis Frankfurt a. M. mit 10 942 M. 22 Pf.
5 Kreis Höchst mit 35 486 M. 76 Pf. 6. Kreis Limburg
mit 15 802 M. 81 Pf. 7. Oberlahnkreis mit 9866 M. 70 Ps. 8. Obertaunuskreis mit 28 043 M. 70 Pf. 9 Oberwesterwaldkreis mit 4148 M. 77 Pf. 10. Rhein-
aaukreis mit 20174 M. 72 Pf. 11. Kreis St. Goars
hausen mit 12 987 SOI. 64 Pf. 12. Unterlahnkreis mit 14842 M. 36 Pf. 13. Untertaunuskreis mit 8747 M. 31 Pf 14. Unterwesterwaldkreis 10178 M. 83 Pf. 15 Kreis Usingen mit 4246 M. 71 Pf. 16. Kreis Westerburg mit 4458 M. 5 Pf. 17. Stadtkreis Wiesbaden mit 160 805 M. 16 Pf. 18. Landkreis Wiesbaden mit 30 343 M. 50 Pf., deren Er- Hebung am 1. Oktober l. I. erfolgen soll.
— Konzert Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, wirkt da» Schuhs che Künstler-Quartett heute abend im Friebrichshof"-Konzcrt mit Die Sänger, welche erst letzt von einer Konzertreise zurückkehrtcn. haben überall den denkbar größten Erfolg gehabt. Wir wollen daher nicht verfehlen, auf das heutige Konzert besonders hinzuweisen.
— Die Marksbnrg bei Braubach, ckklchc bekanntlich der „Bereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen" gehört, wird von dieser demnächst weiter ausgebaut. Unter anderem wird der Hauptturm um 12 Meter erhöht, womit derselbe seine frühere Höhe wieder erreicht. Wie wir hören, hat ein Berliner Kunstfreund zu diesem Zwecke den Betrag von 10 000 M. gestiftet.
— Masseur- und Heilgchiilsen-Ordnnng. Auf Grund des Erlasses des Ministers der geistliä>en, Unterrichts- und Medizinal-lAngelegenheiten vom 21. Juni d. I. erhält der Absatz 1 der Ziffer 8 der Heilgehnlfenordnung »irr den Regierungsbezirk Wiesbaden vom 16. Juni 1903
folgenden Zusatz: „Zur Erlangung der Berechtigung, sich als staatlich geprüfte Heilgehülfen und Masseure bezw. Heilgehülfinnen und Masseurinnen zu bezeichnen, haben sie sich vor dem zuständigen Kreisarzt einer nachträglichen Prüfung in der Massage zu unterziehen, zu der sie jedoch nur aus Grund einer Bescheinigung über di« erfolgreiche Teilnahme an einem unter ärztlicher Leitung veranstalteten sechswöchigen Kursus in der Massage, einschließlich der Massage innerhalb des Bades, zugelassen werden können."
