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No. 400.

Abend-Ausgabe.

S. Klalt.

Vitsbadem Tagblatt

O

Samstag,

27. August 1804.

83. Jahrgang.

Sitzung der Stadtverordneten

vom 28. August

AnWesend sind unter dem Vorsitze des Herrn Geh Aaintätsrats Dr. Pagenstecher 33 Mitglieder des Kollegiums. Der Magistrat ist vertreten durch die Herren Oberbürgermeister Dr. v. I b e l l, Beigeord- netcr Körner, Stadträte Bickel, Rühl und A r n tz llnd Stadtbaurat Frobenius. Protokollführer ist Herr Obersekretär Rosalewski. Unter den Neu ewgängen, von welchen der Herr Vorsitzende vor Ein­tritt in die Tagesordnung Kenntnis gibt, befindet sich auch ein „We ck r us an a l l c D e u t s che ohne ll st t c r s ch i e d d e s G l a u b e n s zur Errichtung einer deutschen N a t i o n a l k i r che". Herr Dr. gave t knüpft an die Mitteilung von der Absicht eines Konsortiums, an der Bingertstraße in der Gemar­kung So n nen be rg eine A n st alt für Ge m n t s k r a n k e zu errichten, an und fragt, ob nicht irgend welcher Widerspruch gegen dieses die Interessen Kiesbadens schwer schädigende Projekt erfolgt sei. Herr Oberbürgermeister Dr. v. Jbell teilt mit, daß der Magistrat am 8. Juli in einer Eingabe an den Bezirks­ausschuß auf Grund des 8 30 der Gewerbeordnung Ein­spruch gegen die Errichtung einer derartigen Anlage in unmittelbarer Nähe der Kuranlagen erhoben habe. Am 20. Juli sei dem Magistrat vom Bezirksausschuß mit­geteilt worden, daß die Genehmigung der Errichtung der Anstalt bereits am 26. März erfolgt sei, und zwar unter Beobachtung des 8 30 der Gewerbeordnung und nach Anhörung der Polizei- und Gemeindebehörde Sonnen bergs. Jetzige Einwendungen könnten nicht mehr be riicksichtigt werden. Der Magistrat habe daraus be schlossen, an den Herrn Regierungspräsidenten eine Ein gäbe zu richten und darauf hinzuweisen, daß die An­stalt unter Umständen genötigt sei, ihre Abwässer nach beu Kuranlagen zu führen, daß dann aber der Magistrat in der Lage sei, sich dem nach Möglichkeit cntgegenzu- setzen. Es sei auch unter Berücksichtigung dieses Um­standes sehr fraglich, ob es zweckmäßig sei, die Errich­tung der Anstalt znzulassen. Herr Dr. Cavet: Die Anstalt kommt dicht an die Wiesbadener Gemarkungs- grcnze,- erst kommt ein großes V>erwaltu'nssgcbäude, dann ein Krankenbau und dann ein Bau für unruhige Kranke." Die Bcttenzahl ist allerdings von 140 auf 77 beschnitten worden, aber es ist immer noch aus eine große Anzahl Patienten Rücksicht genommen. Wer die Sonnen- bcrgerstraße entlang geht, hat die Anstalt vor sich: es sollte mit allen Mitteln, die uns zu Gebote stehen, darauf hingewirkt werden, daß die Anstalt nicht ins Leben tritt. Die größere Hälfte der Sonnenberger Einwohnerschaft ist auch gegen das Projekt. Man will dort die Sache an dem ersorberkichen Dispens für Benützung des von der Anstalt nach km „Aukamm" führenden Weges zum Scheitern bringen. Die Gemeindevertretung Sonnen bergs ist sich nicht im unklaren darüber, daß di« Ge Minde Sonnenberg keinen Vorteil von einer solchen Anstalt hat: sie weiß, daß in kr Umgebung derselben die Grundstücke entwertet werden. Herr Oberbürgermeister Dr. v. Ibell glaubt, daß der Magistrat andere als die bereits angewendeten Mittel nicht gut ergreifen könne: der Magistrat sei nicht Partei. Vielleicht könne aber in Erwägung gezogen werden, ob nicht offiziell mit der Gemeinde Sonnenberg in Verbindung getreten werden solle, um Abwehrmatzregeln zu ergreifen. Er wolle das beim Magistrat anregen, es empfehle sich aber jedenfalls, wenn auch die Stadtverordneten-Versammlung . aus- sxrcche, daß sie in dem AnstaltSprojokt eine Schädigung ihrer Interessen erblickt. Dem Vorschlag wird zuge- stimmt. — Der Herr Oberbürgermeister teilt noch mit, daß sich der Magistrat in seiner nächsten Sitzung über kn Ausbau der Kehricht-Verbrennungs- Anlage und die Herbeibringung der erforderlichen Mittel schlüssig machen werk. Der Magistrat gcbc an­heim, ob nicht die Sache heute schon einem Ausschuß überwiesen werden könne. Das Kollegium weist die An­gelegenheit dem Finanzausschuß hin. — Bezüglich der Organisation des S t a d tb a u a m t^s teilt rer Herr Oberbürgerm ei st er mit, daß nach um­fassenden Verhandlungen der verstärkten Baudeputation bcr Magistrat beschlossen habe, anstatt einer Baudepu- iation künftig zwei Baudeputationen zu bilden, eine ^rir bas Hochbauwescn und eine für das Tiefbauwesen, ^.re erster- solle aus zwei Magistratsmitgliedern.und drei Stadtverordneten, die letztere aus drei Maglstratsmn- kliedern und vier Stadtverordneten gebildet werden: der ersteren solle Herr Stadtbaurat Frobenius und der letzteren Herr Beigeordneter Körner Vorsitzen, -t Deputation für das Tiefbauwefen sollen namentlich auch ^»ugesuche zur Begutachtung zugewiefen wcrkii. ^Nun ft/ erforderlich, daß die Stadtverordneten-Berfammluna bie nötigen Wahlen vornehme. Zu diesem Zwecke wird bie Sache dem Organisationsausschuß uberwieftn. Da laus wird in die Tagesordnung eingetreten, -^le Punkte 1, 2, 8 und 4, betreffend „Antrag des Magiitrars aus Bewilligung der Anschlagssumme von 7000 Ai. für

