Einzelbild herunterladen
 

N». sis.

Ak»e«i»-A«sgabe. 1.

Wiesbadener Tagvlatr.

Rufen, gleich dem heiseren Gokläff eines Hundes, darauf aufmerksam gemacht, daß ganz in unserer Nahe wieder eine ruhe Tierquälerei sich abspielte. Und richtig! Wir Krachen nach dem Essen gleich auf und sahen an der ,Fisch­zucht, aus dem Lehmhügel, wo eine Hokzyüttc steht, zu unserem Ersetzen, wie ein Kutscher fortwährend un­barmherzig aus zwei Pferde dermaßen mit aller Kraft einhieb, daß die armen Tiere sich in die Höhe bäumten and die Funken unter ihren Hufen nur so stoben. Leider hatten wir keinen Moment Zeit übrig, sonst hätten wir -Näheres festgestellt, um dem Kutscher seine wohlverdiente Strafe für diese Tierquälerei zuzusühren. O! Die armen Tiere, wie mögen die voller Striemen sein! Viel­leicht tragen diese Zeilen dazu bei, den Fu-hrherru, der doch sicherlich die Fuhren weist, die für ihn gemacht wer­den, daraus aufmerksam zu machen, damit er den Kut­scher zur Rede stellt. Es sollten überhaupt alle Fuhr Herren, wenn sie es mit ihren Tieren gut meinen, die­selben alle Tage zweimal untersuchen, und finde» sich Striemen, dann fort mit solchem Pscrdcschiudcr. Die Geschichte trug sich am Mittwoch, den 1. Mai, abends gegen 8 Uhr, zu."

4lljähriges Nestehen des Männcr-Turnvereins. Der Männer-Turnvereiu beginnt morgen Saniötag die Feier seines Mährigen Bestehens mit einer Ehrung der verstorbenen Mit­glieder am Grabe seines langjährigen Tnrmvartes August Almcnröder in Adolfseck. Die Abfahrt hierzu erfolgt um 7 Uhr 7 Min. iRheinbahnhofs. Die Feier für die verstorbenen Mitglieder auf dem hiesigen neuen Friedhof findet um 6Vs Uhr am Grabe des verdienstvollen Präsidenten Herrn Mathias G ch c m b s statt. Der' Rückmarsch erfolgt mit Musik durch die Schützen-, Walkmühl, Weitzcnbnrg, Wellritz-, Hellmund-, Bleich-, Schwalbacherstraße nach der Turnhalle.

Schutz der Obstbänme. An den jungen Obst- Säumen in den Baumsiücken und an den Alleen befinden sich noch vielfach die zum Schutze gegen Haseufraß äuge brachten S t r o h e i n b ä u d e und bilden eine bequeme Brutstätte für vieles schädliche Ungeziefer. Hauptsächlich ist es die Blutlaus, welche sich unter dieser schützen­den Hülle mit Vorliebe ansiedelt und sich so ansbreitet, daß häufig der ganze Stamm duräi Blutlauswuäie- rungeu zugrunde gerichtet wird. Zum Schutze der Apfelbäume vor diesem gefährlichen Feind ist cs not­wendig, mit allen Mittel,, die Vermehrung und Ver breitnug von Blutläusen zu unterdrücken. Die Obst- baumbesitzer werden deshalb daraus aufmerksam gemacht, diese Stroheinbän'dc von den Ob-stbäumeu zu entfernen und sofort zu verbrennen.

Eine Musterstranstwirtschast hat ei» Bauersmann in Hattenheim im Meingau eröffnet. Der Manu hatte vor einiger Zeit ans einer Konkursmasse für ca. 1600 Mark Ware bezogen, welche er nicht verwerten kann. Jetzt kam er aus eine originelle Idee und nahm sein eigenes Wachstum 1908er Wein in Zapf, per Schoppen 25 Pf. Wer 5 Schoppen trinkt, erhält gratis 1 Paar Kinderschuhe und beim ti. Schoppen noch ein Kind er tauf Häubchen dazu. Junge Väter, die gleichzeitig kehlfeste Trinker sind, können sich also ihre notwendigen Kinder­sachen dortgratis" besorgen.

