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Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Prei»: durch den Verlag SO Pfg. monatlich, durch tue Post » Mk. SO Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

Anzeigen-PreiS r Die einspaltige 15 Pfg., für auswärtige Reklamen die Pctitzeile für

für auswärts 1 Mk.

Petitzeile für lokale Anzeige« Swärtige Anzeigen 25 Pfg. titzeile für Wiesbaden 50 Pfg.,

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7. verlagS-Fernfprecher N». 2»5». 5 NllltNIk»

Redaktions-Fernsprecher No. 52.

1804 .

Morgen-Ausgabe.

Jur Kanalsrage.

Die wichtigste Vorlage, welche dem preußischen Land- tage wach Neujahr zugehen wird, ist die Kanalvorlage in Anbindung mit den erforderlichen Stromregulierungen. Das Hochwasser in Schlesien im oberen Odergebiet und «n, Weichselgckiet wird, wie allgemein anerkannt wird.

Verbindung Rhein-Dortmund-Enrs-Kanal im Zuge des Emschertales von Laar bis Dortmund und dann die Ver- bindungslinie Dortnmnd-Ems-Kanal nach Weser und Leine, beginnend bei Bovorgen, endigend bei Hannover. Vorgesehen ist auch noch die Einstellung eines Znbrrrrger- katials bei Mnden von der Weser aus, sowie eine Regu­lierung der Weser von Bremen stromaufwärts bas Hameln. Nach der alten Vorlage wurden insgesamt 389 010 700 Mark für sämtliche Kanalbauten verlangt. Die neue Vorlage dürfte billiger sein. Der Großschiff-

rine schleunige Regulierung dieser Flußläufe benötigen, damit die Wassevmassen schnelleren Abfluß finden. Dre Regierung wird die Kanalvorlage mit diesen Regulie­rungs-Arbeiten verbinden, da sie hofft, so auch dem Kanal mehr Freunde zu erwerben, als er bisher besaß. An dam Großschisfahrtsweg Berlin-Stettin wird mchts ge­ändert, dagegen erscheint der Mittellandkanal nur zur Hälfte wieder, indem man das Projekt Hannover-Magde­burg für dieses Jahr noch zurückgestellt hat. Daß diches später doch wieder eingebracht werden wird, steht außer Zweifel. Die neue Kanalvorlage enthält zunächst die

fahrtswvg Berlin-Stettin wird erfordern 41 500 000 M.. die Regulierung der Manche und Netze 22 631 000 M dieOderregulierung rund 45 000 000M dieRegulrerung der Havel und Spree rund 20 000 000 M. und der Kanal Rhein-Hannover rund 175 000 000 M. Wir werden uns also auf eine Ausgabe von insgesamt 304 131 000 Mark gefaßt machen müssen. Nachdem die Vorlage im Jahre 1899 mit 228 gegen 126 Stimmen und -der Dort- mund-Rheinkanal mit 212 gegen 209 Stimmen abge- lchnt war, wurde sie 1901 wiederum eingiebracht, blieb aber in der Kommission stecken.

Chinesische Arbeiter für die südafrikanischen Goldgruben.

Unser Londoner u.-Korrespondent schreibt uns unterm 2. cr.:

Es gehört in Deutschland nachgerade zum guten Ton, die südafrikanische Goldminenindustris als etwas auf ungefähr der gleichenStufe mit derSpicklhölle vonMvnaco Stehendes zu bezeichnen. Dafür erschien ja aber auch vor einiger Zeit einmal eine Art offizielle Warnung vor diesenSchwindeluntemehmen", an denen die deutsche baute kiuauee durch die leitenden Bankinstitute in her­vorragendem Maße beteiligt ist. Nur wenige haben selbst heutzutage eine Ahnung, daß der Goldbergbau nicht länger von einer Anzahl Abenteuerlustiger, die Gold­klumpen aus der Erde graben, mit Hacke und Spaten be­trieben wird, sondern daß es sich dabei nm eine auf hoch, wissenschaftlicher Basis ruhende Industrie handelt. In­folgedessen, ja darum allein, lohnt es sich auch oft, Gestein aus großen Tiefen zu fördern, selbst wenn die Tonne von 20 Zentnern nicht mehr als 30 bis 40 Gramm des gleißenden Metalls enthält. Die wirtschaftliche Be­deutung des Goldbergbaues aber läßt sich schon vom bloßen Laien auf ökonomischem Gebiete auf Grund einer historischen Erklärung Bismarcks erfassen, in der er die Goldwährung mit einer Decke verglich, unter der sich alle zu verkriechen suchten. Da sie aber zu klein wäre und jeder an seinem Ende zerrte, sagte jener große Mann, reichte sie bald für diesen, bald für jenen nicht aus. Das tut sie noch heute infolge der durch den Transvaalkvieg verursachten jahrelangen Unterbrechimg der südafrika­nischen Gvldproduktion. Darauf war auch zum großer» Teil die Geldkrisis der letzten beiden Jahre in New- Dork und die zeitweilig abnorme Versteifung der Geldsätze in England zurückzuführen. Die Werke aber, von deren Betrieb die gedeihliche Entwicklung des ganzen Wvlt» handels abhängt, werden von Leuten, die sich nicht in­formieren wollen oder können, einfach als Schwindel- unternehmen hingestellt, weil vielleicht auch unter ihnen einmal Trebertrocknungen und Pommersche Hypotheken­banken mit vovgekommen sind. Die Goldgruben des Transvaales produzierten vor dem Kriege für >etwa 450 Millionen Mark Gold jährlich, und Wohl den Staaten« die ein Kapitalistenpublikum besitzen, das Geld und Ver­ständnis genug hat, um sich in rationeller Weise an jener glänzenden Industrie zu beteiligen, denn seine Gewinne nützen nicht nur ihm selbst, sondern auch seinen Heimat­ländern. Welch ungeheure Bedeutung aber die Be» schäftigung von Kapital im Ausland, abgesehen von der bloßen Anlage in fremden Fonds, hat, beweist vor allem das reiche England, das sich dadurch die ganz« Welt gewissermaßen tributpflichtig gemacht hat. Wie wir auch über Englands südafrikanische Politik denken, und wie entschieden wir sie verurteilen mögen, die Annexion des Transvaales mit den reichen Goldfeldern

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Feuilleton.

Der neue Stil.

Berli«, 3. Januar 1904.

Eigentlich ist dieser neue Stil, der zu Wintersanfang nur ganz schüchtern prophezeit wurde, heute sich aber schon ziemlich durchgerungen hat, gar nicht so sehr neu. Freilich würden sich die bekannten ältesten Leute kaum mehr erinnern können, daß dieser Stil einmal wirklich Mode war, aber wozu gibt es denn alte Modezeitungen! Doch auch dazu, daß sich die Modeschöpfer und -Schöpfe­rinnen darinAnregungen" suchen. Und das haben sie getan, als sie den neuen Stil kreierten. In den Mode­blättern um 1830, da sind die Urbilder des neuen Stils zu finden, in jener Zeitspanne, die wirBiedermeier­zeit" nennen. Als der Großvater die Großmutter nahm, da trug Großmutter gewiß ein ganz ähnliches Gewand, wie es heute unsere Jugend trägt, wenn sie ganz stilvoll sein will, und die stilvolle Frau von heute, die im weiten Mantel mit dem großen Schulterkragen und dem riesigen Federhut aus dem Automobil steigt, um zu einem hupermodernen Basar, einemlive oclock" oder einem ,jour" zu gehen, die sieht jenen Frauen der Bieder­meierzeit sehr ähnlich. Sogar der Pompadour fehlt nicht, ebenso wenig wie Äe Haarfrisur mit den Tollen und Puffen, in denen bei der jüngsten Jugend ein kokettes Schleifchen, bei denanderen" ein hoher Kamm steckt.

