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Freitag, 29 . April 1904._ Wiesbadener Trrgblaü. Msrgett-Ausgabe. 1 . Klatr.
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erscheinen, kt ohnehin nicht leicht jemand auf den Geidanken verfallen wäre, dem König von England eine so zarte Rücksicht auf Deutschland zuzumuten, aber betreffende Angaben waren doch verbreitet worden, und so mag es für angemessen gehalten worden sein, den Tatbestand rechtzeitig vor Verdunkelungen zu bewahren. In der Form einer Polemik gegm ein hiesiges Blatt werden nrin aber in einem offiziösen „Post"-Artikel Besorgnisse geäußert, die zwar nicht neu sind, von denen es aber auffallen muß, daß sie an solcher Stelle erscheinen. , Es wird gesagt, Deutschland sei nicht isoliert, sei jedoch nicht gänzlich vor Jntriguen gesichert, die selbstverständlich mit den edlen Friedensbemühungen des Königs Eduard nichts zu tun haben würden, die indessen sein hochherziges Streben als Vorspann für ihre hinterlistigen Pläne benutzen möd)» im. Damit ergeht an die Ösfmtlichkmt eine Mahnung zur Aufmerksamkeit auf Vorgänge, die anscheinend die verantwortlichen Vertreter der deutschen Politik in eine gewisse Unruhe versetzt haben. Man hat den Eindruck, daß Dinge Vorgehen, die eines Tages mit der Kraft einer uilliel'jamen Überraschung wirken könnten.
Ein Märchen von den Jesuiten.
Die „Kreuzzeitung" fühlt sich ganz entschlich beleidigt. Der Führer des Evangelischen Bundes, der Superintendent vr. Meyer in Zwickau, hat das konser- vattve Blatt tief durch die Frage gekränkt, ob es Lurch die Jesuiten gekauft worden sei. Zu dieser Neugier kam Herr Mcher .durch eine ivundersame Mitteilung des „Elsässer Journals", das sich aus Berlin folgendes schreiben ließ: „Im Nachlaß des ehemaligen Finanzministers v. Miguel ist eine Aufzeichnung gefunden worden, worin das .Gesamtvermögen der Jesuiten in liegenden Gütern und in Wertpapieren auf 16 Milliarden Mark geschätzt wird. Heute wird nun bekannt, daß ein großer Teil der Gelder des Jesuitenordens in deutschen Wertpapieren angelegt ist. Die Jesuiten haben diese Kapitalien vorzugsweise bei der Berliner Kommerzienbank, bei verschiedenen großen Jndustrieunternchmungen der Rheinprovinz, und auch bei der die Zeitung „Berliner Lokal-Anzeiger" herausgebenden Gesellschaft (Scherl & Co., „Woche", „Gartenlaube", „Tag", „Feldpost" u. s. w,) angelegt." — Solchen blühenden Unsinn also brachte jüngst das „Elsässer Journal", und die „Wartburg", das Blatt des Superirüendentm vr. Meyer, druckt es mit der schon erwähnten Frage an die „Kreuzzeitung" nach, ob vielleicht die Verhältnisse mit ihren jesuitischen Mitarbeitern ähnlich liegen. Man kann es der „Kreuzzeitung" nicht der- Übeln, wenn sie grob wird und an solche „ganz gemeine Verleumdungen" kein Wort verschwenden will. Sie oberflächlich das „Elsässer Journal" erfindet, geht schon aus der Erwähnung der „Berliner Kommerzienbank" hervor. Denn eine Bank dieses Namens gibt es nicht und hat es hier nie gegvbm. Das ganze Geschichtchen ist in- «dessen von einem gewissen Interesse wegen der Berufung auf den verstorbenen Miquel. Es gibt so merkwürdige Legendenbildungen, daß man sich naturgemäß scheut, von ihrer Torheit zu sprechen, aber wenn der Anlaß es
e de bietet, ist es vielleicht 'erlaubt, darüber zu plau- . Bor Jahren wurde uns mit der Versickerung, daß es „wirklich wahr" sei, 'erzählt, Fürst Bismarck habe in Friedrichsruh allen Ernstes behauptet, Herr v. Miquel sei Katholik geworden rrnd gehöre dem Jesuitenorden an. Nun sind lwir zwar überzeugt, daß Fürst Bismarck derartiges nie gesagt hat (weil er es nicht sagen konnte), aber Tatsache ist, daß erzählt wurde, er Hobe es gesagt. Wahr- scheinlich gab und gibt es auch Leute, die das geglaubt haben und noch glauben. Möglich, datz auf dem llmwege über dieses Märchen gerade der „Nachlaß" Miguels als Quelle für die „Nachricht" des „Elsässer Journals" her halten mutzte. Aber wenn die Jesuiten in Frage kom. men, gerät auch bei sonst leidlich vernünftigen Menschen verschiedenes manchmal in Unordnung.
