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Doirttcrstas, 28. I«tt LSV4.
Wieslradeuer Tagölatt.
MO»gr«-A«sgabe. I.Klatt.
kwrufen hatten. Jetzt schon warf man dem Kaiser vor, daß er allein den Krieg verschuldet habe, und man machte
französischen
angeführte Vorgang, daß schon am 7. August in der Frühe General Lebrun es für geboten erachtete, Hem Kaiser die Niederlegung des Oberbefehls vorzuschlagen. Der General begab sich morgens 6 Uhr zum Kaiser und stellte ihm vor, daß die Oppositionsparteien ihn für die Niederlagen verantwortlich machten, daß man ihn als Urheber des Krieges anklage, und daß die revolutionäre Presse am Umsturz des Kaiserreiches arbeite. Lebrun hielt es für dringend geboten, daß der Kaiser sich nach Paris oder St. Cloud oder Compiägnc begebe, um die Regierung wieder zu übernehmen, und daß er den Oberbefehl an einen Marschall übertrage. Ruhig hörte der Kaiser den General an, aber mit dem Ausdruck tiefster Trauer erwiderte er, daß er an der Spitze des Heeres Paris verlassen habe und nicht ohne das Heer dahin zurückkehren dürfe. Nochmals bat der General den Kaiser, seine Rolle als Souverän wieder zu übernehmen doch der Kaiser blieb fest in Ablehnung des für ihn so gra,-- samen Vorschlages. Am Abend des Tages kam der Kaiser auf die Unterredung zurück und bemerkte gegen Lebrun. daß er den ganzen Tag über den Vorschlag nachgedacht habe, daß cs ihm aber ganz unmöglich sei, ohne das Heer nach Paris zurückzukehren. Als dann der General nochmals auf die politische Gefahr aufmerksam machte und der Kaiser sich wieder ablehnend verhielt, da konnte General Lebrun nur erwidern: „.Je eraius bjen que de grands malhenrs s’ensmvent." Er sollte nur allzu sehr Recht behalten.
Politische Übersicht.
Ncchtsansknnstsstcllcn.
Die preußischen Minister des Innern und für Handel und Gewerbe haben in einer Verfügung die Aufmerksamkeit der Regierungspräsidenten aus eine sehr wichtige sozialpolitische Frag« gelenkt, nämlich ans die Einrichtung von Rechtsauskunftsstellen, in denen den minder bemittelten Volksklassen unentgeltlicher, unparteiischer und sachgemäßer Rat in Rcchtsangelegen- heilen^ erteilt wird. Die Regierungspräsidenten sollen darauf hinwirken, daß die Kommunen derartige Rechtsauskunftsstellen cinrichten, eventuell soll auch an gemeinnützige Verbände herangetreten werden. Wir halten die 'Einrichtung derartiger Rechtsberatungsstellen für eine dringliche Aufgabe der Sozialpolitik, dcnu cs ist ja bekannt, wie gering die Gesctzeskunde in unserer Bevölkerung ist und wie große Nachteile die minderbemittelten Volksschichten erleiden, weil sie niemanden haben, der ihnen mit sachgemäßem Rat zur Seite steht. Zahlreiche Ansprüche auf Invaliden- und Unfallrente gelwn aus diesem Grunde immer noch verloren. Und welchen Segen die Rechtsauskunftsstellen stiften, können Zweifler aus den Geschäftsberichten der schon jetzt vielfach bestehenden Arbeitcrsekrctariate ersehen. Andererseits glauben wir nicht, daß die Verfügung des Ministers von nennenswertem Erfolge sein wird. Die Gemeinden sind schon einigermaßen empfindlich geworden, weil die sozialpolitische Einsicht der Regierung sich vielfach darin äußert, daß sie den Gemeinden die Übernahme der Arbeit und der Kosten aufbürdet. Wenn im vorliegenden Falle die Regierung Beihülfen in Aussicht stellt, so können diese im Einzelfalle nur recht gering sein, da inr ganzen nur 30 000 M. zur Verfügung stehen. Überdies wird die Personalfrage bei den Gemeinden zum Teil große, zum Teil unüberwindliche Schwierigkeiten machen. Am besten wird diese Frage zu lösen sein, wenn wir einst besonders soziale Lokalbehörden haben, denn bei diesen würde sich sozialpolitisches Verständnis mit gründlicher Kenntnis der sozialen Gesetze vereinigen.
