gelte *. ' MsrgeEvdsabe. Erste- «Mt. _ WiSÄrMMLS TikgÄsiL» Ssmltez, 19. September 1918. Nr. 437 .
Die Torpedierung des französischen Dampfers »Indien".
W. T.-& Paris, 18. Sspt. (NichtamtLch. Drcchtberrcht.) Der „LLmps" meldet, dcch ein feindliches llrrterseeboot auf der Reede von Rhodos L>en ftanzöfifchen Hilfskreuzer „Indien" torpedierte und versenkte. „Indien" war in den Gewässern von Adalia gekapert worden, als er Bannware beförderte. „Indien" hatte eine Wasserverdrängung von 800 Tonnen. Seine Besatzung bestand aus 62 Offizieren und Matrosen. Elf Mann weiden vermißt.
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Die bulgarischen Einberufungen.
W. T.-B. Sofia, 18. Sept. (Nichtamtlich. Drahtbericht. Meldung der Agence Bulgare.) Schon in den frühen Morgenstunden durchzogen zahlreiche Trupps mazedonischer Auswanderer die Stadt, um sich aus den Exerzierplätzen zu versammeln, wo den ganzen Tag über lebhafteste Bewegung herrschte. Die einberufenen Rekruten und Legionäre jubelten den Offizieren zu und stießen Hurrarufe aus. Das Ergebnis der Einbe- rnfung übertrifft alle Erwartungen. Die Zahl der Männer, die sich an den Sammelplätzen einfanden, ist weit größer als man hoffte, namentlich infolge des starken Herbeiströmens der mazedonffchen Flüchtlinge.
Die bulgarischen Befestigungen an der griechischen Grenze.
Du. Konstantinopel, 18. Sept. (Ng, Drahtbevicht. Zeus. Wlu.) Nach Presseberichten sind die bulgarischen Befestigungen an der griechischen Grenze bei Hantly, Gümüldschina und Hapaffchair beendet. Augenblicklich wird an der zweiten Verteidigungslinie von Philippopel bis Newrekop gearbeitet.
Die bulgarische Opposition bei 3ar Ferdinand.
W. T.-B. Sofia, 18. Sept. (Nichtamtlich. Drcchtbericht.) Agence Bulgare meldet: Da die Führer der Oppo-
s i t i o n den Wunsch geäußert hatten, den König zu sehen, um ihre Ansichten über die Lage darzulegen, empfing sie 'der König gestern in Gesamtaudienz. Der Abordnung gehörten an: Malinow, Geschow, Danew, Tschanow und Stambolisky. Die beiden letzteren vertreten die radikale und Agrarpartei. Die Sozialisten lehnten es ab, sich diesem Schritt anzuschließen.
Rumänien zum türkisch-bulgarischen vertrag.
Bukarest, 18. Sept. (Jens. Bln.) Das offiziöse Organ „Jndependance roumaine" bespricht an leitender Stelle das türkisch-bulgarische Abkommen und sagt u. a.: „Die Verbündeten wissen, daß sie auf keinen Fall auf Bulgariens Hilfe auf G a l l i p o l i rechnen können. Sie haben diese Seite ihrer diplomatischen Aktion auf dem Balkan verloren, es bleibt abzuwarten, wie der andere Teil ausfällt. — Der König unternahm einen auf acht Tage berechneten Ausflug auf der Donau. Diese Reise entkräftet vollständig alle tendenziösen Meldungen über rumänische Truppenbewegungen an der Grenze, welche alljährlich um diese Zeit stattfindend e Konzentrationsübungen sind."
Horzog Iohann kllbrecht von Mecklenburg in Rumänien.
W. T.-B. Bukarest, 18. Sept. (Nichtamtlich.) Der Herzog zu Mecklenburg traf am Donnerstag zu Schiff aus Rustschuk in Orugewo ein. Er setzte die Reise im Sonderzug nach D r a i l a und weiter zu Schiff nach Macia fort, wo er vom König und der Königin empfangen wurde.
Der Krieg über Zee.
Neue 800 Nlillionen-Rnleihe Australiens.
W. T.-B. London, 18. Sept. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Dis „Times" meldet aus Sydney: Die Bundesregierung zeigte an, daß sie eine neue Anleihe von 25 Millionen Pfund auftiehmen will.
Die Uriegsanleihenzeichnungen der preußisch-hessischen Eisenbahner.
W. T.-B. Berlin, 18. Sept. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Die Pensionskasfe für die Arbeiter der preußisch-hessischen E i s e n b a h n g e m e i n s ch a f t, die von den ersten beiden.Kriegsanleihen bereits 45 Million« Reichsschuldbuchforderungen erworben hat, zeichnete auf die 3. Kriegsanleihe 20 Millionen Schuldbuchforderungen. — Die Kranken- und Hinterbliebenenkassen des allgemeinen Verbands der Eisenbahnvereine der preußisch-hessischen Staatsbahnen und Reichseisen
bahnen, die von der ersten und zweiten Kriegsanleihe bereits 370 000 M. erworben hat, zeichnet auf die 3. Kriegsanleihe weitere 275 000 M.
