ir»r«.
jcfimiM
Ja'-»
6*4#
:utid)«
; beut 'einriÄ For«- ackirer- Dez.:
I Karl! arlotte, banne« h neide!
iz klier
irbeitel
Maria
Bern-
ipvoldt
tdiuacr
rbaffer,
libedyll
hier- in z»
eii6(id).
Ibaufe»
Man» hneidek Kitbqtb leliniue icbfe zu zlötzuer
ller S>>
»afelbn.
Roiettt
Sero»
boßseld
ankfu»
.horael-
Raa»«
Aarga«
Wiese«'
jrf
rf h»r
Milch« %. de« Anautt.
ffflt. S» Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
Verlag: Langgasie 27.
20,000 Abonnenten.
Anzeigen-Peei»,
Die einspaltige Petitzeile für lokale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für auswärts 1 Mk.
Ale Wühlprüfungen.
ez-ute läuft der Termin ab, bis zu welchem bie Einbringung von Protesten gegen die Wahlen zum feS 8Ä ist, denn § 4 der Geschäftsordnung des R^smgs bestimmt: „Wahlanfechtungen und von Mm eines Reichstagsmitgliedes erhobene Einsprachen, welche später als zehn Tage nach Eröffnung des Rerchs- Mes und bei Nachwahlen, die während erner csesston »Minden, später als zchn Tage nach Feststellung des Wahlergebnisses erfolgen, bleiben unberücksichtigt." Schon diese Besümmung zeigt, daß der Reichstag che Wahl- deanstandungen als eine sehr erlrge Angelegenheit ansieht. Man sollte mithin meinen, daß er als mcht mmder dring- sich wie die Wahlbeanstandungen auch die Wahlprrifungen erachten sollte. Die Tatsachen aber sprechen nicht dafür, sist es doch noch in ftifcher Erinnerung, daß in der letzten Legislaturperiode die Entscheidung über die Gültigkeit zweier Wahlen erst unmittelbar vor Schrcksalstoresschluß erfolgte. Dieser Zustand, daß, wie es nicht nur m der vorigen Legislaturperiode, sondern schon wiederholt vor- gekommen ist, die Entscheidung über die Gülttgkeit oder Ungültigkeit einzelner Wahlen erst beim Ablauf der Legislaturperiode erfolgt, ist jedenfalls nicht nur als -in unhaltbarer, sondern auch als ein unwürdiger zu bezeichnen.
Da auch diesmal bereits eine ganz erhebliche Anzahl oon Wahlprotesten eingebracht worden ist und die Wahl- Prüfungskommission mithin wieder vor die Bewältigung eines ganz ungeheuren Materials gestellt werden wird, so liegt die Gefahr nahe, daß die Wahlprüfungen sich auch Äesmal wieder in derselben schleppenden Weise abspielen werden, wie in der vorigen Legislaturperiode. Es ist mithin dringend geboten zu untersuchen, wer an diesen Mißständen die Schuld trägt und welche Maß- nahmen zu ihrer Mstellung zu ergreifen sind. Denn daß hier Abhülfe geschaffen werden muß, wird doch ernsthaft von keiner Seite bestritten werden können. Nach Ärükel 27 der Reichsverfassung prüft der Reichstag die Legitimation seiner Mitglieder selbst und entscheidet darüber. Dos Wahlgesetz für den deutschen Reichstag bestimmt im 8 13 hierüber: „Über die Gültigkeit oder Un- gülügkeit der Wahlzottel entscheidet mit Vorbehalt der Prüfung des Reichstags allein der Vor- stand des Wahlbezirks nach Sümmemnehrheit seiner Mitglieder." . Der Reichstag überweist nun nach 8 3 seiner Geschäftsordnung jeder seiner sieben Abteilungen eine möglichst gleicheAnzahl der einzelnenWahIverhandlungen, die durch das Loos verteilt werden. Von jeder Mteilung
sind (8 5) die Wahlverhandlungen, wenn 1. eine rechtzeitig (d. h. innerhalb der zehntägigen Frist) erfolgte Wahlanfechtung oder Einsprache vorliegt, oder 2. von der Abteilung die Gülttgkeit der Wahl durch Mchrheits- beschluß für zweifelhaft erklärt wird, oder 3. zehn anwesende Vtttglieder der Abteilung einen ans dein Inhalte der Wahlverhandlungen abgeleiteten, speziell zu bezeichnenden Zweifel gegen die Gülttgkeit der Wahl erheben, an eine besondere WahlprüsungSkommission abzugeben. Wahlen, bei denen keiner dieserFälle vorliegt, werden nach Ablaus der zehntägigen Frist laut 8 7 der Geschäftsordnung für gültig erklärt. Ae aus 14 Mitgliedern bestehende Wahlprüfungskommisston macht sich nun an ihre Arbeit, die keineswegs leicht ist, da die Wahlproteste sich zuweilen mehr durch Umfang als durch Klarheit und Bestimmtheit auszeichnen. Ist die Komnnssion endlich mit ihrer Prüfung fertig geworden, was natürlich recht lange dauert, da sie eine ganze Anzahl vonWahlPrüfungen zu bearbeiterl hat, so beantragt sie eventuell beim Plenum, die Wahl zu beanstanden. Der Reichstag Hai aber nicht das Recht, selbst Erhebungen über die Wahl zu veranstalten, sondern er mutz den Reichskanzler hierum ersuchen. Ter Reichskanzler wiederum muß sich an die betreffende Einzelregierung wenden, die Einzelregierung alsdann an die betreffenden