Internationale soziale Kongresse.
Im August wird eine Reihe internationaler Arbeiterkongresse abgehalten, zu denen jetzt in den einzelnen Organisationen die Vorbereitungen getroffen werden. Der internationale Kongreß der Bergarbeiter wird in Paris in der Arbeiterbörse stattfinden. Es wird der erste internationale Bergarbeiterkongreß sein, auf dem auch die amerikanischen Bergarbeiter durch Delegierte vertreten sein werden. Eine ganze Reihe von Fragen wird als Gegenstand der Beratung auf die Tagesordnung gesetzt. Hauptsächlich wird gefordert, eine Herabsetzung der Arbeitszeit, die Gewährung von Pensionen an invalide Bergleute, die Verbesserung der Grubeninspek- tion, die Festsetzung eines Minimallohnes und die Schaffung eines permanenten internationalen Sekretariates. Die belgischen und französischen Delegierten treten außerdem noch für Verstaatlichung der Bergwerke ein. Im Anschluß an den internationalen sozialistischen Kongreß, der vom 14. bis 20. August in Amsterdam tagt, sin) noch einige andere Kongresse einberufen. Zn dem internationalen Kongreß der Holzarbeiter haben sich die Holzarbeiter-Organisationen aller europäischen In dnstrieländer angcmcldet. Der internationale Kongreß der Metallarbeiter wird gleichfalls in Amsterdam abge halten. Er ist einbcrufcn vom internationalen Bureau der Metallarbeiter, das seinen Sitz in England hat. Es wird jedoch beabsichtigt, dieses internationale Bureau nach Stuttgart, dem Sitz des deutschen Metallarbciter- verbandeö, zu verlegen. Die sozialistischen Handlungs- gehülsen halten während dieser Zeit eine internationale Konferenz in Amsterdam ab, bei der hauptsächlich über die Errichtung eines internationalen Sekretariats Beschluß gefaßt werden soll. Nach Schluß des Kongresses der sozialistischen Parteien wird ebenfalls in Amüer- dain ein internationaler Kongreß der Tabakarbciter beginnen. Auch auf dieser Zusammenkunft, die eine Woche dauern soll, wird eine Reihe wichtiger Fragen erörtert.
Der rujsisch-japnnische Krieg.
Wird die Regenzeit die Kricgsoperatione« nnterbrechen?
K. B. Von militärischer Seite wird uns geschrieben: Unter den Voraussichten, die über den weiteren Verlauf der Kriegsoperationen geäußert werden, kehrt wohl am öftesten die Behauptung zurück, die seit Wochen als bevorstehend bczeichnete Regenzeit werde ans wenigstens zwei Monate die Fortsetzung des Krieges verzögern. Kuropatkin, mit ihm das russische Volk und die Freunde Rußlands, hoffen, daß bald die rettende Überschwemmung erfolgen und den langsam, aber stetig nordwärts vvr- dringenden Japanern Halt gebieten werde. Aus verschiedenen Quellen wurde zudem gemeldet, die Japaner befestigten augenblicklich die eroberten Stellungen, um sich in denselben während der Regenzeit anszuruhcn. Um diese Behauptungen und Meldungen auf ihre Richtigkeit beziehungsweise Haltlosigkeit zu prüfen, genügt es, die Geschichte des chinesisch-japanischen Krieges vom Jahre 1894 aufzuschlagen. Sie belehrt uns, daß die Japaner im Juni in Korea landeten. Im Juli erfolgten Land- und Seekämpfe, und während des ganzen Monats August ging die Zusammenziehung der chinesischen und japanischen Truppen in -der Gegend von Ping-Iang vor sich. Der Aufmarsch der Japaner von Ping-Aang nach denr Jalu-fluß beanspruchte die letzte Hälfte des September und den ganzen Monat Oktober, obgleich die zu- rückznlege'nde Strecke nur 200 Kilometer beträgt. In dem von Hügelketten in allen Richtungen durchzogenen Lande kann sich nämlich ein Heer mit Artillerie und den ganzen Munitions- und Proviant-Kolonnen nur äußerst langsam fortbowegcn. Auch die wetteren Daten beweisen, daß sich die Japaner durch Regengüsse von der Kriegsführung nicht abhaltcn ließen. Am 8. Oktober nahmen sie Widyu, überschritten den Jalu und rückten am 2.1. Oktober in die Mandschurei vor. Haitscheng fiel am
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13. Dezember in ihre Hände und am 10. Janun- -> - sie vor Kaiping, am 4. Mürz 1895 nahm die er* 1C9tt l nischc Armee Niutschwang, am 7. März siegte d?» I%l- bci Tingtse, und am 9. März schlugen die bet^^lr einigten Armeen die Chinesen bei Tien-kmantai die große Kälte, noch die Sonnenglut, noch L ® c i>e t regen hat vor 10 Jahren die Japaner aufgehalt«/ Operationen dauerten ununterbrochen vom \ dis zum März 1895, und die eingangs erwähnte» riingsmeldnngen müssen daher mit einem große» W 1 Zeichen versehen werden. »ch
Die Darbanellenfrage.
