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durch den Verlag S» Pf«. mon-tlich, durch d.e «i~s* 9 Ms L« Effl. oiertrliabrli» für beide

Lerlag: Langgasie 27.

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Die einspaltige Petitzeile für lokale «nzeige» 15 Vfa., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — ReKamen die Petitzcile für Wiesbaden 50 Pfg., für auswärts 1 Mk.

Abend »Ausgabe.

3 ut MiMär-Kapellmrifler-Frage.

Der Kampf der preußischen Militärkapellmeister um .ine Verbesserung ihrer materiellen Lage und Hebung ibrer "Rangstellung ist seit etwa 50 Jahren im Gange, Ine daß bisher etwas wirklich Wesentliches ^ erreicht imttbe Seit dem Jahre 1871 handelt es sich nicht allem inn die Kapellmeister der preußischen Armee, .sondern wjtt diesem Zeitpunkt an sind auch dir Kapellmeister der ^deutschen Bundesstaaten, denen man behuf» Glerch- iießung mit den preußischen Kollegen ihre bessere L-tel- nna aenomwen hatte, in diese Bewegung mrt einge- 2/ Fast jedesmal bei den Heeresetatberatungen des Estaaes ist dieser Punkt von Abgeordneten der ver­schiedensten Fraktionen, die sich für diese inter-

werten in dankenswerter Weise zur Sprache gebracht mrden. Es seien hier nur die Abgeordneten Spahn, Aöber Müller-Sagan und Bassermann erwähnt. Doch, wie gesagt, eine wirkliche einschneidende Änderung der Verhältnisse ist bisher trotz aller Vorschläge der oetresfen- v pn grwnrMteiett unö trotz frei manrngsachen Zusiche-

irirfit erfolat Zwar ist burch eine allerhöchste Kabinetts- erder non? 22. Btärz 1898 siir eine veredelndere Unlfor- «ierung der Stabshoboisten gesorgt worden., doch-an.den bestehenden Tatsachen ändert in Wirklichkert mchts, der Militärkapellmeister rst und blerbt „Unterostizicr .

" Die geheimen Wünsche der an dieser ganzen, über­aus berechtigten Bewegung beteiligten Kreise mögen wohl dahin gehet,, dem Militärkapellmeister eine dem Offtzrers- mnge koordinierte Stellung zu verschaffen, eure >L>onder- stelluna wie sie beispielsweise rn der deutschen Armee der Zahlmeister ein nimmt. Diese Wünsche sind wohl für die augenblicklichen Verhältnisse etwas zu hoch geschxaubt, obschon zugegeben werden kann, daß iur die weitere Zu­kunft eine solche Standeserhöhung durchaus möglich und erwünscht wäre. Dazu bedarf es aber zunächst einer ein­greifenden Umänderung in bezug auf den Bildungs- und Studiengang des Militärkapellmeisters. Zweitens wur­den sich aber auch Standesverpflichtungen für den Kapell­meister ergeben, die sich mit der bisher geübten und gar- mcht zu vermeidenden Erwerbspraxis kaum verein­baren lassen. Dieser letztere Punkt scheint bisher über­haupt nicht in den Kreis der Betrachtungen gezogen worden zu sein. Es ist durchaus fraglich, ob sich die leitenden Kreise jemals unter den bestehenden Verhalt- Nissen dazu bestimmen lassen werden, die erhoffte Standes- Nud Rangerhöhung einzufiihren, selbst wenn durch einen einheitlich geregelten entsprechenden BUdungs- und Studiengang alle anderen Vorbedingungen für erne der­artige Stellung erfüllt wären. Allerdings könnte dann wit Recht behauptet werden, daß der Militärkapellmeister durch ein entsprechendes Gehalt und eine ausreichende Pension in die Lage gesetzt würde, aus M die Mnstkge- Mte, die sich mit" seinem neuen Rang nicht vereinbaren laßen, Verzicht zu leisten. Das wäre auch zugleich ein

Akt der Gerechtigkeit denjenigen Kapellmeistern gegen­über, die in kleinen Städten mit großer Garnison leben und die dort kaum irgend welche Nebeneinnahmen er­zielen können. Man vergleiche einmal die materielle Stellung eines Militärkapellmeisters in Berlin mit dem- enigen eines Kollegen in einer westpreutzifchen Grenz-

