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Verlag Langgaffe 21

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_vorgeschriebenen

Gewähr übernommen.

Mittwoch, 20. Oktober 1915.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 489. 63. Jahrgang.

Ae Wnliine Risch -Salmiki oon Den Sulflotcn abgeschM«.

Die Düna südlich von Riga bei Vorkowitz erreicht.

Die 51adt Obrenovac in Serbien erobert Die Linie Egripalanka-Stip bereits überschritten.

Lin Doppeldecker mit einem russischen Stabs­offizier heruntergesck offen. Günstiger Verlauf der Rümpfe am Styr. Die Höhen südlich von Belgrad und östlich von vranic erobert. Neue Erfolge der Armee v. Gallwitz und des bulgarischen Generals Bojadjeff.

Der Tagesbericht vom 19. Oktober.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 19. Qkt. (Ainrtlrch.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

Gestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Gensralfeldmarschall» von Hindenburg.

Südlich von Riga stürmten unsere Truppen mehrere russische Stellungen und erreichten die Düna östlich Borkvwitz. Ein Offizier nnd 240 Mann wurden gefangen, 2 Aüaschmengcwehrc erbeutet. Ein russischer Angriff nordwestlich Jakob st adt wurde abgewiesen.

In Gegend von S m o l w v wurde durch eines un- ,ercr Kampfflugzeuge ein französischer Doppeldecker, der "vn einem russischen Stabskapitan geführt wurde und ,'siit einem englischen Maschinengewehr ausgerüstet war, ckb geschossen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Prinz Leopold von Bayern

Nichts Neues.

Heeresgruppe des Generals von Linringen»

Die gestern gemeldeten Kämpfe am Styr nehme» einen für uns günstigen Verlauf.

Balkanbriegsschauplatz.

Bei der Heeresgruppe des Gencralfeldmarschalls von Mackensen wurde von der Armee des Generals v. Koeveß durch österreichisch-ungarische Truppen die Stadt Obrenovac genommen. Südlich von Belgrad erreichten deutsche und österreichisch-ungarische Verbände nach Kampf die Hohen östlich von Vranic, südlich von Rrpanj und südlich von Grocka, an der Donau. Die Armee des Generals v. Gallwitz erkämpfte mit ihrem rechten Flügel die Gegend westlich von Scond sowie die Orte B o d o n j nnd M e l a k r s u a. Das Höhen- gclände bei Lucict>. sowie südlich und östlich von Bozevac bis Misljenovac wurde dem Feind ent­rissen. Tie Armee des Generals B o i a d j e f f drang gegen Zajecar, Hujhzevar über Jnolo und gegen den Kessel von Pirot weiter vor. Andere bulgarische Trup­pen haben B r n n j c im oberen Morawa Tale genommen und weiter südlich die Linie Egripalanka-Stip bereits überschritten.

Oberste Heeresleitung.

*

Die Maeva zum größten Teil erobert.

vergebliche russische Anstürme am unteren Styr, Abermals 60V Gefangene. verstärkte italienische Angriffe von denen mehrere abge- wiesen wurden. Der Iigeunerberg erstürmt. 2015 Gefangene.

Oer österreichisch - ungarische Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 19. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 19. Oktober, mittags:

Russischer Rriegsschauplatz.

Die Russe» setzten gestern ihre Angriffe im Sumps- und Waldgebiet des unteren Styr fort. Bei dem nordwestlich von Derazmo liegenden Dorf Bogus- lawka stürmte der Feind dreimal vergebens gegen die Stellung einer Honved-Division an. Er würde durch Feuer und im Nahkampf in die Flucht geschlagen und ließ 3 Offiziere, über 500 Mann und zwei Maschinengewehre in unserer Hand. Auch eine über K u l i k o w i c e vordringende russische Division wurde wieder auf das Ostufer zurnckgctrieben.

In der Gegend von Czarporysk gewann der Gegner an einigen Punkten das Ostufer des Styr- klnsirs, dort wird »och gekämpft

Nördlich von Rafalowka griffen die Rusien gleichfalls mit starken Kräften an; sie wurden abge- wicsen, wobei wir 100 Mann gefangen nahmen. Sonst ist die Lage im Nordosten unverändert.

Italienischer Rriegsschauplatz.