Uber die letzten Vorgänge in Konstanti» meldet die „Zeit": Rußland hat dringend einen zur Bewilligung der Fahrt der „M a l a c c Sebustopol verlangt; die Pforte ihn umso entschiedener, als der englische «olfcftafL 0?tte I klarte, daß für den Fall der Durchfahrt der £t =l
das englische M i t t e l m e e r g e s ch wa"d e
die Dardanellcn einfahren werde »»;> Türkei alle Verantwortung für die Folgen übern-» müsse. Nach dreitägigen Verhandlungen stand jew von seiner Forderung ab; der Sultan werde fein russisches Frciwilligenschiff die Meerengen »am- 1 lassen. * "HW
Russische Torpedobestcllung.
Die russische Regierung hat bei der Firma »M 1 hcad in Fiume 8 0 T o r p e ö o s von 6,6 Meter zur Lieferung nach Kronstadt bestellt.
Deutsches Deich.
* Hof. und Personal-Nachrichten. Nach neueren Melkm»»- ,
ans Südwest-Afrika wird Gouverneur Oberst L c u t w e i n nächst auf Urlaub nach Deutschland reisen und nicht mcb. Ä I seinen Posten »urückkchren. "
* Lehrergehältcr. Der preußische Uickerriki-
muiister fordert, wie die „Köln. Volksztg." berichtet von den Unterbehördcn zur Benutzung bei den Landtag Verhandlungen Übersichten darüber ein, wie hoch sich Xj. Mehraufwendungen der Schulverbände stellen würden wenn das Mindestgriinbgehalt der Lehrer an den össeni ließen Volksschulen auf 1000, 1100, 1200, 1800, 1350 f} dasjenige der Bolksschullchrerinnen auf 800, 900, W 1100 M., der Mindestsatz der Alterszulagen für Letzrer auf 120 , 130, 140, 150 M., derjenige der Lehrerinnen aus 90, 100, 120 59!. erhöht würde. Außerdem soll fest, gestellt werden, wie viel die Mehraufwendungen betragen würden, wenn die oben für die Lehrer angegebenen Gehaltssätze nur für die ersten und die alleinstehenden Lehrer Platz greifen würden.
