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UlfAd« » »**< AeSzadra. — »ezugS-yre»: durch den Verlag S# Pf,, monatlich, durch tat
Verlag: Langgasie 27.
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f 4 605* «erlaeS-Fernsprccher Sk». 2*5*. MlllMOlh, KkN dO*
Redaktions-Fernlvrecher No. 52.
1903.
IHorgen-Ausgabe.
Aür öcrs 1. gmctrfaC 1904
auf das
Wiesbadener Tagblatt"
M- Bezugspreis 1 Mk. 50 Pf. vierteljährlich -V» p jj*nnteren, findet sich Gelegenheit
im Verlag Langgasse 27, bei den Ausgabestellen,
Pen Zwerg-Erprvitioneu
der Nachbarorte,
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hei sämtlichen deutschen Ueichspostanstalten.
Das Decht der Karikatur.
Ein Ausnahmegesetz gegen den „Simplxcxsftmus wird fordert. In einem Hamburger Blatte kann man lesen, dem „Simplicissimus" die gewerbs- und gewohn- Dmäßige perfideHerabwürdigung desOffizierkorps gc- "jt werden muß. Das Wie überläßt der heftig wütende rfasser vertrauensvoll der Regierung oder den nchstagsfraktionen, die etwa die Neigung empfinden ittten, der liebenswürdigen Anregung zu folgen. Wenig- rns vernimmt man nichts über das Ute in dem schmerzlich bewegten Artikel. Diese Forderung wird heule auf- Mellt; morgen bekommt man vielleicht zu hören, daß es m Interesse der Erhaltung der Familie und ihrer sittlichen Grundlagen sei, den „Fliegenden Blättern" ihre siereotypen Schwiegermütterwitze zu verbieten. Und dann, wrmn sollen sich unsere jüdischen Mitbürger immerfort die, Karikierung in Witzblättern einer besümmten Färbung gefallen lassen? Die Gerechtigkeit verlangt, daß Ach ihnen ihr Recht werde. Ferner: Der „Kladderadatsch", der „Ulk" gehen nicht immer glimpflich mit den Schwarzen M, haben es besonders auf die Jesuiten abgesehen und scheuen sich in ihrer Herzensverhärtung nicht, die Mit- Mer des Ordens Jesu ganz gehörig zu karikieren. Soll dem einmal derartiges verboten werden, so meinen wir. dch das Zentrum die ausgedehnte Befugnis dazu hat, in das zu erwartendeGesetz auchBessimnnmgen aufzunehmen, die die Klerisei vor gezeichneten und geschriebenen Ber- Urumgen gebührend schützen. Es gibt überhaupt keinen Stand und keine Berufsklasse in Deutschland, die es nicht wt müßte, daß bald der spitze und bald der stumpfe ihnen einen Stich versetzt. Der typische Agrarier gerundetem Bäuchlein stampft mit schlecht gemachten fein durch unsere Witzblätter, pfiffig-dumm lächelnd;
der typische Schlotjunker reiht sich ihm an, mit einer fatalen hochmütigen Jntelligenzmaske ausgestattet, elegant und brutal zugleich; dann haben wir den typischen Börsianer, dessen komisch gekrümmte Nase den für alle Wissenden um so komischeren Anschein erwecken soll, daß es Börsianer mit arischen Gesichtern überhaupt nicht gibt. Eine dlntzknackerphysiognomie, die den Militarismus repräsenfieren soll, ist dem Karikasixristen ebenso Vertraut wie die geduckte Scheinheiligkeit eines nach Be- lieben spindeldürren oder feisten Pfäffleins, und auch der brave Alldeutsche, der vertrocknete Schulmeister mit der süffisanten Überlegenheit, dies alles, diese bunte Masse von bewußt übertreibenden und übertriebenen Verkörpe- ruugen von Berufsmenschen jeder Art und jeder Klasse und Kaste wimmelt durch die Fülle unserer Witzblätter. Schnell noch sei der vergeßliche Professor, der typische Korpsstudent notiert, damit die Reihe einigermaßen vollständig abschließe.