— Freie Schulstelle«. 1. Eibelshausen, Kreis Dill, 3. evang. Lehrerstelle mit 1050 M. Grundgehalt, 100 M. Mietsentschädigung und 150 M. Alterszulage. Anmeldungen müssen bis zum 15. 9. 04 erfolgt sein, Antrittstermin am 30. 9. 04. — 2. Wilsenroth, Kreis Limburg, kath. Lehrerstelle mit 1150 M. Grundgehalt, freier Dienstwohnung und 150M. Alterszulage. In dem Grundgehalt ist eine Vergütung für kirchliche Dienste von 100 M. enthalten. Anmeldungen müssen bis zum 1. 10. 04 erfolgt sein, Antrittstermin am 1. 11. 04. — 3. Nochern. Kreis St. Goarshausen, evang. Lehrerstelle mit 1300 M. Grundgehalt. freier Dienstwohnung und 150 M. Alterszulage. In dem Grundgehalt ist eine Vergütung für kirchliche Dienste von 100 M. enthalten. Anmeldungen müssen bis zum 10. 9. 04 erfolgt fein, Antrittstermin am 1. 10. 04. — 4. Ettelborn, Kreis Unterwesterwald, kath. Lchrerinstclle, mit 900 M. Grundgehalt, freier Dienstwohnung und 100 M. Alterszulage. Anmeldungen müssen bis zum 1. 10. 04 erfolgt sein, Antrittstermtn am 1. 11. 04. — 5. Krümmel, Kreis Unterwesterwald, kath. Lehrerstelle mit 1050 M. Grundgehalt, freier Dienstwohnung und 160 M. Alterszulage. Anmeldungen müssen bis zum 1. 10. 04 erfolgt sein, Antrittstermin am 1. 11. 04. — 6. Homburg v. d. H., Kreis Obertaunus, evang. Lehrerstelle mit 1200 M. Grundgehalt, für verheiratete Lehrer 500 M. Mietscntschädigung, für unverheiratete 200 M. und 200 M. Alterszulage. Anmeldungen müssen bis zum 1. 10. 04 erfolgt sein, Antrittstermin am 1. 12. 04. — 7. Siershahn, Kreis Unterwesterwals, kath. Lehrerinstelle mit 900 M. Grundgehalt, freier Dienstwohnung und 100 Bi. Alterszulage. Anmeldungen müssen bis zum 1. io. 04 erfolgt sein, Antrittstermin am 1. 11. 04. — An der Volksschule zu E m s ist eine Lehrerstelle zu besetzen. Bewerber evangelischer Konfession wollen ihre Meldungsgesuche nebst Lebenslans und Zeugniffen— letztere inUrschrift oder beglaubigter Abschrift — innerhalb 14 Tagen an den Magistrat in Ems einreichen. Ein Druckstück der Besoldungsordnung wird auf Ersuchen mitgeteilt.
— Hühnerjagd. Für den Umfang des Regierungsbezirks Koblenz wurde der diesjährige Schluß der Schonzeit für Rebhühner, Wachteln und schottische Moor- hjihncr, sowie für Dachse aus den 21. August festgesetzt.
— Ausgestellt find in dem Schaufenster des Herren-Kön- fektionsgeschäfts von Ernst Neuser, Ecke Kirchgassc und Faul- brunnenstratze. der dem „Krieger - und Militär-Ver- e i jt" anläßlich der Feier seines 25. Stiftungsfestes von Sr. Mai. dem Kaiser verliehene Fahnenschmuck, sowie die von befreundeten Vereinen gemachten Geschenke. In sehr geschmackvoller Weise arrangiert, sehen wir neben dem Fahnenband in Moire-Seide mit dem ovalen goldenen Fahncunagel, im Mittelschilde die Krone mit dem preußischen Adler führend, das Geschenk des Krtcgervereins „Germania-Allemania" hier, ein großes Bild, „Die Kaiser-Proklamation zu Versailles" darstellend, dann die zwei Geschenke des Wiesbadener „Militär-Vereins", Fahnenschleife des Preußischen Landcskriegerverbandes und ein Bild Sr. Majestät des Kaisers, ein Bild. Geschenk von der „Turngeseü- schast"-Wiesbaden hier, Se. Maj. in Marineunisorm, links drei von den Frauen und Jungfrauen des Vereins gestiftete kunstvoll gestickte Fahnenschärpen aus der Kunstanstalt Vietor hier, die mittlere Schärpe den preußischen Adler mit Lorbeerkranz, die zwei anderen die Wappen der Provinz Nassau und das Stadt- wappcn mit Lorbccrkranz,, sowie alle das Monogramm des Vereins in Goldstickerei tragend. In der Mitte befindet stch das Geschenk der „Krieger- und Militärkameradschaft Kaiser Wilhelm II.", ein goldenes Fahnenträgerschild und Kette, der silberne Lorbeerkranz von dem Vorstand des Kreis-Krieger- Bcrbandes Wiesbaden-Stadt und 4 goldene, bezw. silberne Fahncnnägel, Geschenke von dem „Veteranen- und Landwehr- Korps" Wiesbaden, „Krieger- und Militär-Verein Fürst Otto von Bismarck" Wiesbaden, „Marine-Verein" Wiesbaden und „Militär-Verein" zu Kreuznach.
