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.... „’ * * ^r Für die Aufnahme von Anzeigen an »oraefchriebene»

,'e?.»u^. n.^iİ Berliner Schriftleitun, de« »irSLadrnrr T-gblattS: Berti«-»ilmerStz»rf «Snchelstr. 6«. Ferufpr.: Amt Ubland 450 u. 4ol. Tagen und Plagen n-irv keine G-wibr übernommen.

Mittwo^r, 22. September 1913.flbCttö «flUSflCtbC»ttr. 442. . 65. Jahrgang.

Bulgarien macht mobil.

vie Mitteilung der Berliner bulgarischen Gesandtschaft.

W.T.-B. Berlin, 81. Sept- (Richbanulich.) Die Kgl. bulgarische Gesandtschaft in Berlin bringt zur Kenntnis aller im D e u t s ch e n R e i ch e sich aufhalten- den bulgarische» Staatsangehörigen, daß die Kgl. bulgarische Regierung heute, »« 8. (21.) September, die allgemeine Mobilmachung angeordnet hat. Infolgedessen werden s i m t l i ch e bulgarische Staatsangehörigen, die sich in Deutsch­land brsinden und militärpflichtig sind, «ufge- fordert, sich unverzüglich »ach der Heimat über Wien oder Rumänien zu begeben. Um etwaige nähere Auskünfte über die aSgemeinen Dinge könne« sich die bulgarischen Staatsangehörige« mündlich oder schriftlich an die Kgl. bulgarische Gesandtschaft i« Ber­lin, Kurfürstendamm 27, wenden.

Oer Belagerungszustand in Bulgarien erklärt.

Haag, 21. Sept. (Z»nf. Mn.) Reutor meldet «iS Bukarest: über ganz Bulgarien ist der Belagerungszustand verhängt worden. Öffentliche Versammlungen find »«boten.

Line Erklärung Radaslawaws an die Regierungspartei.

W. T.-B. Sofia, 22. Sept. (Nichtamtlich.) In einer Ver­sammlung der Regierungspartei «»gehörenden Abgeordneten der Sobranje erklärte Ministerpräsident RadoSlaw»«, angesichts der rasch fortschreitenden Ereignisse könne Bulgarien nicht untätig bleiben und müsse für alle Möglichkeiten gewappnet sein. Die Mobilmachung werde demnächst folgen, (ist also inzwischen bereits eingetreten. Schciftl.), nachdem die Interessen Bulgariens die Aufgabe senier bewaffneten Neutralität nötig machen würden.

von den östlichen «riegsschauplatzen.

ver Raifer in Nowogeorgijerosk und Uowno.

W. T.-B. Berlin, 21. Sept. (Nichtamtlich.) «uS dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: Seine Majestät der Kaiser begab sich »or einigen Siqtn an die Ostfront zu erneuter Besichtigung der Festung NowogeorgijewSk und der Festung Kowno. Im Hafen von NotvogeorgijewSk lag, über die Toppen geflaggt, unsere W e i ch s e l f l o t t e. Unter Glockengeläute und den Klängen der Rationalhymn« erfolgte der Einzug in die Stadt, deren Mittelpunü die ir» größten Stil angelegte Zitadelle mit ihren für die Unter­bringung von 10 000 Mann ausreichenden Kasern ements bildet. Im Wohngebäude der Kommandantur hatte eine deutsche Granate den Weg in das Arbeitszimmer des ehe- maligen Kommandanten gefunden und dort arge Verwüstmi. gen angerichtet. Nach einer Besichtigung des Parks der über 2600 erbeuteten russischen Geschütze wurde die Fahrt zu den Forts angetreten, wobei namentlich Fort 2, von deutscher Landwehr gestürmt, eingehend besichtigt wurde. Bor der Weiterreise fanden Besprechungen mit dem Generalgouver- neur von Warschau, General der Infanterie v. Baseler, und dem Chef der dortigen Zivilverwaltung, Exzellenz v. KrieS, statt. Auf der Fahrt nach Kowno wurden in Nafielsk deutsche Truppen besichtigt und eine große Anzahl tapferer Kämpfer durch die Hand deS Obersten Kriegsherrn persönlich mit der wohlverdienten Auszeichnung deS Eisernen Kreuzes geschmückt. Am Bahnhof Kowno empfingen den Kaiser der Generalfeld­marschall v. Hindenburg und Generaloberst v. Eich­horn, aus deren Mund« er den Vortrag über die KriegS- rreignisse entgegcnnahm. Sein« Majestät bestieg darauf mit -em Feldmarschall den Kraftwagen zur Fahrt über die von »rutschen Pionieren im feindlichen Feuer über den Narew ge­schlagene schwimmende Kriegsbrücke in di« mit Fahnen und Blumen geschmückte Stadt durch das Spalier der in begeilter- ten Jubel ausbrechenden Truppen und Krankenschwestern. Glockengeläute und Salut aus den eroberten russischen Batte­rien begleiteten die Fahrt. Auch die Häuser der einheimischen Bevölkerung waren vielfach geschmückt. Kinder streuten Blumen vor dem kaiserlichen Kraftwagen. Nach einer Parade auf dem Marktplatz wurde die römisch-katholische Kirche be­sucht, vor der unter Glockengeläute und Orgelklängen großer Empfang durch die gesamte katholische Geistlichkeit. von Kowno stattfand. E§ folgte eine Besichtigung der Festungsanlagen, wo besonders ein Volltreffer im MmritionS- magctzin der Anschlußbatterie des Forts 4 die verheerende Wirkung unserer 42-Zentimeter-Haubitzen deutlich vor Augen

