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«a- Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-PreiS: durch den Verlag S« Pfg. monatlich, durch die Post s Mk. 50 Pfg. vrertehahrüch für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgaffe 27.

Anzeigen-Preiör Die einspaltige Petitzeile für lokale Anzeige» ko Pfg.. für auswärtige Anzeigen 25 Pfa. Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg.. für auswärts 1 Mk.

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Morgen-Ausgabe.

Redaktions-Fernsprecher No. 52.

1904 .

eir, Ge> an dem Anzeige mter vor- entsteheil

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Wilhelm ta; dem ebr.: dein ia Frieda, ard K»hn rermeister irgarethe. ttemer e. mlenbutfl br.: dem iria Elisa »st Feitd d Harder

liier mit Wilhelm slifabetM ifter Karl icher hier.

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tie Vogel, r, 77Z.:

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Die Uorgelchichte des Krieges.

Man muß bis auf dm Friedeusschluß von Simono- scki zurückgchen, schrsibt dasN. Wr. Tagbl.", um ein vollständiges Bild ber Ursachen zu haben, die zu dem jetzigen Konflikt geführt haben. Japan hatte den Krieg mit China begonnen, um sich die Hegemonie in Korea zu sichern, dasselbe hatte bereits einmal im vergangenen Fchchundevt zum japanischen Reiche gehört, und jetzt be- dürfen seiner die Japaner als Wslußgebiets für die Übervölkerung ihres Jnselreiches. Denn man mutz wissen, baß Japan auf einem Areale von 382 416 Quadratkilo meter am 31. Dezember 1900 nahezu 45 Millionen Ein­wohner hotte, (d. h. also, die Bevölkerungsdichte in Japan potragt jetzt 11 1 Einwohner ans den Quadratkilometer. Dazu kommt, daß stellenweise die klimatischen Verhältnisse »Man die allerungünstigsten sind, so daß zum Beispiel ms der großen Nordinsel Jeso nur etwas über 600 000 Kenschen, also 6 Einwohner per Quadratkilometer kMnen; ms zum Ersticken so sagt ein Reiseschrift- rst also die Bevölkerung auf dem übrigen Areal zufammengedrängt. lind nun rechnen die japanischen ptatistiker, daß Korea mindestens zehn Millionen Japaner ausnchmen konnte, und zwar unter den besten Wirtschaft ichm Verhältnissen. Der Friedensschluß von Simono- M MN bot dein Jnsolreiche die Präponderanz in Korea und außerdem den Besitz der Halbinsel Liaotap mit (dem heute russischen befestigten Kriegshasen von Port u x ' ^' en Japaner damals ebenso erobert i haM wre den gegenüberliegenden Hasen von Weihaiwei und die xznsel Formosa. Da kam die Intervention Kußlands, Frankreichs und Deutsch, . * dazwischen und zwang die Sieger zum Der-

MM auf direkten Territorrakerw-erb. Damit war auch her Wrederverlust von Port Arthur nn-d Liaatay v«- «mdM, und nicht nur die strategisch beherrschende ' vMung gegenüber Korm, sondern auch die Hoffnung ^uen dominierenden Einfluß in China war damit

^ätte nun das Verfliegen seines panmongoli- k möglicherweise verschmerzt, wenn sich nicht

Mubald Rußland auf der Halbinsel Liaotay nnd in Port «Mr festgesetzt hätte. Mich für Rußland bedeutete ^er Besitz eine Lebensfrage. Der einzige Hasen im »Men- Ozeaii, den es bis dchin hatte, W l ab i w o st o k, kiidrei Monate im Jahre zugefroren; einmal rt Arthur, hatten aber die Russen sofort dorthin den