* Der Essener Schulkonflikt wegen der Maria»» sehen Kongregationen hat zu der Feststellung geführt, daß eine Teilnahme von Schülern an diesen Kongreß gationen in ungesetzlicher Weise trotz der bisherigen Verbote in größerem Umfange stattgesunden hat. Dass Kultusministerium hat nämlich folgende von der Jtl Volksztg." mitgeteilte Verfügung erlassen: Aus den richten, welche die König!. Provinzialschnlkollegten aus! das Rundschreiben vom 2. März d. I. M II 8744 1031) über die Teilnahme von Schülern an Marianischen Kongregationen erstattet haben, geht hervor, daß an nicht wenigen Stellen trotz des Verbotes in dem Erlasse vom 4. Juli 1872 (Zentralblatt S. 477) teils sich unter! Schillern höherer Lehranstalten Marianischc Kongregationen gebildet haben, teils Schüler Marianischen! Kongregationen beigetretcn sind, die außerhalb der Schule bestehen. Ich mache es den König!. Provinzial, chmlkcllegien zur Pflicht, dafür zu sorgen, daß dieser ungesetzliche Zustand nunmehr sein Ende erreicht. Nach dem Erlasse vom 23. Januar d. I. (IV II 3744/03) iit die Teilnahme der Schüler an Marianischen Kongregationen, sowie die Bildung von Marianischen Schul-
Nach dieser — unvorsichtigen, aber aus vollem Herzen kommenden Rede Eßlairs war mein Schicksal entschieden! —
Wein strenger, aber liebevoller Vater, dem Oberleutnant v. Müller alles erzählte, hatte einen furchtbaren Streit mit Eßlair und kündigte ihm die Freundschaft. —
Gegen den Befehl des Königs konnte er jedoch nichts ausrichten, und von Eßlair untedwiesen, nachdem er mich den berühmten Künstlerinnen Mad. Sophie Schröder und Mad. Fries, sowie Herrn Vespermann vorgc- sührt hatte, spielte ich vor dem versammelten Hofe, den Offizieren und Lehrern, meinen Kameraden und den in München anwesenden Eltern der Kadetten, die mcinigen saßen auf Ehrensitzen hinter dem Hofe, den Albrecht Dürer in Schenks Schauspiel. —
Von den Kameraden, die in dem Stück spielten, stehen mir nur zwei noch lebhaft vor Augen, und hauptsächlich deswegen, weil sie die Damenrollen spielen mußten. Karl Corneli aus Aschaffenburg, der am 7. Juni 1848 unter von der Tann sein junges Leben lassen mußte, und Max Mehn ans München, der vor Orleans 1870 als Oberst den Heldentod starb. —
In den zwei darauffolgenden Jahren spielte ich noch die große Szene des Nathan mit dem Sultan und Ludwig den Bayer in dem gleichnamigen Schauspiele Uhlands. — Die letzte Rolle spielte ich nach der Anleitung v. Müllers, der unseren Regisseur machte. Eßlatr kränkelte fortwährend und starb 1839 im November zu Mlihlau bei Innsbruck, als ich schon Offizier war. Eine Episode aus der Vorstellung von „Ludwig der Bayer" ist so nett, daß ich nicht unterlassen kann, dieselbe zu er- zälffen. Wir schlossen das Stück mit der Schlacht bei Ampfing ab, und die Darsteller der Österreicher wollten nicht weichen, sondern schlugen sich mit den Münchener Bäckern auf Tod und Leben Herum, zum größten Gaudium unserer zuschaucnden Gäste und Mitschüler. — Corneli als Friedrich der Schöne von Österreich und meine Wenigkeit, die wir in den Rüstungen fast erstickten, rissen die Streitenden, die wie toll aufeinander losschlugen, zwar auseinander, aber cs half nichts! Da sprang Oberleutnant v. Müller in voller Uniform, mit hinter den Brillengläsern wutfunkelnden Augen, auf die Szene, schmiß ein paar österreichische Ritter über den Haufen, drängte mit unserer Hülfe die anderen in die
Kulissen, und wir drei — Friedrich von Österreich mit — brüllten wie drei Löwen: „Sieg! Bayern! Sieg!"
Aller Beifall iwar verboten, aber bei dem Erscheinen v. Müllers auf der Szene war jede Ordnung im Audi torium dahin und die Kadetten da unten jauchzten und brüllten: „Hurra — Füss-sse! Hoch — Füff-sse! Sieg, Bayern, Sieg!" —
Aus diesem Anlaß war das unsere letzte Vorstellung, und mit Tränen in den Augen sah ich das Theater wieder abbrechen! —
Um mein Schicksal aber zu vollenden, kam im selben Herbst 1835 Ferdinand Raimund, ein Jahr vor seinem Tode, zum zweitenmal nach München, um ein zwölf- maliges Gastspiel zu absolvieren.