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für bi! B e f e st i g u n g d e r R h e i n st r a tz e m i t

Kleinpf^ste" vo? kr

Schwalbacherstraße, desgleichen von S14S0 M. für b

Fertigstclluna des Kurhaus-Proivliormms, wofür seeoai

BO 000 M im Etat für 1004 bereits vorgesehen sind, und «in Baudispensgesuch des Vorstandes ks cvangeIFch

^ttungshauscs, betreffend cinen Anba an ks^^

Gehende Anstaltsgebäudc im Distrikt „Rvsemelo

dem Bauai,sschuß zur Vorprüfung übcrg-ben.

Bewilligung der Beseitigung i Bewilligung

L'npl°ster rügt Herr Groll, daß Me /

""npsiaster rügt Herr zum

M erst eingeholt werk, wo doch die ,-ntiänekuste Tc>l ausgeführt se,. Er müßte ,sich aufs^entschi^

maßen als Strohmänner betrachtet würden. Er müsse

sich auch wundern, daß man es in der Rheni straße fo eilig habe, während in anderen Straßen, so in der Bleich st r a ß e, die Neupslasterungsgclkr fahrclang bewilligt seien, ohne bis jetzt verwendet worden zu sein. Und doch ser auch dort die Pflasterung viel notwendiger. Die Stadtverordneten-Versammlung sollte eigentlich >.in- mal Gelder, die zunächst ausgegeben würkn, ohne sie zu fragen, nicht bewilligen. Herr Stadtbaurat Fvobe- n i u s erklärt, die Rede des Herrn Groll habe ihre Ur- sache in ern-em Mißverständnis. Für bie bis j^tzt in der Rheinstraße vorgenommcnen Pflasternngsarbciten wem« nichts mebr verlangt, die würden mit den bereits be­willigten 11000 M. hergestellt: bei der Pflasterung der einen Rhcinstraßenseite habe sich aber herausgestellt, daß cs nicht möglich sei, die alte Chaussierung unter den Straßenbahngeleiscn zu erhalten, auch hier müsse K-ein- pflaster gelegt werkn, dafür seien die geforderten 10100 Mark. Die Frage wegen Führung eines Mhngeleises durch die Bleichstraße sei noch nicht so weit geklärt, daß dort jetzt schon mit der Pflasterung begonnen werden könne. Herr Oberbürgermeister Dr. v. Jbell findet es nierkwürdig, daß erst während der Kleinpflasterung ent­deckt wurde, daß auch unter den Geleisen gepflastert wer- kn muß. Die Bleichstratze könne noch nicht gepflastert werkn, weil die Genehmigung der Schieneneinlegung noch ausstehe. Herr v. E ck macht darauf aufmerksam, daß die höchst ungeschickt abgefaßte Tagesordnung ist ehe oben. D. Res.) zu km km Herrn Groll passierten Miß­verständnis allerdings Anlaß geben konnte. Herr Dr.

