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Jahr««»«.

Erschein» tn zwei Ausgabe«. — BerngS-Preis: durch den Verlag 50 Psg. monatlich, durch die Post » Mk. SO Psg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasie 27.

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Die einspaltige Petitzeile sür lolalt Anzeigen 1b Psg., für auswärtige Anzeigen 25 Psg. ReName» die Petit,eile sur Wiesbaden 50 Psg., für au-wärtS 1 Mk.

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« ♦ Änriatlltie sür die Abend-Ausgabe bis 12 Uhr mittag, für di- ^^^^orarÄtet«nt«bTa^/w1»d'r«Ä« »«währ übm!o mmkn/stdoch nach Möglichkeit Sorge getragem

^ Jt{ f 10f tt - <&JUtÄl)1tt£ nschrinendkn Ausgabe, wie für die Anzergen-Aufnahme an besUmmt volgr>chr»eoencn 9_______—-

J|(}. 561. Verlaas-Fernlprecher No. 2958.

Morgen-Ausgabe.

Die Reichstags-Session.

Am Donnerstag tritt der neugewählte Reichstag zur ersten Session der elften Legislaturperiode zusammen. Die Fraktionen gruppieren sich im neuen Reichstag, nach der Stärke geordnet, wie folgt: das Zentrum mit 100 Mitgliedern, die Sozialdemokraten mit 81 Mitgliedern, deutsch-konservative Partei 52, nationalliberale Partei 50, freisinnige Volkspartei 21, Reichspartei 19, Polen 16, Antisemiten, die freilich keine einheitliche Fraktion bilden, ssl freisinnige Vereinigung 10, Welfen 7, deutsche Lolkspartei 6,' Elsässer, von denen sich die Lothringer als besondere Fraktion abzweigen werden, 6, Lothringer 4, Bund der Landwirte 3, bayerischer Bauernbund 3, ein Däne und sieben Wilde.

Ter Reichstag dürfte jedenfalls schon am Freitag mit dem ersten Akt seiner Tätigkeit, mit der Präsidentenwahl, beginnen. Gespannt wird man darauf sein müssen, ob die Sozialdemokratie, die ja im neuen Reichstag die zwott- stärkste Fraktion ist, Anspruch auf eine Stelle im Pra- ' libimit erheben wird. Wenn, was sehr wahrscheinlich ist, dies geschehen sollte, so wird im Seniorenkonvent geltend gemaclü werden, daß die Sozialdemokratie, wie sie sa bereits ausdrücklich erklärt hat, sich nicht verpflichten walle, die mit demReichstagsPräsidium verbundenen reprä- sentaflven Aufgaben zu erfüllen, und daß ihr deshalb der Anspruch cmf einen Platz im Präsidium nicht MgÄnllrgt werden könne. Ziim Präsidenten, den das Zentrum stellt, wird Graf Ballestrem gewählt werden, der öic Wahl auch jedenfalls an nehmen dürfte. Als erster Vizepräsident dürfte Graf Stolberg-Wernigerode von den Konservativen präsentiert werden. Den zweiten Vizepräsidenten wird die nationalliberale Partei stellen, doch ist es noch nicht bekannt, wen die Partei an Stelle des nicht wieder ge- wählten Büsing für das Präsidium Vorschlägen wird, f Die vorweihnachtliche Tätigkeit des ReiäMa-gs wird nur eine sehr eingeschränkte sein können, denn da ans den 8 Dezember ein katholischer Feiertag fällt, wwd sich der Reichstag wahrscheinlich am Freitag nach der Präsidenten­wahl bis zum Mittwoch vertagen, da für den samstag noch kein rechter Beratungsstoff vorliegt und die Wgeord- treten ja auch einige Tage Zeit zum ^tudinm des Etatv brauchen Die eigentliche Tätigkeit des Reichstags durfte also erst am Mittwoch, den 9. Dezember, beginnen. Ta -aber die Reichstagsabgeordneten keineswegs langer als bis zum Samstag, den 19. Dezember, zusaimnen bleiben werden mit Rücksicht auf das auf den 25. und 26. Dez«m der fallende Weihnachtsfest, so stehen mithin dem Reichs tag vor Weihnachten im Höchstfall 10 Sitzungen zur Verfügung.

New Parker Allerlei.

-r. New York, im November 1903.

