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• Mi. SO Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
An,-kgk--Annahme
365. BerlaxS.Fernsprecher N». 2SSL.
Verlag: Langgasie 27.
ZO,OOO Aksmrenten.
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Wenn ^eichstagssession beginnt, dann pflegt sich Mk wahrer Platzregen von Initiativanträgen auf den ■£ t u 5 r 9 te ^ n '. denn „nur einmal blüht im Jahr der Mar , d. h. die ^mfiativanträge des Reichstags haben dann irgend welche, und auch in diesem Fall nur schwache Aussicht, behandelt zu werden, wenn sie während der ersten zehn ^age nach der Eröffnung des Reichstags emgebracht sind. Ms vor wenigen Jahren war das nocb fchlimmsr denn nach dem früheren Gebrauch gelairgten dre ^nrttatrvantrage nach der Reihenfolge ihres Einormgens zur Erledigung. Dad-urch entstand eine Art <,wgd nach der Priorität, das sogenannte Schwerins- rennen, w-elches MM Schluß die sonderbarsten und recht unschönen Formen angenommen hatte, so daß sich der Seniorenkonvent für eine veränderte Behandlung der Initiativanträge entschied.
Der jetzige Gebrauch geht dahin, daß alle innerhalb • bj'iwn zchn Tage nach der Eröffnung des Reichstags elMebrachten ^mtiatwanträge als gleichzeitig eingebracht ff 1 diesen Anträgen entscheidet in bezug auf
f* der Erstgeburt" dm Stärke der Fraktionen K daß das Zentrum das Recht auf die Behandln« des ersten ^nltmtlbantrags hat, während alsdanii die Sozial- demokratie, dre toirser-vative, die nationalliberale n^No. nach ihrer Stärke folgen. Erst wenn auch ^Ee Fraktion einen ihrer Anträge zur Verhandlung gebracht hat, wird nach der gleichen Methode wieder von vorn angefangen.
Aber auch die jetzige Handhabung des Einbringens dr Jnitratlvantrage rst mit großen Mißständen verknüpft Um erne mogftW große Auswahl von Anträgen zu die Fraktionen innerhalb der zehntägigen „Prallupvfrist rmt möglichst viel Anträgen auf dem Denn wenn eine Fraktion mehrere Anträge inner- »ehn Tage eingebracht hat, so steht es ihr frei, ^d sie für den Schwermstag an die Reihe kommt, den- Mbn Antrag auf die Tagesordnung zu bringen, an »essen Behandlung ihr am meisten gelegen ist. Daaeaen st ein nach Ablauf der Präklusivfrist eingebrachter An- M ^ M-t wie aussichtslos, da zur Behandliing eines ^u^Antrags ern MehrhestsbeWuß des Reichstags
Die Folge hiervon ist, daß die Fraktionen, um eine
S'&rhS S n i at>1 . mrä 3 m M haben, alsbald nner^staftlichen Posten nnbringen. Dieser kausmännische
Freitag, den 4. Descmirer.
zwecks möglichst großer Auswahl ein wohl- .^r von Initiativanträgen seilzubieten, brmgt es mrt sich, daß dabei mgncher alte Ladenhüter auf-
Zlaw Z" f^! i0 r n J 3 " Session wiederkehrt und dann jedesmal als alter, lieber Bekannte begrüßt wird. Hat
!wfT ^~ ftIon ' toie das ja leicht genug vorkommt, °im 7 ""^ der Zession den Wunsch, einen neuen Jmtiativ- anirag, der vielleicht viel wichtiger als die alten ist ein- zubringm, so bleibt dieser Wunsch doch unerfüllt, wenn P t( ^£ ble Mehrheit des Reichstags mit diesem Diirch brechen der Reihenfolge einverstanden ist.
jetzige Brauch hat sich, worauf wir schon wiederholt hingewieM haben, ebenso wenig bewährt wie der frühere. Ganz besonders fühlbar machten sich die hier- durch^ hexvorgeruferken Mißstände dann bemerkbar, wenn uc oe||tonm sich auf mehrere Kalenderjahre hinaus erstreckten So sind für die Session 1900/1903^ gleich zu ^iccjtnTt io viel ^witiativanträge eingebracht worden, daß der Session 47 Initiativanträge unerledigt oP -P vNN'.. Überhaupt ist Öen bei weftem meisten ^nftiatwantragen des Reichstags nur ein einziger Erfolg beschiöden: sw erhalten in der Übersicht, welcher der Direktor des Reichstagsbureaus am Schlüsse der Tagung zusammengestellt, einen ehrenvollen Platz unter den „uner ledigt gebliebenen Sachen."