Die Kämpfe an der Jsonzofront nehmen an Ausdehnung zu. Gestern mittag setztr gegen unsere Stellungen ani Krn, am Tolmeiner Brückenkopf bei Tonale und Plava, gegen den Görzer Brückenkopf und das Plateau von Doberdo starkes feindliches Gcschütz- feuer ein, das mit großer Heftigkeit bis in die Abend­stunden anhielt und in einzelnen Abschnitten auch nachts andauerte. Unter dem Schutze dieses Feuers ging die italienische Infanterie an zahlreichen Stellen zum An­griff vor; am Krn, am Mrzli Vrh und vor den Stel­lungen des Tolmeiner Brückenkopfs brachen alle feind­lichen Angriffsversuche in unserem Infanterie-, Maschinengewehr- und flankierenden Geschützseuer zu­sammen. Die gegnerische Infanterie flüchtete, wo sie angegangen war, unter den schwersten Verlusten rn ihre Gräben zurück. Stellenweise zogen sie es vor, Avanti!" zu schreien, ohne ihre Deckungen zu verlassen.

Ein gegen den Monte Sabotino (westlich von Salcano) gerichteter Angriff nnd mehrere starke Vor­stöße gegen die schon seit einigen Tagen heiß umstrittene Stellung bei Pctcana wurden gleichfalls zurückgeschlagen. Auch hier erlitt die italienische Infanterie große Ver­luste.

In Kärnten und Tirol herrscht weiter rege feindliche Artillcrietätigkeit.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die Angriffe der verbündeten Heere machten auch gestern überall Fortschritte. Die Maeva ist zum größten Teil in unserem Besitz. Die beiderseits der Kvlnbara-Mündung übcrgeschisften k. und k. Truppen nahmen um Mitternacht die Stadt Obrenovac und die Höhen südöstlich davon. ,

Die von Belgrad südlich vordrnrgenden Streit- kräftc gelangten in der Verfolgung des Feindes über R i,p a n y hinaus.

Eine österreichisch-ungarische Kolonne erstürmte mit dem Basonett den Zi ge un erb erg südlich von Grocka und nahm mit den beiderseits der .unteren Morawa vorrückenden deutschen Divisionen die Ver­

bindung auf. r . m , .

In den dreitägigen Kämpfen um den Avala und um sie Stellungen nordwestlich von Grocka sind von unseren Truppen 15 serbische Offiziere und 2000 Mann als G e- sangene eingcbracht worden.

Die Bnlaare» entrissen dem Feinde die erste be­festigte Linie östlich von Pirot und drangen b,s ,n die Gegend von V r a n i e vor.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs:

n Höker. Feldmarschalleutnapt

Die Ereignisse auf dem Valkan.

Die abgeschnlttene Bahnlinie Nisch- Saloniki.

Br. Paris, 19. Qkt. (Eig. Draihtbcrilht. Zens. Mn.) Nach Meldungen, die hier aus Athen eingelaufen sind, konnten die Bulgaren Nisch-Saloniki abschneiden. Die Nachricht erregt hier große Bestürzung, da man nicht mit einem so schnellen Vormarsch der Bul­garen gerechnet hatte. In amtlichen Kreisen wird zu­gegeben, daß die gesamte Expedition nunmehr in Frage gestellt ist.

Die Schlacht bei Ristowatz-vranse.

Bedeutende Verstärkungen für die Serben.

W. T.-B. Athen, 19. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbericht. Hovas.) Nach sicheren Meldungen aus Saloniki danert die Schlacht, die im Gebiet von Ristowatz-Branje begonnen hat, an. Die Serben erhielten bedeutende Verstär­kungen. Tie Tclcgraphenverbindungen hinter Vranje find unterbrochen.

Ministerpräsident Radoslawow über Rußland und die deutsche Zreundschaft.

Eine Unterredung mit dem bulgarischen Ministerpräsidenten.

Sr. Berlin, 16. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der Sonderberichterstatter desB. Emil Ludwig, hatte r» Sofia eine Unterredung mit dem bulgarischen Minister»

Präsidenten RadoSlawow, aus der folgende sehr bc merkenswerten Stellen mitgeteilt seien: Der Berichterstatter stellte in bezug ans die gegenwärtige Lage ans dem Valkan atr Radoslawow die Frage:Wenn sich aber die Russen ein- mischen?"Ich glaube kaum", erwiderte der Ministerprä­sident.Würde Rumänien ihnen freien Durchzug geben?" Der Ministerpräsident:Noch unwahrscheinlicher. Aber selbst wenn die Russen erschienen, so würde, waS Sie und viele andere zu befürchten scheinen, nicht eintreten. Man irrt, wenn man glaubt, die Bulgaren könnten durch traditio­nelle Gefühle für Rußland sich am Kampfe verhindert suhlen. Sollte es nötig sein, so wird der bulgarisch- Soldat jeden Feind als Feind betrachten und behände!n."

