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Schon bos Kind sehnet sich über die Hügel, über die Ü'^hn»!" tue!c Öc leine enge Heimat umschließen; aber vL s» - £ h td s ban l‘ vflanzenartig zurück. Denn c« ist >» und Schone im Menschen, daß Sehnsucht nach I- ^un'chtem und Verlorenem ibn immer bewahrt, ausschließ- !A lich "" dem Augenblicke zu haften. W. v. Humboldt,
(66. Fortsetzung.)
Gva Leoni.
Roman von Marie Bernharb.
Sie bog sich tief über den Kranken, küßte ihn auf die Stirn und fuhr mit beiden Händen durch die dichten, Haare Uber fern Gesicht zog ein gequälter Aus schmerzlich die Augen. Eine ganze yuoll aus den Händen, lllerdern und Haaren der Fürstin und schien sich über das
WM 0 ** ' i ie abgezehrtm Hände machten
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, f fojfen gehen — alle geben — und dir mir
Colesüne schrcken Gut, Kleiner, du sollst deinen Willen
SS'trSSn ^er.tvrrd voraussichüich mit Eva Leoni .Musrri treiben oder emen ferner gewcchnten Spaziergänge
Mtchr unternehmen, ... für mich ist das H^rrn-
Sflfln!"" S % qen ith bleibe bei Zigarette und
Glaubst du wir-klich, daß diese Nährstoffe, dieser
öerne ganze Lebensweise über- Haupt mr zuträglich fern kann, Alexandra Pawlowna^" fragte Dreiion,^ ohne sie anzusehen; er hatte eine rote OEe der Bettdecke gefaßt und blickte unverwandt daraus
r wirklich^ soviel daran liegen, meine Ge-
ium f)ßit wnserbrert zu sehen?" gab sie lachend zurück Es oLe ern Scherz sem, aber das Lachen klang schlimn^nnd ^,,/ragen Augm stmkelte es einen Augenblick r ."BK Ql -l Wiedersehen!" Die schwere Hand fuhr mir ^ 0litt über meine Wange
toor .2 n A'5 t ’ T 2 ter 0etrehm und drehte urS^rt • • 1^,* schsltt er ferner Gattin voran, öffnete ihr dre Tur und keß sie mit einer Verbeugimg hindurck-
schresten wahrend Stephan mit einem Erstistmgsansall rang und angstvoll nach. Lust ries. ^riaungsansall
.... Erschreckt zog ich die Glocke und stieß den 5WIW ^kamanch schon Cölfftine nütih^i leichten Schritt herbei, und ich lief ^ E "och einmcü umzusehen.
angekommen, spülte ich Hände Md Gesicht eine Weile in kaltem Waller
SBm's unbegrenztem Erstaunen, am späten
»l^nd noch einmal Toilette; mein blaues
or HII.
Tages quälten mich die wider- Empfindlingen. Sie störten meinen Schlaf standen am nächsten Morgen mit mir auf und ließen mir tan «mm WufmMtf Ruh« Sich J RffK
fent, wo das rechte liegt, was man tun, das imrechte, was
Man meiden soll, .das ist sicherlich eine bemit-
lerdenswerte Gemütsverfassung, und in einer derartigen befand ich mrch jetzt!
Der kranke Stephan hatte meine ganze jugendliche Sympathie und Teilnahme im Stiirm erobert. Sein intellrgeiites, seines Gesicht mit den traurigen, schönen Augen, fern hoffnungsloses Leiden, die unverhohlene Be Wunderung und zutrauliche Freundschaft, die er nrir ent. gegenbrachte, — — alles dies zog jnldj mächtig zu ihm -t. l»en ganzen Tag an seinem Krankenlager sitzen, ihm hundert kleine Dienste erweisen, seine Wünsche erraten, rhu aufheitern und zerstreuen mögen. Damit V5 meinem eigenen, ganz von mitleidsvoller Zart- Iichkeit sur dies hinsterbende Leben überfließenden Herzen 0 ? ar \- lEm ich mich so ganz zu widmen
gedachte, durch diese meine liebevolle Fürsorge entzückt haben, - das konnte ich mir ohne Übertreibung sagen wenn ich mir den schwärmerischen Blick der großen, aus drucksvollen Angen vor die Seele rief. — Aber der Ge- dNutter des Kranken häufig im Zimmer ihres Sohnes zu finden, wie es doch sicher anzunehmen war. r-fcr 2" 0 ^stoßend auf mich, daß es meinem innigen Ge- fühl für Stephan fast gleichkam! Die Fürstin hakte mir widerwärtigen Eindruck gemacht; immer rmGelst die kolossale, formlose Gestalt in dem nach- lässigen Aufzuge vor mir, fühlte die Berührung der großen, parfümierten Hände auf meinen Schultern, meinem Haar, meinem Gesicht, börte den rmangenehmen KlMg der rcmhen Stimme und gewahrte den — ich mochte sagen — taxierenden Blick, mit dem die glanzlosen Augen mrch von Kopf bis zu den Füßen maßen, mich g^lchsam betasteten. Körperliches Unbehagen imd seeli- scher Widerwille verewigten sich so stark bei mir, daß ich Eiünnerung an diese Frau zrirückschrak, Brelleicht hatte aber dennoch mein Einpfinden fiir Stephan uberwogen, wenn nicht noch ein zweites GefiW hinzu- ommen wäre, das mir meine häufige Anwesenheit bei ,n sanken verboten hätte. Dernaus Benehmen flößte mrr eine imr unerklärliche, plötzliche Säseir ein! Ich wußte eS, er hatte mich lieb, er hielt viel von mir, der- nur. hatte mich selbst gebeten, seinem armen Sohne Gesellschaft zu leisten, und meine Anwesenheit war ihm