keitEchmrdlung der Jnitiativtätig. teit des Rerchstags ist sehr zu bedauern, aber sie ist jeden-
^ öum Test auf die heutige Methode der aus taktischen Gründen erfolgenden masienhasten Einbringung dar ^mtiatwantrage zu erklären. Ist doch das Interesse fiir die ^mtlatrvantraae so gesunken, daß -der aus den Mittwoch gelegte Schwerinstad,, der auf deii Vorschlag' des früheres preußischen Ministers Grafen Schwerin für die ^nitiatwantragc vorbehal-ten bleiben sollte, in den letzten Zähren sehr haicsig ausgelassen worden ist.
. .Eine anders Wirkung des jetzigen Gebrauchs ist die, daß man solche Anträge, dre keine Aussicht haben, als >Mitiatiwntrgge an die Reihe zu kommen, als soqe- nannte Budgetantrage an irgend einen Titel des Etats wobei sie jedoch^ mcht die Form eines Gesetz- entwurfes habenbürsen. Hierdurch wird die Etatsdebatte MY -umrutzer Werse belastet. Das praktischste wäre wenn man auf den Vorschlag zurückkäme, der, ^ ^uregelung der Behandlung der Jnittativ- antrage gemacht haben und der dahin geht, daß man van emer Frlstbestrmmung überhaupt absehen und einfach be- strmmen soll: Dre Fraktionen hüben in der Reihenfolge chrer Marke das Recht auf einen von ihnen beliebig zu bestimmenden Jnrtraüvantrag. Es wäre drinaend
man sich im Seniorenkonvent fiir drese Ordnung der Dinge entschiede.
Moderne kfausmusik.
zier^rs^"bp Zeit wurde so viel und so allgemein musi- heutSutage Das heißt, wentr man das ohren- wrc es einem jetzt aus fast ^reberWirtsstube entgegenschallt, stemerwe»chenden Gesangsstundenresultate »*r f sSÄt «»ö lünaexer Damen so nennen
w°ntit?r . . / Gebieten, so sind auch in musicis LÄ?«, • e früheren Epochen überflügelt worden, lache unumstößliche Tat-
Tnden der öffentlichen lonzer-
»aZ .Musiker nicht nur vermehrt hat, sondern daß deute w^"sP"sP^ E"smüßig größere Zahl wirklich be- L^der Künstler gibt. Das Angebot von guter und
ttefeteZf m „fäü * C1 1! f fjü f l " ill) Segen früher (matt e lln) an manchen Orten Ver-
lchlieüiv!.' - Dkustkleben, das sich ehemals fast aus- 'Zlte u?" engeren Zirkeln, in familiären Kreisen ab- ^rdeZ^-Pphr„und mehr in die Öffentlichkeit getragen Zeit un. Ä mdn f ^ ntm ?, t man sich nicht mehr die tätiaen"^^ ernsthafter musikalisch zu be- ZbeZ Das Genießen ist bequemer und weniger zeit- »°n^ ¥ Unft r Zl besonders in der Großstadt
«nd Bttd,.Z A 5lC musikalische Entwicklung
Uni) »er *** privaten Kreise geworden
'Uhlt na fnSriw tT r sP^J tma§ SU leisten glaubt, der der »Z-"gleich für dre Öffentlichkeit berufen, dem scheint fo« eiWt. öer persönlichen Bekanntschaft zu gering um
^r diesen zu reservieren. vrderz "^pserer Großvater war das alles wesentlich Emilie Ä ^üestatte der Kunst bildete die
haste Es wurde ans gediegene, gewiffen-
.Nicht ein jeder wurde l rnnterricht beglückt, wie au commencement
ist Frstlick N^Eiknmchen zur Modesache geworden Neri her Sn ^ uuch damals Perioden, in denen be- ^°ler ^teraturgcschmack nichts weniger als auf NttifÄ'®'« s-i Dank, daß endlich die trau! ^»asrnl-ülelbsel ans rener Zeit, wie: „Das Gebet einer
0 w»tlirfi' ncf1!’ err 1 if 1 ?. „Die Klösterglocken" usw.