'^Die Erhöhung des Gehalts und der Pension wäre also einer der wesentlichsten Punkte, die bei eirier anzu­strebenden Verbesserung in Betracht kämen. Dre augen­blicklichen Gehälter sind tatsächlich sehr reformbedürftig. So erhält z. B. der Militärkapellmeister nach dreißig Dienstjahren eine Pension von 700 Mark, während die gleichaltrigen Zahlmeister 2300 Mark beziehen. Daß hier eine dringende Aufbesserung vonnöten ist, leuchtet ohne weiteres ein. Es wird ja auch in Wort und Schrift genügend dafür gekämpft. Ein besonderes Verdienst in dieser Hinsicht gebührt dem kürzlich verstorbenen Theodor Kewitsch, der in einer mit groherSorgfalt ausgearbelteten Denkschrift den berechtigten Wünschen der deutschen Kapellmeister eine dauernde und feste Form gegeven. hat. Die augenblickliche, wenig erfreuliche Lage des deutschen Militärkapellmeisters fällt um so krasser ins Auge, wenn man dagegen die gleichen Verhältnisse in anderen Ar­meen, so in der französischen und österreichischen, be­trachtet. So bilden beispielsweise die französischen Militärkapellmeister vier Rangklassen. Die erste und zweite Klasse rückt zwischen Hauptmann und Oberleutnant ein, die dritte Klasse zwischen Oberleutnant und Leutnant, die vierte zwischen Leutnant und Unteroffiziere. Nun, ein solches Avancement steht ja wohl bei uns nicht zu er­warten und wird auch gar nicht von den Faterestcnten erstrebt, doch daß möglichst bald erne gründliche Wand­lung zur Besserung eintreten möge, das ist wohl der auf­richtige Wunsch aller derer, die die Kulturarbeit unserer Militärkapellmeister zu schätzen wissen. Man stelle die ganze Kapellmeister-Karriere auf erne andere Basis und die gewünschten Ziele werden dann auch ohne werteres erreicht werden. "* b '

Volttische Übersicht.

Bureankratic und Jnimstrieschiidigung.

Der Rechtsschutzverein der Fabrikanten pharrnac. Spezialitäten, Sitz in Würzburg, richtete an dre ver­schiedenen Ministerien bezw. Senate von Hamburg und Bremen, sowie an das Reichskanzleramt folgende Ern- gäbe- Unterzeichneter Verein der pharm. Groß industriellen erlaubt sich die Mtte zu stellen, rhu rm Inter csse seiner Mitglieder aufzuklaren, welches dre Merkmale eines Geheimmittels oder ähnlichen Arzneimittels nach der erlassenen Geheimmittelverordnnng sind oder was pharm Präparate zu solchen stempelt. Wir erbitten dre Auskunft umgehend, damit unsere Mitglieder und deren nack Tausend "zählende Beschäftigte vor schwerem Schaden KOTSÄ? (F°lgt Unterschrift.) «ese Anfrage bat ihre volle Berechtigung und ist eme klipp und klare Antwort erforderlich, um unsere im In- und Auslände

ich eines vorzüglichen Rufes erfreuende pharm. Groß­industrie zu befähigen, ihre Präparate so auszustatten und zu empfehlen, daß kein Anstoß daran genommen- werden kann. Auf die von sämtlichen 96 betroffenm Fabrikanten leingereichten Gegenvorstellungen wurde auch nicht einem eine Antwort zuteil und ans wiederholte» Anfragen einzelner Fabrikanten, was denn den Grund zur Beanstandung ihrer Arzneimittel gegeben hatte, er- vlgten nur ausweichende oder gar kerne Antworten. So hatte sich z. B. bereits im Januar 1902, also lange vor der Veröffentlichung der Liste, ein Fabrikant an das konig- liche bayr. Ministerium mit der Bitte gewandt. man möchte ihm doch sagen, was an seinem Praparat Anstoß errege, er sei ja gern bereit, allen Wünschen sowohl was Empfehlung wie Packung betreffe, nachzukommen; nur möchte inan mit Rücksicht auf die Gefährdung des Exports von öffentlicher Brandmarkung fernes Fabrikates als Schwindelmittel Abstaird nehmen. Auch in diesem Falle bequemte inan fief). noch zu keiner Antwort, m es wurden sogar trotz wiederholter Bitten um Verbescherdung dw mit eingesandten patentamtlichen Urkunden zurück- behalten. Eine derartige Behandlung emer Groß- Industrie, welche viele Tausende von Arbeitern beschäftigt, ist unverständlich und nur zu hoffen, daß durch dre Ant­wort aus oben erwähnte Eingabe endlich Licht geschaffen werde zur Beruhigung der mit Recht sehr erregten Ge-

müter. .

A«r Lage m Südafrika.

g. Johannesburg, 15. Dezember.