w dieser schweren Zeft sichüich ein Trost,-aber es
mr doch ein fremdes Element zwischen uns getreten, da« semem Wesm mir gegenüber die Befangenheit raubte, er 9® sich mcht mehr offen und ohne Rückhalt, es lag etwas Gedrücktes über seiner aarizen Stinmmng, das mcht nur der Sorgeumden geliebten Sohn entstammt«, sondern
— das fühlte ich deutlich — in irgend einem Zusammen-
üA fl^^/lsi'wd'ohne daß ich doch zu sagen vermocht batte, worin dieser Zusammenhang bestand. Wie be- harrüch hatten seme Bücke gestern am Boden gewurzelt
— es tmv, als wage er es nicht, mich anznsehen, — und
dann, als ferne Gattin neben mir stand, welch'
blsvartig kurzer, .Essender Blick zuckte ein einziges Mal wie verstohlen zwischen ihr und mir vergleichmd aus feinen finsteren Augen! Er ttmr mir nicht zu Hülfe gekommen, trotzdern er wußte daß fern „kleiner Liebling", seine Eachtigall , sein „Täubchen", und wie sonst seine weichen Schnrmchelnamen lauteten, in bitterer Verlegenheit war r^r hatte kaum ein Wort gesprochen, keineMste um meiii baldiges Wiederkommen laut werden lassen! War es die
Gegenwart seiner Gemahlin, die ihn so grenzenlos bedrückte. so ganz verwandelte? —
dann — die Gewißheit, daß er diese Frau zur Gefährtin seines Lebens, zur Mutter seines Kindes gemacht hatte, riß eine weite Kluft in unser schönes, inniges Freundschaftsverhältnis, brachte eine Entfremdung zwischm Vernon und mir hervor, die ich umsonst zu Überdrucken trachtete. Vergebens sagte ich mir die weifen Worte her, die ich gestern zu Hannah gesprochm, — wie m i?? 0 sind unerfahren gewesen, in welch' absonderlichen Bwhaltnrssen er ausgewachsen wäre, und daß man unmöglich einen Dchnn für das verantwortlich machen könne, was er als unreifer Knabe, getan; - seit ich die Frau gesehen und gesprochen, um die er sich verkauft, um derentwillen er seine „freie, stolze Künstlerseele feilgeboten hatte", — seitdem zerfielm diese meine eigenen, aus innerster Überzeugung gesprochenen Worte in nichts, und seine Hand- lungsweise erschien mir so ungeheuerlich, seiner selbst so gänzlich unwürdig, daß ich keinen Mildernngsgrund dafür fand. Mir selber unbewußt, matz ich ihn dmnoch mit dem Maßstabe des reifen Mannes und sagte mir nicht, daß der Vernon, den ich heute kannte, absolut unfähig ser, das zu tun, was der Vernon vor einundzwanzig ,-i-ahren getan hatte! —
Ich verstand mich nicht und ihn nicht,-und in
diesem Zwiespalt meiner Empfindunaen mochte ich mich vor niemand scheu lassen und saß. "trotz Hannahs Er- mahmmgen, bis zu.r llllittagsstunde aus meinem Zimmer und nähte, anstatt ins ^reie zu gehen. Im Freien hätte rch Vernon begegneia können, und ich dankte für einen ähnlichen stummen Spaziergang, wie es der gestrige gewesen War. Was wohl Stephan von mir denken mochte, daß ich gar nicht nach chm fragte? Der arme .Kranke, — welche Nacht er wohl gehabt hatte! Könnte man wenig- stens Cölessine fragen; aber auch Hannah hatte diese heute noch nicht erblickt, sicher wich sie keinen ?lugenblick von ihrem. Pflegebefohlenen.
Die Sonne schien heiß zu mir herein, als ich den letzten Stich an meiner Arbeit tat. Susis Brautschleier war
fertig, —■ — was nun?-Ich vergegenwärtigte mir
das reizende, dunste Köpschm unter dem duftig-weißen Gewebe, — mein Geschenk war wirstich in seiner Art ein Kunstwerk zu nennen, nud in dieser Beziehung war ich mit mir zufrieden. Ich seufzte flef auf. Ja, wenn man mit allem so gut zurecht käme, wie mit einer feiner komplizierten Handarbeit!! —
Peschels Völkerkunde lag aufgeschlagen vor mir, —- nein, es war mir nicht mehr möglich, meine Aufmerksamkeit auf Haut- und Haarfärburrg, auf Pigment und Epidermis zu richten, — ich hielt es nicht mehr aus im Zimmer, stoppte das Buch zu, griff nach meinem Sonnen- schirm und wollte in§ Freie.
Um mcht die Terrasse passieren zu müssen, hatte ich durchs Fenster klettern können, — wie aber, wenn mich jemand sähe? Und um diese Zeit würde die Terrasse sicherlich leer sein, es war jetzt dort Sonnenschein, die beiden Gelehrten befanden sich bestimmt in ibrem Studier- zimmer, Bernon würde seinen Spaziergang noch nicht beendet haben, und die Fürstin konnte bei ihrem Sohne sein.
Ich schlüpfte rasch durch eine der Leiden Glastüren, allein ein unerwarteter Anblick hemmte schon nach wenigen schritten meinen Fuß. (üornetznmi falqtp '
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Wir bitten höflichst um Beachtung unserer Schaufenster.
