Einzelbild herunterladen
 

febaiirnrr TsqliM

Verlag Lcmggaffe 21 12 flllSQCtbcn» T-ablan-^H-us" Nr.ssso-sz.

Echalter-Halle geöffnet von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends. ^ ®s s " " "

Beruas-Preiö kür beide Ausgaben: 70 Psg. monatlich, M. 2.— vierteljährlich durch den Bcrla!

marcknng - — —-- . , - ^ .

gabetzeüen und in den benachbarten Landorten und tnt Rhenrgau die betreffenden Tagblatt-Träger.

„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.

Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abend», außer Sonntag».

aen-Prcis für die Zeile: 15 Pig füt örtliche Anzeigen im „ArbeitSmarN" und ..Kleiner Anzeiger" 9 a i« hr.tinn abwpickpndpr ^.akaussubruna, sowie für alle übrigen örtlichen

Anreinen-vrels rur oic 19 qsiu iuv uiuiuic «uiacihcu »»»» „».vn.®«*»*'“ . •• „r,- j._

in einheitlicher Eatziorm. 20 Pig. in davon abweichender Eatzausiübrung. iowie sur alle übrigen örtlichen AnzÄLen" M Wg sür alle auswärtigen Anzeigen: t Ml. fit örtliche Kell-men. 2 Ml tut auSw-rtig- Rellamen. Manze. halbe, drittel und viertel Seiten, durchlautend, nach betonderer Berechnung Bei wiederholter Autnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwitchcnraumen enttvrechender Nachlaß.

Für die Autnahme von Anzeige» an vorgetchriebenen

mü--I"ü?dü^»WA! Berliner Schriftleitung des WiesbadenerTagblatts: Berlin»'., Potsdamer Str.121«. Fernspr.: Amt Lützow 6202 u.6203. Tage» und B,atzen w,rd ke>ne Gewähr »bernomm-n^

Dienstag, 12 Oktober 1915.

Abend-Ausgabe.

Nr. 476. » 63. Jahrgang.

ver Urieg.

Die Ereignisse auf dem Balkan.

Der Endkampf um Belgrads Besitz.

Berlin, 12. Olt. (Jens. Bln.) über den Schlutzkampf um Belgrad melden die Blätter noch Einzelheiten. Im „B. L.-A." heißt es: In schwerem Angriff drangen südlich und westlich österreichisch-ungarische, östlich deutsche Truppen vor. Der nördliche Stadtteil war bald in. unserem Besitz; der südliche Stadteil hielt sich noch 36 Stunden. Im östlichen Stadtteil gerieten die dortigen serbischen Besatzungstruppen infolge des Vordringens der Verbündeten von zwei Seiten in ein ver­heerendes Kreuzfeuer. — Im „B. T." berichtet Leonhard Adelt: Bis in die letzten Tage hatte man in der Stadt unter Leitung englischer Ingenieure fieberhaft an der Wiederherstellung und Modernisierung der bei der ersten Er­stürmung zerstörten Befestigungen 'gearbeitet. Namentlich an der Savemündung war längs der Bahnstrecke eine Kette bombensicherer und geschützbewehrter Unterstände aus­geführt worden.

Hoffnungslosigkeit in Serbien.

Erbitterung und Verzweiflung im serbischen Volke.

W. T.-B. Sofia, 12. Oft. (Nichtamtlich. Dvccht- ibericht. Verspätet eingetroffen.) Der aus Nisch ein- getrossene bulgarische Gesandte Tschapraschkow hat be­stätigt, daß die Stimmung in Serbien angesichts des Angriffes der Verbündete» und der Haltung Griechen­lands bis zur Hoffnungslosigkeit niedergedrückt sei. Irgendwelche Hilfe der Berbandsmächte werde nicht mehr erwartet. Tschapraschkow hatte es in den letzten 14 Tagen vermieden, das Haus zn verlassen, da die E r- bitterung und Verzweiflung des serbischen Volkes Gewalttaten möglich erscheinen ließ. Im Sonderzug Tschapraschkows befand sich auch der schwer­verletzte Diener der bulgarischen Gesandtschaft, welcher in Nisch auf der Straße überfallen und mit einer Eisenstange am Kopf verwundet wurde.

