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*1. Iahrga-H«.

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RedaklionS-Ferulprecher No. S2. 1803.

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„Sie Österreich! . . . Kie Ungarn!"

J t. Budapest, 23. November.

Hie Österreich! ... Hw Ungarn! Das ist jetzt das Mdaeschrei der Parlamente von Zrs und Ens. Gert Tagen dreht sich die politische Nskussron NM dre Kontro-

ro-se Ävischen vr. Korber und dom Grafen Trsza. --rc beiden Premiers haben es für gut befunden, nach dem Muster des streitbaren Mittelalters eine Art von GvtteS- zu inszenieren. Inmitten ihrer schweren Noten schon plötzlich Herrn v. Körber die unglückselige ^dee ern. s«nen ungarischen Mmrsterkollegen zu emem Z-werkamps - fordern. Er warf Herrn v. Trsza rn emer Rede, welche ^ie grundlegenden Gesetze Ungarns sehr unrichtig mter- vreiierte und jeden Magyaren, auch ^en fnedfmtrMM' provozieren mutzte, den Handschuh hm, und Herr v. Trsza mhm ihn auf und haute zuruck. Fürwahr, dieses Ministerduell zweier unter einem Szepter befindlichen Staaten könnte einen wie eine Komodre anmuten, worin 2 Le nickst gar so traurig, so tief betrnbsam wäre. Zwar meinen gar viele, daß Herr v. Körber gar nicht ge- Willi ist mit Ungarn ernstlich anzubrnden. und daß er mrt seinem Ausfälle eigentlich nichts anderes bezwecken wollU. als bei der Wiedereröffnung des österreichischen Rerch.- rats die verschiedenen Parteien, die sich wieder einmal unfreundlich gegenüberstanden. durch ern geschicktes Manöver aus einen Schlag zusammenzuschweißen. em Experiment, welches diesem politischen Hexenmeister- trotz all seinem Raffinement wenigstens rn bezug aus ine Tickechen Polen und Sozialisten, dre chm nicht auf den Leim gingom nicht sonderlich gelungen ist. Ander -> M Einen datz es Herrn v. Korber mit seinem so plötzlich ünm Hautt aefiro dienen Streite eigentltd) nur nm etnen SÄ ÄaSg Tu tun ist. da er fühle, datz der Boden jetzt unter ihm ernstlich wanke und dw zu emem kurzen erweckte, galvamsrerte Lebenskraft fernes Parlaments, nämlich die Arbeitsfähigkeit desstlben. bald wieder endgültig in Brüche gehen müßte. ^ sammelt also mit seinen Tiraden gegen die SelbstandrgkeUrmddas

Selbschestimmungsrecht Ungarns nur billige Lorbeeren, um poulär fallm zu können Wre es redoch scheuch, hat der Monarch diesmal nicht dre Abst-M, Henm v Mrber goldme Brücken zu bauen. Herr v. Trsza werlte -.onn tags über in Wien und war rn der Lage, den Herrscher über alle Einzelheiten und gcheimen TendenMr drests neuesten Zweikampfes mit jener Offenheit rrnd Entschieden heit informieren zu können, welche dmsstm innsien «taaU- manne innowohnt, ebenso wre über dre Schaden, .welche eine derartige perfide Politik angesichts der noch immer unter der Asche glimmenden Obstruktion rn Ungarn rm Gefolge haben mutz. Sind ja schon aus dieser Glut, dre man irr der Vorwoche rm Verloschen glauben konnte, wieder neue Flammen aufgelodert und der ungarische Ministerpräsiderrt ist bemüßigt, neue Mittel J t kämbkuna dieses Brandes, der rmrr schon an acht Monate währt und die politischen und wirtschaftlrchen Kräfte de» Landes verzehrt, so wie die Ansetzung von Parallel- RLngen ''eventuelle Auflösung des Reichstages rm exlex" in Aussicht zu stellerr. Wre unsinnig rst es von dem österreichischen Kabinettsches. in diesem Momente Öl auf das Feuer zu schütten. Man vernimmst daß der Monarch sich dieser Argumentation nicht verschließe, und. ^errn v Körber kerne Gelegenheit dazu bretend. dieserr Kampf zum Anlässe seines Falles zu wahlerr und auf diese Weise in Österreich fernem eventuellen Nachfolger neue unüberwindliche Schwierigkelten zu bereiten, dre Einstellung dieser Feindseligkeiten verlange Es wäre auch für die Krone heute..fast unmöglich, den Grasen Tisza den derzeit einzig möglichen Ministerpräsidenten rn Ungarn, fallm zu lassen ohne das Land einer wahren Anarchie ausznsetzen. und so hoffen auch alle Patriotisch Denkenden, datz es Herrn v. Trsza trotz der. letzten .ln- strenaungen des. sowie wir dies rn einem vorigen Artikel vorausgesetzt, ans 50—60 Mann herabgchchmolzenen Häufleins der Obstruktton durch zielbewrrtzte Energie und Unge Rücksichtsnahme ans das Gesetz mrt Hülfe ferner rm Lande sich täglich mehrenden Streiter über kurz oder lang gelinqm würde, ohne Verletzung der Verfassung der Hydra der Obstruktion den Kops zu zertreten und die Ordnung im Staate wieder herzustellen.

