Einzelbild herunterladen
 

4

Verlag Langgaffe 581

fnullrr v»> »e*#net »tn 8 Mn morgens d» 7 Uhr abend».

wöchentlich

»UM<-CteU für beide UnSaaben: 7v Big. monatlich, M, L- vierteljährlich bnrch den Berlag Sanggaiie U. ohne Bringerlodn M vierteljährlich durch alle deutichen Boftanftalten, au«schl,ehl,ch «ellelläeld. - F

Begugs."Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle BiS- marckrmg t9, sowie hie Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt ^ in Biebrich: d^e dortigen AuS-

gadekellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatl-Träger,

12 Busgaben.

Fernruf:

„Tagblatt-HanS" «r. 66»-*3.

Bon 8 Uhr morgen» bi» 8 Uhr abends, u|s

.Arbeitsmarkt" und Kleiner l

«hfcjgwagatfagt g»&.sji , ssss a.

Montag, 4. Oktober, morgens.

.. ... Für die Ausnahme van «n»eigen an »oe^ichriebenen

Bcrlin-Wilmersdorf Güntzelstr. 66,Fernspr.: Amt Uh land 4ot) u. 451. Lagen nnd Plätzen wird leine Gewähr übernommen.

1915.

Sonder-klusgabe.

Der Urieg.

wettere erfolgreiche Bbwehr der großen Offensive.

Neue schwere Verluste der Engländer bei Loos, der Franzosen bei Souchez und Neuville. - Keine neuen Infanrerieangriffe in der Cham­pagne.— Tin feindliches Lenkluftschiff erbeutet.

— Bomben auf die neutrale Stadt Luxemburg.

— Südlich von Kosjanq erfolgreiche Kavallerie­gefechte.— Vas westliche Korminufer erreicht.

Der Tagesbericht vom 3. Oktober.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 3- Okt. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Feindliche Monitore richteten nachmittag ein wirkungsloses Feuer aus die Gegend von West- ende- Bad. . „ . .

Abermalige Versuche der Engländer, wahrend der Nacht nördlich von Loos verlorenes Gelände wiederzugewinnen, mißglückten voll ständig. Mit schwere» Verlusten nach stellenweise erbitter- t e n Nahkämpfen gab der Feind hier seine Angriffe auf.

östlich von Souchez mißlang ein französischer Vorstoß trotz Einsatzes einer erheblichen Menge von Gasgranaten. Ein feindlicher Angriffsverfuch aus Neuville heraus gegen dir Höhenstellungen östlich wurde mit st a r k e n V e r l u st e n für den Feind abge­schlagen. Im nächtlichen, dem Angriff folgenden Hand­granaten kampf ging uns ein 40 Meter langes Grabenstück verloren.

Die Franzosen haben gestern die Jnfanterre- a n griffe in der Champagne nicht wiederholt. Das feindliche Artilleriefeu-er hielt in wechseln­der Stärke an. Nördlich von L e M e s n i l wurde der Feind aus einem gegen unsere Stellung vorspringenden Graben herausgeworfen, wobei er erhebliche Einbuße an Gefangenen hatte. Im Hand- granatenkamvf um die Stellung nordwestlich Ville-sur- Tourbe behielten wir die O b e r h a n d.

Der Feind wiederholte seine Fliegerangriffe auf Laon und Bouziers; in beiden Orten fielen wieder mehrere Zivilpersonen den Bombenwürfen zum Opfer.

An Gegend von Retbel wnrde das französische Luftschiff „Alsace" zur Landung gezwungen. Die Be­satzung ist gefangen genommen.

Heute 8 Uhr 30 Minuten vormittags wurden aus die neutrale Stadt Luxemburg von französischen Fliegern Bomben geworfen; es sind zwei luxem­burgische Soldaten, ein Arbeiter und ein Laden­mädchen verletzt.

Mettlick,er Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe de» Generalfeldmarschall«

von ksindenburg.

In den Kavalleriekämpfen südlich von Kosjanh wurde der Gegner über die Mjadsjolka zuruckge warfen.

Am übrigen nichts von Bedeutung.

Bei den Heeresgruppen der Generalseldmarschalle Prinz Leopold von Bayern und von Mackensen ist die Lage unverändert.

Nach der Niederlage bei Czerntzcz und dem Scheitern aller russischen Angriffe gegen die Front nörd lich dieses Ortes haben die Russen das westliche Korminufer bis auf kleine Postierungen an ein z e l n e n Übergängen preisgeqrben.

Die Zahl der von den deutschen Truppen gemachten Gefangenen hat sich auf 2400 erhöht.

Oberste Heeresleitung.

Vas westnfer des unteren Kormin von den erfchvpften Nüssen geröumt. — Gin größerer Angriff der Italiener im voberdo-^bfchnktt vereitelt. — weitere ital enische Vorstöße bei Sdraussina-San Martins abgewiesen. ver österreichisch.nngarifche Tagesbericht.

W.T.-B. Wien. 3. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 3. Oktober, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Der Feind räumte gestern, erschöpft durch die vielen erfolglosen und verlustreichen An­griffe, drc er rags vorher unternommen hatte, das ' Westnfer des unteren Korminbaches.

Sonst im R o r d o st e n bei unveränderter Lage keine besondere» Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz-

Gestern vor Tagesanbruch gruppierten sich die Italiener zu einem größeren Angriff auf den Norowest- irbschnitt der Hochfläche von Doberdo. Unsere A v illerie überfiel die Angriffstruppen unt seuer und zersprengte sie grösstenteils. So endete dre kindliche Unternehmung mit einem Vorstoß eines Bataillons längs der Straße Sdraussina-San Martins. Dieser Vorstoß und ein ähnlicher gegen Mittag angcfetz- er Angriff wurden abgewiesen. Ebenso scheiterte« Versuche des Gegners, östlich von Redtpuglra oorzugchen. Gewisse Bewegungen hinter der feindlichen Front und der lebhafte Verkehr auf den venetianischen Eisenbahnen sind unserer

Beobachtung nicht entgangen._ ,

Auf dem übrigen Teil der Sudwestfront hat sich nichts von Belang ereignet.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Die Lage im Westen.

Nus englischen Berichten über die Schlacht bei Loos.

„Die Deutschen schlugen sich wie die Teufel!"

Sr. Kopenhagen, 3. Okt. (Eig. DrahUiericht. Jens. Mn.) Der englisch« Kriegskorresponident Philipp Gibb telegraphiert der „Politiken" über die Schlucht bei Laos: Die Deutschen schlugen sich wie die Teufel. Das englische Heer mußte dre einzig dastehende Tapferkeit des Feindes aner­kennen. Biele Soldaten kämpften nicht um zu leben, son­dern eher um zu st erben. Keiner der deutschen Offi­ziere wollte sich ergeben. Wurde ihnen Pardon versprochen, wenn sie sich gefangen gäfcn, so antworteten sie mit Maschinengewehren und Pistolen und warfen sich uns schließlich mit Dolchen in den Händen entgegen, bis sie von Hunderten von Kugeln durchbohrt umsanlen. Nach der Schlacht brachte mein Freund den deutschen Gefangenen Wasser. Diner mit bil-utigern Kopf weigerte sich, zu trinken; er zeigte auf einen ganz verbundenen Kameraden am Boden und fegte: „Der muß erst haben!"

Die notwendig gewordenen Mahnungen zur Geduld an das französische Publikum.

W.T.-B. Genf, 3. Okt. (Nichtamtlich.) Die hoch­gespannten Erwartungen, welche die ersten amtlichen Berichte über die französisch-englische Offensive in Frankreich ausgelöst hatten, haben infolge der lang­samen Fortschritte der weiteren Offensive der Ungeduld und Nervosität Platz gemacht. Die französische Presse sieht sich _ genötigt, «das Publikum daran zu erinnern, daß die Kriegsopevationen noch lange dauern können und daß der Ausgang der Schlacht noch nicht erwartet werden dürfe. Die Presse beruhigt das Publikum mit dem Hinweis darauf, daß der glückliche Beginn der Offensive eine Gewahr für dm weiteren glücklichen Fortgang der Operationen sei.

Tie letzte englische Verlustliste.

W. T.-B. London, 3. Okt. (Nichtamtlich.) Die Verlustliste vom 30. September weist 26 Offiziere und 1885 Mcmn auf, die vom 1. Oktober 28 Offiziere und 1197 Mann, die vom 2. Oktober 41 Offiziere und 1706 Mcmn. Die „Times" vom 80. September bis 2. Oktober teilt außerdem noch den Tod von 115 Offizieren mit.

ver Krieg gegen England.

Das verdunkelte London.

Die Angst vor unseren Zeppelinen.

W. T.-B. London, 3. Okt. (Nichtamtlich.) Gestern abend sind neue Bestimmungen über die Beleuchtung von London in Kraft getreten. Die Straßen waren belebt wie gewöhnlich. Aber die Blätter betonen, daß den Fußgängern ernste Gefahr von Kraftwagen und Autobussen drohe. „Daily News" schrei­ben, die Londoner müßten sich jetzt mehr auf ihr G e h ö r als auf ihr Gesicht verlassen, um die Entfernung herankom- mcnder Wagen abzuschätzen. London zeige ein neues Mld voller geisterhafter Nachtbilder. Dunkelheit brüte auf allen Straßen, Plätzen und Gassen. Die Kraftomnibusse müßten auf bestimmten Straßen alle Lichter löschen. In den Eisenbahnwagen mühten die Vorhänge herabgelassen werden. „Daily Mail" meint, daß man seinen Weg durch die Straßen ebenso schwer finde, wie in einer Nebelnacht im Dezem­ber. Man erkennt die Gebäude nicht und könnte sich in den gewohntesten Straßen nicht zurecht finden. Die „Times" ineint, die Zeppeline würden jetzt keine Stellen mehr sehen, nach denen sie sich richten könnten.

Sin neues Zeugnis über den perfiden englischen Zlaggenbetrug im Falle des U 27.

w. T.-B. New York, 3. Okt. (Nichtamtlich.) Der aus England zurückgekehrte amerikanische Tierarzt Banke berichtet, daß ein britisches Wachtschiff unter amerikanischer

Flagge sich einem deutschen bl-Boot genähert, und als es her» ungekommen war, das Sternenbanner niedergeholt, die britische Flagge gehißt und das bl-Boot beschossen und zum Sinken gebracht habe. Banke, der den Angriff von Bord des von dem bl-Boot angegriffenen und beschossenen Vrehdampfers „Nicosan" mit ansah, sagt ferner, den Offizie­ren und Mannschaften des Wachtschiffes, auf das die Besatzung des „Nicosan" übergegangen war, sei strengstes Stillschweigen anbefoblen worden. In einem Privatbrief, der in amerika­nischen Blättern veröffentlicht worden ist, teilt Banke mit, daß die Briten rücksichtslos auf die im Wasser schwimmenden und auf die „Nicosan" gekletterten deutschen Matrosen geschossen hätten. (Anmerkung: Die Nachricht bezieht stch auf denselben Vorfall, über den die deutsche Presse am 8. ©ep« tember auf Grund von Mitteilungen aus London eingetroffe- ner Amerikaner berichtete. Das deutsche- Unterseeboot, um das es sich handelt, kann nur das am 6. September amtlich als verloren gegangen gemeldete Boot „bl 27" sein, wieder normaler verkehr zwischen England und Holland.

W. T.-B. Vlissingen, 3. Okt. (Nichtamtlich. Droht- bericht.) Der Dampfer „Mecklenburg" der Zeeland- linie fft geistern nachmiittag mit Passagieren und Post aus England hier angekominen. Heute fft der Dienst wieder normal.

Drahtlose telephonische Verbindung über den Ozean?

W.T.-B. London, 3. Okt. (Nichtamtlich.) Die Blätter melden, daß es gelungen sei, eine drahtlose telephonische Ver­bindung über eine Strecke von 2800 englischen Seemeilen zwischen Arlington (Virginia) und Mare Island (Kalifornien) herzustellon. Die Stationen stehen gegenwärtig unter der Verwaltung des Marinedepartements. Interessenten der drahtlosen Telegraphie erklären, daß es nach de m Krie ge mög­lich sein werde, von Amerika nach Europa zu sprechen.

«

vor der Einigung in der „Krabic". Angelegenheit?

Eine neue Rote der deutschen Regierung an Amerika.

Br. Amsterdam, 3. Okt. (Eig. Drahtbericht. Jens. Mn.) AuS New York meldet Reuter: Der derrtsche Botschafter Graf Bern stör ff hat dem Staatssekretär Lanstng eine neue Note der deutschen Regierung eingehändigt, die, wie eS heißt, eine annehmbare Grundlage zu einer E i n i g « « g in der „Arabic">An,elegenl-eit enthält.

Der Krieg gegen Italien.

Die Explosion auf dem „Benedetto Bri«" ein verbrecherischer Anschlag?

Sr. Christiania, 3. Okt. (Eig. Drcchtbericht. Zeus. Bim.) AuS Rom wird gemeldet: Höhere Offiziere, die die Ursache der Explosion auf dem italienischenl Linienschiff „Benedetto Brin" untersuchten, kamen zu dem Ergebnis, daß dioExplosum durch einen verbrecherischen Anschlag entstanden ist. Einige Stunden vor der Explosion sei eine ausländische Dame (?) an Bord des Schiffes gewesen, die eine Zugangs­karte zum Marineministertum besaß. Im ganzen find 474 Mann umgeünmnen.

Der Krieg im Grient.

Bulgarische Einigungsverhandlungen mit Griechenland und Rumänien.

W. T.-B. Paris, 3. Okt. (Nichtamtlich.) Wie der „Temps" aus Sofia meldet, versucht die bulgarische Regierung angeb. lich mit Hilfe der Mittelmächte eine Einigung mit Rumänien und Griechenland zu erzielen. Regie, rungskreise versicherten, daß die Unterhandlungen demnächst zu einem Abschluß führen würden. Aber die Opposition vertrete die Ansicht, daß die Unterhandlungen ergebnislos bleiben müßten, da Rumänien und Griechenland sich offen, sichtlich auf die Seite des VierverbandeS gestellt hätten.

Die bulgarische Antwort auf die letzte Note des Vierverbandes bevorstehend.

W.T.-B. Sofia, 3. Okt. (Nichtamtlich. DrcchtberiM. . Meldung der Agence Bulgare-) Wie gemeldet wird, wird die Regierung unverzüglich eine Antwort auf ixt£ letzte Note des Viewerbandes erteilen.

Eine Unterredung mit dem bulgarischen Gesandten in Berlin.

Das rücksichtslose Vorgehen der Entente.

Sr. Leipzig, 3. Okt. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Mn.) Der bulgarische Gesandte in Berlin R i z o w hat stch der Leitung der „Abendzeitung" in sehr bemerkenswerter Weffe geäußert. Er sagte: „Wir leben in dem kritischsten Monat des ganzenKrieges. Nach meiner Meinung kann man woU sagen, daß der Monat Oktober ein besonders auS» schlaggebender sein wird. Bulgarien hat mobilisiert. Alle Anstrengungen, welche die Entente schon vorher bei unS gemacht hat, sind seither in fieberhafter Hast noch u>eiter verstärkt worden. Man will uns z u r e d e n, und wenn das nicht hilft, daun will man uns zwingen^wieü«