Blutiger hohn über die farbigen hiifstruppen des Vierverbandes im ferbischenSozialistenbla tt!

W. T.-B. Sofia, 12. Oft. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Das serbische Sozialistenblatt „Bndutschnost" schreibt zur Landung von Truppen der Entente in Saloniki: Wir haben das seltene Glück erlebt, Zeugen der majestätischen Be­kundung serbischer Brüderlichkeit zu sein. Es kommen als Gäste unsere teuren stammverwandten slawischen Brüder aus Algier, Kongo, Indien und Trans­vaal, ferner unsere Vettern Marokkaner, Senegalneger und < Zu lukasfern. Sie sollen die serbischen Reihen aus- ffüllen und mit uns unter den Fahnen unserer gemein­samen stawischen Mutter Rußland gegen die Germanen in Belgien und der Türkei in den heiligen Kampf ziehen. Wenn wir dann, angeführt von asiatischen und afri­kanischen Helden, den Feind besiegen, werden diese einen „Triumph des Christentums über den Islam" bedeuten und einen Triumph der weichen slawischen Seelen über den groben barbarischen Germanismus. Im Namen dieses T r i u m p h es begrüßen wir unsere teuren Brüder, dre Marokkaner, Senegal­neger, Zulukaffern und Inder, diese unermüdlichen Vertei­diger des unterdrückten Slawentums und Christentums.

vas Hauptquartier der Alliierten in Saloniki

Ruhigere Stimmung.

W. T.-B. London, 12. Oft. (Nichtamtlich.) Das Reuter- sche Bureau meldet aus Athen: Das Hauptquartier der

Alliierten ist in drei Hotels in Saloniki untergebracht worden. Truppen aller Waffengattungen sind gelandet und lagern außerhalb der Stadt. Der italienische, fran­zösische und deutsche Militärattache sind nach Saloniki abgereist. Nach der Aufregung der letzten Tage ist die Stimmung wieder ruhiger, nur im Volke herrscht noch Unruhe.

Neue schändliche englische Lügenhetze in

Griechenland gegen die Fentralmächte.

IV. T.-B. Paris, 11. Oft. (Nichtamtlich.) Die Agence Hcwas meldet aus Athen: Die Zeitung „Hestia"

behauptet, der englische Gesandte habe gestern der griechischen Regierung den Wortlaut des vor zwei Monaten anläßlich der Anwesenheit des Fürsten Hohenlohe in Sofia Unter­zeichneten deutsch-bulgarischen Vertrages mit­geteilt. Der Vertrag befriedigte alle Wünsche Bulgariens, besonders in der Frage der augenblicklich von Griechen­land besetzten Gebiete. — Die „Patris" erfährt aus diplo­matischer Quelle, daß dieser am 17. Juli Unterzeichnete, von den Vertretern Öfterreich-Ungarns und der Türkei gegen­gezeichnete Vertrag Bulgarien ganz Nordalbamen und Süd­albanien, das ganze serbische und griechische Mazedonien mit Kavala, Drama, Seres, Florino und Kasterio zuerkennt. Diese amtlich'nicht bestätigte Nachricht hat große Erregung her- worgerufen.

| (Notiz des Wolfs-Bureaus: Wie wir von z u st ä n d i g e r belle ersahrsn, sind die angeblichen Enthüllungen des eng-

lischen Geismrdten in Athen und die von der „Patris" angeblich dazu gebrachten Einzelheiten von Anfang biS zu Ende erlogen.)

Lin neuer grotzer Viebstahlsskandal in Athen.

Skrupellose Machenschaften des Bierverbaudes?

