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Verlag Langgafse 21

„Tagd!atl-Ha»s".

SMltcr-Halle geöffnet von 8 lldr morgens bis 7 Uhr abends.

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„Tagblatt-Hans" Nr. 6650-53.

Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abenSS. außer Sonntags.

12 klusgaben

wöchentlich

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Anzeigcn-BrciS für die Zeile: 15 Big für örtliche Anzeigen ,m „Arbeitsmarkt" und „Kleiner Anzeiger" in einheitlicher Satzform. 20 Psg. in davon abweichender SatzauSiühruna, sowie sür alle übrigen örtlichen Anzeigen: 30 Bsg, für alle auswärtigen Anzeigen: 1 MI. für öniiche Reklamen, 2 Mk für auswärtige Reklamen. ganze. halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entivrechender Nachlaß.

Jjiü’r Ks&ro.Bu«a. a 6 6 i™8 B !«ilM«mWaB» r Berliner Schriftleitung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin»'., Potsdamer Str.121 L. Fernspr.: Amt Lützow 6202 u. 6203. A

Montag, 18. Oktober 1915.

Der Nrieg.

Die Ereignisse auf dem Valkan.

Der Vormarsch der Verbündeten in Serbien.

Äußerst zäher Widerstand der Serben unter Teilnahme der Zivilbevölkerung. — Die Schwierigkeit des Geländes und des Donauübergangs.

Berlin, 18. Okt. (Zens. Bln.) Über den siegreichen Vor­marsch in Serbien heißt es im „B. L.-A.": Die Operationen der deutschen und österreichisch-ungarischen Armeen nehmen entlang der ganzen Front einen günstigen Verlauf. Nach dem mit so viel Geschick ausgeführteii und vom Glück begün­stigten Don au Übergang siel unseren Truppen die festungsartig ausgebaute Stadt Pozarevac ohne Kampf in die Hand, wodurch wir den Serben einen äußerst wichtigen Straßenknotenpunkt entrissen haben. An den folgenden Tagen entwickelten sich in dem unwegsamen Terrain heftige Kämpfe. Die Serben leisteten an der ganzen Linie hefti­gen Widerstand, wobei sie durch unsere schwere Artillerie große Verluste erlitten. Besonders heftig waren die Kämpfe bei dem Berg V r a n o v o. Diese wichtige Höhen- stellnng wurde von einem Märkischen Regiment im Sturm er­obert. Stellenweise griff in die Kämpfe auch die serbische Zivilbevölkerung ein; in manchen Ortschaften beteilig­ten sich Frauen und Kinder. Indem die verbündeten Armeen die riesengroßen Schwierigkeiten und den äußer st zähen Widerstand der serbischen Truppen mit siegesbewußter Überlegenheit überall brächen, bezeugen sie, daß die 14 Kriegsmonate für unsere Armee eine unschätzbare Schule waren. Befestigte Plätze wie Belgrad, Semendria und Pozarevac wurden nach kurzer Artillerievorbereitung nach einem alles überwältigenden Sturm genommen und die in :er Theorie seinerzeit als uneinnehmbar gehaltenen Äühcnstellungen konnten dem Vordringen der österreichisch-un- arischen und deutschen Truppen nicht widerstehen. Die ttmeen der verbündeten Zentralmächte dringen auf vier lvschnitten gleichzeitig in das Herz Serbiens vor. — In einem Bericht des „B. T." wird über den Donauübergang noch gesagt: Die Schwierigkeiten bestanden einmal in der -I n geh euren Breite des Flusses, die an manchen Stellen mehr als 1 Kilometer beträgt. Dann herrschte während der.letzten Wochen ein orkanartiger Sturm, der 2 Meter hohe Wellen hervorrief. Marineoffiziere, die^ge- komrnen waren, um das Absuchen der Donau nach Minen zu überwachen, erklärten, solche Wogen allenfalls in der K i e l e r F ö h r d e, doch nie in einem Fluß beobachtet zu haben. Jum Glück legte sich der Wind an dem für den Übergang be­stimmten Tag, und dieser konnte ohne Verluste vollzogen werden.

vie bttlaarrsä'e Offensive.