Dreyer regt an, ob nicht versucht werden solle, die Straßenbahn mit einem Beitrag zu den Pslasterungs- kosten heranzuziehen. Herr Hartmann erinnert an eine vor zwei Jahren abgegebene Erklärung des Herrn Stadtbaurats, wonach ein Gesuch der Anwohner der un­teren Wilhelmstratze um Pflasterung derselben abgc- wiesen werden mußte, da dieser Straßenteil wegen kr Kanalisierung nicht mit Kleinpflaster versehen werden könne. Jetzt sei die Straße doch ausgcrissen worden, und cs werde doch gepflastert. Gerade jetzt, in der besten Kur­zeit, sei das unbegreiflich. Herr Stadtbaurat Frobc - n i n s erwidert, die Pflasterüngsarbeiten in der Wil- helmsiratze hätten wegen kr Eisenbahnverwaltung tat­sächlich um ein Jahr hinausgeschoben werden müssen. Herr S ch r ö d e r ineint, so weit es sich um den Fahr­damm der Bleichstraße handele, halt« auch er es für zweck­mäßig, zu warten, bis die Geleisefrage erledigt sei. Aber das Trottoir könne man doch ohne Bedenken machen. Herr Stadtbaurat Frobenius hält auch das nicht für ai-gängig. Die Herstellung des Trottoirs mache eine gleichzeitige Regulierung des Fahrdamms notwendig, eines könne nicht ohne unangemessene Erhöhung der Kosten vom anderen getrennt werden. Nach dem Be­richt des Baiiausschusscs (Referent: Herr Franke) soll der Fluchtlinienplan der K i e dr i ch e r - n n d R he ingan er straße in der Weise abgeändert werden, daß kr vorgesehene freie Platz tn Wegfall kommt. Dagegen soll die westliche Fluchtlrm« belbe- holtcn und die Straße hier aus 13 Meter, ausschließlich der Borgärten, erbreitert werkn. Der abgeändert« Fluchtlinienplan wird gebilligt. — Die Inhaber kr ge­werblichen und industriellen Unternehmungen an der Mainzer-Landstraße und an kr Schlachthausstraße haben eine Eingabe an die Eisenbahndirektion in lNainz ge­richtet, in nielcher sie um Herstellung von Frei l a de­ge leisen im Salzbachtal baten. Der Magistrat Lt sich kr Eingabe an geschlossen. Die Eisenbahndirektion teilt mm mit, daß sie die Anlage einer Freilakstelle unterhalb der Germania-Brauerei mit Anschluß an kn Bahnhof Curve vorgesehen habe. Die Kosten trage die Stadt Wiesbaden, welche auch über die Zulassung von Interessenten zur Benutzung der Ladestelle zu befinden haben wird. Es sei aber darauf zu halten, daß nur den bestehenden Firmen die Benutzung gestattet werk, und neu entstehende oder im Entstehen begriffene Unter­nehmungen von der Benutzung ausgeschlossen wurden. Herr v Eck fragt, ob wegen der Kosten eine besondere Vorlage gemacht werde. Herr Oberbürgermeister Dr. v Jbell antwortet, es werde eine Vorlage kommen. Der Magistrat habe mit der Eisenbahn unterhandelt, die Sacke bedürfe aber noch weiterer Bearbeitung. Der Magistrat sei auch der Ansicht, daß sich die Errichtung einer Güterverladcistelle im Salzbachtal empfehle, inch- aber dort einen öffentlichen Güteröahnhos zu errichten, weil'sonst die Benutzung stärker werden möge, als im stnteresse de: Stadt dienlich sei. Am zweckmäßigsten sei es auch wenn die Stadt die Ladestelle übernehme: welche Vergütung sie von den Benutzern erhebe, sei ihre sache: dasselbe werde später geregelt werden. Herr Weid­mann ist der Ansicht, daß es im Interesse kr Smdt liege wenn dort ein« Freiladestelle eingerichtet werk, da die gewerblichen Betriebe des Dalzbachtales vielfach Giiter verschickten, die besser nicht durch die Stadt nach km Bahnhof Dotzheim transportiert würkn. In einer der letzten Stadtverordneten - Sitzungen hatte Herr H a r t m a n n zur Sprache gebracht, daß aus den häufi­gen Klagen über nächtliche Unsicherheit «m südlichen Stadtteil der Schluß gezogen werben dürfe, daß die Zahl der Schutzleute ein« ungenügende sei Ter Magistrat hat sich an die Polizeidirektion ge­wandt, und von dort wird erklärt, es könne nicht zu- gegeben werden, daß die Sicherheit im südlichen Stadt­teil zur Nachtzeit zu wünschen übrig lasse. Diebstähle seien dort seit Monaten nicht mehr vorgekommen, Schlägereien nur vereinzelt. Eine Vermehrung der Schiitzmannschast sei zurzeit ausgeschlossen, doch sei sie für 1806 zu evrvarten. Herr Groll hat nichts dagegen, wenn die Zahl der Schutzleute vermehrt wird, wenn das die Sicherheit der Stadt verlangt: er ist aber der Ansicht, daß die reitenkn Schutzleute im Wald entbehrt werden könnten. Der Magistrat solle das auch der Polizei gegen­über aussprechen. Herr Oberbürgermeister Dr. von Jbell erwidert, der Magistrat habe über die Ver­