Der russisch-japanische Krieg.
Aus Kunst unü Leben.
Die russische Hülfsslotte
■g. Petersburg, 25. April. Die Dinge haben sich in Oftasien derartig zugespitzt und die fortwährenden Unglücksfälle die rusfifche Flotte im Stillen Ozean fo geschwächt, >daß ihr unbedingt Hülfe gebracht werden mutz, wenn sie nicht ganz ausgerieben werden soll. Wie das zu geschehen hat, darüber äußern sich die Admirale in Petersburg mit einer Freimütigkeit, -die viel zu denken gibt. Nach ihrer Meinung stehen zwei Wege einem in Europa zusammenzusctzcnden Geschwader offen, der eine um das Kap der guten Hoffnung, welcher indes wenig ratsam erscheint, da es aus dieser Route an Stützpunkten und an Kohlen fehlt, der andere durch den Suezkanal. Letzterer wird daher genommen und die Hülfsslotte vom Admiral Ridestweski befehligt werden. Seine Ernennung bürste auch schon in allernächster Zeit erfolgen, damit er Zeit hat, seinen Generalstab zu organisieren und den Kriegsplan zu entwerfen. Nach fachmännischer Meinung Würden die Japaner einem so mächtigen Geschwader, wie es hier zusammengestcllt werden wirb, nicht entgegen fahren, weil sie bei einem Kampfe auf hoher See den Verlust ihrer Flotte zu riskieren hätten, einen Verlust, den sie nie zu ersetzen imstauk wären, da die Schiffe, welche sie vor Port Arthur haben, die einzigen sind, die sie besitzen. Wie bereits erwähnt, erscheint es erstäun- lich, datz die beabsichtigten Operationen in dieser Weise an die Öffentlichkeit gebracht werden, als wenn es den Marincbchördeii ganz gleichgültig wäre, ob die Japaner sie erfahren oder nicht. Dieser Freimut klingt aber doch etwas verdächtig, wenn man bedenkt, datz noch, ein dritter Weg, nämlich der von Nordenfisöld entdeckte nöridliche durch das Weitze Meer, der russischen Flotte offen steht, ein Weg, den sie, wie ich bereits am 11. März berichtete, zu nehmen die Absicht hatte, da er erstens wesentlich kürzer und zweitens ganz ungefährlich sein würbe. Es läßt sich.daher wohl annehmcn, datz die Offenherzigkeit nur den Zweck hat, den Feind zu täuschen und datz der frühere Plan, dem ostasiatischen Geschwader von Norden her Hülfe zu bringen, durchaus nicht aufgegeben ist.
* Das 40. Tonkünstler-Fest. Das Programm für die 40. Tonkünstler-Versammlung, die bekanntlich vom 27. Mai bis 1. Juni in Frankfurt a. M. abgehalten wrrd, ist nunmehr festgestellt. Die Hauptpunkte desselben sind die folgenden: 1. Freitag, den 27. Mai, abends, Fest- anstührung im Opernhaus: „Der Bundschuh", Oper rn drei Akten; Dichtung von Otto Erler, Musik von Walk- anar v. Bautznern (Uraufführung). 2. Samstag, den 28 Mai, 10 Uhr vormittags, Hauptprobe; abends 7 Uhr im großen Saal des Saalbaues: 1. Orchester-Konzert mit Werken von lFi?ed>erik Delrus, E. N. V. >Neznreek, Bruno Walter, Hermann Zilcher, Alfred Schattmann, Hans Pfitzner und Volkmar Andrea«, darunter drei Uraufführungen. 8. Sonntag, 26. Atai, vormittags 10 Uhr, im großen Saale des Saalbaues: 1. Künstler- Konzert «Kammermusik) mit Werken von Max Reger, Theodor Müller-Reuter, Hugo Kann, E. Heuser, Felix vom Rath, Paul Scheiripflug und Walter Lampe, darunter zwei Uraufführungen. Nachmittags: Ausflug nach Heidelberg, dort abends in der neuen Stadt!,alle Konzert, ausgeführt vom verstärkten städtischen Orchester .und vom Bachverein, mit Werken von Friedrich Klose und Gustav Charpentter. 4. Montag, den 80. Mar, vormittags 10 Uhr: Hauptprobe, abends 7 Uhr im großen Saale des Saalbaues: 2. Orchester-Konzert mit Werten von Jean Louis Nicode iUrmrsführung), Wilhelm Perger, Georg Schumann und Heinrich Zöller. Nach° mittags 3 Uhr: Hauptversammlung des „Allgemeinen deutschen Mnfikvereins". 5. Dienstag, den 81. . Mar, vormittags 10 Uhr, im kleinen Saale des Saalbaues: 2 Künstler-Konze'rt (Kammermusik) mit Werken von Ludwig Thurlle (Uraufführung), Wilhelm Rohdc, Ludw. Hetz, Hans Sommer, Philipp Wolfrum und Drrk Schäfer. Nachmittags Ausflug nach Mannheim, dort abends tat Hof- und National-Theater: Festaufführung der Oper „Die Rose vom Liebesgartcu" von Harrs Pfitzner. 6. Mittwoch, 1. Juni, vormittags 10 Uhr: Hauptprobe, abends 7 Uhr im großen Saale des Saal- Laues: 8. Orchester-Konzert mit Werken von August Reutz und Siegmund v. Hausegger (Uraufführungen) und Richard Strauß (erste Aufführung in Europa). Festdirrgent ist Herr Kapellmeister Sigm. v. Hausegger. Die Herren Andreae Nicvdä, v. Roznicek, H. Strauß