eigentlichen Endpunkt der großen transsibirischen Bahn va.lv bauten die mandschurische Zlveiglinie, und me Aktiengesellschaft der mandschurischen Eisenbahn, deren sämtliche Titres sich in den Händen des Zaren be- slnöen, hatte ursprünglich zur Bewachung der Linie gegen me Chunchusen (Tungusen) ein bewaffnetes Wächter- perfonal aufgestellt. Dasselbe wurde aber bald durch reguläres Militär ersetzt und die Borerbewegung des Jahres 1900 erwies sich gegenüber -diesem faktischen Fuß- fasfen Rußlands in der Mandschurei als machtlos. Bei der gemeinsamen Bekämpfung der Boxer-bewegung spielten die Japaner eine Hauptrolle, denn nicht bloß Waren .sie d>re Zweiten am Platze bei -der Befreiung der europastchen Kolonie in Peking, sondern sie kamen auch nächst Rußland mtt dem stärksten Mannschaftsausgebot Durch dreien seinen starken Aufmarsch markierte also H?pan schon damals sein größtes Interesse an den Bor gangen m China, und während der bekannten inter- nationalen Verhandlungen über die Mandschurei batte es nrcht mehr aufgehört zu rüsten; seit dem Herbste 1900 aber hyt es überhaupt nicht mehr an Reibungen zwischen Rußland einerseits und Japan und den Vereinigten Saaten anderseits gefehlt. Nim schlossen seine Man- oschiireivenhandlnngen bekanntlich mit -der Übernahme der Verpflichtung seitens Rußlands, die Mandschurei mit. Ausnahme der Eisenbahnbewachungsmannschasten im Oktober 1903 zu räumen, jedenfalls aber dann, wenn die Verhältnisse in dieser Provinz überhaupt eine weitere Gefahr für die Eisenbahn ausschließen würden, ^-achher aber schlost Nußlanb mit (§bina einen weiteren Vertrag, der nur noch die letztere unbestimmt ge'- faßte Raumungsklausel enthält und imter formaler Anerkenung der Souveränität Chinas die Ver- walttitng der Provinz tatsächlich in die Hände der russischen Behörden legt, das heißt, in die Hände des Viz-ekönigs des fernen Ostens, Admirals AI e x e j e w.

Soviel was den mandschurischen Streitpunkt bettifft Dazu kam iw koreanische Causa, indem Japan be- hauptete, daß Rußland (das auf diese Halbinsel bezüa llK sogenannte Nissi-Rosen-Protokoll 'vom 25. April 1898 nicht emhalte, welches im ersten Artikel die voll­ständige Unabhängigkeit Koreas statuierte, im zweiten Rußland wre Japan verpslichtete, nur im gegenseitigen Einvernehmen Militärinstruktoren oder finanzielle Ratgeber nach Korea zu schicken. Der dritte Artikel endlich gab ^ap-an die Versicherung, daß die Entwicklung seiner kommerzielle und industriellen Beziehungen zu .Korea von Rußland nicht behindert werden würde. Tatsächlich habeii dm Japaner seither unzählige Industrie-, Berg bau- und Holzverwertungskonzessionen in Korea er­worben; dm wenigen Eisenbahnen befinden sich ausschließ

Haber'

lbclm»"

FrniUrton.

Falsch verbunden.

Bon Domino.

triiftlr 1 ' ^. n Ö e Mann saß an seinem Schreibttschc, blickte ta-iL"0 fitnauS in den Regen und rauchte seine hun- Zigarette.

Ja pochte es an seine Tür.

up Ä s'ch und öffnete. Im Flur stand ein kleiner M mit emem Brief in der Hand.

-,«md Sie der Herr?" fragte er.

"Kst dch wohne hier zur Miete."

ein Fräulein hat mir diesen Brief für Sie [ 0 ® eit - . Antwort is nich."

0^üßte der kleine Junge und ging seiner Wege, tt «m "us i>er Treppe drei Stufen auf einmal nahm.

verschwunden, che der junge Mann den Brief ^ angesehen hatte.

Brief trug keine Adresse. Seltsam! Der Herr aas schreiben.

Lieber Ludwig!"

i»u X e , r ^ietz ja gar nicht Ludwig .... Der Brief nun einmal geöffnet, so las er ihn zu Ende.

I 1Lieber Ludwig! cvrf. ^!l.niachen heute früher Feierabend als sonst.

ins Königliche Schauspielhaus gehen, wo immp C i^ 0eg neue§ Stück gibt, darin viele hübsche Biu» Offiziere Vorkommen. Willst du mich begleiten? Nr 'mal um 0 Uhr an, Amt 15,

r uu ^ fra 0 c nach Fräulein Emilie. Jn- Zwischen tausend Küsse von deiner

Emilie!"