führte. Aaf Hunderte von Meter waren die Granaten suS d«m MunÄionöinagazin und graße Betonblocke hernmgeschleu- dert. Zur Abenbtchel waren der Generalfeldmarschall von Hi^enburg, Germval v. Eichhorn und der deutsche Gouver- neur der Festung Kowno geladen.

Zu dem ne»e» Besuch Kaiser Wilhelms in Krakau.

Sr. «ten, SS. Sept. (Eig. Dcahtbericht. Zens. Bln.) Zu dem neue» B^uch Kaiser Wilhelms in Krakau wird ge- meldet: Bei der Besichtigung der Jagellonischen

Bibliothek und der dort befindlichen alten Druck­sachen entwickelte der Kaiser eine überraschende Sachkennt­nis. Der Festungskommandant begleitete den Kaiser nach dem Wawel-Schloß, welches der Kaiser noch einmal zu sehen wünschte. ES wurden die unterirdischenKönigs- gröber und sämtliche Kapellen sehr eingehend besichtigt. Der Kaiser stieg sogar auf das Gerüst des Turms des Waweler Schlosses, das bekanntlich restauriert wird, um den von dort sich bietenden herrlichen Rundblick zu bewundern. Alsdann ließ der Kaiser auf seinem Auto Tee servieren, zu dem er seine Begleitung einlud.

vor dem eigentlichen Rampf um Riga?

Dir Bedrrhung der Hauptstadt Petersburg.

Petersburg, 21. Sept. (Jens. Bln.j Wie in PeterS- burger militärischen Kreisen zuverlässig verlautet, dürfte in den nächsten Tagen der eigenlliche Kanipf um Riga beginnen. Die Festung habe noch in den letzten Tagen die erforderlichen Ergänzungen erhalten. Zum Verteidiger der Rigaer Festungszone ist General D a n i l o w, der sich eines sehr guten NamenS in der russischen Armee erfreut, ernannt wor­den. Dieselben Kreise betonen die außerordentliche Wichtigkeit Rigas, da die Deutschen, falls sie sich in den Besitz der befestigten Stadt setzen sollten, einen außerordent­lich bedeutungsvollen Fortschritt auf ihrem Vor- marsch nach Petersburg erzielt hätten. Die Deutschen wären von Riga aus bequem in der Lage, ihre rückwärti­gen Verbindungen zu sichern und die Verpflegung und Munitionsversorgung glatt durchzuführen, da sie mit Hilfe

einer Transportflotte die erforderlichen Zufuhren zu einem wesentlichen Teil auf dem Wasserweg besorgen können. Riga werde von besonders ausgewählten Truppen verteidigt werden.

Militärische Bewachung des Taurifchen Palais:

Kopenhagen, 21. Sept. (Zens. Mn.) „Nationaltidende" erfährt aus Petersburg, die Regierung lasse das Taurische Palais, in dem die Reichsduma tagt, militärisch bewachen; den Mitgliedern sei das Betreten des Sitzungssaales uftd dch

Ausschußzimmer strengstens untersagt. Die hi« beccksichkigie Fortsetzung der Arbeit in den Ausschüssen werde dadurch ver, hindert.

Verleihung des Titels eines Regenten an den Grohfürst-Thronfolger.

Wien, 22. Sept. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Nach einer Meldung der „Rundschau" verlautet in Petersburg, daß der Grotzfür st- Thronfolger nominell den Titel eines Regenten erhalten soll. Die Zarin-Mutter werde ihm statt der erkrankten Zarin zur Seite stehen. Praktisch werde die Regent- schaft von P oliwan»w oder Knropatkin, dessen Name häufiger in der Presse erscheint, geführt werden. Dan» wür, den die radikalen Neformplane verwirklicht werden.

vollständige Vernichtung des russischen Garde­offizierkorps.

Petersburg, 22. Sept. (Zens. Bln.) Nach zuverlässigen Mitteilungen ist das russische Gardeoffizierkorps in den bis­herigen Kämpfen vollständig aufgerieben worden. Allein die Offizierverluste der vornehmsten Petersburger Regimenter werden auf über 800 geschätzt. Auch der Offiziers- pcstand der sogenannten „ausgezeichneten Brigaden" ist voll- stärrdig vernichtet worden. Aktive Offiziere sind nur noch in ganz verschwindender Anzahl vorhanden und, so weit diese sichtbar, sind sie teils schwer verwundet oder schw« leidend ge­worden. Auch die aktiven Mannschaftsbestände d« bevorzugten Regimenter sind vollständig dezimiert. So ist heute von dem bekannten Regiment W h b o r i nicht mehr ein aktiver Soldat vorhanden. In den Kreisen des hohen PeterS,

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