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Donnerstag, 14. Oktober 1915.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 479. «- 65. Jahrgang.

weiterer erfolgreicher Vor­marsch in Serbien.

Neue französische Mißerfolge bei Souchez, Tahure und in den Vogesen. — Luftschiffbe- schietzung von vünaburg. — Fortschritte bei der Armee v. Linsingen. — Fortschreitender Angriff südlich Belgrad und auf pozarevac.

Der Tagesbericht vom 15. Oktober.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 13. Okt. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Englische Borstöße von Vermelles wurden leicht abgewiescn. Östlich von Souchez verloren die Fran-

Die heutige Lage.

(Von unserer Berliner Schristleitung.)

1- Berlin, 13. Okt. (Eig. Meldung. Jens. Mn.) Auch gestern hatte» die erneuten französischen Anstrengungen an der gesamten Westfront keinerlei Erfolg zu verzeichnen» da­gegen haben unsere Truppen an mehreren Stellen wesentliche Fortschritte gemacht. Wenn sich die Engländer in Frenchs Bericht rühmen, bei Loos vorwärts gekommen zu sein, so ist dies durchaus falsch. Alle englischen Attacken wurden zurückgeschlage«, und das so häufig genannte Hohen- zollcrnwerk befindet sich fest in unserer Hand. Bei Tahure wurden französische Angriffe ebenfalls abge­schlagen, trotzdem mehrere Divisionen hier auf einmal vor- sticßen. — Die Russen haben sich das französische Rezept verschreiben laffen, mit gewaltigen Massen an kürzer be­messenen Strecken Durchbrüche zu versuchen. Sie hatten so­gar trotz der bösen Erfahrungen ihrer Verbündeten ebenfalls

einzelne Abschnitte der lüften ländischen Front ent* faltete die feindliche Artillerie eine erhöhte Tättgkeit. An­näherungsversuche italienischer Infanterie-Abteilungen gegen, B r s i c und den T o l m e i n e r Brückenkopf wurden abge-' wiesen. Im nordwestlichen Teil der Hochfläche von Doberdo zwang ein Feuerüberfall den Feind zum fluchtartigen Verlassen seiner vordersten Deckung.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unsere Angriffe schreiten trotz heftig st er Gegen­wehr des Feindes überall vorwärts. An der unteren Drina warfen unsere Truppen die Serbe» aus mehreren Gräben. Südlich von Belgrad wurden dem? Gegner einige zäh verteidigte Stützpunkte entrissen. Serbische Gegenstöße scheiterten stets unter großen Verlusten' für den Feind.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: ■ v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

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losen wieder einige Graben st ücke, in denen sie sich am 11. Oktober noch halten konnten.

In der Champagne scheiterte gestern abend rin französischer Angriff südlich von Tahure. Ein an derselben Stelle heute früh wiederholter, in mehreren Wellen geführter Angriff brach gänzlich zusammen.

In den Vogesen büßten die Franzosen am Westhange des S ch r a tz m ä n n l e einen Teil ihrer Stellungen ein.

Gestllcher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarfchall» von kjindenburg.

Westlich Dünaburg brach ein russischer Angriff in unserem Artilleriefruer zusammen.

Versuche des Gegners, sich der von unS besetzten Insel des Miadziolsees zu bemächtigen, scheiterten.

Ein russischer Angriff nordöstlich S m o r g o n, der dicht an unsere Hindernisse gelangte, wurde abgewiesen.

Eines unserer Luftschiffe belegte in vergangener Nacht die befestigte und mit Truppen angefüllte Stadt Düna­burg ausgiebig mit Bomben.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern,

Nichts Neues.

Heeresgruppe des Generals von Linsingen.

Der Feind wurde aus seinen Stellungen bei Rudka, Bielsko, Wolskaja vcrttieben sowie über die Linie Di. H. Alexandria-Höhe und nördlich davon zurück­geworfen.

Deutsche Truppen der Armee des Generals Bothmer warfen den Gegner nordwestlich Rajworonka (südwestlich Burkanow) aus mehreren Stellungen.

Valstankriegsschauplatz.

Der Widerstand der Serben konnte unsere Vor­wärtsbewegung nur wenig aufhalten.

Südlich von Belgrad wurden das Dorf Z e l e z n i k und die Höhen östlich beiderseits der Topciderska gestürmt. Der Angriff auf Pozarevac ist in g ü n st i g e m F ort­schreiten. Die Straße von Pozarevac-Gradiste ist i« südlicher Richtung überschritten.

Oberste Heeresleitung.