Uber die Ausbildung des japanische« SchiMosfiziers hat K. Sato, Kapitänleutnant der Kaiserlichen japanischen Marine, unlängst in London einen Vortrag gehalten, dessen Inhalt in der gegenwärtigen Lage von besonderem Interesse ist. Die „östliche Nation", wie der Japaner in diesem Fall fein 1 eigenes Volk bezeichnet, ist danach schon über den Stand hinaus, den man den theoretischen nennen konnte, und die japanischen Schiffsofsiziere sind, was die Ereignisse der letzten Woche auch zur Genüge bewiesen haben, Männer der Praxis geworden, die eine tüchtige Grundlage von allgemeinen und wissenschaftlichen Kenntnissen besitzen. Japan ist nach dem Errrgc- ständnis von Sato in dieser Beziehung ein gläubiger Anbeter Englands gewesen, zumal englische Marineoffiziere als Instrukteure in Japan tätig gewesen sind. Ju einigen Besonderheiten aber ist Japan doch seinen eigenen Weg gegangen, beispielsweise bei der so ganz im geheimen betriebenen Einführung und Einschulung von Unterseebooten, die England bekanntlich erst in aller- uenester Zeit als eine etwaigensalls wertvolle Waffe akzeptiert hat. So hat denn auch ein alter erfahrener Offizier der englischen Flotte zugegeben, daß heute schon manches von der japanischen Flotte zu lernen wäre. Das bezieht sich in der Hauptsache wohl auf das Streben der japanischen Flotte, jeden Offizier so vielseitig wie möglich auszubilden. Die Ausbildung geschieht dort gewissermaßen nach dem Grundsatz: Unkenntnis gibt keine Entschuldigung für mangelhafte Pflichterfüllung, denn es ist die Pflicht eines Offiziers, sich mit den Einzelheiten jeder möglicherweise an ihn hevantreteuden Ausgabe so vertraut zn machen, daß er ihr genügen kann, sobald er durch die Umstände dazu berufen wird. Zü einer solchen
Vollkommenheit der Leistungsfähigkeit werden es nicht
alle bringen, aber ein ernstes Streben danach wird von jedem japanischen Marineoffizier verlangt. Auherdern aber wird auch der Spezialisierung die nötige Aufmerksamkeit zugcwandt. Jeder angehende Offizier wird ermuntert, nach seinen Anlagen und Interessen ein beson, deres Gebiet zu pflegen, sei es das Geschützwesen oder die Taktik oder den Torpedodienst, aber er ist verpflichtet, neben den daraus bezüglichen Stadien andere Arbeiten nicht zu vernachlässigen. Darin eben sieht der englische Sachverständige wohl hauptsächlich einen Vorzug des japanischen Offiziers, da in den europäischen Marine« der Spozialismus häufig zu weit geht und zu erner unerfreulichen, sowie etwaigensalls schädlichen Einseitigkeit führt. In der englischen Flotte werden Dpczialikenner eines Gebiets mit Gehaltszulagen bedacht, ohne Bevorzugung in der Beförderung; in der japanischen erhalten sie schnellere Beförderung und wichtigere Kommando- stcllen, aber keine Gehaltszulage. Diese Äußerungen sind in doppelter Richtung von Bedeutung. Sie zeigen einmal die Grundsätze, von denen die Ausbildung der Offiziere in der japanischen Kriegsmarine geleitet wird, und andererseits deren Beleuchtung durch das Urteil unvoreingenommener englischer Fachmänner. Es ist wohl ein Symptom, das seine Bedeutung in sich trägt, wenn ein alter englischer Seebär öffentlich das Zugeständnis macht, datz die japanische Flotte in gewissen Beziehungen sogar für die englische als Vorbild dienen könne.
und Walter werden die Aufführung ihrer Werke selbst leiten.