Über das entsetzliche Elend, das in der Bu«n^ bevölkerung herrscht, habe ich bereits berichtet, doch bei- nahe nicht weniger schlimm sind die Zustande für dw Europäer Die finanzielle und wirtschaftliche Lage ist vollständig zerrüttet und die Angestellten m dm Ge­schäften werden dutzendweise entlassen; ein einziges großes Magazin verabschiedete soebm 60 zu gleicherZeit Fast allen Beamten bet der Abteilung für öffentliche Arbeiten ist von der Regierung gekündigt worden, und der der Eisenbahn haben über 160 Angestellte allem, seit Anfang dieses Monats ihren Posten eingebußt. Die Stadtver- waltung hat allerdings ca. 50 Personen engagiert, um Reparaturen der Straßen vorzunchmm, aber sie b^ahlt mir 6—8 sh. per Tag, was in Rücksicht auf die hohen Preise der Lebensmittel nicht mehr als 2 M. in Deutsch­land ausmacht. Wie sollm Leute davon^'stlerm dm noch dazu als Haudlungskommis solcher schweren Arbeit aar nicht gewachsen sind, und was machen 50 bei einer ganzen Armee von Beschäftigungslosen aus! Die Er. bitterunq dieser Unglücklichen ist aber um so großer, als die Behörden den zu Hunderten mit den Dampfern von Australien, Amerika und Europa Ankommenden die Er- laubnis zur Einwanderung erteilen, trotzdem das Gesetz vovschreibt, daß niemand in Südafrika ausgeschifft wer­den darf, der nicht mindestens 100 Pfund Sterling baren Geldes besitzt oder einen festm Engagementsvertrag vor­zeigen kann. Von beiden haben die Neuankömmlinge fast

Oie Nevolutzer.

Roman von Walther Schulte vom Brühl.

(66. Fortsetzung.)

XXI.

■Bit ein freundlicher Herr auf Elgersbusch eintraf. Von dem, 5»« bei Gottfried fand und dem, was er durch Agnesens »-

i 7- . orn Avttatti in rtPtt 61 nhclT

er bei Gottfried fand und dem, was er durch Agneiens wm- M'NN nicht fand. Wie Herr Manuel erneut einen großen Mtriotiföen Juror entwickelte, an dem sich Gottsried die Flnger Kannte, wie er deshalb den Staub von seinen Fußen schüttelte, »erhcr aber noch mit feiner Kousine ein Köppchen Kapee wank,

Ko Um, ^Tiptt itrtn pine oncT*

a»er noch mit feiner Kousine ein stotwn 1 N°n ihr mit einem Löckchen beschenken ließ und eine Brrel Poststation in einem alten Weidcnbaum errichtete.

.Mit denn Englisch hat es seine Mucken." sagte Agnes iu ihrem Vetter. ' „Vieles, was dieser offenbar gut nnter- Mete, Artikelschreiber in Galignanis Messenger hier die famose Lola zum besteu gibt, Hab' ich nur mit ^c-nes Hülfe und einem alten Diktionär herau^bnngeii I°nne„, aber ich glaube, daß es für deine Zivecke genügen

’ -r uct lu > ötUlUJV, ÜUÜ (Ui- y .

J*- Übrigens ein eklig Geschäft, diesen Schmutz auf- Kruhren, nimm's mir nicht übel." . . ,

-5)0 glaubst doch nicht," entgegnete Gottfried, „daß -Err das etn besonderes Veranüaen mache. Aber dem be-

das ein besonderes Vergnügen mache. Aber demT-e Herrn in Söhlig muß man beipflichten. ~ € ‘n

„ Prrrn in Vvytlg MUg muu

optan 11 einmal gezeigt werden, welche .flechte sich «,?de die herausnchnlen, welche uns die natürlichen ? dorenthalten wollen, wie viele voii ihnen aller ZMM und tSiitto ickilrirwu und sich dreist auf

W^.unb Sitte ins Gesicht schlagen und sich dreift^aus lind Müldpunkt stellen, sie stünden in ihrem ganzen ^.un

lltlX Ci ei» r | IVL 11 / I l'C | ,

über jeder Kritik erhaben, und ihre Unhi- ^ -bn hätteil vorwiegend nichts zu tun, als ZU gehorchen hjf. Kl zahlm. Ich werde in dieseni neuen Flugblatt,

iass^ tImen - '

Btfih. " w,1 . cu „Fürstenspiegel", nur die Tatsachen mti | "v}' und ich denke, sie reden genug." . . ,

seufzte. „Nun ja. Diese Sache<ift imn einmal kS?' (' e muß auch durchgefiihrt werden Mehr zu ändern."