Wie ich schon früher bemerkte, durften wir Jüngeren nur das Theater besuchen, wenn Balletts, kleine Stücke oder Possen gegeben wurden. Unser hoher Vorstand mußte Raimunds wunderbare Phantasiegebilde unter die letztere Gattung nehmen, und nachdem ich 1831 Raimund zufällig nicht gesehen hatte, blühte mir dieses Glück, als er im „Bauer als Millionär" zum erstenmal austrat.
Ich war dadurch aus Rand und Band gekommen! Und da ich nach der ordentlichen Reihenfolge nur vier von den zwölf Vorstellungen zu sehen bekommen hätte, gab ich an drei Freunde, die weniger theaterwütig als ich waren, auf drei — sage drei Monate mein Abendessen an dieselben ab und ging, nachdem Raimund längst fort war, mit Freuden ein Stück Schwarzbrot verzehrend, hungrigen Magens zu Bette.
Das letzte Auftreten Raimunds bleibt mir deshalb merkwürdig, weil er in einem Stücke spielte, das von ihm war, und das ich heule noch vergebens unter seinen gesammelten Werken suche! —
Es hieß: „Jdor, der Wanderer im Wasserreiche", und es ergriff mich so, daß ich dasselbe, so weit cs möglich war, aus dem Gedächtnis niederschrieb. — Lange habe ich das kleine BAchelchen bewahrt, bis es mir bei meinem Umzuge von Braunschweig nach Wiesbaden mit einer Menge anderer Andenken aus meiner frühen Jugendzeit, die ich in einem kleinen Holzkoffer bewahrte, auf unerklärliche Weise abhanden kam. —
Raimund spielte in diesem Stücke einen Geizhals, der in der letzten Szene, die in einem Turmgewölbe spielte, auf seiner Goldkiste jammernd verhungerte. —
Den grauen Anzug, in dem Raimund die Rolle I spielte, seine Gesichtsmaske, die ohne Bart mar, so d das ergreifende Micnenspiel genau beobachtet werde» konnte, sehe ich noch immer klar und deutlich vor | wir!-
Meines Vaters strenges Gebot hatte gesiegt, ich war > Offizier geworden und hatte mir schon unter dem Name» | „Der alte Landsknecht" «inen Namen als Dichter erworben, da trat der Versucher in anderer Gestalt an mich heran, indem ich für das Privattheater Seiner König!. Hoheit des Herzogs in Bayern, Maximilian, des Vaters der verstorbenen Kaiserin von Österreich, aufgemunter! durch meinen Freund Leopold Feldmann, ein paar bayrische Bauernstücke schrieb. — Diesen folgte das Zanber- märchen „Die Liebesprobe" (ganz im Raimunösche» >Genre). welches aus dem Hof- und National-Theater i» München 1847 zur ersten Aufführung kam und die Nnnde auf den bayerischen und österreichischen Bühnen, in Wien auf dem damals Stöckcrnischen Theater, längere Zeit machte. —
Damit war ich dem Teufel des Theaters wieder über-! liefert, und als ich 1849 nach dem zweiten holsteinischen Feldzüge als Invalide erklärt wurde, wendete ich mich nach neuer Schulung durch die berühmten Hofschauspieler | Je oft und Dahn mit Allerhöchster Genehmigung meines Mäcens, Königs Maximilian II., dem Theater ganz ZU, j und trat am 31. Dezember 1849 als Schiller in Laubes „Karlsschülern" mit — ich darf es trotz aller Bescheidenheit sagen —■ beispiellosem Erfolge aus dem Königliche« Hof- und National-Theater erstmalig auf. —
Eine Episode dieses Abends ist für mich zu rührend, als daß ich dieselbe in meinen Memoiren übergehe« dürfte.
Mein Vater hatte durch eine Ansprache Seiner Majestät des Königs, der aus meinem Munde die hier erzählten Tatsachen kannte, seinen Widerwillen gegen meinen festen Vorsatz halb fallen lassen und ließ si4 durch meine gute Mutter bestimmen, den Abend ins 'Theater zu gehen, das er sonst nie besuchte. Er saß im ersten Range zwischen dem General v. Zeller und seinem alten, früheren Regimentskameraden General v. Werder. Nach dem zweiten Akte, das große Theater starrte auf allen Plätzen und in allen Gängen von meinen Regiments- und sonstigen Kameraden, als der