* Kindermode». Aus Paris wird berichtet: Die Kinder haben ihre Moden wie die Erwachsenen. Die großen Pariser Schneidorsirmcn wetteisern in dieser Saison, Wunderwerke von Kindertoilettcn genau nach den Prinzipien herzustellen, die für die Mode dieser Saison überhaupt maßgebend sind. Für ein zehnjähriges Mädchen sieht man z. B. ein hübsches Kleid aus loh- farbencm Tuch mit kleinen Karos hergestellt. Der Rock ist mit drei breiten, übcreinandergesetzten Ruschen besetzt. Die Taille ist vorn und hinten etwas bluscn- artig mit einem breiten Taffctgürtel, die Schultern lang und hcrabfallend, die Ärmel sehr weit und püsfig. Entzückend ist ein feines weißes -Musselinkleid auf rosa- seidenem Unterkleid, dessen weiter Rock in der Höhe der Kniee einen breiten Einsatz ans echten Spitzen hat. Taille und Rock sind in dem Gürtel zusammengearbeitet, so datz das Kleid wie ein Prinzeßkleid aussteht. Um den HalS und die Handgelenke sind viele kleine Fauchen und Stickereien. Sehr hübsch ist mich ein Kleid aus königsblauer Gaze mit plissiertem Rock und loser Bluse, die mit einem Kragen aus grober irischer Spitze bedeckt ist. Die Jacken werden teils lang, teils kurz getragen. Eine ziemlich lauge und lose Jacke ist aus venezianisch- rotem Tuch, für dunkeläugige -kleine Schönen, eine andere ans champagnerfarbenem Tuch. Der Schnitt und die Garnierung der Jacken ist ebenso wie bei den Jacken für Erwachsene. Das Allerneueste sind Umhänge tu Form von Käpes mit kleinen Sch-mettcrliugsärmeln, die reichlich mit creme Spitze besetzt sind. Sehr hübsch ist ein Abendumhaug aus weißer plissierter Seidenspitze, der vorn mit einem Knoten aus Silber- und Goldschnur besetzt ist. Die Hüte für kleine Mädchen weifen Nbcr- slutz'an Blumen, Seide, Federn und Spitzen auf. Rur die ausgcstopsten Vögel fehlen, und das gebrauchte Material besteht aus Spitze, Stroh, Band prächtigen Blumen und Rosetten. Da sieht man einfache Stratzen- nnd Parkhüte, Hüte aus Phautasicstroh in weiß, rosa und blau mit langen Bändern, Hüte aus Musielin und Spitze mit über das Gesicht fallenden Guipurespitzcu und einem rosa Rosenkranz, Hüte mit abwechselnden Streifen aus hellblauem Stroh und Band, einen mit cröme Chiffon und hellblauen Bändern, die auf beiden Seiten des Kopfes mit Pomponroselk besetzt sind. Sehr
Ein Solbatenbrief.
Folgender Brief eines russischen Soldaten an seinen Vater wird der „Voss. Ztg." aus Moskau übermittelt. Das Schreiben ist aus Port Arthur datiert und lautet: Das ist ein heißer Platz. Wir haben drei Kämpfe mit den Makaki" (Spottname für die Japaner) gehabt und haben sie ziemlich schnell bei Seite geschafft. Einige unserer Schiffe wurden beschädigt, aber daran denken wir nicht... Ich wünschte, Du hättest die Gesichter unserer Kameraden sehen können, als sie in Port Arthur ankamen. Sir waren so schwarz wie die Mohren ... Die meiste^ unserer Soldaten brennen daraus, mit den „Makaki" zu kämpfen. General Stösiel hat mehrere Händler auspeitschen lassen, weil sie versuchten, uns arme Soldaten beim Einkaitf von Nahrungsmitteln zu betrügen. Warum hat er uns verboten, berauschende Getränke zu kaufen? Alle kabaks (Trinkläden) sind geschlossen worden. Wir halben hier drei Japs (Japaner) in unserem Gesangms. und bald werden wir mehr haben. Je mehr, desto besser. Einer unserer Soldaten, namens Ruischkow, mußte neulich vor ihrer Zelle Wache stehen. Alle fünf Minuten hat er sein Bajonett durch das Loch in der Tür gesteckt und hat gerufen: „Kommt heraus, Zheltolitsii (Gelbgesichter); aus Rußland werden noch viele Millionen solcher Dinger für Euch Kerle kommen." Die Japs grunzten wie du Schweine. So hat es uns Ruischkow erzählt. Wir er. halten ganz unentgeltlich furchtbar viel Tabalk. Es ist em Geschenk der Moskauer Tabaksabriken. Wir haben alle» unseren Kanonen Namen gegeben. Eine unserer Kanonen heißt Togo, weil sie solchen Lärm macht, aber bis jetzt hat sie noch nichts getroffen.
