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Verlag Lauggaffe 21
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Zreitag, 22. Oktober 1915.
Morgen- klusgabe.
Nr. 493. ♦ 63. Jahrgang.
Die Macwa-Lbene vom Zeinde gesäubert.
Weiteres siegreiches Vordringen in Serbien.
Vas Dünaufer nordöstlich von Mitau gewonnen. — Bisher 725 Gefangene und 6 Maschinengewehre erbeutet. — Zurückweichen deutscher Truppen vor russischer Uebermacht. — Tin Gegenangriff im Gange.
Der Tagesbericht vom 21. Oktober.
W.T.-B. Großes Hauptquartier, 21. Okt. (Amtlich.)
westlicher Rriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse.
Gestlicher Rriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschall» von ksindenburg.
Nordöstlich von Mitcku gewannen unsere Truppen das Dünaufcr von Borkowitz bis Bersadunde. Die bisherige Beute der dortigen Kämpfe beträgt im ganzen 725 Gefangene, 6 Maschinengewehre.
Heeresgruppe des Generaifeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.
Sstlich von Baronowitschi wurde ein russischer Angriff durch Gegenangriff zurückgewiesrn.
Heeresgruppe des Generals von Linstngen.
Am Styr. in der Gegend von Czartorysk, nehmen die örtlichen Kämpfe einen größeren Umfang an. Bor erheblicher Überlegenheit mutzte ein Teil einer dort kämpfenden deutschen Truppenmacht in eine rückwärtige Stellung zurückgehen, wobei einige bis zum letzten Augenblick in ihrer Stellung ausharrende Geschütze verloren gingen. Ein Gegenangriff ist im Gange.
Balkankriegsschauplatz.
Die verbündeten Truppen f o l g c n auf der ganzen Front dem langsam weichenden Feind. Auf der stark befestigten Stellung südlich nnd östlich von R i p a n j find die Serben in südlicher Richtung geworfen. Unsere Bortrnppen erreichten Stepojevac - Leskovac - Baba. Westlich der Morawa dringen deutsche Truppen über Selvac uud Saraonci, östlich des Flusses über Valaskido, K a s a n a c und aus R a n o v a c vor.
Die bulgarischen Truppen kämpften bei Negotin. Weiter südlich erreichten sie die Stratze Zajeca-Knjaze- „ „ c . Oberste Heeresleitung.
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Einzug in Sabac.
In den Rümpfen am Slqr 1300 Gefangene und 3 Maschinengewehre eingebrachl.— Eine neue heftige Offensive der Italiener. — In Serbien bis in das Mündungsgelände der Turija vorgerückt.
ver österreichisch-ungarische Tagesbericht.
W.T.-B. Wien, 21. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbericht.)
Amtlich verlautet vom 21. Oktober, mittags:
Russischer Rriegsschauplatz.
Westlich und südwestlich von CzartorySk wurde auch gestern den ganzen Tag über gekämpft. — Südlich von K u l i - kowice wehrten österreichisch-ungarische und deutsche Truppen starke ruffische Angriffe ab. In den gestrigen Kämpfen am S t y r wurden 130« Gefangene und 3 Maschinengewehre eingebracht. Bei Nowo-Alexiniec wurde heute früh ein Borstoß des Gegners vereitelt. Sonst nichts Neues.
Italienischer Rriegsschauplatz.
An der ganzen Südwcstfront sind Kämpfe großen Stils im Gange. In Tirol brachen gestern zahlreiche starke Angriffe der Italiener in unseren festen Stellungen zusammen. So schlugen unsere Truppen auf der Hochfläche von Bilgcreuth in der vorvergangencn Nacht sechs Angriffe ab und wiesen gestern tagsüber den anstürmenden Feind dreimal ab. Das gleiche Schicksal hatte dort ein heute nacht mit sehr starken Kräften geführter Angriff des Feindes. Auch in den Dolo ruhten sind neue italienische Angriffe am Col di Lava, am Monte Siev und bei der Grcnzbrücke südlich Schluderbach abgewiesen worden. Der Feind, der sich in diesem Gebiet schon tagelang abmühtc, konnte nirgends auch nur den geringsten Erfolg erzielen. Am K a r n i s ch e u S«mm wurde westlich des Wolayer-Sccs ein Angriff italie
nischer Alpentruppen zurückgeschlage». Im Küstenlande hat sich das feindliche Artilleriefeuer zu größter Heftigkeit gesteigert und hielt tagsüber gegen die Jsonzofront an. Annäherungsversuche feindlicher Infanterie und technischer Truppen scheiterten in unserem Infanterie- und Maschinengewehrfeuer.