^nge Mann hielt einen Augenblick den Brief St Das war sehr fatal, daß er nicht

Nattö f nmr. In der Stimmung, in der er sich ihm eine Emilie w-ohlgctan. Der Brief war jtotimp für 'nn abgegeben worden. Was war da

der Adressat erforscht werden? Offenbar ffim 0NNAen Hause gab cs keinen Einzclmieter Empfänger des Briefes, k' buch nicht die Straße ablaufen, uw -den wirk-

lrchen Eigentümer des Briefes zu erkunden, konnte doch nicht an alle vorkommenden Ludwigs die indiskrete Frage sflaEN, ob sie in zarten Beziehungen zu einer Emilie standen? Und wie, wenn sich einer fälschlicherweise für «P- Su& ® , '0 ausgab, ohne cs zu sein, um mit dem

Briefe Mißbrauch zu treiben?!

Mißbrauch? Der junge Mann begann zu überdenken wie man mit dem Briefe Mißbrauch treiben könnte' Wre, wenn er Donna Emilie telephonierte, Ludwig sei verhindert und sende ihn als Ersatzmann? Gewagte Sache! In solche Geschichten mischt sich gewöhnlich der Teufel und laßt den Ludwig ganz sicher in dem unpassend­sten Augenblicke erscheinen. Im Theater würden die Le^ute über den Effekt lachen, aber im Leben gestalten sich solche Wendungen des Schicksals manchmal sehr ungemüt­lich. Schon aus diesem Grunde widerstand die Sache seinem Rechtlichkeitssinn. Er liebte den geraden Wea Warum sollte er ihn in diesem Falle nicht gehen?

Es war gerade sechs Uhr der kleine Junge hätte sich mit dem Briefe beinahe verspätet und ein Tele- phon hatte er zur Hand, von seinem Vorgänger in der Stube übernommen. Er rief also Amt 15, Nr. 2847 an und fragte nach Fräulein Emilie.

Bist du es, Ludwig?"

Verzeihen Sic, mein Fräulein, aber so sehr ick cs bedauere ich bin nicht Ludwig."

Wer sind Sic denn?"

Ihr Brief wurde irrtümlich an mich abgegeben"

Ach!"

- $$ i ättc de» Brief gern Herrn Ludwig zugestellt, das -^irciben war aber ohne Adresse. Da dachte ich"

Herr Ludwig kann nun einmal nicht mehr reckt,eitia verständigt werden. So muffen Sie also auf das Theater verzichten oder allein gehen. Das ist mit mancherlei Unzutraglich-keiten verbunden. Und dann langweilt man sich allein, besonders bei den neuen Stücken Man must doch lemanden haben, gegen den man sich ansschimpfcn kann! Und wenn man zu zweien ist, braucht man die Bühnenvorgange gar nicht zu beachten. Jedenfalls sind sie nicht immer störend. Würden Sie nun aesiatten 'Ich verstehe Sie nicht ganz, mein Herr"

Ich w-eiß mit meinem Abend nichts anzufangcn und nehme sogar das neue Stück mit den vielen hübschen

gleiten foafl" CTCtt bCa wenn ich Sic bc-

ftch in ihren Händen, und die japanische Bevölkerung Koreas betrug beretts Ende 1902 über 20 000 gegenüber etwa 7000 anderen Fremden, von denen 5000 Chinesen waren. Eine Verletzung des Nissi-Ro-sm-Proto-kolls er- blicken ste nun aber darin, daß auch Russen verschiedene Konzeisionen vom Kaiser von Korea erhalten h>aben: wo- rr-l mer ?- werden verdient, daß die meisten dieser vuistjchen Unternehmungen von dem Staatssekretär Bezobrazow lanciert worden sind, dom in den letzten Monaten -ein so weitgchender Einfluß am- Zawuhose zu- geschrieben wurde.

