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Mend-Au-gabe. Erstes Matt. „ Mreslradsner Tagblatt. _Freitag, 8. Oktober 1815.
vietteichsprüfungsstelle für Lebensmittelpreise
Lr. Berlin, 8. Okt. (Eig. Drahtbericht. Jens. Blm) Die auf Grund der Verordnung des Bundesrats über die Preisprüfungsstellen und die Versorgungsregelung vom 25. September errichtete Reichsprüfungsstelle für Lebensmittelpreise, beginnt ihre Tätigkeit am 11. Oktober. Zum Vorsitzenden wurde der Unterstaatssekretär im Reichsamt des Innern Dr. Richter ernannt.
Ein UalKstickstoff-preisbewerb.
De: Preußische Landwirtschaftsminister hat vor kurzem zwei Preisausschreiben über Kalkstickstoff erlassen. Auf das erste, besten Fragestellung bautet: „Welche Wirkung bat der Kalkstickstöff als Düngemittel bei Anwendung zu verschiedenen Jahreszeiten, auf den verschiedenen Boden- arten, bei verschiedener Bestellung und den verschiedenen Früchten?" sind zahlreiche Preisbewerbungen eingegangen. Das Preisgericht hat die Herren Dr. Münzinger-Hirschberg und Dipl.-agric. Linter-Berlin-Schönebrrg mit je eurem 1 Preis ausgezeichnet. Beide Arbeiten behandeln das gestellte Thema in zweckentsprechender Weise und geben eine wertvolle praktische Anleitung für die beste und zweckmäßigste Anwendung von Kalkstickstoff. Die Preisschriften find als gemein >ame Broschüre im Verlags von Paul Paretz, Berlin SW., Hede- wannstraße 10 / 11 , erschienen und können von dort oder durch jede Buchhandlung bezo.gen werden.
Maßregelung des amerikanischen Generalkonsuls in München.
Sr. München, 7. Okt. (Eig. Drahtbericht. Jens. Mn.) Der amerikanische Generalkonsul in München, G a f f n e y, hat heute vormittag ein Telegramm aus Washington erhalten, wonach Präsident Wilson seinen angebotenen Abschied angenommen hat. Gaffney hat seinen Ausenchalt in München beibehalten und wird sich im nächsten Frühjahr nach Amerika begeben, um bei der Präsidentenwahl anwesend zu sein.
Dar Eiserne Nreuz erster Masse
erhielten: Oberst Riese, Kommandeur der Artillerie der 33. Reservedivision, Major und Regimentskommandeur im 62. Reserbe-Jnfanterie-Regiment Ernst Barchewitz, Hauptmann und Führer einer Maschinengewehrersatzkompagnie Gerhard Seidel, Hauptmann im 63. Fcldartillerieregiment Willy Döring, Hauptmann im 75. Feldartillerieregiment Weise, zurzeit Batterieführer in einem Reservefeldartillerieregiment, Oberleutnant und Führer einer Maschinengewehrkompagnie Paul Röhrbein, der gleichzeitig das österreichische Militärverdienstkreuz 3. Klaste mit der Kriegsdekoration erhielt, Oberleutnant d. R. Wilhelm Preusse, Geh. expedierender Sekretär in der Generalintendantur der Königlichen Schauspiele, Oberleutnant und Regimentsadjutant im 70. Feldartillerieregiment Erich S t u d, Leutnant d. R. und Kompagnieführer im 46. Infanterieregiment Erich Herbst, Leutnant im 84. Infanterieregiment Alexander H a a s e, Leutnant d. L. und Kompagnieführer im 10. Landwehrinfanterieregiment Weinhold, Leutnant in einer Fliegerab- teilung Max Jmmelmann, Leutnant Kurt Pahde, Kompagnieführer im Landwehrinfanterieregiment Nr. 7, Hauptmcmn d. R. und Bataillonsführer im Landwehrinfan- terieregiment Nr. 101 Koester, der auch das Ritterkreuz 1. Klasse vom Albrechtsorden erhielt, Hauptmann O. Cio- l i n a, der bereits früher den württembergischen Friedrichsorden 1. Klaste mit Schwertern erhalten hat, Oberleutnant Hans N e r g e r, Kompagnieführer im Pionierbataillon Nr. 21, der außerdem den bayerischen Verdienstorden mit Schwertern erhalten hat, Hauptmann Paul Hermes im masurischen Pionierbataillon Nr. 26, Musketier Johannes Sohka (Krojanke), Offizierstellvertreter Andr. I. Loren- z e n im 3. Ersatzreserveinfanterieregiment, unter gleichzeitiger Beförderung zum Leutnant, Oberleutnant Karl W e h b e r vom Jägerregiment zu Pferde Nr. 9, Leutnant im Kürastier- regiment Nr. 3 Marguard Ludwig v. P r i n tz, Georg Wöllstein, Unteroffizier in einem Feldartillerieregiment, Unterarzt in einem Feldartillerieregiment Richard Schindler, Unteroffizier der Landwehr in einem Feldartillerieregiment Georg A n k l a m, Vizewachtmeister Bruno Babel, Offizierstellvertreter Philipp R e e ch (Forst i. L.), Hauptmann W a b n i tz (Küstrini, Oberleutnant unß Regimentsadjutcmt v. Jtzenplitz in einem schlesischen Dragonerregiment.
Deutsches Reich.
* Hof- und Personal-Nachrichten. Der frühere deutsche Gesandte in China, Wirklicher Geheimer Rat Max von Brandt, begeht am 8. Oktober seinen 80. Geburtstag. Max v. Brandt war zuerst Offizier, trat dann aber in die diplomatische Laufbahn über und kam schon 1860 als Attache des Grafen Friedrich Albrecht zu Eulenburg nach China, als dieser sich dorthin begab, um im fernen Osten Freundschafts-, Handels- und SchiffahrtSverträge abzuschließen. 1862 wurde v. Brandt preußischer Konsul in Tokio, 1867 preußischer Geschäftsträger und 1872 Mlnisterresident. 1875 bis 1863 war er deutscher Gesandter in China, nahm dann seinen Abschied und lebt seither in Weimar.
Dem Regierungspräsidenten Dr. Baltz in Trier ist der Charakter als Major verliehen worden.
* Ein neuer griechischer Generalkonsul in München. Professor Dr. Ernst Bassermann-Jordan ist vom König der Hellenen zum griechischen Generalkonsul in München ernannt worden. Professor Baffermann-Jordan tritt damit an die Stelle von Geheimrat Professor Dr. Crusius, der sich nach ferner Ernennung zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften in München genötigt gesehen hat, das Amt eines griechischen Generalkonsuls niederzulegen.
Heer und Zlotte.
Personal - Veränderungen. Widmcrnn (1 FvanKurt a M.). Hauvtm. der Landw.-Jnf. 2. Aufgeb. und Kamp.-Führer im 2. Ers -Bat. des Füf -RegtS. Nr. 80. den Charakter als Major erbalten, * v. Engelmann. Oberst a. D,, zuletzt Kom des Landw.-Bez. 6 Berlin, unter Stellung z. Disp. zum stell» Kom, dieses Landw-B^. ernannt, * Prinz Friedrich Karl von Preußen K, H.. Rittm. im 1. Leib- Hus-Regt. Nr. 1. von dem Kommando zur Dienstleistung als Ordonn -Offiz. beim Stabe der 2. Kav,-Div. behufs Verwendung als Csk.-Führer in dein genannten Regiment enthoben. * Rau. v. Kameke (1 Dacmstadl), Vizeftldw, jetzt im 4, cGroßh. Hess ) Bat. Landw.-Jnf -Regt-Z. Nr. 87. zu Leuts, der Reserve befördert. * Kuban (1 Frankfurt a, M.) Naget (Obcrlahnstein) Vizefetdw, jetzt im 1. Lat. Landw -Jnf.-Regts. Nr, 87, zu Leuts. der Landw.-Jni 2, Aufgev, befördert * N e ß l e r . Oberst z. D., zuletzt Kom. des Fuhart.-RegtS. Nr, 13, jetzt Komdt. des Gefangenenlagers Wahn, den Charakter als Gen.-Maj. erbalren. * v Wilmsdorfs, Oberst z D, zuletzt Kom, des . Feldart -Rests. Nr. 72, jetzt Kom, des Etrov-TrainS der Etavp.-Jnsv 3'10, ein Paten, feines Dienstgrades erhalten. S ch ü t t g e n S Garn.-Verw.- Ok-.-Jnfp, in Bad .Homburg v. d. H.. auf seinen Amrag mit Pension in den Ruhestand versetzt.
Uns Sto6t und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Der Eiserne Siegfried von Wiesbaden.
Siegfried!
Dein Name stolz und freudig-hell Ist wieder neu erklungen.
Er wirbt als treuer Kampfgesell Für euch, ihr wackern Jungen.
Du schlugst den Amboß in den Grund,
Das Eisen brach in Stücken,
So mußte dir zu guter Stund Dein Schwert zu schmieden glücken.
Und kam' die ganze Welt zu Häuf Mit allen Höllenmächten,
Die Hand am blanken Schwertes Knauf,
Wir wissen wohl zu fechten.
Mit jedem Hieb und Hammerschlag Latz deinen Weckruf dröhnen.
Daß jeder Tag ein Opfertag Gilt Deutschlands Heldensöhnen!
HermannKiehne (zurzeit Wiesbaden).
Stiftungen.
Mit ganz besonderer Freude hat die Bürgerschaft Wies- badens von der Stiftung eines Goethestandbildes durch Herrn Fabrikbesitzer Hermann Brockhues von hier Kenntnis genommen. Nach diesem schönen Beispiel opferungsfteudigen Bürgersinns werden auch diejenigen den Beschluß der Stadt- verordneten-Versammlung, Goethe ein Denkmal in den Portikus des neuen Museums zu stellen, nicht mehr tadeln wollen, die prinzipiell dagegen sind, daß während des die größten Anforderungen an die städtischen Finanzen stellenden Kriegs auch nur ein Pfennig für nicht unbedingt notwendige Dinge ausgegeben wird. Herr Professor Dr. Fischer, der Erbauer des neuen Museums, erhält den zur stärkeren Hervorhebung des Mittelbaues erforderlichen künstlerischen Schmuck, die Stadt erhält ein wertvolles Goetbedenkmal ohne die geringsten Kosten und kann 20 000 M. für anderen Zweck verwenden.
Wir haben öfters die Klage gehört, daß sich unter den reichen Einwohnern Wiesbadens leider recht wenige ftnden, die über ihren Steuerbetrag und die regelmäßige Unterstützung wohltätiger Einrichtungen hinaus durch eine außerordentliche Leistung auf dem Altar des Gemeinwohls der Stadt opferten: In der letzten Zeit scheint es aber in dieser Beziehung besser geworden zu sein: Herr v. Hagen hat dem Naturhistorischen Museum seine reiche und wertvolle Sammlung zur Verfügung gestellt, Herr Dr. H e m p e l hat der Stadt ein Vermögen zugunsten wohltätiger Zwecke hinterlassen, Herr H. Th. F. Schneider stiftete den Eisernen Siegftied und Herr Brockhues das Goethestandbild. Das ist hocherfreulich und wir begrüßen diese innerhalb eines Jahres gemachten Stiftungen als ein Zeichen eines stärker werdenden Gemeinsinns unserer reichen Mitbürger und hoffen, daß ihrer noch mehr den gleichen verdienstvollen Weg eiuschlagen werden.
Wer für das Gemeinwohl stiftet, setzt sich selbst ein Denk- mnl, das seinen Namen kommenden Geschlechtern ehrender unh sicherer übermittelt, als ein Denkmal aus Stein oder Erz, Wertvoller aber als die äußere Ehre ist die B e f r i e d i - gung, die jeder empfindet, der Gutes tut, indem er Wohltätigkeitsanstalten oder andere gemeinnützige Bestrebungen, zu, denen auch die Förderung von Kunst und Wissenschaft gebürt, mit Schenkungen unterstützt. Und so hat der Stifter mit dem, was er für die Allgemeinheit gegeben hat, doch schließlich auch sich selbst ein Geschenk gemacht.
Eine Gemeinde von der Bedeutung Wiesbadens hat man- ckerlei Bedürfnisse, die nicht mit der wünschenswerten Vollkommenheit und Schnelligkeit beftiedigt werden können. Da bietet sich denn ihren reichen Bürgern vielfach Gelegenheit, helfend einzugreifen. An Gelegenheit zu Stiftungen wird es nie fehlen, möge es auch nie an Stiftern fehlen! -n-
Dos Gold heraus:
Diese Mahnung erklingt täglich immer und immer wieder. Und doch steckt noch eine so große Menge Goldstücke in den Taschen und Geldschränken des deutschen Volkes! Vielleicht möchte es mancher jetzt gern herausgeben, aber er „geniert" sich, so spät mit seinem Schatz herauszurücken. Da würde es sich empfehlen, wie es z. B. in Dotzheim geschehen ist, daß einzelne vertrauenswürdige Herren oder Damen sich verpflich- ten, das Gold jetzt noch unter größter Verschwiegen- bert anderen gegenüber umzutauschen. An öffentlichen Kasten wird der Umtausch jetzt so leicht nicht mehr geschehen. In Dotzheim hat da? Verfahren schon ganz schönen Erfolg gehabt. Dort sind es die Herren Kirchenrechner Franz Dinges und Kaufmann Wilhelm Schüler, die das Geschäft des Umtausches übernommen haben. Daß das Gold manchmal noch haufenweise in den Ecken sitzt, zeigt ein Vorfall, der sich vor kurzem gerade in Dotzheim zugetragen hat und der auch vielleicht die Ursache zu der oben angeführten Act des Sammelns war. Bei einer Wirtsbansdebatte wettete ein Beteiligter, sofort noch 300 M. in Gold herbeizuschaften. Die Wette kam zustande und der Betreffende gewann sie glänzend. Die anderen aber waren die Schlauen: sie hatten bei dem Mann erreicht, was sie wollten und wozu er ohne die Wette nie zu bewegen gewesen wäre.
KNpapier.
Zu den Tugenden, die uns der Krieg wieder und immer wieder predigt, gehört auch die Sparsamkeit, die auch das Kleinste achtet, die nichts ungenützt fortwirft, und die jedes Ding darauf ansieht, ob es nicht doch noch am geeigneten Platz einen Wert bekommen könnte. Wir haben im papiernen Zeitalter Papier verschwendet, wir sind auch schon sparsamer geworden, seitdem das Papier teurer geworden ist. Wir müssen uns aber noch darüber hinaus daran gewöhnen, nicht nur mit dem noch unbenutzten Papier hauszuhalten; wir wüsten auch suchen, bedrucktes, beschriebenes, zum Einwickeln bereits verwendetes, kurz, das sogenannte Altpapier zu sammeln und der Verwendung wieder zuzuführen.
Um den Sinn dieser Anregung verständlich zu machen, ist eine kurze technische Erörterung erforderlich. Die wichtigsten Robstoffe der Papiererzeugung sind bekanntlich für die feinsten Papiere Lumpen, für die geringwertigeren Sorten Holz und
Holzschliff (mechanisch geschliffene Holzmasse) und Zellstoff (auf mechanischem Weg hergestelltes Pflanzenfasernmaterial). Druckpapier ist beispielsweise eine Mischung dieser beiden Arten von Holzmaffe. Daneben wird vielen Papiersorten Alt- pavier zugesetzt, das entweder in der Fabrik auf der Maschine und beim Beschneiden des Papiers abfällt, oder vom Händler bezogen wird, das dann „gekollert" und dem Papierbrei im . Holländer" zugesetzt wird. Nun werden die erwähnten Rohstoffe, Lumpen und Holzmaste, vielfach knapp, weil sie sellstt oder die zu ihrer Herstellung benutzten Stoffe entweder für Hcereszwecke Verwendung finden, oder — aus dem Ausland kommend — überhaupt nicht mehr oder nur in geringen Mengen nach Deutschland gebracht werden können.
Infolgedessen greift die Papiermacherei in größerem Umfang auf Altpapier oder Rohstoffe zurück. Verschiedene Umstände, auf die näher einzugehen zu weit führen würde, haben aber veranlaßt, daß hauptsächlich Mangel an Altpapier entstanden ist. Diesem Mangel könnte durch eine einigermaßen sorgliche Behandlung der Papierabfälle in den Haushaltungen und in denKanzleien abgeholfen werden. Es ist doch nur ein recht kleiner Bruchteil des benutzten Papiers, der für spätere Zwecke aufbewahrt bleibt. Die bei weitem größere Menge wird unbeachtet fortgeworfen oder verbrannt.. Dieses Vorgeben ist in gegenwärtiger Zeit ein schwerer Fehler, ist eine Versündigung an der nationalen Wirtschaft. Zudem ist das Sammeln und die Verwertung des Altpapiers sehr lohnend, weil hohe Preise dafür bezahlt werden. Also: Werft kein Altpapier fort, verbrennt und vernichtet es nicht, sondern sammelt es und führt es weiterer Verarbeitung zu!
Vorsicht bei Lkriegssammlungen.
Die Regelung der privaten Kriegssammlungen ist neuerdings durch eine Bundesratsverordnung und die daran anknüpfenden Ausführungsverordnungen erfolgt. Öffentliche Sammlungen, der Vertrieb von Gegenständen und Veranstaltungen zur Unterhaltung und Belehrung bedürfen der behördlichen Genehmigung, die in Preußen nach dem Bereich, über den sich das Unternehmen erstreckt, von der Ortspolizei oder dem Regierungs - odex Oberpräsidenten ein- znholen ist. DieAufsicht der Behörden gibt aber nur eine gewisse Gewähr dafür, daß schwindelhafte Unternehmungen, die vielfach unter Ausnutzung bekannter und angesehener Namen ihr Wesen treiben, ausgefchaltet werden. Daß aber eine Sammlung einem wirklichen Bedürfnis ent- svricht, daß die Mittel zweckmäßig verwendet werden, besagt die behördliche Genehmigung nicht. Nach wie vor hat das Publikum die Pflicht, sorgsam den Zweck der Sammlung rcnd die Verwendung der Mittel zu prüfen.
— Kriegsauszeichnungen. Mit dem Eisernen Kreuz 1, Klasse wurde der Leutnant d. R. und Bataillonsadjutant Krug, Postassistent aus Königstein i. T., ausgezeichnet. — Dos Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde dem Kriegsfteiwilligen im 18. Wests. Infanterie-Regiment Gyula de Grach, Sohn des König!. Hofopernsängers Jul. de Grach in Wiesbaden, und dem Gefreiten Heinrich Jung aus Wolfenhausen verliehen. — Der Musketier im Jnfanterie-Leibregiment 117 W. Gebauer, früher bei Ernst Schellenberg, Musikhaus in Wiesbaden, erhrelt die dem Fürstlich Reußischen Ehrenkreuz angereihte Silberne Verdienstmedaille mit Schwertern.
— Ein Lazarettzug mit 390 zum Teil schwer Verwundeten ist in der vergangenen Nacht vom westlichen Kriegsschauplatz hier eingetroffen. Die Verwundeten, die an der Schlacht in der Champagne teilgenommen haben, wurden auf die verschiedenen Lazarette der Stadt verteilt.
— Wie man immer noch Gold sammeln kann. Ein hiesiger Metzger meist er versprach jedem Kunden, der in Gold zahle, ein Pfund Fleisch umsonst. Hierdurch gelang es ihm in kurzer Zeit. 460 M, zu sammeln, die er heute auf sein Konto bei der Vereinsbank ernzahlte.
— Treue Dienste. Heute sind es 40 Jahre, daß Fräulein Magdalene Knecht in Diensten des Herrn Georg Bouteiller, Oranienstraßr 21, steht. Sie hat sich stets durch Treue und Fleiß ausgezeichnet. Die Jubilarin bekam von der Kaiserin das goldene Kreuz nebst Diplom.
— Dienstjubilüum. Heute sind es 26 Jahre, daß Herr Zugführer Wilhelm R u p p e r t im Dienst der König!. Preußischen Staatseisenbahn steht.
— Preußisch-Süddeutsche Klaffenlotterie. In der heutigen Bormittagsziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassen- lvtterie siel ein Gewinn von 100 000 M. auf die Nr. 304 713 und ein Gewinn von 15 000 M. auf die Nr. 223 247. (Ohne Gewähr).
— Personal - Nachrichten. Dem Oberlanidmester a. D. Schütz in Wiesbaden wurde der Rote Adlerorden 4. Kaste b€ittßlH.n.
— Kleine Notizen. Bon heute ab werden die regelmäßigen Fahrten tzer Rheindampfschiffahrt K ö I n - Düs s e l- dorfer Gesellschaft eingestellt und der Wmterftchrplan tritt in Kraft.
Israelitischer Gottesdienst. Israelit,sche KnItuS. aemeinde. Synagoge Mickclsberg. Gottesdienst m der Hauptsynagoge: Samstag, den 9. Oktober, nachmittags 4 Uhr: MilitärgetteÄnenft und Predigt.
Talmud Tbora-Berein Wiesbaden, Nero« stvaße ,6. Saübat-Mngang 5.20. morgens 8.30, Mustaub 9 30, Minchg 5.45 Ausgang 6.30. Wochentags: morgens 7, Mincha und Schiur 5.45, Maarif 6.30.
wiest adener vergnvgungs- Sühnen und Lichtspiele.
» Tes Thalia-Theater bringt von morgen Samstag bis ein- schließ! ch Montag einen bervorragenden Mm mit der in Wiesbaden bekannten Schauspielerin Alma Rehier, betitelt: „Der Roman einer häßlichen Frau", die Tragödie einer großen Seele zur Erstaufführung. Von nächstem Dienstag ab erscheint Herm Sudermanns Schlcksalstragödie „Der Katzensteg", «in hervorragendes Kunstwerk, aus dem Spielpllln.
vorberichte über Kunft, vortrüge und verwandtes.
* Kurhaus. Das für kommenden Sonntag in Aussicht genommene Orgel-Frühtonzert ist nunmehr auf DonnerSkw fest- gesetzt worden, und zwar findet die Veranstaltung als Orgelkonzert abends 8 Ubr im Abonnement im großen Saale statt. _ In einem Sinfonie-Konzerte unter Leitung des Musikdirektors Karl Schuricht am Sonntag, abends 8 Uhr, im großen Saale wird der König! HosschausviÄer Walter Zollin von hier deklamatorisch mitwirke,u Der Künstler bringt außer einem Rückblick „Drei Wanderer" von Buffe, „Stauffacherrede" aus Wilhelm Tell" von Schiller und „Aus dem Jahre 71" von Klinger zum Vortrage. Durch das Kurorchcster gelangen zu- Aufführung: Ouvertüre zu „Oberon" von C. M. v. Weber. LvmiMS an die ausgehende Scnire, für Streichorchester und Öwgel von L. Mandl, und Sinfonie F-Dur Nr. 8 von L. Vau Beethoven.
