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**** 21 iDSch^tttfid» «<*_, 12 Bitsgaben. ,.T-s««tt.Ha»s" Nr.se50 L3.

6<Wter.caae gdfinrt’tpfs llh5m-rgm» bis 7 Uhr -bcnds. U?0(t}CI1TUa] ^ 1 » Bon 8 Uhr »«?«-»- «* 8 Uhr abend», anßer Sonntag

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Mittwoch, IS. wlitober ISIS.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 477. » 63. Jahrgang.

Des Zortschreiten öes Angriffs gegen Serbien.

abgeschlagene russische Angriffe. — Angriffe an der ganzen serbischen Front. — Klle Bel­grad und die Stromübergänge beherrschenden Höhen im Besitz der verbündeten. — vas vor- drängen der Armee». Dallwitz auf posarevac.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 12. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 12. Oktober, mittags:

Russischer Rriegsschauplatz,

Die Lage ist u n v e r ä n d e r t. Im Raume südlich von B u r k a n o w schlugen wir drei russischen Angriffe ab. Die Abwehr eines vierten, der gegen ein Front­stück von 2 bis 3 Kilometer gerichtet war, ist noch im Gange. Am Korminbach und nördlich von Rafalowka am Stvr unternahm der Feind gleich­falls einige erfolglose Borstöße.

Italienischer Rriegsschauplatz.

Keine Änderung.

Südöstlicher Rriegsschauplatz.

Südlich d.. Save und der Donau und an der unteren Drina wird an ganzer Front angegrif- f e n. Die aus Belgrad vordringenden k. und k. Trup­pen erbeuteten bei der Erstürmung des östlich der Stadt und der L a u d u n - Schanze aufragenden Berges Lipar 3 Geschütze und 1 Scheinwerfer. Alle H ö h e n im U m k r c i s e von Belgrad, die die Strom­übergänge auf Feldgcschiitztragweite beherrschen, sind im Befitzc der Verbündeten. Die Deutschen eroberten Semendria und drängen den Feind auf Posarevac zurück.

Auf der Grenze zwischen der Herzegowina und Montenegro kam cs an mehreren Stellen zu Ge­plänkel mit montenegrinischen Abteilungen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Wut und Verlegenheit ir* Vierverdand.

Die klägliche Lage des Vierverv des auf der Bai- kanhatbinsel würde Mitleid erweam, wenn solches Gefühl unseren Feinden gepenüher noch jemals in einer deutschen Brust erwachen könnte. Das kleine eng­lisch-französische Landungskorps sitzt in Saloniki wie ein Greis, der sich nicht zu Helfen weiß, von Norden her aber dringen unsere und die öster­reichisch-ungarischen Truppen durch Serbien vor, sie werden gewiß nicht a n f z u h a l t e n sein, sie werden unseren Freunden in Sofia und Konstanti- nopel bald die Hand reichen. Die Möglichkeit, daß Rumänien noch sein Gewicht in die wildflat- ternd« Sch^' der Viervevb and Amächte werfen könnte, wird im gegnerischen Lager kaum noch erörtert, sie ist ige s ch w u n d e n. Was Griechenland betrifft, so kann «man mit derselben k mmten Sicherheit freilich nicht sprechen, aber die Ei rrtung, daß die Regierung .des Königs Konstantin altes aufbieten werde, um sich nicht aus der Linie der Neutralität heraUsdrängen zu lassen, darf heute doch mit noch größerer Zuversicht als bisher gehegt werden. Jedenfalls ist die Voraus­setzung, unter der die Truppenlandung in Saloniki begann, gründlich fchlgeschlagen; sie fand in der be­stimmten Hoffnung a uf griechische Unter- stützung statt, sie wäre mit so unzulänglichen Mitteln nicht erfolgt, wenn die Merverbandsmächte vorher gewußt hätten, daß sie auf den griechischen Beistand mcht sofort und ausgiebig zu rechnen haben würden. So ist jetzt das Dardanellen unternehmen rühmlos aufgegeben, das zum Ersatz bestimmte Unternehmen an der iMazedonffchen Küste zum Still­stand gebracht worden, noch eh e es recht einfetzte. Wir dürfen mit den Männern, die unter den denkbar schwie­rigsten Umständen die diplomatische Sicherung des Reichs zu leisten haben, ebenso zufrieden fein wie mit unserer militärischen Leitung. Das bezeugen uns die Feinde selber, indem sie zwischen Wut und Ratlosigkeit hin- und hertaumeln. Es ist doch immer äußerst angenehm, wenn in London und in Paris, Rom nicht zu vergessen, die Register des gemeinsten Schimpfkonzerts gezogen werden; w i r wissen dann, daß unsere .Sache g v + steht. So tft es auch jetzt. Wenn daneben freilich noch rdere Töne erklingen, wenn eine Reihe von Londoner Blättern übereinstimmend auf Sir Edward Grey losschlägt, fernen diplomatischen Fehlschlag auf, dem BaMm für emtsetzlich erklärt und seine» Rücktritt