Verwaltungsorgane und diese wiederum an den Wahlvorstand, der min die Erhebungen vornimmt. Dann berichtet der Wahlvorstand an die zuständige Behörde, diese an die Einzelrogiening, die Einzel- regierung an den Reichskanzler und der Reichskanzler an den Reichstag, der alsdann seine Beratungen aufs neue vornimmt. Und wenn dann der eine oder andere Punkt, wie das oft aenug vorkommt, bei den Erhebungen unklar geblieben ist, dann wendet sich wieder der Reichstag an den Reichskanzler, der Reichskanzler an die Einzel- regiernng, die Einzelregierung cm die zuständige Behörde und diese an den Wahlvorstand. Und nach demselben Schema spielt sich dann rückwärts die Berichterstattung ab Daß bei diesem langsamen Instanzenweg und bei der Nberbürdung der Wahlprüfungskommission die Prüfungen sich jahrelang hinziehen, ist zum Schluß nicht so wunderbar. Eine Abhülfe könnte schon dadurch geschaffen werden, daß in Anbetracht der Menge der jeweils vorliegenden Wahlprüsungen statt einer zwei Wahl- Prüfungskommissionen ernannt werden, und daß die Behörden angewiesen werden, Wahlprüfungen als eilige Sachen umgehend zu erledigen. Auch eine Dereinfachrmg des Jnstanzemveges bei der Vornahme der Erhebungen ließe sich wohl durchführen, Jedenfalls hat der Reichstag alle Ursache, hier gründlich Wandel zu schaffen, denn eine Wahlprüfunasmethode. welche erst nach Jahren oder aar am Schluß der Legislaturperiode zum Ziel gelangt, hat ihren Beruf verfehlt.
§tru!enol)rr(l8S)e uni MMwiuiiM.
Uber den Einfluß der Straßenoberfläche auf die Vor. wärtsbewegung von Automobilen und anderen Fahrzeugen sind in England Untersuchungen angestellt worden, deren Resultate in einer der letzten Sitzungen der „Britischen Vereinigung zur Förderung der Wissenschaft" vorgelegt wurden. Dian muß derartige Untersuchungen mit um so größerer Freude begrüßen, als über den Gegenstand selbst nur wenig Material vorliegt, das zur Grundlage wissenschaftlicher Bestimmungen gemacht werden könnte. Nach Beschreibung des für die Versuche her- angezogencn verbesserten Zugdynamometers beschäftigt sich der Bericht zunächst mit den Experimenten, die mit Eisenreifen bei verschiedener Schnelligkeit und verschiedener Belastung gemacht worden sind. Die Resultate wurden in Form von Kurven ausgezeichnet und liefern interessante Aufschlüsse. Der Zugwiderstand nahm in allen Füllen mit der Schnelligkeit zu, aber nicht in progressiver Weise. Das erklärt sich daraus, daß die Räder bei größerer Schnelligkeit immer weniger Gelegenheit haben, in Vertiefungen zu sinken. Vergleiche der Wider- standskurven für Steinblöcke und für Makadampflaster zeigten, daß für letzteres eine größere Zugkraft erforderlich ist als für erstere. Der Grund hierfür liegt klar zutage. Die Steinblöcke haben eine harte, aber unregelmäßige Oberfläche. Diese Unregelmäßigkeit ist jedoch nur eine scheinbare, da bei symmetrisch angelegten Reihen- pslastern die Reihen alle in einer Ebene liegen. Andererseits ist das Makadampflaster, obwohl ganz eben, lange nicht so hart wie die Oberfläche der Steine, und überdies noch oft unt einer dünnen Schicht von Staub ober feinem Kies bedeckt, die den Fortschritt der Beroegung hemmt. Die Experimente mit Eisenreifen ergaben, daß bei einem 40zölligen Rad mit szölliger Vorderfläche, bet einer Geschwindigkeit von 6 Meilen und Belastung mit 672 Pfund, der Widerstand 25 Pfund ausmachte. Bei einer Geschwindigkeit von 10 bezw. 12 Meilen betrug der Widerstand 85 bezw. 88 Pfund. Ähnliche Versuche wurden mit pneumatischen Reifen gemacht. Danach scheint es, daß das Verhältnis des Zugwiderstandes zur Last nahezu konstant ist, und daß der Widerstand nur um weniges mit der Schnelligkeit zunimmt. Es ergab sich ein Widerstand von 128 Pfund per Tonne bei einer Geschwindigkeit von 7 Meilen per Stunde, und ein solcher von 148 Pfund bei 16 Meilen, so daß der Widerstand also bei erhöhter Geschwindigkeit um kaum 2 Pfund per Meile zunahm. Betrachtet man nun den Widerstand als direkt proporttonal der Last und verkehrt proportional dem Durchmesser des Rades, dann lassen sich in jedem einzelnen Fälle leicht Berechnungen anstellcn. Die wirkliche Beziehung zwischen Raddnrchmeffer und Zugwiderstand ist nicht genau bekannt, aber die gefundenen Werte dürften immerhin der Wahrheit ziemlich nahe kommen. Im Anschluß an diese Versuche wurden in Paris unternommene Experimente mit einem elektrischen Fahrzeug erwähnt, die
Feuilleton.
