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mittags: ?ü?dieÄorg'-n-Au»g.^i»"s uhr^nachmtttags^ Berliner Schriftleitung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Gnntze lstr. 66, Fcrnspr.: Amt Nhland 450 ».451. Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen .
Dienstag, 28. September 1913.
Morgen- Ausgabe.
Nr. 451. ♦ 63. Jahrgang.
Die feindliche Offensive im westen zum Stillstand gebracht
Die russische Gegenoffensive im woihynischen zeftungrdreieck gebrochen.
Nuf der Südwestfront von vünaburg eine weitere Stellung erobert.
Neue blutige Verluste der Engländer und Franzosen. — 5 feindliche Flugzeuge abge- schossen. — Sei vünaburg über 1300 Russen gefangen. — Russische Gegenangriffe südlich Smorgon abgewiefen.
Der Tagesbericht vom 27. September.
W.T.-B. Großes Hauptquartier, 27. Sept- (Amtlich.)
westlicher Rriegsschauplatz.
An der Küste herrschte Ruhe. Nur einzelne Schüsse wurden von weitabliegenden Schissen aus die Um- qeqend von Middelkerke abgegeben. ^ . .
Im Ypern-Abschnitt hat der Fernd ferne Angriffe ni ch t w i e d e r h o lt.
Südwestlich von Lille rst dre große ferndlrche Offensive durch Gegenangriff zum Stillstand gebracht. Heftige feindliche Einzelangriffe brachen nördlich und südlich von Loos unter stärkster Einbuße für btc Engländer zusammen. Auch in Gegend bei S o u ch e z und beiderseits Arras wurden alle Angriffe blutig abgeschlagen. Die Gefangenenzahl erhöhte sich auf 25 Offiziere und über 2600 Mann, die Beute an Maschinengewehren auf 14.
Die französische Offensive zwischen Rerms und Argonnen machte keinerlei weitere Fortschritte. Sämtliche Angriffe des Feindes, die besonders an der Straße S o m m ep y-S nipp e s sowie Beau- sejour-Ferme-Massiocs und östlich der Aisste heftig waren, scheiterten unter schweren Verlusten für ihn. Die Gefangenenzahl erhöhte sich hier auf über 40 Offiziere, 3900 Mann. .
3 feindliche Flugzeuge, darunter ein französisches Großkampfflugzeug, wurden gestern im Luft- ^ kämpfe nordöstlich Ypern, südwestlich Lille und in der Champagne, zwei weitere feindliche Flugzeuge durch Artillerie und Gewehrfeuer zum Absturz gebracht.
Feindliche Flieger bewarfen mit Bomben die Stadt Peronne, wobei zwei Frauen und zwei Kinder getötet und zehn weitere Einwohner schwer verwundet wurden.
Gesllicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe ves Generalfeldmarfchalls
von tzindenburg.
Im Rigaifchen Meerbuse« wurden russische Kriegsschiffe, darunter ein Linienschiff, durch deutsche Flugz-uge angegriffen. Auf dem Linienschiff und einem Torpedobootszerstörer wurden Treffer beobachtet. Die ruffische Flotte dampfte schleunigst nt nördlicher
Richtung ab. _ ^
Auf der Südwestfront von Dunaburg wurde dem Feinde gestern eine weitere Stellung entrissen; es sind 9 Offiziere und über 1300 Mann zu Gegangenen gemacht und 2 Maschinengewehre erbeutet.
Westlich von H i l e j k a wird unser Angriff fortgesetzt. Südlich von Smorgon wurden starke feindliche Gegenangriffe abgewiesen. Zwischen ,K r e w o - Wtf chne w machten unsere Truppen Fortschritte. Der rechte Flügel lind die Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern haben die Westufer des Riemen bis Schtscherssy, des Serwetsch und der Schtschara vom Feinde gesäubert. Östlich von Baranotwitschi hält der Feind noch kleine Brückenköpfe. Der Kampf auf der ganzen Front ist tm Gange.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.
Tie Lage ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
»
Die Tapferen im Westen.