Kavallcriemassen bereitgestevh waS ihnen beträcht­liche Verluste einbr««hte. — In Serbien ist der Übergang über die Donau an allen Stellen vollkommen geglückt. Die Anstrengungen in Serbien sind höher einzn- schätzen, als vielleicht in unseren Bolkskreisen vielfach ange­nommen wird. Zunächst ist nicht zu vergessen, WaS es heißt, über einen so breiten Strom, wie die Dona», mit csnem großen Heer hinüberzugelangen. Der Nachschub und die Fuhrparkkolonncn mußten über die Brücken hinüber und, während unsere Truppen im Gebirge stehen, müssen die Stäbe noch ans ihre Nachschübe warten, ehe sie aus größere Ent­fernungen weiter vorstoßen. Es geht nicht so schnell, große Mengen Artillerie wie auch ihre Mnnitionsvorräte über die Brücken hinüberzubringen. Aber die Schwierigkeiten sind so weit überwunden und wir dürfen der weiteren Entwicklrmg der Dinge mit Ruhe entgegensehe».

Die Havasmeldnng, daß die Bulgaren mit den Serben ins Gefecht gekommen sind, trifft z«. Die Stadt Knjazewac ist ein Sttaßenknotenpunkt an der Eisenbahnlinie Negotin - Zajrear - Risch, etwa 28 Kilometer von der bulgarischen Grenze entfernt, 48 Kilometer nordwestlich von Risch, und die Hauptstadt des Kreises Timok. In direkt west­licher Richtung läuft eine Chaussee in das Morawatal, eine andere nach Südweftrn nach Risch und eine dritte in südlicher Richtung auf Pirot.

»

Abweisung des 4. Angriffs an der Strypa. — Fruchtlose italienische Angriffe- — Die Fort­schritte in Serbien trotz heftigsten Wider­standes des Feindes.

ver österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 13. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbevicht.) Amtlich verlautet vom 13. Oktober:

Russischer Rriegsschauplatz.

Bei B u r k a n o w, an der Strypa, wurde auch der vierte der gestern mitgeteilten russischen Angriffe durch österreichisch - ungarische und deutsche Bataillone abgeschlagen. Sonst im Nordosten keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Rriegsschauplatz.

Gestern nachmittag begannen die Italiener ein leb­haftes Geschützfeuer aus schweren und mittleren Kalibern gegen die Hochfläche von Las rann. Auch gegen

Die Ausnutzung der inneren Linie

Bon Major a. D. M. v. Schreibershofe».

Noch niemals in der Weltgeschichte ist das System der Zentralsteüung und der inneren Linie, bei dem sich die eine kriegführende Partei in der Mitte zwischen mehreren feindlichen getrennten Heeresgruppen befin­det, in solcher Ausdehnung in die Erscheinung getreten wie in dem jetzigen Weltkrieg. Die Lage der Zentral- j Mächte läßt sich in gewisser Hinsicht mit derjenigen Friedrich des Großen vergleichen, aber damals waren' nicht nur die Heere geringer, sondern auch die räufm*; lichen Entfernungen. Die Hauptkriegsschauplätze, auf, denen der >gvoße König seine entscheidenden Schlachten schlug, lagen in Schlesien, der Mark Brandenburg, BöhEn und Mähren, Sachsen und in Mitteldeutsch­land. Nebenkriegsschauplätze befanden sich in Pommern und Ostpreußen, in Hannover, Westfalen und in Süd-: deutschland. Dagegen fechten die Verbündeten jetzt gleichzeitig in Nordfmnkreich und Westflandern, in den Vogesen, an der italienischen Grenze vom Stilfser^Joch an bis in das Küstenland, sie stehen an der Düna östlich Wilna, im wolhynischen Festungsgebiet und in Ost-, galizien und haben jetzt die Offensive Mer die serbische Grenze begonnen. Das sind gewaltige Näuwe, die die Entfernungen, mit denen die fridevizianischen Heere rechneten, um das Vielfache Mevsteigen. Ermöglicht wird die Bewältigung von Zeit und Raum durch die neuen technischen Nachrichten- und Verkehrsmittel, rmter denen für die eigentlichen Truppenbewegungen die Eisen­bahnen die wichtigste Rolle spielen.

Für die oberste Führung liegt bei der Ausnutzung der inneren Linie die Schwierigkeit in dem richtigen Wechsel zwischen Offensive und Defensive und ider da­durch bedingten Krästeverteiluug. Das Verhallten auf den einzelnen Fronten ist von der jeweiligen Kriegslage abhängig und 'daher auch einem häufigen Wechsel unter­worfen. Ausgabe der Führung ist es, den Augenblick richtig zu erkennen, in dem ein Wechsel im stvatogischeu Verhalten erforderlich ist, und den Punkt chevausJufin- den, der der wichtigste ist, und wo die Entscheidung ge­sucht loerden soll. Zu Beginn des Weltkrieges verhielt sich Deutschland auf seiner Ostgrenze defensiv u M ver- , einigte seine Hauptkräste zu einer grotzep LMrdH: