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jto. 184.Abe«d-A«sgabe. 1. glatt_ Wiesdadrurr Tagitlatt. _Mittwoch, SO. April 1904.Seite 3*

100 Rekruten eröffnet. — In Niuffchwang lieft man überall Anschläge in russischer und chinesischer Sprache, in denen, da die Chinesen sich weigern, in die Man­dschurei und China Nahrungsmittel hineinzulassen, die Ausfuhr von Geld, Nahrungsmitteln und anderen Gegenständen verboten wird.

wb. Söul, 18. April. Meuter-Meldung.) Ein Be­amter der Zollbehörde in Gensan berichtet, daß eine starke russische Streitmacht aus der großen Südstraße längs der Ostküste in der Nähe von S-öngtschin durchge- komwen sei. Söngtschin sei von einer Aufklärungsabtei­lung besetzt. Die Hauptmacht hielt gestern Puktschong, «tim 80 Meilen nördlich von Gensan, besetzt.

hä. Tokio, 20. April. Wie hierher gemeldet wird, haben die Russen Koulewkheng besetzt und bereits Nach­schub erhalten. — Die Befestigungswerke Lei Hushung sind verstärkt worden. Aufklärungstruppen durchziehen die Gegend.

hä. Petersburg, 20. April. Amtliche Nachrichten, -welche hier eingegangen sind, dementieren die Gerüchte Mer den angeblich schlechten Gesundheitszustand der russischen Truppen in der Mandschurei. — An den Ufern bes Jaluslusses haben einige Scharmützel zwischen russi­schen und japanischen Truppen stattgefnnden, welche jedoch ahne Bedeutung sind. Auch am Jaluslutz ist der Gesund­heitszustand der Truppen ein zufriedenstellender. — Ein Kriegskorrespondent berichtet, General Kuropatkin habe bei Liatvtung in Anwesenheit der fremden Militär- Ättachäs eine Truppenschau abgehalten. Die Truppen haben einen vorzüglichen Eindruck gemacht.

hä. Petersburg, 19. April. Admiral Skrydlow ist heute mittag hier eingetroffen. Ein offizieller Empfang fand nicht statt, doch waren viele Freunde des Admirals am Bahnhof. Zwei Heiligenbilder wurden ihm von Bekannten überreicht. Zahlreiches Publikum be­grüßte ihn mit lautem Hurra-Rufen. Der Admiral machte mehrere Besuche und wird morgen vom Zaren und der Zarin-Witwe empfangen werden.

hä. Petersburg, 19. April. Der FinaNzmtnister er­ließ eine Verordnung, wodurch' die Verbindlichkeiten der Einwohner in Sibirien und im russischen Orient bis zum Ende des Krieges in der Schiwebe bleiben. Diese Maßregel wurde zur Unterstützung der Bevölkerung der durch den Krieg besonders betroffenen Gebiete getroffen. Bei diesem Zahlungs-Aufschub handelt es sich! um rund 80 Millionen Rubel.

Deutsches Reich.

. * Hof- und Perfvnal-Nachrichten. Der beabsichtigte Kaisev-

besuch aus Schloß Urville iu Lothringen wirb nach den vorliegen­den Dispositionen gegen Mitte Mai erfolgen. Die Ankunft des Kaiserpaares daselbst wird arn 14. Mai erwartet. Ber seinem dortigen Aufenthalt gedenkt das Kaiserpaar unter anderem der auf den 16. Mai festgesetzten Einweihung der neuen evan­gelischen Kirche in Metz beizuwohnen. Auch sind Besuche in St. Johann-Saarbrücken (Denkmals-Enthüllung). ferner ,n I; Stratzburg und auf der Hohkönigsburg bei Schlettstadt in Aus­sicht genommen. — Der Kaiser trifft nach einer Mitteilum -er Süddeutschen Korrespondenz um 30. April in Karlsruhe ein.

Die „Kreuzzeitnng" meldet: Fürst Friedrich zu, Solms- B a r u ch , Herrenhausmitglied, ist gestern gestorben.

* Manne. Die im Vorjahre von der Germaniawerft in Kist unternommenen Probefahrten mit einem neuen Unterseeboot sind wieder ausgenommen worden Md -derart günstig ausgefallen, daß die Marine- Verwaltung der Anschaffung von Unterseebooten näher zu treten gedenkt.

* Kommerzienrat Cahensltz aus Limburg wurde, wie die „Germania" aus Rom berichtet, als Präsident des Rafael-Vereins für die Seelsorge der Auswanderer aus Deutschland am 16. April vom Papst in längerer Privat- Audienz empfqngen. Herr Cahensly erstattete dem heil. Vater einen -ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Vereins zum besten der Auswanderer und erbat am Schluß desselben eine nachhaltige Unterstützung der obnsten kirchlichen Stelle für den segensreich! wirkenden Verein. Der Papst äußerte sich dahin, 'daß er beabsichtige, bte Seelsorge der fremdsprachlichen Katholiken in Über­seeischen Ländern auf das ener!gifch.ste zu 0 !rg-anisieren.

* Von den schlesischen Bergarbeitern. Abg. Kvrfanty hat jüngst im Abgeordnetenhaufe behauptet: Es müßten die Bergarbeiter in Oberschlesien bis z u 2 4 und meh r Arbeitsstunden hintereinander unter Tage zubringen. Weigerten sie sich, nach Beendigung ihrer Schicht Überstunden zu leisten, so. würden sie von ihren Vorgesetzten 'durch unerlaubte Mittel dazu gezwungen. So würden sie z. B. in diesem Falle von ihren Vorgesetzten wrch verschiedene Maßnahmen schikaniert, so daß sie es

; woU oder übel vorzögen. diese unfreiwilligen -und unzu- WNen Überstunden unter Tage zu leisten. Minister Möller hat jetzt, nach dem „Oberschles. TagMatt", die Mubenverwaltungen angewiesen, ihm über die Ange­legenheit Bericht zu erstatten.

* Rundschau im Reiche. In der FameckerFried- Hofs-Angelegenheit hat die elsaß-lothringische Regierung einen detaillierten Bericht an den Kaiser

Um die Ursache der Wurmkrankheit zu Mieren, wird in den nächsten Tagen eine Kommission, "estchenü aus dem Präsidenten des Neichsgesundheits- und mehreren Raten, das Rlchrkohlengebiet He­ssen. Cs sollen zunächst einige Zechen und sodann auch Institut für Hygiene und Bakteriologie, sowie auch "9s Nisabethen-Krankenhaus besucht werden. (B. T.)

Die „Dcrrmftädter Zeitung" ist gegenüber ander- ^rtigen Nachrichten zu -der Mitteilung ermächtigt, daß lwens der Regierung das Aufgaben der selbständigen Mrsch-thüringischen Staatslotterie nicht in Aussicht ete- s^Mmen ist.

Ar Anstand !n WW-MMaMa.

| kä. Berlin, 19. April. Die ,Kolonial-Zeitschrist" ,t^elt aus W i n d h o e k folgendes Telegramm: Eine am ' d- M. stattgefmvdene zahlreich besuchte Versammlung ^7 Ansiedlern beschloß einstimmig, den Gouverneur zu ß. seinen ganzen Einfluß dafür einzusetzen, daß die

Entschädigungen nicht an irgendwelche einschnürende Be­dingungen geknüpft werden wollten. Nur bei voller Ent­schädigung werden die Ansiedler im Lande verbleiben, anderenfalls werden sie auswandern. Sie wünschen in den Stand zurückversetzt zu werden, in dem sie sich vor dem Aufstande befanden. Die Zusammensetzung der Ent­schädigungs-Kommission solle in der Weise geregelt wer­den, daß sie besteht aus einem Mitgliede der Regierung und zwei Angehörigen des Berufsstandes, dem der zu Entschädigende angehört.

bä. Berlin, 19. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." ver­öffentlicht den Wortlaut der Denkschrift, betreffend die Bereitstellung eines Fonds von 2 Millionen Mark für die Entschädigung der durch den Herero-Aufstand ge­schädigten Ansiedler in Deutsch!-Südwpstasrika.

bä. Berlin, 19. April. Die Budget-Kom­mission des Reichstags verhandelte in ihrer heutigen Sitzung über die Gewährung von Entschädigung für die durch den Eingeborenen-Anfftand in Südwestafrika ent­standenen Berluste, wofür 2 Millionen Mark angesetzt sind. Das Zentrum beantragte, diese Entschädigung nur den Bedürftigen zukommen zu lassen. Die in der Denk­schrift vermerkten 5 Millionen Mark für den Viehbestand erschienen dem Abg. Müller-Gulda als zu hoch. Kolonial­direktor Stübel bemerkte in seiner Antwort, cs wären für 2 Millionen Mark Bieh nach Südwüstafrika exportiert worden. Die Denkschrift wolle von einer Entschädigung nur diejenigen ausschließen, welche zum Aufstand gehetzt hätten. Müller-Meiningen verlas Briefe aus Südwest- afrika, aus denen hervorgeht, daß die dortige Bureau» kratische Verwaltung viel an dem Auf­stau d e schuld sei. Der Kolonialdirektor behielt sich vor, über die Gründe des Aufstandes im Plenum Auf­klärung zu geben. Auf eine Anfrage bemerkte der Kolo­nialdirektor, daß etwa 1500 Deutsche in Südwestafrika in Betracht kämen.

Ausland.

* Österreich-Ungarn. Aus Budapest, 19. April, wird gemeldet: Die Bewegung der Eisenbahn-Angestell­ten gegen die Regierungsvorlage, betreffend die Gehalts­regelung, greift um sich. In den Nachbarstationen Rakos und RakoS Palota hielten die Angestellten <Me Züge auf, welche abends auf dem Westbahnhose fällig waren, da Gerüchte von Maßregelung der Anführer der Bewegung im Umlauf waren. »Seit 8 Uhr abends wurde infolge­dessen auch kein Zug vom Westbahnhof abgelassen, ob­gleich dort das Personal dienstbereit stand. Der abends 11 Uhr auf dem Westbcchnhose fällige Orient-Expretzzug Ostende-Konstantin'opel wurde in Parkanyaua aufgehal­ten. Der in entgegengesetzter Richtung gehende Expreß- zug wird über den Zentralbahnhof via Bruck abgelassen. Aus dem Zentralbahnhofe ist der Verkehr nicht gestört.

* Großbritannien. Es verlautet, daß in dem Bud­get u. a. eine auch D entschland interessierende kleine Steuer auf Mineralwasser vorgesehen sei. .

Aus Stadt und Land.

Wiesbaden, 20. April.

Das Juvalidenversichcrungsrecht der selbständige« Handwerker.

über dieses Thema hat Herr Landessekretär Groß zu Montabaur, Beamter der Landesversicherungsanstalt Hessen-Nassau, jüngst in der Hauptversammlung der Handwerksmeister im Kreis Marienberg einen Vortrag gehalten. Bei dem großen Interesse, welches diese Frage für alle selbständigen Handwerker hat, wollen wir nicht verfehlen, von der Erlaubnis des Vortragenden Gebrauch zu machen und ans dessen von großen Erfahrungen und Sachkenntnis getragenen Ausführungen die wesentlich- !sten Punkte wiederzugeben. Nicht nur den Verstcherungs- pflichtigen, sondern auch einem umfangreichen Kreise an­derer Personen ist der Vorzug zugestauden, durch frei­willige Gelbstversicherung an den Segnungen des gro­ßen, sozialen Versichernngsgesetzes teilzunehmen. Zu diesen bevorzugten Berufsklassen gehören auch die selbst­ständigen Haubwerker. Ihnen ist es gestattet, so weit sie das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und sofern sie nicht regelmäßig mehr als zwei Lohnarbeiter beschäf­tigen, freiwillig in die Invalidenversicherung einzutre- ten. Die Wahl der Lohnklaffe steht ihnen frei. Sie müssen indessen für je 2 Jahre mindestens 40 Marken kleben, da sonst das Versicherungsverhältnts erlischt. Rat­sam ist es aber, wenn jedes Jahr wenigstens 40 Marken geklebt werden, da nur dann, abgesehen vom Jnvalidi- tätsfallc, die mit dem 70. Lebensjahre beginnende Alters­rente zur Auszahlung kommen kann. Die Wartezeit für die Invalidenrente beträgt bei der Selbstversicherung 500 Wochen. Außer dieser S e l bstp e r f t ch e rung der Handwerksmeister gibt es nach dem Gesetz noch eine andere Art der freiwilligen Versicherung, nämlich die sogenannte W e i te rv e r si ch e r ung. Es sind näm­lich alle versicherungspflichkig oder versicherungsbcrech- tigt gewesenen Personen — auch wenn sie längst das 40. Lebensjahr überschritten haben — berechtigt, das Ber- sicherungsverhältnis freiwillig fortzusetzen. Um auf dem Wege der Woiterversicherung später die Invalidenrente zu erhalten, ist cs aber nötig, daß wenigstens 100 Marken ans Grund der Pflicht- oder der zuerst erwähnten Selbst­versicherung geklebt gewesen sind. Die Wahl der Höhe der Marken steht auch bei der Weiterversicherung den Versicherten frei. Um die Rentenan>wartschast ausrecht zu * erhalten, müssen bei der Weiterversicherung, sofern vor­her Pflichtmarken geklebt waren, mindestens 20 Marken während 2 Jahren verwendet werden. Die Weiterver­sicherung ist mithin die vorteilhasteste Art der freiwilligen Invalidenversicherung. Die Vorteile der freiwilligen Versicherung zeigte Redner an einigen Beispielen in überzeugender Weise. Zunächst an einem solchen für die Selbstversicherung in der höchsten Klaffe bei wöchentlicher Beitragsleistung. Ein Versicherungsberechtigter, vielleicht ein 26 Jahre alter Schneider, der Uicht mehr als zwei Gesellen beschäftigt, will sich gegen Invalidität versichern. Er klebt wöchentlich eine 3tzMf.-Marke, gibt also jährlich

18 M. 72 Pf. für seine Rentenversicherung aus. W«y» er 56 Jahre alt ist, hat seine Arbeitsfähigkeit vielleicht infolge irgend eines Leidens so abgenommen, daß er nach ärztlichem Dafürhalten nicht mehr imstande ist, eist Drittel desjenigen zu. verdienen, was gesunde Personen in gleicher oder ähnlicher Beschäftigung verdienen. Er hat alsdann das Recht aus Stellung eines Invaliden-- rentenantrags und wird eine Rente von jährlich 337 M. 40 Pf. bis an sein Lebensende ausgezahlt erhalten. Diese Rente entspricht bei einem Prozentsätze von 4 Prozent den Zinsen eines Kapitals von 8435 M. ■ Die ganze Ein­zahlung an Beiträgen während der 30jährigen Wersiche. rungsöauer beträgt aber nur 561 M. 60 Pf. Wollte jemand sich eine mit dem 55. Lebensjahre beginnende gleich hohe Leibrente van 837 M. 40 Ps. bei einer privaten Versicherungsgesellschaft sichern, so würde er weit mehr als das 4fache der Beiträge zu leisten haben. Bei der Lebensversicherungsgesellschaft des Preußischen Beamten­vereins z. B., die wohl eine der billigsten Versicherungs­gesellschaften ist, muß eine 2Mhrige Person, die vom 55. Jahre ab die angegebene Rentensnmme als jährliche Leib­rente beziehen möchte, jährlich 77 M. 60 Pf. Berstche- rungsbeitrag zahlen (nur 18 M. 72 Pf. bet der staatlichen Jnvaliditätsversichernng). Je später die Erw>erbsun- fähtgkeit eintritt, desto höher wird die Rente. Hat jemand z. B. vom 16. Lebensjahre ab bis zum 76. Lebensjahre regelmäßig Marken zu 36 Pf. geklebt, so steht ihm eine jährliche Invalidenrente von 487 M. 20 Pf. zu. Eine W e i t e r v e r s i ch e r u n g bei Annahme, daß der Ver­sicherte nur die zur Ausrechterhaltung der Anwartschaft unbedingt erforderliche Mindestzahl von 10 Marken all­jährlich leistet, würde !sich so gestalten: Ein Schreiner hat nach Beendigung seiner Lehrzeit vom 17. Lebensjahre ab Vis zum 25. Lebensjahre als Geselle regelmäßig Marken 3. Klasse verwendet. Danu macht er sich selbständig. Um die Invalidenversicherung für sich aufrecht zu erhalten, tritt er in die Weiterversickiernng ein. Er begnügt sich aber damit, nur die Anwartschaft auf Invalidenrente auf­recht zu erhalten, indem er die Mindestzahl von zehn Marken jährlich klebt. Als Lohnklaffe wählt er die 2., so daß er jedes Jahr nur eine Ausgabe von 2 M. hat.' Im 60. Lebensjahr wird er dauernd arbeitsunfähig und erhebt nun Jnvalidenrentenanspruch. Unter Zugrunde­legung der während seiner Gesellenzeit geleisteten 41h Wochenbeiträge 3. Klasse und der nachher freiwillig ge­klebten 350 Marken 2. Klasse berechnet sich die ihm nun bis an sein Lebensende zu zahlende Jahresrente ans 183 Ml Während der ganzen Zeit der Weiterversicherung hat ihm Ae Invalidenversicherung aber nur 35 X 2 M., also 70 M. gekostet. Für diese 70 M. erhält er dann eine jährliche Invalidenrente, deren Betrag der 4prozentigen Zinseneinnahme eines Kapitals von 4575 M. entspricht. Jetzt noch ein Beispiel für die S e l b st v e r s i ch e r u n g bet der Annahme, daß der Versicherte nicht wie im erste» Beispiel für jede Woche eine Marke klebt, sondern nur die für die Selbstversicherung vorgefchriebene Mindestzahl von 20 Marken jährlich verwendet. Es handelt sich um einen 35 Jahre alten Schühmachermeister, der bis jetzt noch keine Ouittungskarte gehabt hat. Er läßt sich eine graue Selbstversichernngskarte ansstellen und verwendet jedes Jahr 20 Marken 3. Klaffe bei einem Kostenaufwand von 4 M. 80 Ps. In dieser Weise fährt er bis zum 60. Jahre fort. Er bekommt jährlich 170 M. 40 Pf. ausge­zahlt, also einen Betrag, lder den 4prozentigen Zinse» eines Kapitals von 4260 M. entspricht. Die gesamte Bei­tragsleistung während der 25jährigen Versicherungszeit hat aber nur 120 M. betragen. Hätte der Mann statt von dem Jnvalidenversichernngsrecht Gebrauch zu machen, einen LeiLrentenversicherungsvertrag bei einer privaten Versicherungsgesellschaft abgeschlossen, so würde er de» zehnfachen Beitrag zu leisten gehabt haben. Die Ber- sicherungsbedingungen des Preußischen BoamteNvereinZ mögen uns dafür als Beispiel dienen. Wenn jemand im 35. Lebensjahre eine Versicherung dahin eingcht, daß er vom 60. Lebensjahre ab eine jährliche Rente von 170 Mark 40 Pfennig bis an sein Lebensende ausgezahlt er­halten will, so hat er jährlich an den Preußischen Be- amtenverein 45 M. 30 Ps. Versicherungsprämie zu zahlen. Im Lause der 25jährigen Versicherungsdauer zahlt er also 1182 M. 60 Pf. Bei der staatlichen Invalidenver­sicherung dagegen erlangt er dieselbe Jahresrente nach 25 Jahre bestandener Versicherung schon mit einem Kvstenauswand von nur 120 M. An den Meistern liegt es, sagte schließlich der Redner, sich diese Vorteile zu eigen zu machen.

— Tcr Kaiserbesuch am 1 . Mai. Über Lie Fssüich- keiten, welche bei der Eröffnung der neuen E isenb ah nb r ü ck e stattfmdon werden, erfährt der „Dkainzer Auz." von zuverlässiger Seite iolgeudrs, ob­wohl das definitive Programm noch nicht bestimmt fest» gesetzt ist: Die Eröffnungsfeier findet gegen Mittag stafi.. Die Feievlichkeiten selbst 'werden sich in der Hauptsache auf dem linksrheinischen Brückenköpfe der Eisenbahn- brücke abspielen und des daselbst zur Verfügung stehenden beschränkten Raumes wegen werden sich auch die Ein­ladungen in mäßigen Grenzen bewegen. 2lnf dem links­rheinischer Brückenköpfe wird außer 'dem Kaiferzelt ein weiteres Zelt für das kaiserliche Gefolge, ferner ein Zelt für die giÄadenen Vertreter von Staats- und Komnmnal» veriwaltungen und für die sonstigen geladenm Gäste und außerdem ein Musikzelt für eine Militärkapelle, und zwar die des 2. Nass. Jnf.-Regts. Nr. 88, errichtet werden. Bei Eölegenhest der Eröffnungsfeierlichkeiten wird Herr Eisenbahnminister Budde eine Anfpra^ an den Kaiser und an die versammelten Festgäste Halten. In Aussicht genommen ist, daß diese Rede von der Balustrade eines der Türme des diesseitigen Brückenkopfes gehalten wird. Der Kaiser wird 'alsdann antworten. Ferner ist auf dem Brückenkopf eine EhrMkompagnie des Nass. Jnf.- Regts. Nr. 88 ausgestellt, welche am Schlüsse der Fesüich. keit im Pavaidemarsch vor dem Kaiser defilierM wird. Nachdem b'ie Feierlichkeiten vorüber sind, begibt sich der Kaiser nebst dem Großhierzog und Gefolge an der an dem Brückenkopf befindlichen Treppe hinunter nach dem ea. 50 Dieter unterhalb der Brücke liegenden Kaiserschiff, um auf denffelbeu rhemaufwärts bis nach Mainz zu fahren. — In P l e l> r i ch traf die amtliche Nachricht ein, datz