Taler bleibt leben! Die Mün'zkommisston in Berlin lehnte alle Anträge aus Änderung der von der Regierung vorgeschlagenen Prägung des 50-Pseuiiig- stückes, sowie auch die Resolution, die Stücke zu durch­lochen, ab. Dagegen wurde nach längerer Verhandlung ein Antrag aus Wiederausprägung von 3-Markstücken mit sehr großer Mehrheit angenommen. Die Redner aller Parteien sprachen sich für die Beibehaltung der Taler aus.

Hanbelsregister. Unter der FirmaAdolf Haybach" be­treibt der Kaufmann Adolf Haybach zu Wiesbaden ein Handelsgewerbe als Einzelkaufmann.

Vereinsrcgister. In das Vereinsregister ist der Verein Bolksrvohl" mit dem Sitz in Biebrich und der VereinTurn­verein Bierstadt in Bierstadt" eingetragen worden.

Güterrechtsregister. Die Eheleute Oberstleutnant August E r d m a n n und Agnes, geb. Groth, hier, Schreinergehülse Otto D i t t m a r und Eleonore, geb. Schmidt, hier, Metzger­meister Rudolf H u d e I m a i e r und Katharina, geb. Rocker, zu Biebrich, Kaufmann Philipp R ü h l und Amanda, geb. Schnitter, hier, haben Gütertrennung vereinbart.

Sittlichkeitsvcrbrechcn. Einen gemeinen Streich hat ein unverheirateter Arbeiter in Mainz verübt, der nachts ein aus der Nähe von Wiesbaden von zu Hanfe fortgelaufenes, 13jähriges Mädchen auf der Straße ou- traf, mit nach Hause nahm und cs vergewaltigte. Die Kriminalpolizei erfuhr von den» schuftigen Verhalte» des Menschen und verhaftete ihn.

o. Vermißt wird seit Sonntag der 11 Jahre alte Willy Merz von hier. Derselbe hat sich an -dem ge­nannten Tage ans seiner elterlichen Wohnung Walram- stratze 80 entfernt, um die Ankunft des Kaiserpaares zu sehen, und ist seitdem spurlos verschwunden. Die be­sorgten Eltern bitten alle diejenigen, welche etwa von -dem Knaben etwas gesehen oder gehört haben, um Nach­richt. Der Vermißte trug eine blau und weiß karricrte Bluse, braune Pumphosen, blaue Weste, Schnürschuhe und braunen Strohhut. Er hat rotes Haar und ist für fein Alter ziemlich groß.

Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich vorige Woche in dem Stollen der Wiesbadener Wasserleitung (aussührende Firma Koiberg und Co.) bei Naurod. Ein Schuß, der voll der vorhergegangen-eu Schicht stecken ge­blieben war, entlud sich, als die Arbeiter irrtümlich weiterbohrten. -Ein Arbeiter wurde im Gesicht, zwei andere an Armen und Beinen verletzt. Glücklicherweise sind die Verwundeten bereits ans dem Wege der Besse­rung. -Es ivurden übrigens bereits Vorkehr-nugen ge­troffen, daß solche Unfälle für die Zukunft vermieden werden, und zwar dadurch, daß elektrische Entzündung angewend-et werden wird.

o. Unfälle. -Bei einer Felddienstübung, die eine Kompagnie der 80er heute vormittag imRabengrund" abhielt, hat sich ein Füsilier eine Verletzung am linken Bein zu-gezogen, ob einen Drrochenbruch oder eine Ver­renkung, konnte nicht stOZrt festgestellt werden, die ihn völlig wegunfertig machte. Der Verunglückte wurde in einer Droschke nach dem Lazarett gebracht. Der zur K-ur hier weilende Okon-omierat H e n ck c aus Rostock ist heute vormittag auf einem Spaziergang in -der Tan- nusstraßc vom Schlage getroffen uwrden. Zwei in der Nähe wohnende Arzte nahmen sich des Hülflosen sofort "u, sorgten auch dafür, daß er durch die Sanitätswache ."ach seinem Hotel, zumEnglischen Hof", gebracht wurde. Mit Bezugnahme auf die gestrige Notiz über den Un-

FreUaz. 6. Mai 1904

SM- 8.