Menschen - nicht Leute.
Der alte Pilger in Gorkis „Am Grunde des Lebens" weint einmal in seiner schlichten Weisheit bedeutungsvoll: „Es gibt eben Menschen und Leute." Niemandem kommt diese Scheidung der Erdenbewohner in zwei abgrund- «etrennte Welten so oft zum Vewußffein wie dem Lite- ^surreserenten. Unter hundert Büchern — Leute, nichts a.s Leute, die amüsieren, belehren oder langweilen, und raum ein Mensch, der fühlt und ringt und mitzuringen «ns mitzufühlen zwingt. Was Wunder, daß man, wenn wan wieder einmal einen Menschen unter all den Leuten Munden hat, am liebsten einen jeden mit Gewalt zu der Menen Bekanntschaft pressen möchte.
„.»7^ ^ner von diesen wenigen, die ihre Bücher nicht «us ihrem Beruf und ihrer literarischen Fertigkeit, son- oern aus ihrem Menschentum bestreiten, erweist sich ttluöolf Hertzog wieder in seinem neuesten Roman: !!^'5.uom Niederrhein." (I. G. Cotta, Stutt- sart-Berlin.) Hertzogs neueste Arbeit ist ein Heimat- s,wan im besten Sinne des Wortes, aber nicht Heimat- L«st in jener Programm-Bedeutung, die uns so oft den uw! 8 « 1 dichterischer Eingebung durch allerlei Machenden ersetzen möchte. Wohl zeigt uns Hertzog, wie seine tttalten mit ihren Tiefen untrennlich im Heimatboden öeln, aber er zeigt uns auch, wie sic mit ihren Höhen ^Ewig-Menschliche, ins Typisch-Gültige ragen. - kn». Steinherr, der Sohn eines Düsseldorfer Fabri- ift ein Menschenkind voll verfeinerten und starken M'ndens, aber auch voll Wandlungsfähigkeit der «nmmungen, der auf die Einflüsse der Außenwelt sofort Sni. Zugabe reagiert, sobald sie nur eine der vielen bttn. ' öie sein reiches kompliziertes Seeleninstrument Be, anschlägt. Der Typus der Besseren unter den Menschen, jener Besseren, die ihr Leben nach ^enfchen und nicht nach ethischen Anschauungen formen.