W. T.-B. Llion, 18. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der „Ncpublicain" meldet aus Athen: Nach Berichten aus Nisch haben 40 000 Bulgaren mit starker Artillerie bei W a l l a n w o angegriffen. Der Kampf dauert an. — Der „Progres" meldet ans Risch: Die bulgarische Offensive erfolgte auf m i n- dcstens 25 0 Kilometer Front längs der bulgarischen Grenze. Im Norden beginnt die Offensive im T i m o k t a l, folgt der Eisenbahnlinie Donau-Pirot, streift daS Pirot- gebiet, nähert sich der Linie Nisch-Uesküb, kehrt dann zu­rück zur früheren mazedonischen Grenze und setzt sich biS zum Gebiet von S t r u m i tz a fort.

Deutschs Unterseeboote im Hafen von Warna.

Br. Genf, 18. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Die Einfahrt von Schisse» in den Hafen von Dedeagatsch findet nur noch unter Führung bulgarischer Lotsen statt. Ferner wird offiziell die Anwesenheit deutscher Unterseeboote im Hafen von Warna bestätigt.

Bulgarien erhebt Einspruch bei den Neutralen-

Die Verletzungen bulgarischen Gebietes durch serbische Truppen.

W. T.-B. Sofia, 13. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbericht. Verspätet eingetroffeu.) Wie die bulgarische Telegraphen- Agentur erfährt, wird die Regierung bei den Gesandtschaften der neutralen Staaten gegen die Verletzung bulgari­schen Gebietes durch serbische Truppen Einspruch erheben.

vie Straffe von vonau-Gst nach Nisch gesperrt.

Bandenkämpfe in Serbisch-Mazedonien.

Br. Wien, 18. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der bulgarische Angriff auf Z a j e c a r und N e g o t i n ist von großer Bedeutung, da damit endgültig die Straße von Donau-Ost gegen Nisch g e s p e r r t ist, auf der bisher die Serben ihr Kriegsmaterial von Rußland auf dem Dvnauwege bezogen haben. Die Verlegung der serbischen Regierung nach M i t r o w i tz a zeigt bereits, mit welcher Rückzugslinie die Serben rechnen. In Mazedonien, auf ser­bischem Gebiet, entwickeln sich wilde B a n d e n k ä m P f e. In Sofia herrscht Helle Begeisterung. Die Stadt ist in allen Bundesfarben festlich geflaggt. Alle Angriffe in Nvrdserbie» sind m ftii»di,e« F-rtschreitea.

klbend-Ausgabe.

Gesterreichisch-ungarische Flieger ln verstärkter Tätigkeit über Serbien.

Br. Wien, 18. Okt. (Eig. Drahtbericht. 'Senf. Bln.) Der Kriegsberichterstatter der „Neuen Freien Presse" drahtet aus dem Kriegspressequartier: über Serbien kreisen un­ablässig unsere Flugzeuge, ohne mit Bomben zu sparen.

Die große Bedeutung der Ereignisse an der Südostfront.

W. T.-B. Wien, 17. Okt. (Nichtamtlich.) Aus dem KriegS- preffequartier: Die Kriegsberichterstatter im

Krregspressequartier haben sich unter Führung des stellver­tretenden Kommandeurs, Obersten im Generalstabskorps, Grafen B e ck-R eikowsky, an die Süd ostfront be­geben.

Ein dritter griechischer Protest?

Verfügung des griechischen Kommandanten in Saloniki zum Schutz der einheimischen Bevölkerung.

Br. Wien, 18. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Dln.) Das „Neue Wiener Tageblatt" meldet aus Sofia: Turiner Blätter erfahren aus Saloniki, daß bis Donnerstagabend keine Truppenzüge aus Saloniki abgegangen sind, und zwar infolge eines dritten Protestes Griechenlands in Paris und London. — Der griechische Kommandant in Saloniki hat eine Verordnung erlassen, worin er mit Rücksicht auf die Anwesenheit fremder Truppen erlaubt hat, Waffen zu tragen. Jedermann wird bestraft, der nicht der einheimischen Bevölkerung gegenüber diesen fremden Truppen genügenden Schutz gewährt. Diese Verfügung richtet sich hauptsächlich gegen die fremdländischen Kolonialtruppen.

weitere französische und englische Truppen­landungen.

Saloniki als Operationsbasis des Expeditionsheeres.

Br. Wien, 18. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Am Samstag und Sonntag sind, wie das „Neue Wiener Tage­blatt" sich aus Athen berichten läßt, neue Transportschiffe im Hafen von Saloniki eingelaufen. Sie haben Abteilungen französischer und englischer Truppen gelandet. Im Hafen wurde die französische Flagge gehißt. Man gewinnt in Saloniki aus Anlaß der Vorkehrungen des Generalstabes den Eindruck, daß England und Frankreich Saloniki als dauernde Operationsbasis und nicht nur als Lan­dungsstelle betrachten.