fall, den ei» Herr ans Berlin in der Ptarktsträßc dadurch erlitten hat, -daß er von einem radfahren-den Feuerwehr­mann nmgerannt wurde, wird uns mitgeteili, daß -den letzteren keine Schuld treffen soll und sich zur Bestätigung desseir ihm auch sofort mehrere Personen als Zeugen zur Verfügung gestellt hätten. Der Zusammenstoß sei nur dadurch entstanden, daß der Herr hinter einem Möbel- ivagen hervorgekvmmen und dem -Feuerwehrmann, der es au Warniingssignalen nicht habe fehlen lassen, plötzlich vor -das Rad getreten sei, so daß es jenem ganz unmög­lich gewesen wäre, zu halten oder auch nur ausznweichen.

o. Gestohlen wurde» in der Nacht zum Mittwoch aus einem offenen Pfcrdestall in der Adlerstrastc zwei wollene Pferdedecken, dunket mit zwei gelben Streifen an den Rändern, ferner eine noch fast neue Knmmcttasche von schwarzem Leder, mit einem Messt,rgka,tim verziert. Da der Dieb versuchen wird, seine» Raub hier oder in der Umgegend an den Mann zu bringen, so sei hiermit ans ihn aufmerksam gemacht.

Letzte Nachrichten.

kl. Biebrich, 6. Mai. I» der gestrigen Stadtverord­neten B e r s a m in I » » g brachte Herr Bürgermeister Bogt ans Antast des so schön vertausenen K a s s er - E m p s a n g e s der hiesigen Einwohnerschaft seine Freude und seinen Dank znm Ausdruck, dabei erwähnend, dast der Herr Regierungspräsident ihn noch besonders beauftragt habe, den Dank der Allerhöchsten Herrschaften besonders zu übermitteln. Auf der Tagesordnung standen nur 1 Nummern, und zwar 1. Wahl des Stadtbaurats. In der vorletzten Stadtverordnetensitzimg erfolgte die Wahl des Herrn Stadtbaumcisters Thiel zum besoldeten Magistrats,nitglicd mit dem TitelStadtbaurat". Da diese Wahl den diesbezüg­lichen Bestimmungen der Stüdteorduuiig entsprechend nicht mi, Stimmzetteln erfolgt war, wurde sie nochmals in der vorge- schriebencn Weise vorgenommen und hierbei Herr Stadt Bau­meister Dhiel zum besoldeten Magistratsmitgliede mit dem Titel Stadtbaurat" einstimmig gewählt. 2. Einem früheren Beschlüsse zufolge soll die Geschäftsordnung siir die Stadtverordneten-Ber sammlnng einer neuen Durchberatung nndRcvision unterzogen und eine besondere Kommission damit betraut werden. Zu dieser wurden die Herren Dr. L. Beck, Kommerzienrat W. Kalle, Kauf­mann Schürmann, Hofinstrnmentcnfabrikant Hecke! und Prokurist F. Werner gewählt. 8. Beschlußfassung, betreffend Verlegung des Rheiiibahi,Hofes. Seitens des Herrn Elsenbahnministers wurde gelegentlich des Kaiser-Empfangs in Biebrich dem Herrn Bürgermeister Bogt die Mitteilung gemacht, dast der Verlegung dieses Bahnhofes von seiten des Ministeriums nichts mehr in, Wege stehe und auch Se. Majestät der Kaiser bereits seine Zu­stimmung erteilt habe, Nach den »»mehr mit der Königlichen Eisenbahnvenvaltung getroffene» Vereinbarungen must erstcre dem Fiskus das erforderliche Gelände znm Selbstkostenpreis zur Verfügung stellen und austerdem einen Zuschuß von 26 NM M. be­zahlen, desgleichen übernimmt sie das Gelände des jetzigen Rhcinbahnhofes znm Preise von 12 M. pro Quadratmeter. Die 'Versammlung erteilte hierzu die Genehmigung. 4. Bei der vor einigen Tagen nbgehaltenen Versteigerung von städtischen Bau. Plätzen aus dem alten Bvrkholdcrhofterrain wurden 2 Plätze, belegen an der oberen Kaiserstraße, von den Herren Schmiede- meistcr Karl Emmrich hier und Fickler ans Sonnenberg er-, steigert. Bei dem gestrigen Antrag zur Genehmigung dieses Ver­kaufs wurden Bedenken erhoben, in dieser Straße, welche ledig­lich Wohnzwecken dienen soll, einen lauten störenden Gewerbe- I betrieb zu errichten. Es wurde deshalb beschlossen, dem Magistrat anfzngeben, diesbezügliche Einfchränikungen bei Bebaunng der Plätze in die Banerlaubnis aufzunehmeii, damit die Errichtung eines störenden Betriebes in bestimmter Entfernung von der Straße zir liegen kommt. Der Magistrat hat in seiner gestrige,, Sitzung ». a. das Baugcsnch der Bäurischen Aktie» branerei zu Aschaffenburg, betressend Errichtung eines Anbaues ans dem Grundstück der Frau Adolf Schneider Wwe. an der Vrunncngassc, und das Baugcsnch des Herrn Georg Göhringer, betreffend Errichtung eines Anbaues aus seinem Grundstück an der Rheinstraße, ans Genehmigung begutackstet. Die Abbruchs- und Wiederansführnngsarbeiten zur Erbreiterung der Burggasse wurden dem Maurermeister Friedrich Schwalbach ans Grund seines Angebots übertragen.