— Obstansstellung und Obstmarkt. Der 13. landwirtschaftlich« Bezirksverein hat aus Anregung des Kreisausschusses die Abhaltung einer Obstausstellnng und eines Obstmarktes beschlossen. Der Kreisausschuß leistet einen Zuschuß zu den Kosten. Als Ort für die Ausstellung wurde Biebrich und als Zeit Ende September gewählt. Der bisher hier abgehaltene Obstmarkt fällt demnach dieses Jahr aus.
— Die Obstdiebe sind seit einigen Tagen wieder eifrig an der Arbeit und haben sich hierzu besonders das Wellritztal und die angrenzenden Distrikte ausersehen. Diesmal sind es weniger erwachsene Personen, sondern Schüler der höheren Schulen im Alter von 12 bis 16 Jahren. Dieselben ziehen hinaus ins Feld und plündern, je nachdem ihnen die eine oder die andere Frucht schmeckt, fast vollständig den betreffenden Baum. Vorgestern nachmittag wurde eine derartige Gesellschaft beobachtet, wie sie über das Geländer eines an einem belebten Feldwege hinter der Zietcnschule gelegenenGartens stiegen und dort dem Besitzer großen Schaden zufügten. An eine Verfolgung war bei der Schnellfüßigkeit der Diebe nicht zu denken. Vorgestern, gegen Abend, gelang es dem dort stationierten Beischützen, in einem Garten vier solcher jungen Obstdiebe zu überraschen. Die Diebe waren aber auch hier flinker wie der Feldhüter und sprangen davon. Der letztere verfolgte sie bis in die Westendstraße, und hier erst konnte er den Namen eines der Flüchtlinge erfahren, worauf er sich in die Wohnung desselben begab, und dort wurden ihm von dem Misse- täter die Namen seiner drei Mitschuldigen angegeben. Alle vier sind Söhne besser situierter Eltern. Anzeige an die Behörde wird von dem Feldhüter bereits gemacht sein.
— Saalinhaber »nd Alkoholbekämpfung. Es ist ein
erfreuliches Zeichen einerseits für das wachsende Ansehen der Antialkoholbewegung und andererseits für das wachsende Einsehen der Wirte, daß der sächsische Landesverband der Saalinhaber sich auf stinem kürzlich abgehaltenen Jahrestag offen dahin ausgesprochen hat, daß es nicht empfehlenswert sei, vom Standpunkt der Saalinhaber die Antialkoholvereine zu bekämpfen und ihnen irgendwelche Schwierigkeiten zu bereiten. Gewiß, denn zwischen Wirten und Alkoholgegnern braucht an und für sich noch keine Gegnerschaft zu bestehen. Orte für Erquickung und Erholung braucht der Alkoholgegner so gut wie der Akkoholsreund. Eine freundliche Berücksichtigung der Bedürfnisse derjenigen Gäste, die keine gebrannten oder gebrauten Getränke verzehren, kann den Charakter des Lokals und das Wohlbefinden aller Gäste nur heben. Eine angemessene Auswahl alkoholfreier Getränke und eine prompte und zuvorkommende Bedienung auch der Gäste, die nicht „Echtes" oder „Lager", sondern Selters- odcr Zitronenwasser bestellen, kann nur den Interessen der Wirte selbst entsprechen.
— Tierschutz. Laßt die Hunde nicht hinter Straßenbahnwagen herlausen. Tierschutzverein zu Wiesbaden iE. B.j. Dies« Mahnung steht seit einiger Zeit auf der Rückseite eines jeden Fahrscheins der irischen Bahn. Und daß dieselbe ihre Berechtigung fo*. kann man jeden Tag beobachten. Sollten sich dies Hundebesitzer sehr zu Herzen nehmen und ihr« armen Tiere lieber zu Hause lassen: erst vorgestern mittag wieder kam ein Hund halbwt vor Sonnenberg an, deffen Herrin di« Bahn benutzte und gar nicht glauben konnte, daß es einen Hund so furchtbar anstrenge, wenn er im Galopp von Wiesbaden nach Sonnenberg laufe.