W. T.-B. Wien, 17. Okt. (Nichtamtlich.) Die „Süd- stawische Korrespondenz" meldet aus Saloniki vom 16. Okt.: Gestern und heute liefen neue Transportschiffe im Hafen ein üwd landeten weitere Kontingente englischer und französischer Truppen. Im Hasen wurde die französische Flagge gehißt. Die Franzosen organisierten ein Hafenkavitanat und ein Gendarmcriekorps. Kleine Truppenkontingents sind be­reits in Richtung G e w g e l i abtransportiert.

Blutiger Zusammenstoff zwischen Landungs­truppen und griechischen Gendarmen.

Br. Ofenpest, 18. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Aus Sofia wird gemeldet: Vorgestern fand in Saloniki ein blutiger Zusammen st oß zwischen kleinen französi­schen und englischen Truppenteilen und griechischen Gen­darmen statt.

Br. Ofenpest, 18. Okt. (Eig. Drahtbericht. Z«ns. Bln.) „Pester Lloyd" läßt sich aus Sofia drahten: Nach au§

Saloniki und Dedeagatsch eingetroffenen Nachrichten entwaff- neten griechische Soldaten mehrere englische Feldgendarmen. In der Bevölkerung w ä ch st die Er­bitterung gegen England.

Serbische Flüchtlinge in Griechisch-Mazedonien.

W. T.-B. Athen, 16. Okt. (Nichtamtlich. Reuter.) Griechisch-Mazedonien ist überschwemmt mit Flüchtlingen aus Serbisch-Mazedonien. Ihr Zustand ist be­mitleidenswert. Die griechischen Behörden, die bereits für eine Anzahl von Flüchtlingen aus der Türkei zu sorgen haben und außerdem die Ausgaben sür die Mobilmachung tragen müssen, können nicht viel für sie tun.

venizelos' heiße wünsche.

W. T.-B. Paris, 18. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Venizelos erklärte einem Berichterstatter des „Matin": Sagen Sic Ihren Lesern in Frankreich, daß niemand glühender als ich den endgültigen Erfolg der Verbündeten ersehnt, und daß niemand von ihrem glücklichen Ende überzeugter ist als ich.

ReineklbreisedesrussischenGesandteninRthen

W. T.-B. Petersburg, 13. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbe­richt.) Die Petersburger Telegraphen-Agenbur schreibt: Ein auswärtiges Blatt hat ein Telegramm aus Athen ver­öffentlicht, in dem es heißt, der russische Gesandte in Griechenland bereite sich zur sofortigen Abreise an Bord eines Kriegsschiffes var. Wir sind ermächtigt, ener­gischst zu erklären, daß die Nachricht in das Gebiet reiner Erfindung gehört.

Zur Frage des Durchmarsches russischer Truppen durch Rumänien.

Br. Budapest, 18. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Nach einer Sofioter Meldung der Zeitung „Avila g" machte der russischeGesandte in Bukarest gemeinsam mit dem englischen Gesandten die äußerste Anstrengung, die Zu­stimmung der rumänischen Regierung zum Durchmarsch russi-

Nr. 486. * 63. Jahrgang.

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scher Truppen dürch die Dobrudscha nach Bulgarien zu erhal­ten. Die rumänische Regierung hat das Verlangen freund­schaftlich, aber entschieden zurückgewiesen. Die Gesandten erklärten schließlich namens der russischen Regie­rung, alle rumänischen Forderungen für die Gestattung des Durchmarsches der russischen Truppen in der Richtung der Linie Warna-Semen und Rustschuk bewilligen zu wollen. Ministerpräsident B r a t i a n u erklärte jedoch entschieden, jeden Versuch der russischen Truppen, rumänischen Boden zu betreten, als einen gegen Rumänien gerichteten feindlichen Akt ansehen zu müssen.

I-. Berlin, 18. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Zu vorstehender Meldung will man in hiesigen diplomatischen Kreisen wissen, daß eine solche Forderung in Bukarest über­haupt nicht gestellt wurde. Wohl hätten leise Tast­versuche stattgefunden, die aber eine so unzweide«» t i g e Abfuhr zur Folge hatten, daß sich die Gesandten nicht wieder mit neuen Fragen hervorwagen dürften, vie neue nationale Liga in Rumänien für die Politik des Rönigs.