* Mainz, 6. Mai. Rheinpegcl: 1 ra .51 cm gegen 1 m BO cm am gestrigen Vormittag.

Gerichtssaal.

ck. Wiesbaden, 6. Mai, iS t r a s k a m m e r.l Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor de Niem: Vertreter der König!. Staatsanwaltschaft: Herr Assessor Dr. S ch r e ki e' r. Der Metzger Max S. von hier hatte am letzten Tag des November vorigen Jahres einen Termin vor dem hiesigen Schöffengericht. Vor der Verhandlung befand er " '

Zeugen im Wartezimmer, wo er Ulk trieb. Als der Spatz etwas richtsdiener Selb dem S. die Dummheiten, erst gemütlicher, dann energischer, aber ohne von dem Metzger gehört zu werden. Im

Kontinental - Telegraphen -Kon, pagnte.

London, !>, Mai, jOberhaus.s Lord Spencer lenkt die Anfmerksauikelt des Hauses aus die Lage in M a k e d o n i e Newton erklärte, die Zloilageule» hätten keine Fortschritte bei der Ausführung der Resvrnien gemacht. Er schlägt die Berufung! eincr internationalen Konferenz vor. Lord Lansdvwne erklärt, man habe nur zuviel Gründe, uu> über die Fortschritte der Reformen sich enttäuscht zu fühlen, und falls die Durchsüftrung der Reformen nicht beschleunigt werde, dürfte man vor sehr ernsten Besorgnissen stehen. Das türkisch-bulgarische Ablommeu werde waltrfcheinlich ein nützliches Ergebnis baden. Was den 'Vorschlag Newtons vetrcsfe, frage er, ob Newton sicher sei, daß im Falle des Zusammentrittes einer internativualeii Konferenz man einer befriedigsrenden Lösung der gegenwärtigen Schwierigkeiten uade sein iverdc. Bo» alle,, Kalamitäten, die jenes bedrängte Land überfallen könnten, wäre keine größer, als der Zusammen­tritt einer Konferenz, die auseinander ginge, ohne ein Mittel entdeckt zu haben, was der bestehenden Sachlage ein Ende machen- werde. Was die Zivilagenten nngehc, bedauere er, ihre Erfolge nicht til beruhigenderen Äußerungen, als Newton sie gebraucht, beschreiben zu können. Die Regierung werde sortfahren, allen möglichen Einflnst behuss Bcschleiinignng der Reformen aufzu- bicten.