^ies ist also diekoreanische Frage", die fort­während m den Vordergrund geschoben wurde; aber hinter chr lauerte konstant die mandschurische als die wahre und eigenüiche Frage, und die japanische zusammen mit der amerikanischen Tlipkomatte brachten es ja auch immer w-reder zuwege, daß man in Peking die Ratifikation de» mtt Rußland geschlossenen mandschurischen Stb» verschob Dünn folgte plötzlich im Föb(vu-ar 1902 die Verosfenüichung des englisch - japanischen Alliangv-ertra-ges und dar-anf die gch-eime Arbeit an der Herstellung eines Handelsvertrages mit China, der -darauf hmauskief, daß die drei mandschurischen Städte Mulden, Äntting und Ikiutschwang dem Handel geöffnet werden sollten. Als nun dieser chinesisch-japanische und nach chm der chinesisch-amerikanische Vertrag bekannt wurden, begann der Notenwechsel und die Verhandlungen zwischen Petersburg und Tofto. Am 22. Dezember v. I. richtete Japan an Rußland eine Note, worin es die Wahrung der territorialen Integrität Koreas und die Souveränität Ch-inas in der Mandschurei verlangte, also lniphcite die Anerkennung seines Verttages mit China nb-er dasOffene Tor" in der Mandschurei. Und zwar schlug es, wie schon vorher in einer Okto-bernote, vor, daß beide Machte P o l iz e i t ru p p en zum Schutzs von Erfenbagnen einguarti-eren und im Notfälle weitere Truppen entsenden (dürsten; aber sie hätten sich nach Her- llellung der Ruhe zurückzuziehen. Die russische Antwort schloß die Mandschurei von dieser Klausel aus und be- faßte sich bloß mtt Korea, dessen Territorien nördlich von dem 39. d Breitegrad neutral sein sollten. Japan or ^ vrte dies und schlug eine neutrale Zone von 25 mlometer aus beiden Seiten der koreanischen Grenze vor. Rußland bestand in der Note vom 6. d. aus dem, Vorschläge des 39. Breitegrades, deutete aber seine Absicht an, Japans Rechte in der Mandschurei zu rüspektterM. ^-apan bcharrte am 13. Januar auf seinen Forderungen, worauf Rußland es ablehnte, irr -der Mandschurei andere Vertrage anzuerkennen als solche, die vor dem 4. Oktober 1903 mit China abgeschlossen worden tatrrai. Was w«er folgt, ist bekan nt, und -wohl ist borauszuschen, daß

O, mein Herr!"

'Si^^chversichere Ihnen, ich habe nichts Böses tm Herrtt^ cinen fe ^ r ungehörigen Antrag, mein

UM' Ich bitte, mich nur als eine Art Zusehen. Ich will Ihr Kavalier sein. Ich halte Ihr Opernglas, Ihr Jäckchen, den Theaterzettel F/ennd Ludwig. Im Zwischenakt ^besorg/ich Ihnen Erfrtschnngen, wie Herr Ludwig. Ich bin Ihnen Schutz wie Herr Ludwig. Dafür haben Sie d zu bieten wie ein paar schöne Blicke, ein freund- liche» ^acheln, ein bißchen Liebenswürdigkeit, wie's Herr Lnd-w-ig bekommen hätte" ^

Sie würden sich, immer mit der Berufung auf Ludwig, Keckheiten gestatten!" ö

er sich Keckheiten? Das wußte ich gar nicht. Er ist sicher verliebt. Das entschuldigt vieles. Ich bm überzeugt, daß ich mich auch sofort in Sie verliebe aiflLrttgcu^amr"^ 2"rückhaltung bewahren, als ich nur

bin?"^b sich wohl vor, daß ich jung und hübsch

^r^tzdem kann ich alt und häßlich sein."

,/sstc würden es nicht sagen, wenn Sie es wären "

reitel?'^ich Sie schonend vorbe- re,ten - bin tch Ludwigs alte Tante'"

mßSVAi'ÄÄ'iKfÄ S 2

Vielleicht läßt er es sich, obzwar ich nickt seine Tante, sondern seine Braut bin, auch nur ans w Papier gefallen. Mein Gott, man heiratet aus Ä» 1, schiedensten Gründen, und wenn alle Häßlichen sitzen

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^as könnte einen verführen!"

,Ich kenne nicht den bewußten Ludwig, aber mit vielen Ludwigs nehme ich es schon auf . . . .' Wenn nach^demTheattr^ein Restaurant besuchen wollen