George Washington hat seit einer Woche ein blaues Auge. Ich will damit nicht sagen, daß Frau Martha die Ursache davon wäre, sind doch beide schon über hundert Jahre tot: ich spreche überhaupt nur von Washingtons Marmor-Statue, woran man seit einer Woche vernicht, das blaue linke Auge des „Vaters des Vaterlandes rcin- zuwaschen. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, und daher

wird lustig weiter gerieben.

Gerieben sind auch die Spitzbuben, die dav große, 699 Pfund schwere Bronze-Tor vom Eingänge zum Zentralpark an der West 64-Straße gestohlen haben. müssen deren mindestens ein halbes Dutzend gewesen sein, und die Arbeit konnte nicht unter 8 bis 4 stunden be­wältigt werden. Trotzdem hat kein einztger der Park- Polizisten etwas gehört oder gesehen. Glücklicher W i ließen die Herren Spitzbuben den Park liegen die Polizisten könnten uns längst gestohlen werden.

Auch die Stadt zeigt immer neuen Unternehmungs­geist. und was nur dem Verkehr nützen kann, wird gc- machk. So gab der frühere Präsident der Vereinigten Stahlwerke, Mr. Charles Schwab, der stadt besonders gefertigte eiserne Schienen, die in Murray Street, zwi­schen Broadway und Chnrch Street gelegt wurden, um schwerem Fuhrwerk sowohl wie Automobilen leichteres und schnelleres Fortkommen zu gewahren, $te schienen erwiesen sich als höchst befriedigend. Wahrend die In­standhaltung der Straße früher mhrlich o4<0 Dollar kostete, betrugen die Ausgaben bei Benutzung des Schienenweges nur 380 Dollar. Die Abnutzung Schienen selbst betrug kaum 0,1 Millimeter, wobei »u be­merken ist, daß Murray Street eine der Haup vei kehrs- rderil für Lastfuhrwerke ist. Die Ersparni» an Iteiöf- and Wagenmaterial ist durch diesen Schienenweg gleich ialls ein ganz bedeutender, da an Zugkraft rm T.rhalt-

Mittwoch, den 2. Demndrr.

Der Reichstag wird somit in diesem ersten Sessions­abschnitt kaum mehr als die erste Lesung des Etats und

die Verlängerung des Handelsprovisoriums nnt I fl*

land erledigen können. Diese letztere Vorlage is Hauptgrund, weshalb der Reichstag überhaupt noch vor Weihnachten zusammen berufen worden ist, denn diese» Provisorium läuft mit dem 31. Dezember d. I- ab. Da ziirzeit irvder die deutsche noch die englische Regierung in der Lage ist, in Verhandlungen über einen endgültigen Handelsvertrag einzutretm, so bleibt nichts weiter übrig, als das seit dem Jahre 1901 bestehende Provisorium an s iieue zu verlängern. Zweifellos wird der Reichstag i Ermächtigung hierzu erteilen, aber es ist nicht.Ewahr- scheinlich, daß sich hieran eingehende Debatten über das handelspolitische Verhältnis zwischen Deutschland und England und insbesondere die Chamberlamschen Zoll- plane knüpfen iverdeii. ^

Die Etatsdebatte wird auch diesmal wieder, wie dies von jeher üblich ist, dazu benutzt werden, um eine Aus­sprache über allgeineinere Fragen Herbeizufuhren und von der Regierung über diese und jene Angelegenheit Auf­klärung zu verlangen. Auf dem Gebiet der inneren Politik dürfte insbesondere die brennende Frage der Militärmißhandlnngen ziir Sprache gebracht und von der Regierung Auskunft verlangt werden, was sie zu tun ge­denkt, um diesen beklagenswerten Mißständen mit mehr Erfolg als bisher cntgeqenzntrvten. Aber auch die Frage der auswärtigen Politik dürfte, im Anschluß an die mancherlei bemerkenswerten Vorgänge, die sich m jüngster Zeit auf internationalem Gebiet abgespielt haben, zu ein­gehenderer Aussprache Anlaß bieten.