Der Ueichshaushaltsrtat für 1904.

wb. Berlin, 24. November.

Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht einen Auszug des Entwurfes des Reichshaushaltsctats für 1904 Im wesentlichen unverändert sind die Etats für den Reichs­kanzler. das Reichseisenbahnamt und den Rechnungshof. Der Etat für die ReichHjustizverrvaltung werft eure Ein­nahme von 703 430 M. ans (gegen das Vor,ahr + 58 442 Mark). Der Etat der Reichsdruckerer veranschlagt erneu Überschuß von 2 512 813 M. (gegen das Vorjahr + 506 640 Ma-rk). Die Einnahmen aus dem Betriebe sind ^aus

8 315 000 M. (+ 409 000 M.) berechnet, die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats auf 283 000 M. (—30 1 50 M.), darunter 188 000 M. als zweite und l^t Rate zum Erweiterungsbau der Reichsdruckerei. ^er Etat für die Verwaltung der Eisenbahnen steht eure Ei nähme von 96 305 700 (+ 8 426 100 M.) vor, davon rm Personenverkehr 21684 300 M. (+ 1 495 400 M.), im Güterverkehr 68 027 200 M. (+ 6 784 500 M.). Die fort­dauernden Ausgaben betragen 71460 500 1. (+ 4642200 Mark), die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats 6 851 500 M. (+ 3 746 500 M.), so datz ern Rernuberschutz von 17 993 700 M. (+ 87 400 M.) verbleibt. Bei dm fortdauernden Ausgaben erfordern dre Besoldungen, ins- besondere infolge von Personalvermehrung 16 968 800 M.

(4- 867 970 M.), Unterhaltung und Beschaffung von Be. triebsmaterialien 9 569 500 M. (+-m 100 3U Unterhal­tung und Erneuerung der baulichen Anlagen 11 734 800 Mark 1187 igg M.) desgleichen der Betriebsmittel 7421200 M. (ch 505 200 M.). Die einmaligen Ausgaben des außerordentlichen Etats betragen k"8"00 M. (4- 2 081 600 M.). Die Einnahmen an Zollen der, brauchsstenern und Aversen werden auf 811 682 980 M. (+ 1430 100 M.) veranschlagt. Es sollen Irrigen die Zölle 490 869 000 M. (+ 18 806 000 M-), Tabaksteu r «Fsrsnon M (— 457000 M.), Zuckersteuer 1053^^000 M.

» 306 000 » (+. 1» «» Mark) Branntweinsteuer: a) Marschbottichsteuer

19 775 000 M (-5 784 000 M.),' b) Verbrauchsabgabe 106 E 000 M. (-2 267 000 M.), Schaumweinsteuer 4 531 000 M., Brausteuer, klbergangsabgabc »on Bwr 29 550 000 M. (- 1 296 000 M.), zusammen 811 608 000 M. (4- 1428 000 M.). Die Einnahmen an Stcmpelavgabcn werden zu 88 85^000 M. (-4 172 000 M.) angenommen.

,, die Wechselstempelsteuer zu 11 468 000 M.

(_L 47 200 M-), Stempelabgabe für Aktien usw. zu 17 105 000 M. (— 2 678 000 M.)( für Kauf- und sonstige

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Lotterielose der Staatslotter,er, 89 354 000 M..(+ <1C>000 Mark), der Privativttcrien 4 ^04000 M. demnach die Stempelabgaben zusammen 74 752 000 M.