hat in dem genialen Maler Springe den Siret» " Mentor gefunden. Alles Hohe, Schöne und blüht in ihm ans. Er liebt Hannes, ein armes all- k .?' das ihn durch ihre äußere und innere Anmut "Ußeren Lebensdifferenzen vergessen läßt, dichtet und
träumt alle großen, berauschenden Träume des Neunzehnjährigen. Als er aber in Bonn in das elegante Korpsleben und später in das ähnliche Milien seines Einjährigen-Jahres bei einem Kavallerie-Regiment gerät, da nimmt sein bewegliches Empfinden den neuen Geist dieser Welt ebenso schnell auf, wie die Lehren seines Freundes Springe, und die Konvention tritt ihm an Stelle des Menschentums. Er vergißt Hannes, die sich in der Stille zur Sängerin ausbildet, damit sie des Geliebten ebenbürtig sei, und als er nach längerer Zeit in die Heimat zurückkehrt, ist er sich selber so untreu geworden, daß Hannes ihm freiwillig sein Wort znrückgibt. Nach Fahren finden wir Hans als einsamen Skeptiker wieder. Eine Leidenschaft, deren tiefster Grund mehr Eitelkeit als echtes Gefühl ist, fesselt ihn an etne Dame der großen Welt, die vermöge ihrer gesellschaftlichen Beziehungeu ihren Anbeter zur Berliner literarischen Größe macht. Zu spät sieht Hans ein, daß Bettina, die mit Erfolg nach der Hand eines Prinzen strebt, in ihm nur ihren Troubadour und nicht ihren Herrscher meint. So tief hat sich das Gift in sein Blut gefressen, daß er sich vielleicht auch dazu verstünde, erschiene nicht zu rechter Zeit Springe mit Hannes, die den Fugendgeliebten unter Einfettung ihres ganzen Selbst von der gefährlichen Zauberin befreit. Den Schiffbrüchigen zieht's in die Heimat zurück. Aber auch dort, im Wurzclboden, kann er nicht gesunden. Zu tief hat ihm der Zweifel alles zerfressen. Er steht vor dem Selbstmord. Da rettet ihn Hannes zum zweitenmal, indem sie ihu von ihrem unveränderten Gefühl überzeugt und ihm dadurch den Glauben an sich selbst wiedergibt. Nun will er in froher Arbeit und starker Liebe sich seiner Freunde, der Echten vom Nicderrhein, ebenbürtig erweisen.
Der junge Hans ist das Geschöpf eines echten Dichters. Durch jedes Wort, jede Linie fast schlägt das Feuer der Empfindung. Später wird die Gestalt brüchig und kann den festen, starken Zug nicht mehr finden. Um so einheitlicher und prächtiger stehen die übrigen Gestalten da. Die beiden v. Springe mit ihrer herzhaften Froh- launigkeit, die alles im Leben mit einem heiteren, ritterlichen Kampfmnt angehen und über allem die Fahne eines frohgenießenden, künstlerisch veredelten Menschentums anspflanzen. Hannes mit ihrer tiefen, ehrlichen Liebe, die reinste Feinheit des Empfindens mit resolu
testem Opfermut verbindet, und die alte Großmutter, deren Gestalt oft ins Große, Urmütterhafte wächst. Und endlich Frau Margot, Hansens Mutter und des jungen Springe spätere Frau, in der Hertzog alles Milde, Große, Freie zu einem hohen Lied der Weiblichkeit vereinigt hat, das die nicht vergessenen Schwächen Margots nicht stören, sondern nur wahrer und echter machen. Der Roman hat seine nicht zu übersehenden Schwächen. Die schwerwiegendste ist, daß sich Hertzogs starkes warmes Empfinden und seine lebhafte Phantasie zu wenig in Gestaltungskraft umsetzen. Er gibt sein Bestes und Reichstes noch neben seinen Gestalten, statt durch sie und in ihnen. Aber Zeit und ehrliches Ringen werden den Künstler darin noch reifen. Unter den hundert Ausgelernten und Ausgereiften, die nichts mehr zu hoffen geben, bleibt ein Reicher, der noch erringen und erreichen darf, immer ein Gegenstand hoher Freude.
Seltsam, tiefgreifend, fast erschütternd ist der Eindruck eines anderen Buches: „Modernus. Eins
Tragikomödie seines Lebens. Aus Bruchstücken ein Bruch, stück". Bon Heinrich L i l i e n f c i n. Der gesuchte Titel wie der Name des Autors erregen manchem Leser ivahrscheinlich ebenso wie mir vorerst ein subjektives Unbehagen, das seine Gründe nur in der Empfindung hat und daher keiner Rechffertigung bedarf. Die Stimmung ist also für das Buch nichts weniger als günsttg. Und doch steht man beim Lesen öfter als einmal, trotz alles Sträubens, unter dem fieberhaft anteilnchmenden und tief erregten Gefühl, als hätte man unter den Papieren eines Fremden die nie ganz enthüllten und halbver- gesiencn Bekenntnisse seiner eigenen Seele im warmen, zuckenden Hauch des eben Erlebten wieöergefunden. Es ist ein Buch, aus der uns allen innewohnenden Zeitscele lieraus geboren, und jeder Strebende hat es in ähnlichen Schmerzen und Kämpfen erlebt.
In Tagebuchforin gibt Lilienfein die innere Entwickelungsgeschichte eines jungen Studenten. Der steht treu und fest trotz aller innerer und äußerer Anfechtungen bei dem Glauben seiner Kindheit und seiner Mutter. Ein blind wütender SchicksalSraub reißt ihn aus der engen Schutzhütte. Schopenhauer, von Richard Wagners Kunst gekrönt und verklärt, ist die nächste Station. Die große Enttäuschung durch das Weib führt ihn zum lachenden und tanzenden Zarathustra, dem eine Gesellschaft von