An Gesetzesvorlagen wird dem Reichstage bald nach seinem Zusammentritt die 'Novelle zum Börsengesetz und vielleicht auch die Vorlage über die kaufmännischen Schiedsgerichte zugehen. Die Novelle zum Börsengesetz, welche sich auf die dringlichsten Reformen im Börsen­verkehr beschränkt, ist vom Bundesrat bereits ange nommen worden und könnte dem'Reichstage also bei seinem Zusammentritt zirgehen. Doch wird dieser an me Beratung der Vorlage, die nicht ohne lebhafte Kampfe bor sich gehen dürste, erst im neiien sichre herantreten. Bis dahin dürfte auch der abgeänderte Gesetzentwurf über die kaufmännischen Schiedsgerichte soweit gediehen sein, daß er dem Reichstage übergeben werden kann. De» weiteren sind noch Vorlagen über ein Automobil- Polizeigesetz und über die Entschädigung unschuldig Ber hasteter zii erwarten. In beiden Fälleii handelt es sich um hocherfreuliche Reformen, die nur, wiederholt als wünschenswert bezeichnet haben. Ob die seit langen Jahren in der Schwebe befindliche Bauhandwerkerfrage bereits in der erften Session des Reichstages ihre Er­ledigung finden wird, d as steht noch nicht fest.

nis von 8,23 X 4t verwandt wird, und endlich ist die Straßenanlage mit Schienenwegen viel billiger als die

einer gepflasterten Straße.

Eine weitere epochemachende Neuheit ist die Erfin­dung einer Schiffsbremse, um einen Zusammenstoß zweier Schiffe zu verhindern und schnelles Ausweichen zu er­möglichen. Die Erfindung ward am Dampfer „Eureka praktisch erprobt und hat sich als vollkommen zuverlapig ernnesen. Das Schiff lief mit einer Schnelligkeit von 11 Knoten: plötzlich wurde die Maschine gestoppt, me Bremse, die wie Flossen aus der Mitte der Settenwande heranstreten, traten gleichfalls in Aktion und ehe das Schiff noch eine weitere Länge gefahren, stand es stille.

Da ich doch gerade bei neuen Erfindungen bin, will ich das Hyposcope erwähnen, das — nebenbei bemerkt — von dem Engländer William Youlton erfunden ward. Es ist dies eine Vorrichtung, die man auf dem Oiewehr anbringt und vermittelst welcher man au§ sicherem Ver­steck schießen kann, ohne die Deckung zu verlaßen. Wie chade, daß diese erst nach dem Burenkriege bekannt wird: wie gerne hätten die Engländer das HypoScope benutzt.

Mat W Stone, 234 East Market Street, ist wohl der einzige Mensch, der nicht an den shakespearefchen Satz glaubt: „Lache, und die Welt lacht mit dir . sein Lachen brachte es fertig, daß er bereits zweitausenbmal ans dem Theater geworfen ward. Nicht, >fls ob er sich nicht gut betrage — Mr. Stone ist ein Gentleman — er sieht indes in allem eine komische Seite, und sobald er diese erfaßt, bricht er unwillkürlich in schallendes Gelachter aus. das laut durch die Räume hallt. Welch eine Akquisition sur einen modernen Lnstspieldichter! „ . . 0 ,,

Rer». Sheldon hat Schule gemacht. ^>or einig-r Zeit stellte ihm eine der größten New Uorker Zeitungen ihr Blatt zur Verfügung, um dasselbe für einen Tag zu redigieren, wie Jesus eine Zeitung redigiert hatte, wäre er Redakteur gewesen. Nun kommt A. F. Norton und erösfnete bereits fünfzehn große Spezereige,-haste d,e er führt, wie Jesus solche geleitet haben würde wäre er Spezereihändler gewesen. Und Nortons .J^e schlug durch. Er verkauft nur das Beste — nur solche Waren,

Redaktions-Fernsprecher No. 52.

1803.

Politische Übersicht.

„Voreheliche Kinder."

Das Novemberheft der „Jugendfürsorge veröffentlicht einen Aufsatz über die Geburtsurkundenvor- ehelicher Kinder, dem seines menschenfreundlichen Zweckes willen eine Verbreitung in weiteren Kreisen zu wünschen ist. Da heißt es: Bei Einführung des Burger- lichen Gesetzbuches ist die Bestimmung m Kraft geblieben, daß als Geburtsurkunden wörtliche A b Id) r t s- t en des Geburtsregisterblattes seitens der Standes- äinter ansgefertigt werden. Schon um der Verringerung des Schreibwerks willen, wäre es nützlich gewesen, wenn für alle bürgerlichen Verhältnisse ein kurzer Auszug an» dem Geburtsregister genügte. Geradezu verhängnisvoll aber muß diese Bestimmung für die Personen fern, dre vorehelich geboren und später durch die Eheschließung ihrer Eltern legitimiert werden. In Rücksicht auf diese ist eine Änderung der Vorschriften des Gesetzes bezw. zur