Was will maii denn? Was schadet uns dies Treiben? Me armselig wäre es um unsere Zustände bestellt, wenn die Lust an der Karikatur imstande wäre, so auflösend und vergiftend zu wirken, wie es einige Pedanten von Zeit zu Zeit zu behaupten pflegen! Man sehe einmal nach, wer die Wtzblätker mit Vorliebe liest, und man wird finden, daß es gerade die hauptsächlich angegriffeneil Gesellschaftsklassen sind, die im Gefühl ihrer Gesundheit ein kitzelndes Vergnügen darin siilden, sich gelegentlich in einer verzerrten Perspektive zu beobachten. Der Leutnaiit ist der treuste Leser des „Simplicissimus", und so oft man in Zentrumskreisen zeigt, daß man sich über den „Kladderadatsch" ein bißchen geärgert hat, hat man ihn selbstverständlich auch ein bißchen gelesen. Was in Deutschland an Karikaturen gebotm wird, das ist nicht schlimmer, eher milder als die entsprechenden Leistungen in England und Frankreich, in Amerika imd Italien. Noch nie hat man gehört, daß in diesen Ländern nach dem Staatsanwalt und nach der Polizei gerufen wurde, damit dem Schalk sein schließlich doch harmloses Handwerk gelegt werde, und wenn vormals der Hofnarr sein Existenz- recht hatte, warum soll es seinem Nachfolger geraubt werden, der uns allen den Hohlspiegel vorhält, der keinen verschont, der gerade dadurch für ansgleichende Gerechtigkeit sorgt, daß er jeden über jeden lachen macht? Nein, lassen wir es nur ruhig, wie es ist. Wenn das deutsche Volk keine größeren Sorgen hätte, als die, wie es mit seinen Karikaturisten fertig werden soll, dann wären wir beneidenswert gut daran. Mindestens diese eine Sorge also wollen wir so leicht tragen, wie sie leicht wiegt. Wenn man heute die deutschen Offiziere fragte, „ob sie dem „Simplicissimus" wirklich das Handwerk gelegt wissen wollen", wir sind sicher, daß nur eine verschwindende Minderheit die engherzige Geschmacklosigkeit begehen würde, ja zu sagen.
D!e KrMenimWruN der Santilunasacftülfeu und AudlUWieMW.
Durch das Gesetz, betreffend weitere Abänderungen des Krankenversicherungsgesetzes, vom 25. Mai 1903 ist der Krankenversicherungszwang hinsichtlich der Hand- lungsgehülfen und Handlungslehrlinge derartig ausgedehnt, daß es für diese selbst, wie insbesondere auch für die Prinzipale durchaus gebotm crfdEjeint, sich mit den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen vertraut zu machen. Während dieser Versicherungszwang bisher nur für einm Teil der geringer besoldeten Handlungsange- slellten bestand, unterliegen ihm vom 1. Januar 1904 ab alle Handlungsgehülsen und Lehrlinge, derm Arbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt 6% Mark für den Arbeitstag oder, sofern Lohn oder Gehalt nach größeren Zeitabschnitten bemessen ist, 2000 Mark für das Fahr gerechnet nicht übersteigt, d. h. der Verstcherungszwang ist damit, wmn, was der Abgeordnete Raab bei der Be- ratung des Gesetzes vom 25. Mai 1903 angab, richtig ist, aus 80% der Handlungsgehülsen und Lehrlinge aus- gedehnt. Finden dennoch auch aus sie alle die sämtlichen Bestimmungen des Krankenversicherungsgesetzes An- Wendung, so sind es doch zurzeit vornehmlich die nach- stehenden, welche für ihre Versicherungspflicht Beachtung verdienen. Was zunächst dm Kreis der Versicherungs- pflichtigen anbetrifft, so scheiden kraft ausdrücklicher Bestimmung des Gesetzes alle Personen aus, derm Beschäf- tigung durch die Natur ihres Gegenstandes oder xm vor- aus durch den Arbeitsvertrag ans einen Zeitraum von weniger als einer Woche beschränkt ist. Im übrigen ist zu beachten, daß der Begriff der Handlungsgehülsen nicht dadurch ausgeschlossen wird, daß neben dm kauf- wännischen Dienstm noch andere zu verrichtm stnd, und daß zu den Handlungsgehülsen im allgemeinen auch die Handlungsreisenden gehören, sofern nämlich nicht die Selbständigkeit der ihnen nach dem Vertrage gebührenden Stellung eine Ausnahme be- gründet, während der Handlungsagent im Sinne des Handelsgesetzbuches nicht hierher gehört. Zn befreien sind von der Versicherungspslicht: ans ihren eigenen Antrag Personen, welchen gegen ihren Prinzipal für den Fall der Erkrankung ein Rechtsanspruch aus eine der gesetzlichen entsprechende oder gleichwerffge Unterstützung zusteht, sowie ans den Antrag des.Prinzipals Lehr- linge, welchen durch den Prinzipal für die während der Dauer des Lehrverhältnisses eintretenden Erkrankungst- fälle der Anspruch aus freie Kur oder Verpflegung in einem Krankenhause auf 26 Wochen zugesichert ist. Be- freiungsanträge dieser Art sind an den Vorstand der zu- ständigen Kasse zu richten; lehnt diese den Antrag ab, so entscheidet auf Ansuchen des Antragstellers die Aussichts-
Feuilleton.
iS dem Iug des Todes rm Jahre 1903.