Bukarest, 5. Mai. Die Tagung des Parlaments ist heute mit einer T h r v » rede geschlossen- worden, in der cs heißt: Durch vorzeitige Erledigung des Budgets ist der normale Zilstand, in dem sich die Staatosluanze» seit geraumer Zeit be­finden, befestigt und der nationale Kredit gekräftigt worden. Durch kluge Verwendung der Einnahmen erreichten die Reiultate das äußerste in den budgetären liberschüssen, so daß genügend Geldmittel zur Verfügung standen, um den dringenden Bedürf­nissen des Staates Rechnung zu tragen und die Gehaltsabzüge» welche schwer aus den Penfionsberechtigtcn laste», herabzusetzen und die finanzielle Lage der Gemeinden zu verbeflern. Der günstige Zustand des Staatsschatzes ermöglicht, die Lizenzgebühr beträchtlich zu. ermäßigen. Die Thronrede erwähnt daun den neuen Zolltarif, der berufen sei, der wirtschaftlichen Entwickelung Rumäniens neuen Anfschwung z» verleihen, und andere vom Parlament erledigte Vorlagen und sagt von dem abgeändertcn Börsengesetz, daß dieses die Handelsbeziehungen Rumäniens leichter gestalten iverdc. Nach Hinweis ans ciirc Reihe vom Parla­ment genehmigter llbereiirkomnien, die bestimmt find, die inter­nationalen Bezlehnnge». Rumäniens enger zu knüpfe», berührt! die Thronrede die Entwickelung der Häfen, sowie die Hebung der Schiffahrt auf der Donau, und die für die Verstärkung der Ber- teidigmigsmittel des Landes bewilligten Forderungen. Sie schließt mit einem Dankesausdrnck für die Unterstützung, welches das Parlament der Regierung bei Erfüllung ihrer Pflichten ge­leistet habe und mit Segenswünschen des Königs für das

Athen, 5. Mm. (Hcwas. > Der Zwischenfall i l, 2 iu y r n a i st c r l e d i a t. Der GvlMfe -es Walk besuchte -en griechische» Konsul un- sprach ibur das Be­bauer» -er türkischen Regierung ans. Der griechische Konsul Alitonopulo w-iir-e nach Cettinse versetzt,

Buenos Aires, 6. Mai. Der K ongreß wurde heute vom Präsidenten mit der Botschaft eröffnet, worin er auf die günstige finanzielle Lage des Staates hinwies, wie auf die allgemeine Wohlfahrt, die sich in anßervrdciitlickein Maße entwickele. Der Präsident hob ferner hervor, daß alle Parteien ihre Wahlrechte in voller Freiheit hätten ausüden können und sprach die Hoff­nung ans,, daß die in einigen Monaten bevorstehende Übergabe seiner Würde an seinen Nachfolger sich ruhig und in der ver­fassungsmäßigen Form vollziehen werde, wobei er betonte, daß die Beziehungen der Republik zu allen Staaten herzliche seien.

Dcpcschenbureai, Heros o,

Berlin, 6. Mai. Die sozialistische Fraktion bat im Reichstage zur -ritte» Lesung -es Etats eine Resolution einge-bracht, in ivetcher Maßnahiiiou zur Be s e tti gun g, - t' r Ü b e t st ä n d c i jt - e u G c f ii it q n i i f c n ge« fordert werden.

Berlin, 6. Mai. Die Berhandlungeu mit den Bereinigten Staaten wegen onderweltcr Gestaltung der Handels­beziehungen mit Deutschland haben begonnen.

Rom, 6. Mai. Es bestätigt sich, dast Naii. nachdem er seine Depots in Höbe von 200 000 Lire bei -er Bank' von Englau- erhoben hat, geflüchtet ist,

Rom, ß. Mai. Ter Papst empfing gestern ungefähr 600 poinische Pilger unter der Führniig von 7 polnischen Erzbischöfen und Bischöfen, Dem Papst wurde eine mit dcic Wappen Polens

Nischen Muttersprache. Der Papst erteilte den Pilgern seinen

dicnerstanü überhaiich, er schimpfte auch einen gerade anwesenden harmlose» jungen Mann und erhielt für diesen Ausbruch seines hitzige» Temperaments vom Schöffengericht I Monat Gefängnis. Gegen dieses lirteil legte er Bernsmcg ein, die von der Straf- kanimer verworfen wurde. Ein reisender Schncidcrgeseüe kam an den Billettschalter eines der hiesigen Bahnhöfe und legte ein Einmarkstück ans das Zahlbrctt. Dem geübten Ohr des dienst­tuenden Beamten fiel sofort der bleierne Klang des Geldstückes aus, er erkannte ein Falsifikat in ihm und behielt es zurück. Dies Einmarkstück wandertc nach Berlin, wo durch die Münzdircktion seine ttnechtheit absolut einwandsfrei festgestellt wurde, »nd heute wurde es von der Strafkammer eingezogen.

* Effcn a. d. Ruhr. 6. Mai. Der Polizeiscrgeastt Rupp ans Köniqsftehle, der in einer Strassache eidlich bestritt, einen Berg­mann mit dem Säbel niedergeschlagen zu haben, wurde im Ge- richtssacle unter dem Verdachte des Meineids v c r h a f t e r.