— Ein brennendes Motorrad erregte gestern mittag gegen 1 Uhr großes Aufsehen in der Adelhaidstraße. Das Benzin war explodiert und im Nu stand das ganze Rad in Flammen. Sein Lenker konnte noch mit knapper Nor abspringen, während sein Fahrzeug der gänzlichem Zerstörung anheimsiel. Das Rad wurde als unbrauchbar vom Platze geschafft.
— Leichenländung. Am 8. August wurde in Ostrich die Leiche einer unbekannten Frauensperson gelandet. Dieselbe ist etwa 1,84 Meter groß, hat schwarzbraunes Haar, Stumpsnase, mangelhafte Zähne. Sie war bekleidet mit einem schwarzen Kleid; mit Samtbandbesatz (3 schmale Bänder unten), eineu, wollenen blauen gestreiften Unterrock, darunter ei» blauer, halbwollener Unterrock mit 3 weiten breiten Streifen: schwarzen Strümpfen, mit breiten wollene» Strumpfbändern, die gezeichnet sind Ll. dl. E. oder B„ schwarzen ledernen Schnürschuhen, Taille und grob- leinenem Hemde. Das zerrissene baumwollene Taschentuch trägt die Bezeichnung H. Die Staatsanwaltschaft hier ersucht um Nachricht über die Persönlichkeit der Verstorbenen.
— Handelsregister. Firma August Engel, Wiesbaden Die Prokura des Kaufmanns Wilhelm H e ß zu Wiesbaden ist erloschen. — Kohlenkonsum Rudolf Sator, Wiesbaden. Dem Kaufmann Robert V v l z zu Wiesbaden ist Prokura erteil,.
— Polizeilich gelperrt wird die S ch u l g a s s c zwecks Herstellung des Kanalanschlusses zur Entwässerung des Borwaßschen Neubau-Grundstücks an der Ecke der Kirch- und Schulgasse ans die Dauer der Arbeit für den Fuhrverkehr.
lvereinS-NacbriKle».
* Aus Anlaß des Delegiertentages des „Mitielrhein.S-mger: bundes" in St. Goarshausen am 28. d. M. haben sich die demselben angehörigen Vereine entschlossen, einen gemcinschastlichen Sommerausslug dahin zu unternehmen, um in ungezwungener Weise einige Stunden fröhlichen Zusammenseins zu verbringe». Der Männergesang-Berein, „Friede", Mitglied genannter Vereinigung, wird sich in Gemeinschaft mit dem Männergesang. Verein „Einigkcit"--Weiscnau an der Fahrt bezw. Ausslng de. teiligcn und ist der Fahrpreis, hin und zurück, aus nur 1 M. 50 Ps. berechnet, indem für beide Vereine ein eigener Damrier gemietet ist und die Restauration auf demselben einem Wirte »°n Weisenau (ebenfalls Sangesbruders übertragen wurde. De» Mitgliedern ist hiermit ein außergewöhnliches Vergnügen geboten, indem für eine Konzert-Musik und eventuell Tanz ge* sorgt ist. Im Falle ungünstigen Wetters bietet das Schiss genügenden Schutz.
* Der Gesangverein „W iesbadenerMännerklnbt macht morgen Sonntagnachmittag seinen beliebten Waldspazie» gang nach dem Kellerskops und hofft ans recht zahlreiche Beteiligung seiner Mitglieder und deren Angehörigen. Der gemeinsame Abmarsch erfolgt um 2 Uhr von der Stickelmühle in Sonnenberg. Für gute Bewirtung sorgt der rührige Kellerskopswirt Herr Priester.
* Der „M änner-Athleten-Berein" unterninmt am Sonntag, den 28. August, einen Ausslug nach dem Saale der „Germania", Platterstratze 100 (Mitglied Kvob, zu Ehren der Sieger vom Kreissest in Schönberg.
* „Wildsau g". Der Familicnausflug mit Musik find« am Sonntag, de» 28. August, nach Gonsenheim in die Herrn» im Fichtenwalde gelegene „Krimm" statt. Dortselbst ist m den großen Gartenlokalitäten »nd Sälen für Unterhaltung I°su»» Arr bestens Sorge getagen. Da der Fahrpreis bis Gonsenhem hin und zurück nur 70 Pf. beträgt und Speisen und Getrann äußerst preiswürdig, großer Schoppen Bier 11 Ps., so durste Ausflug viele Teilnehmer finden. Die Kosten werden von ftm» des Komitees getragen.