W. T.-B. Bukarest, 14. Okt. (Nichtamtlich. Verspätet eingetroffen.) Die neugegründete Liga für nationale Ein­heit hielt gestern abend eine Versammlung ab, in der, nach­dem verschiedene Redner über die allgemeine Lage und die von Rumänien zu befolgende Politik gesprochen Haffen, der Beschluß gefaßt wurde, daß die Liga zur Politik des Königs und der Regierung volles Vertrauen hat, da sie die Inter­essen des Landes vereine.

Militärische Maßnahmen Rumäniens.

W. T.-B. Bukarest, 14. Okt. (Nichtamtlich. Verspätet eingetroffen.) Das „Amtsblatt" veröffentlicht eine königliche Verordnung, durch welche der Jahrgang 1916 für den 29. Okt. einberufen wird und jene Jahrgänge der Aktiven, deren Dienstzeit am 14. November enden würde, bis auf weiteres unter den Fahnen behalten werden.

Grohe Nundgebungen für Bulgarien in ~ Ronstantinope!.

W. T.-B. Konstantinopel, 17. Okt. (Nichtamtlich.) Auf Anregung türkischer patriotischer Körperschaften und Ver­einigungen in Konstantiuopel fand gestern abend eine große Kundgebung für Bulgarien statt. Die Teilnehmer, mehrere tausend an der Zahl, zogen von Stambul durch die große Straße von Pera zur bulgarischen Gesandtschaft, wo sie Hoch­rufe auf Bulgarien, die bulgarische Armee und den Zaren Ferdinand ausbrachten. Der bulgarische Geschäftsträger B a l o s ch e w trat vor die Tür und hielt eine kurze Ansprache, in der er dem türkischen Volke sür die Kundgebung seiner Gefühle dankte, die er seiner Regierung zu übermitteln nicht ermangeln werde. Die Manifestanten teilten sich dann in mehrere Gruppen, die unter Hochrufen auf die bulgarische Nation durch verschiedene Sttaßen zogen.

Oie Erkenntnis derValkangefshrin England

„Die kritischsten Wochen seit dem indischen Aufstand!"

W. T.-B. London, 18. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der Vizekanzler der Universität Sheffield Prvfeffor Fisher sagte in einem Vortrag, die nächsten Wochen werden in der Geschichte des britischen Reichs die k r i t i s ch st e n seit dem indischen Anfstand sein. Sobald die Deutschen die Bahnlinie durch Serbien und Bulgarien nach den Dardanellen besitzen, sind sie imstande, das ganze Stiftern des britischen Reichs im Orient zu be­drohen. ~

Unsere Unterseeboote im Mittelmeer.

Genf, 18. Okt. (Zeus. Bln.) Der „Sccolo" meldet aus Kairo: Der ägyptische Dampfer „Borollos" ist auf der Fahrt von Piräus nach Alexandrien von einem deutschen Unterseeboot beschossen worden. Es entstand eine Panik und 23 Personen ertranken, darunter 2 ' Matrosen des Dampfers „Sailor Prince", der kurz zuvor vom gleichen Unterseeboot gestellt worden war. An Bord des „Borollos" befand sich Prinz Mahmud Hamdis, der Bruder des gegen­wärtigen Sultans von Ägypten, der den Kapitän des Unter­seebootes ersuchte, um das Leben der 229 Fahrgäste zu schonen, das Schiff freizugeben. Nach Einsicht in die Schiffspapiere und nachdem er eine Menge Benzin von dem Dampfer be­schlagnahmt hatte, gestattete der Kapitän die Weiterfahrt.

Zur Torpedierung eines großen Cunard-Dampfers bei Kreta.

W. T.-B. Amsterdam, 17. Okt. (Nichtamtlich.) Nach einer in New Dort eingetroffenen Privatnachricht war der große britische Transportdampfer, welcher bei Kreta wrpedrert wurde, der Cunarddampfer „Transfhlv ani a" (14 000 Registertonnen).

Italien im Begriff an dem Balkanunternehmen teilzunehmen?

W. T.-B. Paris, 17. Okt. (Nichtamtlich.) Ein Vertreter des „Excelsior" hatte vorgestern mit einem bedeutenden italie­nischen Politiker eine Unterredung, in der dieser neue An­gaben über das Eingreifen Italiens aus dem Balkan, machte. Er erklärte, man glaübe allgemein, daß der Enffchluß, einzugreifen, uni Serbien zu verteidigen und die Vereinigung der österreichisch-ungarischen und deutschen Armeen mit den Bulgaren und Türken zu v er h i n d ary.