Daran

Plötzlich öffnete sich die Tür zum Wohnzimmer, in

dem die beiden weilten, und Herr Manuel erschien, mit bleichen Zügen und in höchster Aufregung.

Was soll das bedeuten?" frug -er mit heiserer Stimme. „Hier im Vorhaus stehen ihrer zwei, die dick) zu sprechen verlangm, Gottfried. Es sind ihrer zwei vom Gericht." , ^ _

Gottfried sprang empor und sagte tonlos: „Dom Gericht? Weiß der Teufel, was sie wollen, ^ch Hab meines Wissens keinen totgeschlagen."

„Das hat auch keiner behauptet", ließ sich da eme fi-emdeStimme vernehmen, und ein gemütlich a-iMehmder etwas beleibter Mann betrat das Zimmer „Das kann ick auf den ersten Blick bestätigen, daß der Herr nicht wie ein Mörder aussieht, aber es gibt, Gott sei s geklagt, noch eine ganze Armee von anderen Straftaten.

„Was wünschen Sie von mir, mein Herr?" frug Gottfried sich fassend.

Kriminalkommissar Kötte in Begleitung eiiies anderei, Beamten," stellte sich der gemütliche Herr vor, indem, er seine Legitimation überreichte. „Sw sind der Studiosus

Gottfried Hülskanip." , , ^ r nt „ s

.Stemmt, mein Neven," sagte Herr Manuel. „Und mein illeveu ist ein ordentlicher junger Mann, dem ke,ns etwas nachsagen kann, iind für den ich gut steh.

Einstweilen haben wir keinerlei Auftrag, dem jungen Herrn persönlich zu nahe zu treten," beruhigte derBeamte. „Ich habe nur die Weisung, sein Zimmer einer sorg- fältigeri Durchsuchung zu unterziehen." .

„Zom Düwel, he hätt' doch Nit gestohlen!" schrre Herr

Mamwl. ^ ouch nicht int Verdachte, ein solches Delikt begangen zu haben," antwortete der Herr, „aber es gibr leider noch eine Fülle anderer Delikte. >;ch habe die Weisung, nach gewisseri Papieren oder Druckschriften zu vigiliercn, und ich muß den Herrn bitten, nur zu diesem Zweck sein Zinimer zu zeigen."

„Ich möchte allerdings bezweifeln, ob das Gericht oder der Staatsanwalt an meinen Büchern viel Genuß haben wird," sagte Gottfried lächelnd. „Es sind zumeist Fachschriften, die ich zu meinem Studium gebrauche.

„Das werden wir denn ja sehen," äußerte der Herr mit gewinnendem Lächeln. „Also, wenn s belrebt.

„Ich setze voraus, daß diese Durchsuchimg in meiner Gegenwart stattfindet," sagte Gottfried. ,

„Gewiß, aber auch ohne das brauchen Sie keine Angst zu haben, daß etwas anderes von uns weggeführt wurde, clls das, was Sie belasten könnte ",

„Also gehen wir. Vielleicht schließt sich der Onkel

^ ,Lluch gegen einen Zeugen habm wir nichts, wenn­gleich er unseretwögen nicht nötig wäre." „

„So tritt’ ich dich, mitzugehen, lieber Ohm, und wäre es nur, damit du einmal siehst, wie man im Lande Prerißen ohne weiteres in ein angesehenes „und patriotisches Haus eindringeu darf, um dm Leuten lästig

zu werdm." ^ ..

,Nichts ohne seinen Grund und mchts ohiw gesetz- liches Recht", sprach Herr Kötter. Herr Manuel aber zeigte wenig Geneigtheit, der Haussuchiing bei setnern Neffen

anznwohnen. ^ ,

Ich will mit dieser Sache garnrchts zu tun haben, gar nichts", erklärte er. „Bei mir selber ist alles m Ordnung Wenn's bei chm artders sein sollte, dann mag er es selber verantworteti. Dazu braucht er mmne zeugenschaftliche Gegenwart nicht. Nee, mit so Sachen will ich partout nix zu tun haben." .

„So werde ich mitgehm, wenn es dem Gottfne» darum zu tun ist," sagte Agnes

„Tu brukst bin Nas nit derbi (daber) to Han. Dies ift leine Snche ein Frauenzimmer, zeterte Ät.anrlel» aber Agnes ließ sich nicht abhaltm und folgte dm Männern auf Gottfrieds Zimmer, wo dw, Beamten als- bald begannen, die Bücher und Druckschrfttm auf dem Tische zu prüfen.