Dichter und Künstler. Königl. und städt. usikdirektor Rosenkranz. Komponist vieler Militär- irsche, 4 20. Januar in Heidelberg. — Komponist . anquette („Glocken von Corneville"), 4 28. Januar m P-ris. - Joseph Blau, ältestes Mitglied der Wiener vofoper, einstiger Mimiker, t 2. Februar xn Linz. — »ontponift Hugo Wolfs, f 23. Februar in Wien in der «lldesirrenanstalt. — Peters, bekannter ^Landschaftsmaler, f 85 Jahre alt am 24. Februar in Stuttgart. —
bffopernsänger Hermann Krug, t 8. März in Mann
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- Akademische Gesanglehrerin. Frau Prof. Anna «chultzen von Asten, f 25. März in Berlin. — Sffoeld
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-ckeliMun, Architekt, Erbauer des Straßburger Landes. üMchuHpakastes, t 18. Mai in Neckargemünd. — Sänge- m ©n&iTT ©^»fiPTfnn + in Baris. — Kammersänger
Marbach. — Professor
5» Sybill Danderson, -s in Paris. - Kammersänger Theodor Reichmann, f 22. Mai in Marbach. — Professor ^alandrelli. Bildhauer, t 26. Mai in Berlin. - Irma Opernsängerin, t 4. Juni in Wien. — Nnnnez 7 Arce, früher spanischer Minister und Lyriker, t in Madrid. - Professor Hugo Bürgel, Land- maler. * 4. SVi
| Zchtsmaler, f 4. Juli in München. — Professor Hans ^ude, Altmeister der Landschastsrnalerei, s 17. August in «erlin. - Professor Eduard Büchel, Ehrenmitglred der MkeSdener Kunstakademie, s 27. August ebendaselbst. ■ g?». Zunxpc, Hofkapellmeister, + 4- September xn Lunchen. — Maler Professor Friedrich Kaullmäy f
"-uniyen. — Maler Professor y-rtcoruif »ouw«^, , -".Jahre alt am 7. Sept. in Hannover. - Maler Pro- Mor Stückelbcrg, f 15. Septernber 72 Jahr alt in Basel.
''otutfelöcrö, t 15. Septemver UA \ ul a rw rt 1
JNMwy Kirchner, Komponist und Freund Robert WMmanns, f 80 Jahre alt am 19. Sept. in Hamburg.
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tv.. " 1 “ 1 », ou »riuiit UJ.1 Ulm i',. —— - - Tri
%txe Geistinger, Schauspielerin, t 80. ^ember in
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" Nähe von Klagenfurt. — Königl. Mnstldirrgent cn.^- Karl Freese, + 6. Oktober in Berlin. — --berst - ^ard Henry Savage, amerikanischer Theaterichrxft- Mer, s ig, Oktober in New Bork. — Königl. bayer. Uchauspicler Wilhelm Schneider, 1' 17. Oktober xn Lunche«. - Lustspieldichter Hofrat Gustav v. Moser, 1 28 - Oktober in Görlitz. — Rudolf Heinrich Salomon,
Bassist, Veteran der Berliner Hofoper, t 78 Jahre alt, 7. November in Berlin. — Karl Bausewein, Königl. bayer. Kammersänger, 's 19. November in München. — Königl. Musikdir. Julius O. Grimm, t 7. Dezember in Münster.
Gekehrte und Schriftsteller. Paul Simons ans Berlin, berühmter Brückcntcchniker, 1' 21. Januar in Bern. — Gehexmrat Grasberger, Professor der klassischen Philologie in Würzburg, f 23. Januar ebendaselbst. — Dr. Gestner, Universitäts-Professor und Direktor der Frauenklinik, s 24. Januar in Erlangen.
— Joh. Faust, berühmter Entomologe, f 18. Januar in Pirna. — Professor Sir George Gabriel Stottes, berühmter Mathematiker an der Universität Cambridge, t 2. Februar daselbst. — Freiherr v. Biedermann, Gvetheforscher, f 6. Februar in Dresden. — James Glasher, berühmter Meteorologe und Luftschisfer, -s 9. Februar in Croydon bei London. — Geh. Rat I)r. Karl Cornelius, Geschichtsforscher, 1848 Mitglied des Frankfurter Parlaments, 4 11. Februar in München. — Meteorologe Enzensberger, Begleiter der deutschen Süd- polar-Expedition, 4 14. April aus den Kerguelen-Jnseln.