^_g 745 000 M.). Ein Vergleich des Etatsansatzes der

Marine für 1004 mit der Gcldbedarfsberechnnng zum Gesetze betreffend die deutsche Flotte, ergibt "25,3 Mill. Mark gegen 217,0 Mill. M., also für den Etatsansatz 8,3 Mill. M. mehr.

Die Summe der tatsächlichen Ausgaben, bezw. Etats- ansätze von 1900 bis 1904 beträgt 838,5 Mill. M. gegen *U7 ü Mill M bezeichnete Geldbedurfsrechnung, mrthrn diesen gegenüber insgesamt bisher noch ein Weniger von 9 8 Atill M Der Marineetat weist an Einnahmen tm ordenMchen Etat 587 827 M,ans, °n autzerordentliche» 500 000 M. als erste Rate des Kaufpreises für die an di Bremen nerluufle Batteme Brinkamahof I. fortdauernden Ausgaben betragen.^«27 620 M. (mehr 6 558 866 M.), darunter für Indien,thaltungen 2o 971,9 Mark (mehr 2 020 176 M.). Beim Rerchsmarr neamt sollen

Roman von Walther Schulte vom Brühl.

(36. Fortsetzung.)

Was setzt verzehrt wird, geht auf öffentliche Kosten, nd'ich Hab' die Stärkung nötig, verflucht nötig, wwrn s mr nicht flau soll werden von dem Blutverlust . erklärte

^ ^a ^Fbr habt geblut't. wie «in Kalb", wurde ihm bv tätigst und der Kaubes beeilte sich, das Terre^te, tva£ er m Keller hatte, eine Flasche schäbigen Rotweins, ans Licht ;u fördern, während der Wunde bedrängt wurde, fern

rlbenteuer zu erzählen. -

„Erst die Stärkung", entschied er und stürzte zwei zrotze Gläser des Weines hinunter. Dann lretz m sch ver- nebmen- Fch dacht' also, nachdem ich hier den Wirt Putz verlassen 'hatte, der Stratze nach auf Krombach zu zu patrouillieren, wie das meines Aufträge» war .

„Stimmt", warf der Leven Dores. der Gemeinde oorstand ein, der natürlich als erster herbergerufen war-'

den war. , Ä „ ,

Na also wie ich so gegen die letzten Hauser hin­komme. ist nnr's doch, als husche nicht weit von mw was über die Straß', was Großes. Schwarzech lautlos und unheimlich, ordentlich wre em Gespenst, ^ch hore^ keine Schritte, ich sehe nicht, daß eine der Türen an den Hausern ausqcht Zum Henker! denk ich. was stk das? ^>ch bleL stehen und rühr' mich nit Alles wieder still und düster Wllst doch mal abwarten. beschließ ick) und schleich mich hinter 'ne Hausecke.. Ich streck den Kopf vor und lanre Husch, da ist es wieder, ganz in der Nah. blecht 'neu Augenblick auf der Straß' stehen, wre um^zu horchen. Jst's ein Mannsbild oder em ^-raumensch _. kann's nicht rrnterscheiden. Da huscht es grad auf da» Haus zu. hinter dem ich ums Eck stehe. E» buckt sich und schiebt was Helles unter der Tür yr. Donner., das yt lein Gespenst! denk' ich, das hat Fleisch und Bern,

dem AugEöstwitM^cht^mir vorbei. Ich spnus^ vor areif' zu und hält s am Arm gepackt. „Halt, full qcstanden. du bist verhaftet!" schrei' ich. Da tat'semen Quitsch. Witz die Weiber tun. will sich losreißen, stoßt mich hesiiq zurück und will ausknelfen. >;ch aber halt fest und fühl', daß ich's wirklich mit emem yrarienzimmer zu tun Hab', nleinem Empfinden nach mrt einem inngen. Dxr mag ich doch das Gewehr nicht in Anwendung bringen, das ich noch in dem einen Arm schußfertrg halte. Ich laß das Ding also fallen, so daß mem rechter Arm auch frei wird, und saß' mir die Persönlichkeit. Himmeldonner­wetter, sie wand^ sich in meinem Arm wre ern