1 ülüch verschwunden sind. Aber schließlich scheint
wP^^ 'Elkaattung immer noch weniger geschmacksver- ü'Nnd gewesen zu sein, als die moderne Schundliteratur, ZrfJP etöer Gottes durch den in den letzten Jahren mächtig empvrgeschossenen musikalischen Kolportagehandcl großgezogen worden ist. Couplets und Gassenhauer nebst
die^Lite^tu^ZI?^» Tänzen und Märschen, das ist oie Literatur, die heut von einem groben Rrnctaeil
Ü.em ernstes Streben, den Geschmack durch guten Unterricht zu bilden und vor allen Dingen die Juaend von schlechten Kompositionen fern zu halten. Was hierin
Za fl ™Z,'r e re - r U N öie pellen Lehranstalten verbessern, »"E^rderben in den weniger begüterten Kreisen billige Lch^cr und gcmstcnlose Konservatorien um so grünb
. 'dbu^utage beherrscht daS Klavier alle musiktreiben- ^Gesangunterricht erhalten nur die Töchter pbs Hauses, denn die Söhne haben im spätere» Alter für
N Zahl ber Gesangunterricht erhaltenden jungen Darneii Klavier spielenden Gros eine ganz ver- chmndcnde, Hin und wieder läßt man die Knaben noch unterrichten. Nur sehr selten partizipieren ml diesem Zweig des Musikunterrichts. Cello, Horn usw. sind in Dilettantenkreisen in unserer fa gut wie vergessen. Früher war es in diesem besser, bestellt. Das Klavier herrschte noch nicht ab, .Roüekonigin. Vielen Familien war ein solches Möbel zu teuer, und da begnügte man sich halt mil weniger kostspieligen Instrumenten. Es wurde weit ^jalin-, Cello-, Flötenspiel usw. gepflegt, irnd dies sicher mcht zum Schaden der musikalischen Bildung. Klavierspielen lernt bis zu einer gewissen (Grenze selbst der Unrnustkalischste, da das natürliche tonliche Untcr- scheidiingsvermögen, der eigentliche Musiksinn hierbei zn- nachst viel weniger in Frage kommen, als beispielsweise
des KllivÄ!^ieninstrumenten. Der Tastenmechanisn.us des Klamers leistet einem mechanischen, gedankenlosen Musizieren geradezu Vorschub. Natürlich bezieht sich das “55^/ Anfangsstadien des Unterrichts. Das Spiel auf Blas- und vor allein auf Saiteninstrumenten verlanat eme wirkliche musikalische Begabung. Ein olch bodenloser Dilettantismus, wie er durch das ae- ? erspiel großgeziichtet wird, war früher in dem Maße mcht möglich. Wer auf der Geige etivaS
Redaktions-Fernsprecher No. 52 . 1963.
UeMrMWmtU ficr PM>st,zk-Mn.
Das Verlangen nach einer staallichen Mersver» sicherung der Priv-atangestelltM ist nicht erst neueren Datums. Wenigstens verlangte bereits der dritte deut''che HandlungsgehulsMtag, Ostern 1898 in Leipzig, eitm ^udaltdenversicherung zugunsten lderjenigen Angestellten, dre mehr als 2000 Mark jährlich verdLenen. also der Versrcherungspflrcht nicht unterworfen sind Brennend gawovden ist die Frage indessen erst infola« KonkinE^ iv^schastlichen Krisis und der zahlreichen durch die vrele Angestellte in vorgerücktem Altel-' brotlos wurden. Die gemeinsame Sorge um das RNe fawre um das Wohl der Hinterbliebmen ihrer veranlaßte verschiedene größere Verbände zur Gründung eures Ausschusses, dem sich nach und nach mcht nur Handlungsgehulsen-Vereine, sondern mich Kor» porationsn der Werkmeister, Gruben- und Fabrrkbeamten, ^echmker, Brennme-ster, Privatschullehrer, Landwirt- schvfis- und Forstbeamten, Gärtner, Apotheker usw. an» chlos en Aus dreser Zusammenstelluuq ist schon erficht- ich welche werten Kreise der Begriff „Privatangestellü" umspannt. Heute gehören dem Ausschuß- bereits über .p osiere Verbände der verschiedensten Art an, die zu» lammen inehr als 300 000 Mitglieder zählen.