sind, durchaus und baldigst notwendig. Es werden UN Deutsckien Reiche über 150 000 Personen durchschnittlich jährlich unehelich gäboren. Gesetzt, daß nur die Halste von ihnen durch die nachträgliche Eheschließung ^^er Eltern ehelich gemacht wird, so würde es wahrscheinlich eine reichaesegnete Tat sein, das Brandmal, welches an diesen hastet, auszulöschen. Welche Härte liegt für die Kinder darin, deren Eltern aus irgendwelchen Gründen sich erst nach der Geburt haben heiraten können, daß für olche Fälle eine andere Form der Ansfertiguiig der Ge­burtsurkunden beliebt wird als bei den nach geschlossener Ehe geborenen. Knaben wird eine solche Geburtsurkunde von 'ihrer Schulzeit an und, wenn sie herangereist sind, bei Antritt ihrer Militärdienstzeit einÄrgernis, rm spatern Leben unter Umständen sogar ein Hindernis. Sobald seitens des Standesbeamten die Eintragung m das Ge- bnrtsregister vollzogen ist und der Vater das Kind als das seinige anerkannt hat, was in der Randbemerkung des Registerblattes zum Ausdruck kommt, ist das aus diesem bezeichnest Kind nicht mehr das der nnverchelichstn Mutter, sondern das des Vaters, dessen Namen esvon dieseni Augenblick an trägt, und der mmmehr verehelichten Mutter. Haben die Eltern hiernach alle gesetzlichen Mittel erschöpft, um ihr Kind als ein eheliches durch das Leben gehen zu lassen, so muß es als eine Härte ohne- gleichen empfunden werden, daß dem Kinde eine wort- liche Mschrist des Blattes als Geburtsurkunde emge- händigt, ihm dadurch der Lebensweg erschwert wird und es zeitlebens (wenigstens vor krirzsichttgen Menschen) gebrandmarkt ist. Es würde ein Werk wahrer, christ­licher Menschen- und Nächstenliebe sein,,wenn die Stau- desbeamtcn gesetzlich befugt wären, in den Geburts- nrkimden vorehelicher Kinde r jede Randbemerkung fort-

die ich meiner eigenen Familie versetzen würde, sagt er. er verlangt keinen unt> gibt keinen Kredit — durch SreMt werden Leute zu Schulden und nnnöttgen Ausgaben ver­leitet,' er bezahlt seine Angestellten täglich — das Geld gehört ihnen und ich habe kein Recht, solches zu behalten- an notorisch Kranke und Arme verkauft er zum Selbst kostenpreis: alle Waren tragen den Einkaufs- und Vew kaufspreis: in jedem Geschäfte hängt ein Plakat mit der Inschrift, daß alle Waren zmn Einkaufspreis abgegeben werden, sobald Norton einen Nutzen von 10 M. für den Tag gemacht habe, und so geschieht es auch.

„Ausstände" sind in unserer Stadt nichts Seltenes, teils aus diesen Gründen, teils aus anderen, teils höheren Lohnes halber, teils kürzerer Arbeitszeit wegen. Aus letzterem Grunde haben die Metzger die Arbett nieder- gelegt, und zwar begründeten sie dieses Vorgehen damit, daß sie keine Zeit zum Heiraten fänden. Die Meister- Metzger sträuben sich aufs äußerste, kürzere Arbeitszeit zu gewähren. Geben wir nach, sagen diese, und alle Metzger heiraten, dann wird es gar nicht lange dauern.

und sie verlangen wieder kürzere Arbeitszeit, um sich-

scheiden zu lassen. — _

Ein praktisches Institut hat Rev. L. G. Jone» er- öffnet, eine „Hanshaltungsschulc für Dienstmädchen . Ern Mädchen, das diese Schule dnrchgemacht, kann perfekt kochen, weiß - ohne Kochbuch - die Namen aller Speisen auf Englisch und Französisch, kann waschen, bügeln. Kleider machen, versteht cinznkaufen und lernt Drenst- botcnetikette. Und Rev. Jones ist ein Mann, der das. was er tut, recht tut.

Dasselbe kann man bekanntlich von Präsident Roose- velt sagen. Als ihm kürzlich gemeldet ward, daß der frühere Prinz Kalanianaole als Vertreter Hawaiis nack. Amerika komme, erklärte der Präsident, daß er ihn unter keinen Umständen „Prinz" nenne „Und den Namen lerne ich im Leben nie aussprechen", sagte Prastden. Roosevelt. „Sehen Sie doch zu, die Sache etwas zu firnen". Und die Sache ward gekürzt, und so ward rn cinem Tage aus einem „Prinz Kalanianale" «in „Miste:

Knhio".