Br. Athen, 12. Oft. (Eig. Dvahtbericht. Zens. MnZ Hier ist ein großer Dlebstahlsskandal entdeckt, durch welchen Kreise, die der Diplomatie des Vier Ver­bandes ncchestehen, sehr kompromittiert wer­den. Aus dem Schreibtisch des Königs Kon­stantin sind mchvere hochpolitische Dcckumsnte aus der Privatforrespondenz des Königs ent­wendet worden. Der Dieb, der mit den Verhältnissen

des Königsischlosses sehr vertraut sein muß, öffnete mit einem Nachschlüssel das betreffende Fach des Schreib­tisches, naihm nur die ihn interessierenden Schvfffftücke an sich und ließ alle andere unberührt.

Starke separatistische Bewegung auf Kreta.

Die Vergeltung Englands für die Abschiebung Venizelos'?

IV. T.-B. Wien, 12. Olt. (Nichtamtlich.) Die Süd­slawische Korrespondenz meldet aus Athen: Hier rufen gewisse Nachrichten aus Kanea großen Eindruck hervor, die über den Beginn einer starken separatistischen Bewegung aufKreta berichten. Schon vor mehreren Monaten zeigten sich die Anfänge einer solchen Bewegung auf der Insel. Seit der Wiederernennuug Venizelos' zum Ministerpräsi­denten schien die Bewegung erloschen; sie lebt jetzt jedoch wieder auf. In Kanea fand eine Versammlung der einfluß­reichsten Männer Kretas statt, an der auch Abgeordnete der Kammer tellnahmen. Die Abgeordneten bemühten sich, die Versammlung zu überzeugen, daß die Frage einer Dezen­tralisierung der Athener Regierung überlassen werden müsse die fiir ganz Griechenland ähnliche Neuerungen plane. Die Versammlung beharrte jedoch auf ihrer Forderung nach einer vollständigen Selbstverwaltung Kretas. In hiesigen politischen Kreisen glaubt man Beweise dafür zu haben daß die separatistische Bewegung auf Kreta ein Werk Englands ist, dessen Machenschaften seit dem Rück - tritt Venizelos' besonders fühlbar werden.

vie erste Beratung des neuen griechischen Ministeriums.

W.T.-B. Athen, 12. Oft. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) ©Wtern hat der erste Ministerrat stattgefunden. Er dauerte ungefähr drei Stunden. Die Minister äußerten nichts über die Beratungen.

Griechenlands Bündnisvcrtarg mit Serbien nicht mehr bindend.

Kopenhagen, 11. Okt. (Zens. Bln.) ,,Daily Chroniele" meldet aus Athen: Die zukünftige Politrk Griechenlands wlch-bw LwwaLtnole ünn-

stellen. Der Bündnisvertrag mit Serien, soll nur «4» bindtznd angesehen werden, wenn Bulgari en allein Serbien angreisen sollte. Griechenland verhalt ich aber untätig, wenn Bulgarien gegen Serbien lvorgeht, nachdem bereits die Mittelmächte den Am griff gegen Serbien eingeleitet halben oder wenn es gleichzeitig mit den Mittelmächten in Serbien einruckt.

Der Vierverband zu Gewaltmitteln gegen Rumänien bereit.

W. T.-B. Bukarest, 12, Oft. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Aus guter Quelle verlautet, der Vierverband sei zu Gewalt­mitteln entschlossen. Rußland werde zunächst ankündigen, daß es durch die D o b r n t s ch a marschieren werde, um Bul­garien anzugreifen. Rumänien möge daraus die ent­sprechenden Folgerungen ziehen. Die Heuchelei des Vicrverbands, der die Rechte der kleinen Völker zu verkeidigeu vorhabe, tritt also immer brutaler zutage.

MitzhelligkeitLn zwischen den leitenden Staats­männern des Vierverbandes.