Es ist zurzeit ungemeinstilvoll" Stil zu haben. So unterscheiden sich scharf zwei Richtungen, die nur Modischen" und dieStilvollen". Die nur Modischen tragen das, was Schneider und Schneiderin ihnen Vor­schlägen, anpassen, fix und fertig ins Haus schicken. Sehr wenig haben sich ihre Toiletten gegen die des vorigen Winters verändert. Die Ärmel sind etwas weiter ge­worden, die Röcke faltiger. Dazu stülpen sie einen teue­ren Modellhut auf das vom Friseur wohltoupierte Haar, legen eine Pelzstola um, und sind nun, je mach Geschmack,

Geldbeutel und mehr oder minder guter Figur, mehr

oder minder elegant angezogen. Weiter aber auch nichts. Hat eine Rivalin einen besseren Schneider, einen größe­ren Geldbeutel, eine schneidigere Figur, so ist sie eben die Siegerin.

Fig. 1. Sig. 2.

Aber die Stilvollen das ist etwa? ganz anderes. Die Sttlvollen kehren sich nicht an die Mode oder viel­mehr sie schaffen sie selber. Sie tragen, was ihnen steht und das ist oft das Ergebnis mühevollen Studiums. Das Resultat ist manchmal mäßig, manchmal aber auch verblüffend. Zurzeit bevorzugen die Sttlvollen und ihre Zahl ist so groß, daß man in der Tat sagen kann, daß sie die Mode lancieren das Medermeierkostüm sehr

stark. Das Reformkleid wird daneben getragen. Und

gerade für Gesellschaftszwecke sind diese neuen Forme« vor allem bestimmt, wenn wir auch schon in den großen Kragen der Wintermäntel und -Kleider, in den Hüten mit den hohen Köpfen und wallenden Federn unverkenn­bar die neue Richtung auch für die Straße erkennen können.

Nicht jede Frau mag zu den Sttlvollen gehören, gar manche zieht es vor,nur modern" zu sein. Diese mag für Gesellschaften eines der beliebten flitterbestickten Tüll, kleider wählen mit einer Unterlage aus zartfarbener Seide, mit viel Chiffonplissees, einem gezogenen und gepufften Rock lFig. 1), der über den Hüften nicht mehr so knapp sein darf und in der hinteren Gürtelmitte di« Falten zusammenfatzt. Eine Konzession an den neuen Stil ist der große Schulterkragen, der neuestens den Ge­sellschaftskleidern mit halbhoher Taille selten fehlt, und dessen Zweck es ist, die Schulterlinie abfallend zu machen, was am modernen Kostüm unbedingt notwendig ist. Sonst wird für Gesellschaften und Bälle alles getragen, wa& kostbar ist, vorausgesetzt, daß es mit dusttgen, leichten Stoffen verschleiert ist. Glatte, zumal schwere Seiden- kleider sind nur für das allerwürdigste Alter zulässig; Tülle, Mulle, Chiffons bilden zarte Überkleider, ebenso zart als kostbar, ebenso kostbar als kostspielig. Für die Jugend ist für Tanzsestlichkeiten die Schleppe völlig ver- pönt, das kurze, futzfreie Tanzkleid tritt wieder in sein volles Recht, das ihm so lange durch die Schleppe un­gerechter Weise verkürzt worden ist. Und hier wird sich auch die nurmoderne" Mutter am ersten zu einem stilvollen" Tanzkleid für das Töchterlein entschließen. Denn sie sind gar zu reizend, diese Tanzkleidchen auL getupftem Tüll mit den weiten Volantröcken, die Im Tanz so jugendlich wippen, mit den losen, bauschigen Taillen, die durch einen kunstvoll nm die Schultern drapierten Volant den Biedermeiersttl getreu kopieren. (Fig. 2.) Ein pusstg gezogener Tüllstreifen schließt die Schnlter- garnitur ab, vorn und im Rücken durch eine dicke Tttll» rosette festgehalten. Ans dem Rock markieren zwicke«-