Wenn hier und da sich bereits bange Seelen gefunden haben sollten, die über die Möglichkeiten der netten französisch-englischen Offensive schon allerhand ängstliche Betrachtungen anzustellen begannen, der jetzt vorliegende letzte Tagesbericht aus dem deutschen Hauptquartier dürfte ihnen deutlich zu Gemüte führen, daß sie alle voreiligen Vermutungen getrost beiseite schieben und sich vielmehr der neuen Erfolge der
deutschen Waffen freuen können. Denn die große feindliche Offensive bei Lille unld Loos, die mit vielstündlicher Artillerievorbereitung begonnen wurde, ist bereits nach zwei Tagen durch _ die Gegenangriffe unserer heldenmütigen Streiter im Westen zum Stehen gebracht worden. Bei Reims und m den Argonnen aber vermochten die auf französischer und englischer Seite so hoffnungsfroih eingeleiteten Angriffe ebenfalls keine weiteren Erfolge aufzuweffen, denn wo sie sich auch erhoben, scheiterten sie uud erhöhten nur unsere Beute an Gefangenen. Nich t besser erging es den Gegnern bei den letzten Trümmern des ehemaligen Dorfes Souchez und beiderseits Arras, wo sämtliche Angriffe abgewiesen werden konnten und die Gefangenenzahl sich gleichfalls vermehrte. Wenn die französischen Berichte, jedenfalls mn der in ihnen üblichen Übertreibung behaupten, >datz sie 12 000 Gefangene gemacht hätten, so dürfen wir andererseits bereits mit vollster Genauigkeit nahezu 6600 Gefangene als Gegenresultat der Verteidigung buchen. Auch bei dem besonders heftig entfesseltem Luftkampf hat der Gegner wiederum 5 Flugzeuge einbüßen muffen.
Schon schickten sich die französischen Blätter an, dre neuen Ereignisse nach Gebühr zu feiern, es ward chnen nur eine kurze Freute beschied-en. Vor den eisernen Mauern unserer Wackeren brach sich, was als monate- lange Frucht von Beratungen und Erwägungen laut gepriesen wurde und wenn sich die Feinde im Westen von dem neuen Unternehmen eine besondere Wirkung auf die Neutralen und vor allem auf die Mjächte des Balkans versprochen haben sollten,, so wird, es , nun auch dort mit diesem Eindruck endgültig vorbei fein. Sind auch die Verluste an Menschenleben selbst auf ^deutscher Seite nicht gerade gering, so ist das Blut dieser Helden doch nicht umsonst geflossen, auch sie haben, gleich chren noch lebenden Kameraden, dazu beigetragen, den Ansturm und die Absicht der Feinde aufzuhalten'und wir Daheimgebliebenen wollen uns dieser Erfolge ebenso freuen als wie eines großen Sieges im Osten.
Die Verluste in der Champagne und in den Rrgonnen.
Br. Genf, 27. Sept. (Gig. Drahtbericht. Jens. Mn.) Die Heftigkeit der Nabkampfe in der Champagne, namentlich in dem der Straß; von So nein benachbarten Gelände, fordert beiderseits gleich schwere Opfer, während westlich der Argonnen die Zahl der Toten und Verwundeten ans französischer Seite doppelt so groß waren, wie auf deutscher.
Vas Eiserne Rreuz 1. Rlaffe für Unteroffizier voehm.
ZV. T.-B. Freiburg, 27. Sept. (Nichtamtlich Drahtbc- rickt.) Dem bayerischen Niegerunterofstgier Boehm, der am Samstag bei Eizach zwei französische Flieger zum Absturz brachte, wurde im Armeehauptgnartier das vom Kaiser ver. liehene Eiserne Kreuz erster Klasse auf die Brust gehest et.
Vie Ruffen räumen ihre Stellungen bei Vubno und im Stpr-Rbschnitt bei Luzkr. — Ein italienischer Angriff auf dem Doberdoplatea« zusammengebrochen.
ver österreichisch-ungarische Tagesbericht.
ZV. T.-B. Wien, 27. Sept. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 27. September, mittags:
Russischer Rriegsschauplatz.
Ähnlich wie in Ostgalizien und an der Jkwa ist nun auch im woihynischen Festungsgebiet die russische Gegenoffensive gebrochen. Der Feind räumte gestern seine Stellungen nordwestlichvonDnbno und im S t y r - A b s ch n i t t bei Luzk und wich.in östlicher Richtung zurück. Der Brückenkopf östlich von Luzk ist wieder in unserer Hand. An unserer Front südlich von Dubno gab es stellenweise Geschützfeuer und Geplänkel.
Italienischer Rriegsschauplatz:
Die Lage ist unverändert. Versuche des Feindes, an unsere Stellung auf dem Monte Piano heranzukoinmen, wurden abgewiefen. Am Nordrande der Hochfläche von Dvberdo brach ein Angriff einer der Bersaglieri-Abteilungen an unseren Hindernissen zusammen-
Südöstlicher Rriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse.
von den östlichen «rlegsschauplatzen.
vie russischen Angriffe in Wolhynien.