Südöstlicher Rriegsschauplatz.
Unsere Truppen rückten in Sabac ein. Die Ebene der M a c w a ist vom Feinde gesäubert. Die Armee des Generals der Infanterie v. K o e v e ß und die beiderseits der Morawa vorgehenden deutschen Streitkräfte dringen in engem Zusammenschluß immer tiefer in das serbische Gebiet vor.
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Pirat und Umgebung.
Bon den österreichisch-ungarischen Truppen des Generals v. Koevcß rückte die westliche Krafttruppe auf den Höhen der Kolobara bis in das Mündungsgelände der Turija vor, indessen die östliche südlich von Grocka unter Kampf die Raljeniederung überschritt.
Die Bulgaren gewannen zwischen Zajecar und Knjazevac das Timoktal und näherten sich östlich von Pirol den Ostwerken auf Gcschützertrag. Eine ihrer Armeen erkämpfte sich gestern mit den Bortruppen den Austritt in das Becken von Kumanowo und in das Wardartal.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höf er, Feldmarschallrutnant.
Die Ereignisse auf dem Valkan.
Der Vormarsch der Rrmee Roevetz.
In 1« Tagen 12« Quadratkilometer Boden erobert
Bukarest, 21. Okt. (Zeus. Bln.) Die Armee des Generals Koeveh hat nach hierher gelangten Meldungen während zehn Tagen nicht weniger als12«Quadratkilometer Boden erobert. — Bei der Offensive der Mittelmächte haben die französischen und englischen Flieger in Serbien ihre Tätigkeit fast ganz eingestellt.
Rönig Ferdinand geht zur Front.
W. T.-B. Sofia, 21. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Die bulgarische Telegraphenagentur meldet: Könrg Ferdinand hat sich an die Froirt begeben. Er wohnte dem Artilleriekampf vor einer starken Stellung von Stracin bei, deren Einnahme den Weg nach Kumanowo öffnet.
Oie Bulgaren vor Negotin:
Bukarest. 21. Okt. (Jens. Bln.) „A Bilag" meldet aus Sofia über den Fortgang der bulgarisch-serbischen Kriegsoperationen: Negotin ist bis zum S t u r m r e i f zur Belagerung. Bulgarische Streitkräfte, die die Serben im Süden von Radujewatz zurückgedrängt haben, sind bereits vor P r a - hovo an der Donau angelangt, wo die heftigsten Kämpfe
stattfinden. Die Serben wurden gezwungen, den Kampf a u f- zugeben und sich auf Duschanowac (nordwestlich von Prahovo) zurückzuziehen.
Der Rampf der Vulgaren im Timoktal.