wendung kr Schutzmannschaft nichts drein zu «km

Früher sei gewünscht worden, daß durch reitende Schutz­leute für die Sicherheit in unseren Wäldern gesorgt wer- ku möge, und dieser Wunsch sei für die Stak die Ver­anlassung gewesen, die Einrichtung berittener Schutzleute durch Bewilligung der Mittel für Stallungen zu unter- stützen. — Aus Vorschlag des Wahlausschusses werden ke eitherigen S ch i e dsm ä n n e r, die Herren Friedrich Gottschalk (für den 2. Bezirk) und Stephan H off­mann (für den 6. Bezirk) wiedergewühlt. An stelle des ausgeschieknen Bezirksvorstehers, Herrn Rentner Emil Müller, wird als B-zirksvorsteher des 6. Armenbezirks der Verwalter der Augenheilanstalt für Arme, Herr Kvnrad Schminke, und an Stelle des ausgeschlebenen Armcnpflegers Herrn Gustav Schauß Herr Kaufmann Ferdinand B u d a ch für das 6. Quartier ini>4. Bezir als Armenpslcger gewählt. — Die übrigen Punkte der Tagesordnung werden an die verschiedenen Ausichupe verwiesen. Hierauf Schluß der Sitzung uni Vß Uhr. d.

Vermischtes«

* König Eduard im Bade. König Eduard hat wäh­rend seines Aufenthaltes in Marienbad nicht nur unter

den Gästen, sondern in der gesamten Herrenwelt eine Revolution hervorgerufen, indem seine viergeteute

Hosensalte, seine roten Krckwatten und seine «ten Strümpfe jekn zur Nacheiferung zwingen werden. Dow

der König tut auch noch andere wichtigere Dinge, schon

uin Vo7 Uhr früh morgens wird ein Glas Kreuzbrunneil Seiner Vlajestüt ans Bett gebracht. Dann steht er ans