Berlin, 27. Sept. (Jens. Bln.) Zu den russischen Vorstößen in Wolhynien wird nach verschiedenen Morgen- blättern von österreichischen Kriegsberichterstattern der Um- stand als auffallend hervorgehoben, daß die Russen über mehr Artillerie und genügend Munition verfügen, doch lasse sich von einer allgemeinen Überlegenheit der Russen nicht sprechen.
Rußlands völlig mangelnde Grganisation.
LebenSmittelnot in den russischen Großstädten.
W. T.-B. Kopenhagen, 27. Sept. (Nichtamtlich.) Unter obiger Überschrift beschwert sich der „Rjetsch" über die unglaubliche Tatsache, daß die Hauptstädte Rußlands wieder ohneLebensmittel seien. Der Munitionsmangel sei in der Rückständigkeit der russischen Industrie begründet, aber Rußland habe doch Deutschland in Friedenszeiten mit Getreide und Lebensmitteln versorgt. Man ver- folge, so lange der Krieg dauere, aufmerksam die Lebens- mittelkrisis Deutschlands und müsse nun plötzlich unerwarteterweise sehen, daß Deutschland diese Krisis überwunden habe, während sie in Rußland in allen großen Zentren den denkbar schlimmsten Charakter angenommen habe. Wir frieren trotz unseres Holzreichtums, hungern nach der allerbesten Ernte, haben Mangel an Zucker, während England mit unserem Zucker in Friedenszeiten die Schweine fütterte. Der Krieg hat unseren großen Krebsschaden enthüllt, den völligen Mangel an Organisation. Es ist fürchterlich, daß man im zweiten Kriegsjahr diese vergeblichen Wunsch« aussprechen muß.
Russische Kriegsinvaliden über ihre gute Behandlung in Deutschland.
Petersburg, 27. Sept. (Jens. Bln.) Die „Rowoje Wremja" schreibt zur Rückkehr der russischen. Ganzinvaliden aus der deutschen Kriegsgefangenschaft, die Heimkehrenden stellten einmütig fest, daß sie gut behandelt wurden.
Oie zweite österreichische Note an Amerika.
Die österreichisch-ungarische Negierung legt nochmals den Rechtsstandpunkt dar.
Wien, 27. Sept. Der Minister der Auswärtigen Angelegenheiten Baron Burian hat dem amerikanischen Botschafter in Wien die .folgende Rote überreichen lassen:
Wien, 24. September 1915.
Der Unterzeichnete bat die Ehre gehabt, die sehr geschätzte Note vom 16. August d. I. zu erhalten, mit welcher es Seiner Exzellenz dem Herrn außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika Frederic Eourtland Penfield gefällig war, die Stellung zu kennzeichnen, welche die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika gegenüber dem von der K. und K. Regierung in der Frage der Lieferung von Kriegsbedarf an Großbritannien und deffen Verbündete vertrete- nen Standvunkt einnimmt.
Die Änsführungen der Bundesregierung beruhen zum großen Teil aus der nicht zutreffenden Voraussetzung, als hätte die K. und K. Regierung die in Artikel 7 der 5. und der 8. Haager Konvention den Angehörigen neutraler Mächte eingeränmte Befugnis, den Kriegführenden Konterbande zu liefern, überhaupt in Abrede gestellr, während doch die vorerwähnte Note der K. und K. Regierung ausdrücklich besagt hatte, daß der Wortlaut — aber auch nur dieser — der bezogenen Bestimmung der Bundesregierung eine formale Handhabe zur Duldung des von ihren Bürgern gegenwärtig betriebenen Handels mit Kriegsmaterial Mete. Der K. und K. Regierung lag selbstverständlich fern, dem Washingtoner Kabinett ein Abgehen von einem geltenden Vertrag anzusinnen, sic wies nur darauf hin, daß nach ihrem Dafürhalten jener Bestimmung nicht eine Auslegung gegeben werden sollte, die mit dem Grundgedanken und den obersten Grund- sätzen des Neutralitätsrechts in Wiedersprnch geriete. Allerdings entsteht aus der fortschreitenden Kldifizie- rung des Völkerrechts die Gefahr, daß die in schriftlichen Vereinbarungen niedergelegten Rechtssätze als das Um und Auf des Völkerrechts angesehen und varüber deffen allgemeine Grundgedanken, so weit sie noch nicht in Staatsverträgen ausdrücklich fixiert worden sind, übersehen werden. Dieser Möglichkeit sollte jedoch gerade in bezug ans die Materie des Neutralitätsrechts vorgebeugt werden, und in diesem Sinne erscheint im Preambule der 18. Haager Konvention (2. und 3. Absatz' betont, daß die Stipulationen dieses Abkommens ledig-