— Malvina v. Meysenburg, Romanschriftstellerin, 4 87 Jahre alt, 26. April in'Rom. — Heinrich Freiherr Schilling v. Canstatt, Entomolog, 4 18. Mai. — v. Hef- ner-Alteneck, Kunsthistoriker und früherer Direktor des bayer. nat. Museums, 4 92 Jahre alt, 19. Mai in München. — Julius Lohmeyer, Schriftsteller, 4 23. Max in Berlin. — Fr. Hermann v. Seeger, hervorragender Sprachrechtslehrer, 4 13. Juni in Tübingen. — Professor der Mathematik Karl Gegenbauer, 4 14. Juni in Heidelberg. — Gregor Samarow (Oskar Meding), Romanschriftsteller, 4 75 Jahre alt, 13. Juki in Cyarlvttenbnrg.
— Frederick W. Holls, hervorragender Jurist und Kenner des Völkerrechts, 4 23. Juli in New Bork. — Professor Kerkhoff-Paris, Bearbeiter des Volapük, wurde am 11. August in Döttingen in der Schweiz durch einen Eiscn- bahnzug überfahren. — Dr. Jacques, Gen.-Stabsarzt der türkischen Armee, 4 28. August in Salonichi an Blutvergiftung. — Earus Sterne, Schriftsteller, 4 26. August in Eberswalde. — Ferdinand Heigel, Advokat und Schriftsteller, 4 8. September in München..— Medizinal
rat Dr. Fidelis Würth, ältester Mediziner Deutschlands, 4 98 Jahre alt, 25. September in Freiburg i. Baden. — Rudolf Falb, Begründer der modernen Wetterprognose, 4 30. September in Schöneberg bei Berlin. — Rnd. Lip- schitz, Geh. Reg.-Rat und Professor der Mathematik, 4 9. Oktober in Bonn. — Dr. Karl Martini, Geh. Sani- tütsrat, berühmter Frauenarzt, 4 17. Oktober in Breslau. — Richard Schmidt-Cabannis, Schriftsteller, 4 65 Jahre alt, 12. November in Berlin. — Professor Dr. Friedländer, bedeutender Pädagoge, Direktor des Leibrxitz- Gymnasiums, 4 12. November in Berlin. — Wilhelm v. Polenz, Schriftsteller, 4 13. November in Dresden. — Herbert Spencer, berühmter englischer Philosoph, 4 7. Dezember in London. — Geh. Rat Professor Dr. Dieckerhoff von der tierärztlichen Hochschule in Berlin, 4 14. Dezember daselbst.
Parlamentarier. Handelskammer-Präsident und früherer Reichstags-Abgeordneter Diffenei, 4 5. Jan. in Mannheim. — Justizrat Wilhelm Trautmann, früher freisinniger Reichstags-Abgeordneter, 4 7. Februar in Halle a. S. — Kanonikus Dr. Simoni, von 1874 bis 1898 elsässischer Reichstags-Abgeordneter, 4 11. Februar in Niedcrbronn. — Bandekow, konservativer Landtags- Abgeordneter des Wahlkreis II. Breslau (Gu'hrau- Steinau-Wohlan), 4 25. Februar in Berlin. — Graf Skorzewski, früher Reichstagsmitglied, 4 3. März in Posen. — Freiherr v. Heeremann, hervorragendes Mitglied des Zentrums, 4 23. März. — Justizrat Munckcl, Reichstags- und Landtags-Abgeordneter, 4 10. April in Berlin. — Wirkt. Geh. Rat Dr. Breithaupt, früher Mitglied der zweiten Kammer und des preuß. Mgevrdneten- hauses, 4 17. April in Naumburg. — Geh. Justizrat Wachsmnth, 1848 Mitglied der Nationalversammlung, 4 93 Jahre alt, 29. Mai in Crossen a. O. — Graf Äonrad Prcysing, Atitglied der bayerischen Zentrnmspartei, 4 9 Juni in München. — Richard Rösicke, Mitglied des Deutschen Reichstages, 4 21. Juli in Berlin. - Geh. Justizrat Jensch, früher freisinniger Ncichstags-Abgeord- ueter, 4 31. Juli in Brvmberg. — Oberlaudcsgerichts- rat a. D. Brünings, früher Reichstags- und dann noch Landtags-Abgeordneter, 4 7. 'August in Bad Hcrrenalb. — o. Levetzoxv, früher Präsident des Deutschen Reichs-
i