W.T.-B. Sofia, 21. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht über die vorgestrigen Operationen: Unsere im Timok- t a l e Schritt für Schritt vordringenden Truppen stehen schon vor Negotin, wo sie die Serben zurückgeschlagen haben. Diese flohen, von Panik ergriffen, und liehen einen Offizier, BO Mann als Gefangene, und einen Offizier, 150 Mann tot ' im Timoktale zurück. Unsere Truppen erreichten die Linie Tscherni Vrh und Metren- (500) Petruschitza-Grafi- schkatscouka- (907) Oreovaglcwa- (893) Tachoin-itze- (795) Dorf Viberci, 5 oder 6 Kilometer östlich Knsazevac-Jassen (?0«ff und Gaber (875). Bei P i r o t nahmen unsere Truppen nach einem erbitterten Kampfe sehr wichtige strategische Punkte ein. Auf dem Bidlic Planina bei Brangja seßten sich unsere Truppen fest und säuberten das Tal der bulgarischen Morawa in einer Ausdehnung von 21 Kilometer nach Norden und Nordosten hin. Die Beute von B r a n j a ist noch nicht gezählt. Man weih nur, dah sie unter anderem 2 Millionen Patronen des Systems Berdan einbegreift, ferner Tabak für eine Million Franken. Aus dem Bahnhof von Bojanowitz fand man ungefähr eine Million Kilogramm Heu. Unsere über Egripalanka vordringenden Truppen griffen eine starke Stellung an und schlugen die Serben zurück, die wir in Eile auf Kumanowo verfolgen. Im Tal der BregalniHa schreitet unsere Offensive mit blitzartiger Schnelligkeit vorwärts. Das ganze Tal, ebertso die Ebene von Ovffche Polje ist in unseren Händen, auch schon die Städte Kvffchana, Rado- wischte, Tipkiliffe und Nikratowo. Unsere Kavallerie, welche die aus dem Rückzug befindlichen Serben verfolgte, erreichte sie bei Kisseli und"zerstreute sie vollständig. Ungefähr 2000 Serben wurden zu Gefangenen gemacht, andere konnten nur dank der Dunkelheit der Nacht entweichen. Die Bevölkerung in dem von dem serbischen Joch befreiten Gebiete nimmt unsere Truppen mit unbeschreiblicher Begeisterung auf. überall bedeckt man unsere als Befreier wiederkehrende und lange ersehnten Soldaten mit Blumen. Sie sind der Gegen-, stand von begeisterten Kundgebungen.
Bulgariens kulturelle Maßnahmen in den besetzten Gebieten.
Entgegenkommen der griechischen Behörden.
W. T.-B. Sofia, 21. Okt. (Nichtamtlich.) Von dem Pri- vatbericherstatter des W. T.-B.) Die griechischen Behörden haben den bulgarischen Reservisten aus eigenem Antrieb freie Eisenbahnfahrt bewilligt, was hier einen vortrefflichen Eindruck hervorgerufen hat. Bezeichnend für das zielbewuhte Vorgehen der Bulgaren ist es, dah sie in dem am Samstag besetzten Pohtschewo tagsdarauf eine bulgarische Schule eröffneten. Die Serben hatten bekanntlich alle bulgarischen Schulen und Kirchen in Mazedonien gesperrt. In dem am Montag eroberten Egripalanka wurde bereits eine bulgarische Verwaltung eingesetzt.
Zaimis' Verhandlungen mit dem Vlerverband:
Der drohende Rückzug serbischer Truppen auf griechisches Gebiet.
W. T.-B. Rom, 21. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbericht,) -Das „Mornale d'Jtalm" meldet aus Achen, Äah wahrscheinlich zwischen dem griechischen Minister-. Präsidenten Zaimis und dem Viewerband Devhand- ilungen darüber schweben, welche Haltung Griechenland im Falle eines Rückzuges serbischer Truppen auf griechisches Gebiet ckinnchmen werde.
Die Entente kommt dem Ersuchen Griechenlands nach?
Sr. Ofenpest, 21. Okt. (Eig. Drahibericht. Zens. Bln.) In der griechischen Kammer erklärte Ministerpräsident Zaimis, dah die Entente^ auf seinen freundschaftlichen Schritt hin die Antwort erteilt habe, die Neutralität Griechenlands werde auch weiter respektiert werden.
Die Behinderung der feindlichen Truppen- zusammenziehung auf demBalkan durch unsere Unterseeboote.
Br. Wien, 21. Okt. (Eig. Doch Gericht. Zeus. Mn.)' Wie „Az Est" aus Athen meldet, begegnet die Zusam- menzichung der Ententetruppen und die Landung in Saloniki grasten Schwierigkeiten, und zwar hauptsächlich wegen der Tätigkeit der deutsche» und österreichischen Unterseeboote. Die französischen Truppen konnten wegen der I7-Boote im Mittelländischen Meere nicht aus Marseille, die englischen nicht aus Port Said abgchen.