Vereins-Versammlnnge«. !
* Am 19. August hielt das Männerquartett „H i l a r ia seine diesjährige Jahresversammlung ab. Die Borstandsw-? hatte folgendes Ergebnis: Herr I. Debusmann 1. Vorsitze««»' Herr L. Groß 2. Vorsitzender, Herr L. Nicolai SchriMUhrer, Herr Joh. Nemnann Kassierer, Herr W. Dickel Ökonom und o Herren A. Sternhard und B. Emmermann Beisitzer. Der 4 ein hat sich auch in diesem Jahre wieder finanziell gehoben. Mitgliederzahl hat zugenommcn und mit seinen Leistungen un> der bewährten Leitung des Herrn K. Heus darf er au» o frieden sein.
N. Biebrich. 26. August. Der „K r i e g e r v e r e t seine diesjährige Sedansseicr am Samstag, den 3. Fepttm^. abends 8 Uhr, durch einen Familienabcnd im Saale „Schützenhoses". — Der hiesige Gastwirteverein, gegen die Polizeiverorbnung, betreffend Festlegung bn « abcndstunde, protestiert hatte, beschloß in seiner gestrigen^ sammliing, nunmehr in Güte zu versuchen von der Pons» gcständilissc behufs Verlängerung der Schlußstunde zu eil«
-r- Heftrich, 25. August. Heute wurde auf der nahen bürg unser diesjähriger „Bartholomämarkt" abgehalten. ... selbe war in jeder Hinsicht bedeutender wie der „Jakobimar Es war außerordentlich viel Vieh ausgetricben und es ^ auch viele Käufe abgeschlossen, wenn auch vielfach unter pan leutcn. Ochsen kosteten im Paare 600-800 M.i sehr NU,, waren frischmelkende Kühe, die mit 300—400 M. bezahlt «* ieie Nicht trächtige Kühe kosteten 230-280 M. und Rinder u» »!L, zum Einstcllcn 150-220 M. Fettes Rindvieh und fette S“ waren sehr teuer, dagegen hatten fette Schweine nur w a Preise. Dieselben kosten eben in der-hiesigen Gegend pro;, Schlachtgewicht 56—58 M., ganz billig sind Läufer und p „ letztere kosten pro Stück nur 3—5 M. Der Krammarn Mittag war unbedeutend.
tag war unveoeuieno. .. cn
(?) Flörsheim a. M„ 24. August. In der in der miarkung belegenen Lettengrube der Firma !rks- und Hüttengescllschast, A.-G. in Bonn", | im Lettcngraben auf das Gerippe einer Seekuh.^
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-ViltlH WHHJVMVII W..v..|,iwvv vvv illVkeitkl'
und Hüttengesellschaft, A,-G. in Bonn", stießen rettengraben aus das Gerippe einer Seekuh. fcaJ unter fachmännischer Aussicht bloß gelegt und 1°“ JiLpiat luseum übergeführl werde». Es ist dies das dritte Et eses vorsintflutlichen Tieres, das in der hiesigen Gew» csgegraben worden ist.
* vronbcrg. 23. August. Der gestrige K a ls e * f * { „ t li<9 es die Erinnerung an eine Episode ivach, die sich 0*“»
:r Einweihung des Kaiserin Friedrich-Denkmals in * iqetragen hat. Nach beendeter Feier wurde damals dem 13 Komitee des Kaiser Friedrich-Denkmals aus Eroiive » lCI . -stellt. Nachdem sich der Kaiser mit den einzelne« ® er J, „.otflt* iltcn hatte, meinte er, mit dem Wetter werde cs wohl z» :i der Einweihung des Denkmals wieder schief gehen, daß it habe er in Eronbcrg kein Glück, und richtig tra1«- u eftc r« n anderen Tage der Regen in Strömen niedergop. A»w ei »
af die Ansicht des Kaisers wieder zu. Gegen - Uhr ° Z«
:ftiges Gewitter los, das von starkem Regen beglcitel