Allgemein hat sich in diesen Kreisen die Erkenntnis Bahn gebrochen, daß eine staatliche Versicherung der qe- dachten Art unumgänglich notwendig. Gefördert wrirde drese Erkenntms durch die Tatsache, daß seitens der öfter» rerchrschen Regrerung bweits der Entwurf zu einem ent» sprechenden G^etze Jett längerer Zeit dem Wgeovdneten- hause zirr Beschlumassung überwiesen worden ist Und ™ ber Tat sind dre^ Gründe, die für ein Vorgehen in gleicher Richtung seitens der deutschen Gesetzgebung sprechen, zwingender Natur. ^ 3
Wohl haben einzelne Verbände Pensionskassen fßi Kre. Mltgfieder errrchtet, aber deren Mitglieder^ b£ PP aus euren verhältnismäßig kleinen 5tzwiS von Angestellten, da die mersten von ihnen nicht in der ^ puö- -dre erforderlicksen hohen Beiträge, zu betm nt ^f. beisteuern, dauernd zu entrichten. Ebensowemg können dre GeschästspensionskassM einen
/^hlende staatliche Versicherung gewähren- Ganz, abgeschen von den wenigen AnZstellle^ die euren Nutzen davon haben, bieten f S
S m Ä„ 4 W' ^Egende Sicherheit bei Kouk^sm und Ligurdaüouen, wie die letzten Jiobrs
^^..^ederhofi gezeigt, haben. Der ' allgenAen ^nvakdeuversicherung endlich fehlen, da sie nurAnqestellst brs zu einem Jahresernkommen von 2000 Mark umfaßt und Renten, -die für die hier tn
ber muß schon immer etwas Wirklicher ,- nm , v: e ? ,,t bescheidenen Ansprüchen zu genügen. Talentlose Kinder wurden auf diese Weise sehr sckmell fr«r!! ge e N Eine öer erfreulichsten Erscheinungen des M ete i' instrumentalen Musizierens waren die fami- ser^^E.P^PP'uflkzrrkel, die heutzutage leider nur noch tZpZnwN en Man kam des Abends oder Sonn, tags zusammen und spielte Quartette, Trios Bläser, ^angements usw. Die reichhaltige Spez7allikerau,r al g“®S öie uns aus jenen Zeit?» aw kostbaA Erbteil nbcrtomnien ist und die von allen arvtzen . custern durch wertvolle Beitrüge bereichert wurde dafür' 1,, ' ro - ) ' ift eitt klarer Beweis
2 'im Schwange wa?'^" "" ^uslichen Kreise ehe-
In allerletzter Zeit machen sich nun eifriger« Bestrebungen geltend, das Haus, die Familie wieder m-b« zu den eigentlichen Hütern St. Cäciliens Kinist »o
Mt dl» »tailäfjrgl'i's
Zt^ UtC "Ui ihrer selbst willen pflegen und nicht Ivie jLtzt zum großen ^.eil aus Modezivaug. Das alles ist gewrß recht schön und gut. Doch es gibt nur ein durch» greifendem, Rezept, diesem erstrebenswerten Ziel näh»!
Man lasse nicht einem jeden Kinde, ob talen- l'Er.t oder mcht talentiert, Musikunterricht erteilen. Man Sre-fe firner wwder zur Violine und zum Cello zurück und^ege mehr Wert noch als bisher ans die Ausbildun,, N glimme. Dian singe zwei-, drei- und vierstimmig in der Familie, man pflege überhaupt das ensemblemäßige Musizieren. Die Kammermusik würbe auf diese Weite wieder einen goldenen Boden bekommen Nickis bildet den musikalischen Geschmack und Verstand inte.Mver und -V?bt mehr Freude am Musizieren, als häufiges Quartett- oder Triospiel. Wünschenswert wäre es auch daß man dem bisher gleichfalls sehr stiefmütterlich behaudelten Harmonium mehr Aufmerksamkeit zuwendete. Durch die ‘wI-N" elngefuhrte Normalregistrierung bei fast allen deutschen umd amerikanischen Fabrikaten i erst das Schaffen einer Spezialliteratur für dieses Instrument Pölich geworden. Gerade der Harmoniumba-! hat in cen letzten zehn Jahren erhebliche Umwälzungen erlebt Man muß einmal eines öer modernen Harmoniums wie sie beispielsweise die Firmen Mason und Hamlin, Mann» Zlm^-lodmaycr usw. bauen, hören, um den gewaltigen o-iutfdjrut gegen früher würdigen zu können. Und gerade weil sich auf dem Harmonium viel eher als ans dem