Lot rnech loß oder ech don, wat mech reut., stöhnt sie. " „Gib dich gefangen, -nein Schätzchen, es nutzt dich alles nichts!" antwortete ich. Ta zapstelt sie aufs neue wie toll, aber in dem Augenblick, ,wre rch denst fetzt hatt ich sie fest und wie es mir auch einfällt, um Beistand zu

% k iM7tt’Spr, warf der Plöckers Franz ein, an dessen Hause die Begebenheit passierte. ,

„Da sülfl ich 'neu heftigen schmerz rn mernem^Gesicht und laß' los. „Ihr wault et jo nit anners , hör rch sre noch sagen, da huscht sie auch schon fort rn dre Dunkerhert. Halt oder ich schieß!" schrei' rch und greif nach dem Ge­wehr In dem Augenblick knallt's, blitzt auf und rch hör neben mir insHaus 'neKugel einschlagen, ganz bukst neben rnir Ich reiß' die Brichse an dre Backe und halt die Rich­tung, m,s der der Schuß Ritzte, sth'auch in unbestimmten Umrissen die Gestalt noch laiiferr. Ich,^6 also los, es tut 'neu Schrei und dann ist's fort, ^ch aber suhl, wre mir das Blut in den Halskragen runterlauft und N-b den verfluchten Schmerz in meiner Visage. dem chugen- blick werden Türen arrfgerissen und man kommt herber. Na, und -das übrige wißt Ihr." ,

„Und diese Blätter hat man am Drt der Rauferer ge funden", sagte einer und brachte ein halb Dutzend ZRial zum Vorschein. „Man könnt' sie vorlesen, um W sehen, ob's welche von den Schrifterr sind, um dre sre zetzt so vrel Aufhebens machen."

Die Zettel sind hiermit im Namen des Gesetzes be- 'ckilaanabmt!" schrie der Gendarm und rrß die Paprere an ich „Schenkt inir noch mal wieder ein, danut e» nur nicht wieder flau wird von den verdammtm Schmmzen^ befahl er dem Kaubes und goß ern frisches Glas Rottvein

I)inte^|ie^8 ^d, daß der Herr Gendarm von

einem verfluchten Fmuerrzimmer so verschengelrert war- den ist und gar seine schöne Nas' zuin ^erl verloren h . Aber es war doch a-n E>id' stre Blamag' gewesen, wenn er das Fraumensch, rroch dazu. wenn'- ern )ung Weit war, totgeschossen hält'", n>einte der L-tellmacher,Wrerts, mu> der Barbier tröstete: „Mit der Verwundung rst s am End nicht so schlimm. Die abgeschmttene Kupp — ich Hab sie einstweilen wieder angeklebt, ist nicht so groß, urid es bleib noch genug von der Nas' übrig."

„Und mir bleibt übrig, daß rch fetzt über diese Ge- schichte was zu Protokoll aussetzen muß", klagte der Leven Tores und ließ sich vom Wirt Schreibzeug und Pacher bringen, Dinge, die sich allerdings rm, traurigsten Zu­stande befanden. Aber es ging doch einigermaßen, nach- dem man das Kreisblättchen mehrfach Luchminen.gÄegt r>nd die dick gewordene Tinte mit einem Guß Rowern wieder ewas flüssiger gemacht hatte. „

^vs kann 'ne lange Srtziing werden . stöhnte Kaubes und er fühlte sich erst getröstet., als Me Antvesen- den sich häuslich niederließen und sich einen Kümmelnder

einen Klaren bestellten.-; 7“ ~ , ..

^ie Kunde von dem Geschehnis verbreitete ß«h,mck größter Geschwirrdigkeit in der ganzen Gegend, schon am anderen Morgen wurde von einem Ire-ernden, Arbeiter auch im Schwertfegerfchen Kontor „dre -.wangkert mrtge- bracht, und da der Mann dre Erzählung lelbst aus der vierten oder fünften Hand hatte, so hreß es bereits, dem Gendarmen seien von der Fliehenden, nachdem er auf sie gefeuert, beide Augen ausgefchossen worden, Dre Attentöternr habe man zwar noch nicht erwischst aber sie hätte ihren Denkzettel bekoinmen. denn auf, dem fest- getretenen Schnee der Chaussee hätte man Viertelstunden-