und wankrt um 7 Uhr von dem Hotel zu dem Sprudel,

wo er langsam sein zweites Glas zu sich mmmt. Um

8 Uhr kehrt der König zum Hotel zurück und nimmt ge- wohnlich auf dem Balkon sein Frühstück aus Tee, Schinken, Eier und Gebäck, streng nach der Borschri^ seiner Kur Dann liest er Telegramme und seine Korrespondenz: die „Neii« Freie Presse" unterrichtet ihn über die Ereignisse des Tages. Um jstl Uhr ist die Je­des Lunch da. Ausflüge in die schöne Umgebung füllen k t Nachmittag aus, und um 7 Uhr ist Drnerzelt: doch nimmt der König nur sehr einfache, zu Mner Kur passende Speisen zu sich, und berm Besuch des Kaisers von Österreich waren ein Beefsteak und etwas Champag­ner eine seltene Ausnahme. Den Abend verbring der König, indem er in den Straßen promeniert und mt ein paar Freunden Bridge spielt, doch um 10 Uhr er- id-emt der Arzt und bittet dringend, aufzuhörcn und zu Bett zu gehen. Diese einfache Lebensweise bekommt dem König sehr gut und er sieht blühend aus. Ern Berrcht- erstatter, G. de Matzihre, hatte ,ung',t die hohe Ehre, die er im „Gaulois" sehr hübsch beschreibt, nnt dem König auf einer Bank zu sitzen. ,/Lustige Lichter eines ironischen Humors flogen über das gütige und ruhige Antlitz. Der König lachte viel mit einem tiefen und vollen Lachen. Er trug einen Anzug aus sehr weicher^ grauer Molle und abwechselnd dunklen und helleren streifen, den Rock geschlossen nnd sehr lang: als der König sich ein wenig erhob, um sein Taschentuch — ein weißes Tuch nnt einer stark blauen, weißgepunkteten Bordüre - h^aus- zunehmen, sah ich, daß,Seine Majestät das Taschentuch in kr äußeren Tasche seines Rockes trug. Die schuh« find weiß mit gelbem Lederbesatz. Der zuruckgeschlagene, sehr niedrige Kragen ist weiß, und ebenso sind die Man­schetten weiß, doch das Hemd ist dunke,rot und iie Krawatte, ein einfacher, mit der Hand geschlungener Knoten, blau. Der weiche Hut^ hat die sogenannt: Tii olerform und ist hellgrau. Keine Handschuhe, an einem Finger der rechten Hand einen Ring! Wenn ich höflich sein wollte, so müßte ich sagen, daß er einen Rohr­stock mit einer kupfernen Krücke trug: doch mir schien es. als ob die Krücke ziemlich gewöhnliches Horn war. So saß Seine Majestät, die Brust nach vorn geneigt, die Beine etwas gekreuzt und diesen Stock zwischen kn

Knien." . ^ _

* Wie kann man Preußen erkläre«? Kurz nach km Schulbeginn setzt der Lehrer den Schülern seiner Klasse den Ursprung ks Wortes „Preußen" auseinander. „Tre einen leiten es von dem altlitauischen Worte „Pruzzen ab, die andern wollen es für „Prorussia", „das vor Ruß­land Gelegene" erklären. „Nun Hans", fährt der Lehrer einen Jungen an, der nicht recht aufgepaßt hat, „wie kann man „Preußen" erklären? Man kann Preußen

erklären — nun, als-Pro-rufs-". Da

zuckt es verständnisinnig in dem Gesicht ks kleinen Hans auf, kr während der Ferien oft gehört hatte, wie die Erwachsenen über den Königsberger Prozeß sprachen: „Preußen kann man als Provinz Rußlands erklären", antwortete er freukstrahlend.

* Ein erlesenes Menü. Bor einigen Tagen gab Prinz Pletz den Teilnehmern des 6. deutschen Automvbil- tages auf keinem Schlosse Fürsten stein ein Frühstück. „Das Menü von erlesenster Güte", so berichtet der „Bres. lauer General-Anzeiger", verdient an dieser Stelle ver. ewigt zu werkn: es lautete:

Lunch du 20. Aoüt 1904.

Consomm$ en tasses. — Turban de soles ä la Nicoise. — Filets de boeui ä la Montalembert. — Poulardes froides ä la Gelee. — Chauiroid de homards. — Jambon et Roastbeef Froids.

— Timbales de Fruit ä la Parisienne. — Fromage. — Desserts.

Dies liebliche Gemisch von Englisch und Französisch wird den Teilnehmern eines deutschen Tages unter den Augen eines deutschen Fürsten auf kutschem Boden ge­boten. Man hat ein Recht, auf derartige Dinge öffentlich mit vollem Nachdruck hinzuweisen, da die durchweg in kutscher Sprache abgefaßtcn Speisekarten des kaiser­lichen Hofhaltes zu Berlin beweisen, daß cs auch an. ders geht!

* Humoristisches. Zur Übung. „Wo reiten die Ntancn hin, Papa?" — „Nach dem Tempclhofer Felde."

— „WaS machen sie denn da?" — „Stoob!"