fordert, dann dürfen wir wohl nicht vergessen, daß per­sönliche Widersacherschaft und innerpolitijche Partm- strategie dabei auch ihre Rolle spielen mögen, vielleicht sogar die entscheidende Rolle. Wir dürfen uns vor allem nicht dazu verleiten lassen, aus diesen Kundgebungen zu folgern, daß an der Themse plötzlich Mutlosigkeit zur Herrschaft gelangt sei, und daß unsec Haup tfe r nd hinreichend mürbe geworden sei, wohl gar bis M dem Entschluß, die Partie als zwecklos aufzugeben. Davon kann keine Rede sein, und selbst wenn die An- grfffe ans Sir Grey Erfolg haben füllten, würde das Endergebnis voraussichtlich nur sein, daß sich die m ora­lischen Kräfte Großbritanniens wie seine Macht­mittel um so stärker und geschlossener gegen uns wenden würden. Immerhin >darf uns das offene Geständnis einer schweren Niederlage bestens gefallen. Dies gilt auch von den, sich möhrenden Anzeichen der Ernüchterung in Italien. Wir legen gerade auf diese Kundgebungen von jenseits der Alpen besonderes Gewicht, einmal well die Italiener als die schwächsten im gegnerischen Verbände, bis dahin am lautesten gegen uns gelärmt hatten, ihr nunmehriger Kleinmut also einen nützlichen Matzstah für die Wieder­kehr notgedrungen besserer Einsicht ist, sodann weil nach Dtonaten wieder die Giolittische ,/S t a m p a" offenbar sühnend in den Vordergrund tritt. Der kluge piemontesische Staatsmann, der sich solange zurück­halten mußte, scheint also den Baden vovbeneitet zu fin- den für die langsame Gewöhnung, seiner Landsleute an Vernunft und Anstand. Wie weit er damit kommen wird und wann er ans Ziel gelangen wird, dein können wir gelassen Ansehen, wie wir es idenn überhaupt nir­gends eilig haben. Wir müssen an allen Fronten militärisch wie politisch noch verschiedene wichtige Dinge vollbringen, und wenn wir bei .unseren Feinden überall die Zeichen der Ermattung wahrnehmen, dann haben wir inmitten der Genugtuung über diesen Umschwung doch beinahe die Sorge, daß der Rückschlag zu früh einsetzen könnte. Wir wollen gar keine schnelle Umkehr, es ist uns gerade recht, wenn besonders England bei seinem Kviegswillen verharrt, well wir nur so dazu kommen werden, mit diesen übermütigen Gesellen, wie Kronprinz Rupprecht von Bayern sie genannt hat, nach Gebühr abzurechnen. In London hat miau es so gewollt, daß der Balkan, die Meerengen und schließlich auch der Sueskanal zum Schauplatz der Entscheidung über das Schicksal der Welt werden sollen. Es ist uns das zu unserer freudigsten Genugtuung zehnmal recht, wir sind bereit.

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Dos leidenschaftliche Interesse an den valkanvorgängen in Frankreich.

Scharfe Kritiken an der Vierverbandsdiplomatie. Der Ärger über Italien und Rußland. Frankreich will seine Front nicht schwächen.