Deutsches Reich.
* Die Lage der Privatbeamten. Im Reichstage sank eine Besprechung der Abgg. Sittart, Patzig und Frist. v. Richthofen mit dem Grafen Posädowsky statt, betreffe« die Angelegenheit der Privatbeamtcn. Es liegen rc- kanntlich dem Reichstag drei Anträge vor, welche sich m« der Pestsions- usw. Versicherung dieser Beamtenklasic beschäftigen. Die drei Antragsteller einigten sich dahm, dem Herrn Staatssekretär Grasen Posädowsky dte^Ditt vorzulegen, er möge enffprechcnd dem Anträge Srttari und Genossen amtlich in eine Prüfung der am 15. Oktober
hübsch ist auch ein flacher Hut, dessen Kops ganz «'S Ähren gebildet ist, zwischen denen blaue Kornblume» stehen. Die Knabeumoden sind der Eleganz gegenüber, kc in den Mädchestmoden entfaltet wird, weniger a°> wechselungsreich. Sehr moderil fitr Knaben sind st?' weiße oder gelbbraune Ledergürtel. Jüngere Knab-» tragen meistens Blusen mit breiten weißen -spitzem kragcn, ältere Etonkragen und steife Matrosenkragei. Die Hüte für kleinere Knaben haben alle breite, aup geschlagene Krempen, die am Meere oder bei hellem Scnnenschciil nach unten gebogen werden. Für Ist st» Wetter hgt man Anzüge ans weißem und sarbMw Leinen. Für hübsche Knaben mit lockigem Haar sin» noch immer die „Fauntleroy"-Anzüge sehr „en vogue_• So ist z. B. ein Anzug aus hellblauer Ottomanseide nm einem Kragen aus Alenyonspitzen gegenwärtig ern beliebter Knabenanzug.
* Eine Mesinng des Blntcndnsts. Die Natirrforsch« mlüffen ja alles messen können, und so verschonen sic selW die zartesten Ossenbarnngen der Natur nicht mit ihre« Beobachtangs- und Zahlenlvcsen. Das Neueste aus di-sc» Gebiet ist ein Mittel zur Messung der Dnstmeugc, /st von Blüten ausgesaildt wird. Bisher war man dstser- halb nur aus Schätzungeii angelwieseu, die infolge o» verhältnismäßig geringen Zuverlässigkeit des menM Italien Riechorgans wenig genau waren. Das Verfahre" beruht aus der Lehre von der Oberslächenspannung Flüssigkeiten. Der dazu nötige dlpparat ist ein TropstM zähler, der eine gewisse Flüssigkeit in bestimmter Ze in einer gleichfalls bestimmten Zahl von Tropfen yn- durchlätzt. Die Schnelligkeit, mit der sich das Gefäß oN' leert, hängt von der Zähigkeit (Viscosität) der FM'«' krit ab, denn selbstverständlich fließt Wasier schneller a> als eine sirupartige Flüssigkeit. Die Zahl der Trop! richtet sich nach der Oberflächenspannung der Flüsilglk - cinem physikalischen Begriff, dessen genaue Erklärung uiNstündlich sein würde. Je größer diese Spannung^ desto größer fallen auch die Tropfen aus, und »» weniger Tropfen wirb cs selbstverständlich geben. A» kann die Zähigkeit und die Oberflächenspannung, crw Flüssigkeit durch gewisse Dämpfe, beispielsweise die o Alkohol, verändert werden, und das neue Vcrfaw zur Blesiung von Blütcndiisteu beruht eben auf « Einflüß, den diese gleichfalls aus jene Eigenschäften v«
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