Englisch-französische Meinungsverschiedenheiten in der Balkanfrage.

Br. Wien, 12. Okt. (Eig. Dvahtbericht. Zens. Bin.) Nach zuverlässigen Pariser Meldungen mehren sich die Mißhelligkeiten zwischen den leitenden Staatsmännern des Vierverbandes. Zwischen G r e y und D e l c a s s 6 sollen insbesondere starke Meinungsverschiedenheiten be­züglich der Balkanfrage bestehen, da F r a n k r e r ch keme große Lust mehr zeigto, neue Truppen auf Gallr- poli zu opfern. Ans der russischen Botschaft in Parts beschwere man sich offen über diemangelndefrnan- z i e l l e Unterstützung Rußlands durch England.

Die Wut über die BalKanfehlfchläge in Frankreich.

Clemenceau kündigt der Regierung eine furchtbare Abrechnung an.

Br. Kopenhagen, 12. Oft. (Eig. Drohtbericht. Zews. Bln.) Clemenceau kündigt dem Mnisterpräsiideintm Viviani, der für Äen „erkrankten" DelcassS interimistisch das Auswärtige Amt übernommen hat, anläßlich der Plenarvevsamnilung der 4. KaMinerkolMmission, eine furchtbare Abrechnung an.

Schwerste Vorwürfe gegen die Balkanpolitik Delcassös:

Br. Genf, 12. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Vom „T e m p s" angefangen ergeht sich die gesamte Regierungsprcsse in bittersten Vorwürfen über die schweren Jrrtümer der Delcasfäschen Balkanpolitik, die monatelang ohne irgendwelche Möglichkeit der Kon­trolle durch Parlament und Presse zum schweren Schaden Frankreichs ttnd des ganzen Vierverbands begangen wurde. Man fordert von Viviani ein Machtwort, um Italiens rätselhafte Zurückhaltung in eine Politik der frischen Tat umzusctzen. Als eine der unglückseligsten Eingebungen DclcaMs bezeichnet Clemenceau in seinem Blatte die unaufhörliche Betonung der r u s s i s ch e n Ansprüche auf Konstantinopel.

Blockierung der bulgarischen Rüste.

W. T.-B. Genf, 12. Oft. (Nichtamtlich.) Laut einer Athener Meldung berichten Kapitäne von Segelschiffen, welche am 9. Oktober abends in Athen eingetroffen sind, daß ein starkes englisches Geschwader seit zwei Tagen T c d e a g a t s ch und die bulgarischen K ü st e n blockiert.

8 mit Munition beladene russische Schlepper von Bulgarien mit Beschlag belegt.

Nr. Ofenpest, 12. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Aus Galaz in Rumänien wird gemeldet: Der russische

Dampfer „Belgrad", der fünf mit Munition beladene Schlepper nach Serbien führen wollte, wurde in einem bul­garischen Hafen mitBeschlagbelegt. Das für Serbien bestimmte Kriegsmaterial wurde durch zwei bulgarische Schiffe angehalten. Auf beiden Schiffen wehte die bulgarische Kriegs- flagge. Drei russische Schiffe eilten mit acht Schleppern zurück.

vie „furchtbare" Drohung eines Vetters des Königs von Bulgarien.

'Ein „vornehmer" französischer Grandseigneur!

Br. Rotterdam, 12. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Die „Daily News" erhalten aus Paris die Meldung, daß derHerzogvon Montpensier eine Depesche an seinen Vetter, den König Ferdinand von Bulgarien gesandt habe, worin es heißt: „Deine selige Mutter, meine Tante Clementine und Dein Onkel werden sich aus ihren Grä- berner heben, um Dir ihren Fluch ins Angesicht zu schleu- tcrn, und ich, der ich Dir so oft meine herzlichsten .Wünsche sandte, ich kenne Dich nicht länger. Ich überlasse Dich Deinen Gew r b:ssen, Deinen Türken und Deinen BoH es." , . ~