W. T.-B. Genf, 12. Oft. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Das ganze Interesse der französischen Presse richtet sich auf die Bwlkanlage. In Erörterungen über die, diplo­matische, politische und militärische Lage werden die Fol­gen der letzten Ereignisse leidenschaftlich besprochen. Aus allen Artikeln spricht eine t i e f g e h e nd e E r regun g. Die Presse befürwortete eine scharfe diplomatische Tätigkeit des Vierverbandes und erklärt, daß die in­folge der Zusammenhanglofigkeit der bis­herigen diplomatischen Verhandlungen des Vierverban- des begangenen Fehler nicht wieder Vorkommen dürf­ten. Die Verbündeten müßten endlich nach dem Muster der' Mittelmächte auf allen Gebieten Hand in Hand arbeiten. Wi-e in diplomatischer, müsse dies auch in m i l i t ä r i s ch e r Beziehung durchgesührt werden. Die deutsche Offensive gegen Serbien beweise, daß eine große Expcditionsarmee nach Mazedonien ge­sandt werden müsse. Frankreich, welches bisher den größten Anteil an derartigen Expeditionen über­nahm, dürfe und könne jetzt seine , Fronten nicht schwächen. Seine Reserven seien in Frankreich notwendig. Weder Italien noch Rußland äußerten sich bisher über ihre Absichten bezüglich einer Balkanexpedition. Beide Staaten aber dürfen ihre Mit­wirkung nicht versagen. Italien, woil es, große verfügbare Reserven besitze, Rußland, weil seine Mit- ,Wirkung von dem größten moralischen, Wert wäre. Die Presse kann ihren Ärger über die Teilnahmslosig­keit Italiens und Rußlands und ihren Unwillen, dar­über, daß Frankreich vielleicht wieder den Hauptteü an der Expedition tragen solle, nicht verbergen. Man müsse hoffen, daß nunmehr auch Petersburg und Rom mit allen zur Verfügung sichenden Mitteln Mn Er­folg beitragen werden. So schreibt „Temps", „Emo de Paris", „Petit Parisien" und „Petit Journal", „Jour­nal" und „Guerre Sociale". Am klarsten drückt „Clemenceau" im „Hamme Enchainä" diese An- schauuug aus. Er schreibt: Weder Rußland »och stauen

hätten su wissen gegeben, ob sie an 'der Expedition tenl- nehmen wollten. Überall stoße man auf beredtes Schweigen. Hieraus müsse man Schlüsse ziehen; so­wohl Rußland wie Italien hätten große Interessen auf dem Balkan. Deshalb dürfe man von Frankreich, wel­ches teilweise vom Feind besetzt sei, nicht ver­langen, daß es seine Widerstandskraft schwäche, um in Serbien, wo es nur indirekt interessiert sei, wirksamer dazwischenzutreten. Selbst wenn Ser­bien augenblicklich eine Niederlage erleide, habe es doch seine Berge, >wo es den Feind noch lang im Schach halten könne.

Die furchtbar ernste Auffassung der valkan- aktion in England:

W. T.-B. London, 12. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Lovat Fraser schreibt in der „Daily Mail": Das britische Publikum wurde durch die Entscheidung Bulgariens und durchs den Einfall in Serbien so e r r e g t wie niemals seit Anfang des Krieges. Die Schuppen fielen von den Augen der Nation, selbst der Zensor kann sie nicht wieder anbringen. Di« Plünderung Belgiens, das Bombardement der englischen Küste durch Zeppeline, die russischen Niederlagen, die Stockung in Frankreich und an den Dardanellen wurden sämtlich ein­stimmig verhüllt und schweigend zur Kenntnis ge­nommen. Mer als B u l g a r i e n sich gegen die Verbündeten erklärte, als Gri« chenland sich weigerte, vorzugehen und die österreichischen nick deutschen Armeen die Don au über- schritten und gegen Osten zu marschieren begannen, da erkannte die Nation blitzschnell, daß wir nicht allein Inselbewohner sind und daß äußerst ernsb« Ereignisse bevorstehon können. Die Idee, daß die britische Insel vor der Gefahr «ineS Einbruches sicher ist, tröstet nicht mehr so wie früher. Die neue Bewegung enthält die möglichen Anfänge eines mächtigen Vorstoßes gegen das britische Reich. Zwei Entdeckungen be­unruhigen die britische Nation: 1. daß, obwohl der deutsche Vormarsch in Rußland erstarrt (?) und die große franzö­sische Offensive zweifellos fortschreitet (?), die Deutschen im­stande sind, einen neuen Schlag in ganz an denen Richtung zu führen; 2. daß Bulgarien offen'bar an Deutschlands Aussichten, den Sieg zu erringen, glaubt und demgemäß handelt. Serbien ungenügend helfen, heißt, ihm gar nicht helfen. Der neue Kampf aüf dem BaKaN ist eine Operation, im Vergleich zu der di« Dardaneklen- unternehmung bald klein erscheinen wird. Wir m üs-s en nach! dem Balkan gehen, wenn wir überzeugt sind, daß wir in Ver­bindung mit Serbien den deutschen Einfall im Orient er­schüttern können. Sonst nicht. Die Überwindung Ser­biens könnte bald den bereits stationären Kampf an den Dar­danellen beenden, wo eine große Erneuerung bet türki­schen Tätigkeit zu erwarten ist, sobald Munition inl Konstantinopel eintrifft. Die Eröffnung des Weges nach Konstantinopel würde Deutschland nicht nur mit Getreide und Baumwolle, sondern auch mit Kupfer aus Arghana und aus den Bergwerken nahe Diardekir versorgen. Der Verfaffer des Artikels eröffnet einen weiteren Ausblick aus den Mittelosten, wo viel Zündstoff ausgehÄift liege. Die deutschen Truppen hofften, Ägypten cmzuyreifen und einen Brand im Mittelosten zu entzünden, der Jmd rem er­reichen werbe. > 1

Die Bedenken der „Times" gegen den valkanfeldzug.

Die Anerkennung der deutschen militär- und diplomatischen

Erfolge. — Die Rücksicht auf Ägypten für England das Maßgebende.

W. T.-B. London, 12. Okt. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der militärische Mitarbeiter der „Times" schreibt: Die Deut- schcn haben auf dem Balkan einen politischem und-mili- tärischen Erfolg errungen, den wir nicht ver­kleinern und ab leugnen dürfen. Die «Selben toären mit dem Einfall der Deutschen und Österreicher allein fertig geworden. (?) Aber die Vernichrung der Feinde durch die bulgarische Armee ist eine unheil- volleGefahr. Sie kommt aus unheilvoller Richtung. Die Entsendung geringer Truppenmassen der Alliierten - von Saloniki nach Serbien ist keine militärische Operation. Sie könne nur als Bezahlung der Ehrenschuld, als Tribut an das heldenhafte Ausharren der serbischen Verbündeten be- ti achtet werden. Solche Aktionen wären aus militärischen Gründen nur gerechtfertigt, wenn sie die Vorhut einer gro­ßen Armee wären, oder wenn die griechische Armee am Kampf teilnehme. Wenige Truppen nach Norden zu senden auf eingeleisiger Bahn, die bulgarische Banden zerstören könn­ten, durch wegarmes Land mit unsicheren Verbindungslinien und mit einer Küstenbasis in Händen eines Landes, das sich noch nicht erklärt hat, wäre ein Akt, bei dem die Strategie der Politik untergeordnet würde. Der deutsche Angriff hat uns u n v o r b e r e i t e t gefunden, der Gefahr zu begegnen, die uns seit Monaten bedrohte. Es ist durchaus n > ch t sicher, daß wir klug gehandelt haben, selbü wenn wir genügend Truppen hätten, uns der von den Deut­schen diktierten Initiative zu beugen nnd^ den großen Balkanfeldzug zu eröffnen, weil Deutschland uns dort­hin ruft. Der Flottenangriff an den D a r d „ stellen war eilt legitimes Kriegsrisiko. Aber jede anders