Die Unterhaltung ging auf Griechenland über. Als dabei die Rede auf König Konstantin kam, deutete ich vorsichtig an, daß im Falle bulgarisch-griechischer Kompli­kationen, wie sie einmal eintreten könnten, die deutsche öffent­liche Meinung den griechischen König, der sich so ritterlich ge­zeigt habe, nicht fallen lassen könne. Ungewiß, wie der, Minister diese Bemerkung aufnehmen würde, sah ich ihn leb­haft sich erwärmen.Fürchten Sie nur dergleichen nicht. An einen Angriff auf Griechenland denkt die bulgarische Regie­rung keineswegs. Wir haben gewählt, »ne es uns klug und glücklich erschien, für Deutschland, wir wissen aber, was uns diese Freundschaft vorschreibt. Ja, ich glaube an unsere gemeinsame Zukunft, besonders weil sie in Deutsch­land ein so natürliches Echo findet. Seit langem fand keinerlei Propaganda für uns bei ihnen statt, und auch umgekehrt braucht keine gemacht zu werden."Mir scheint", erwiderte ich,eine deutsche Verstäudignug mit Bulgarien ist ebenso natürlich wie eine deutsche Verständigung mit der Türkei." Der Minister war derselben Ansicht. Er sagte:Wir sind nur das Mittelglied, nicht nnr geographisch, sondern auch völkcr-psychologisch. Bon Deutschlands reichem Wirken wer­den wir Nutzen ziehen, der ans Deutschland zurückwirkt. Sehen Sie nicht schon jetzt die Wirkung unseres politischen Ent­schlusses! Deleasss ist gefallen, weil seine Balkanpolitik zerbrach, und Ssasonow denken Sie an mich wird ihm folgen. Das sind die Bulgarenfeinde; sie fallen und wir sie gen!"

Auch Italien erklärt Bulgarien den Krieg!

W. T.-B. Rom, 19. Okt. (Nichtamtlich.) Drahtbericht. Ngencia Stefani.) Da Bulgarien die Feindseligkeiten gegen Serbien eröffnet hat und mit dem Feind Italiens seinen Ver­bündeten bekämpft, erklärt die italienische Regierung auf An­weisung des Königs, das; zwischen Italien und Bulgarien der Kriegszustand herrscht.

Dies ist nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen bereits die vierte Kriegserklärung, die Bulgarien zugeht. Es wird auch diese wie die vorhergehenden mit demselben gebüh­renden Gleichmut aufnehmen. Denn nicht die Zahl der Kriegs­erklärungen zerschmettern, sondern Tüchtigkeit und Tapferkeit eines Heeres sowie die Erfolge, und an diesen haben es die Vrervecbandstruppen bisher fast gänzlich fehlen lassen. Russische Truppentransporte nach dem Balkan?

Genf, 19. Olt. (Zens. Bln.) Der Korrespondent des Corriere della Sera" in Bukarest meldet auf Grund von Informationen des BlattesDreptatea", Rußland habe mit der Einschiffung von 250 000 Mann Truppen in Odessa, Kerson !wnd Jalta begonnen. Das Kommando liege in Händen des Generals D a v i d o w. Die Landung werde so­wohl an der Küste des Schwarzen Meeres als am Donau­ufer erfolgen.

König Nikita bittet den Schwiegersohn um Hilfe.

Rom, 19. Okt. (Zens. Bln.) TieJdea Nazionale" ver­nimmt aus Bari: Der montenegrinische Konsul wurde mit einer Mission nach Rom beauftragt, um von Italien Hilfe an Waffen, Munition und Geld für Montenegro zu erbitten. Da Montenegro eine bedeutende Stellung im' Balkankriege, namentlich bei einem Angriff auf Cattaro zukomme, sei es notwendig, daß Italien ihm seine Hilfe leihe, damit seine strategisch wichtige Position dem Vierverband zugute komme. Griechenland bleibt neutral.

Eine amtliche Mitteilung an die rumänische Regierung.

W. T.-B. Bukarest, 19. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Zuverlässigen Blättermeldungen zufolge hat der Minffterpräsi- dcnt dem gestrigen Ministerrat bekanntgegeben, daß die griechische Regierung amtlich ihre Absicht mitgeteilt hat, angesichts der durch den Angriff Bulgariens auf Serbien geschaffenen Lage neutral zu bleiben.

Das Expeditionskorps benutzt neue Landungsorte.

Prahlerei mit großen Zahlen.

Br. Haag, 19. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Reuter zufolge melden die Blätter aus R»m: Aach einer