Kleine Chronik.

Aus Köln wirb berichtet: Die Nachricht, - -as Patosthotel in den Besitz -es Herrn Leonhar- Tietz über- segangen sei, trifft nicht zu. Das Hotel ist von -eu Architekren Gebrü-er Schauppmeyer angeka-uft wurden.

Opfer ihres Berufs. Auf -der S-patgrube Ntartliug- rode bei Rotenburg a. d. Fulda verunglückten durch licr-abstürzeude -Ste-iumaffeu die Bergleute Weber und Gertach ans Süß. Weber ist tot, (verlach -schwerverletzt.

Umworbener Posten. Für die beideir Stadtbaurats­stellen in Halle a. S., die mit einem Gehalt von 8000 M. steigen- bis 10 000 M. ausgestattet sind, haben sich nicht weniger als 85 Bewerber gefunden.

Verbrannt. In -der Nacht brach auf dem Gute Pohlsee bei Rendsburg Feuer ans. Dabei ist ein Kn-echt verbrannt, ein zweiter wird vermißt,' zwei-ch-.'n erlitten schwere Brandwunden,

Schnee. Aus Innsbruck, 5. Ntai, wird gemeldet: eit gestern nachmittag ist hier und im unteren Jnn- Uttd Pustertal heftiges Unwettei'. Orkanartiger Sturm wechselt mit Gewittern und Schneesällen ab. Das Oie- l'irge ist bis tief ins Tat mit Schnee bedeckt.

Der Nordostsee-Kaual war dieser Tage in der Nähe der Stadt -Rendsburg derartig mit Heringen ang-efüllt, daß von den Ufern ans mit den denkbar einfachsten Fan-g- geräten und teilweise sogar mit den bloßen Händen große Mengen dieser Fische erbeutet wurden.

wb. Berlin, 0. Mai. Mehrere Morgcn-blätter me-I-en: In K o st e n in der Provinz Posen erfolgte während eines im Kellerraume eines Droguenhändlers auSge- brocheueu Feuers eine Explosion, bei der 16 Feuer­wehrleute mehr oder weniger schwer verletzt wurden.

wb. Berlin, 6. Mai. Die Niorgenblätter melden aus Trient: Ein furchtbarer Br a n - zerstörte die Ort­schaft Bembra gestern früh zur Hälfte, Es liegt Brandstiftung vor,

lick. Stettin. 6, Mai. Der SchleppdampferWalöcck" über: rannte die SegeljachtAnna", welche sofort sank. Die Mann­schaft wurde gerettet.

HO. Kiel, 6. Mai. Der KreuzerHamburg" überrannte bei beschleunigter Dauersahrt vor dem Kriegshasen ein Fischer» fahrzcug, ivelches sank. Die Mannschaft desselben wurde von dem Kriegsschiff gerettet.

wb. München, 6. Mai. In dem Dorfe T e u n z in der Oberpfalz sind 2 0 Häuser n i e d e r g e b r a n n t. Die Be­wohner sind obdachlos und in großer Not, Der Prinzregent be­willigte vorläufig 500 M.

lid. Lissabon, 6, Mai, Der DampferKurfürst" -er Ostafrika-Liuie l i e f a u f. Das Vorderteil ist em- ge drückt. _

Wetterdienst

der Landwirtschaftsschule zu Wcilburg

Voraussichtliche Witterung für Sams­tag, den 7 . Mai 1904:

Windig, vorwiegend wolkig, bei wärmerer Nacht tagsüber kühl, stellenweise noch geringe Regenschauer. ,

Genaueres durch die Weilburger Wetterkarten, welche an der Piatattasei desTagblatt"-Hauses, Lang- "e 27, täglich angeschlagen werden.

Die Abend-Ausgabe umfaßt iZ Seite«.

Leitung: W. Schulte vom Brühl.

Berintwortlicher Red-Nteur für Politik und Feuilleton - SB. Schulte vom Brühl in Sonnenberg; für den übrigen redaktionelle» Teil: C, Rötherdt; für die Anzeigen und ReNamen: H, Dornani; beide in Wiesbaden,

Drück und Verlag der L. Schellenbergiche,. tzof-Buchdruckerei in Wietbade».