Protest gegen wolzogens Buch „Landsturmmann im Feuer".
Br. Königsberg, 18. Sept. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Gegen Ernst von Wozogen, welcher in seinem Buch als Landsturmmann im Feuer seine Eindrücke in Masuren wiedergibt, wird von Lötzeu aus energisch Verwahrung eingelegt. Es wird betont, Wolzogen habe in seinem Buch eine wenig gerechte und falsche Kritik an den Zuständen in Masuren geübt, schwere Vorwürfe gegen die Königstreue der masurischen Bevölkerung erhoben und großen Besitzern den Vorwurf des Hochverrats gemacht. Die Bewohner Masurens legen daher mit tiefer Entrüstung gegen diese unzutreffende Darstellung energische Verwahrung ein und fordern die Zurücknahme der grundlosen Borwürfe in einer gehörigen, dem Ernst der Sache entsprechenden Form. Ein von einem Rechtsanwalt verfaßter Protest wird an Wolzogen gerichtet werden.
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Kriegsliterotwr.
_ über Trinkwasserversorgung im Felde nebst Vorschlägen über die Verwendbarkeit vulkanischer Filtermaterialien. Von Dr. A. Hambloch und Dr. C. Mordziol. (Verlag von George Westermann, Braunschmeig, Berlin, Hamburg.) Die gerade jetzt aktuelle und wertvolle Schrift enthält einen Überblick übep die Vorschriften zur Regelung der Trinkwasserversorgung der Truppen im Felde und besondere Hinweffe auf den Wert der Geologie für die Gewinnung neuer Wchser- vorväte und für den Schutz vorhandener Quellen gegen Ver- seuchuugsgefahr;, ferner einen Überblick über die wichtigsten Methoden der Wasierreinigung mit Rücksicht auf die Brauchbarkeit im Felde. Als Ersatz für Sandfilter wird sodann das „Bulkanit"-Material in Vorschlag gebracht, das nach den bisherigen Versuchen vielseitige Änwendungsmöglichkeiten zur Gewinnung von Trink- und Gebrcmchswaffer verspricht.
„Ein Deutsch-österreichisch-ungarischer Zollverband." Von Prof. Dr. Julius. IV u. 26 S. Direkt durch die A. Deicherffche Verlagsbuchhandlung Werner Scholl, Leipzig, Königstraße 25, 1, sowie durch jede andere Buchhandlung zu bezieheri. Wie 'bekannt, hat erst der Hinfall des Franffurter Friedens die Bahn freiaemacht für die Neugestaltung der handelspolitischen Beziehungen zu unserem Verwundeten. Eine gröbere handelA>olitische Intimität wird angestrebt uud dafür, daß sie zustande kommt, sind gegenwärtig eine Anzahl Verbände tätig. Die politischen und wirtschaftlichen Gründe, welche für sie sprechen, finden eine überaus wirksame Vertretung in der obengenannten Schrift, die darnach bÄtimmt sein dürfte, auf die weitere Gestaltung jener Beziehungen starken Einfluß zu üben.
„Der europäische Krieg und der Weltkrieg." Historische Darstellung der Kriegsereignisie von 1914/15. Von A. Hembergen Mit vielen Illustrationen, Portrcrits, Karten und Plänen. Das Werk erscheint in etwa 40 Heften, Grotzoktav-
füns Hefte des zweiten Bandes von A. Homberger „Der europäische Krieg und der Weltkrieg" liegen nunmehr vor und bestätigen den auHerordentlich günstigen Eindruck, den der erste Band geweckt hat, rechtfertigen die hochgespannten Erwartungen, die sich seit Beginn an das Erscheinen des Werkes
ein klares, höchst anschauliches Bild der Kriegsereignisie sv- tvohl wie der begleitenden politischen Vorgänge und sucht, trotz der spcmnenden Form, allen Anforderungen am die geschichtliche Treue gerecht zu werden. Es ist in der Tat ein erstklassiges, wirklich historisches Werk von bletberrdem Wert, das bier entsteht. Hingewiesen sei auch auf das reiche, ausgezeichnete, geschmackvoll ausgewählte Jllustratioirsmaterial und die guten Karten und Skizzen, die der Verlag dem Werke beigibt, das sowohl in bezug auf den Inhalt wie auf die Ausstattung auch die höchsten Ansprüche zufriedensten« muß.
Freiwillige volksbildungsarbeit in Deutschland im Kriegsjahr 1914/15.
Mit dem Beginn de,? Krieg? wurde ein großer Teil der Arbeit der AEtLalduirgSvereüe abgebrochen. MeS, was mrr den Aw«ck hatte, das Leben zu schmücken mit befdfeSbcacc Aua# und zur ükfetetin und Verschönerung der Mußestunde-: zu dienen, hörte auf, seit mit Blut und Eisen ttm Gegenwort »md Zukunft gerungen wird. Nur was dem Ernst der 3»* entsprach, erfuhr, so rveit möglich, keine Unterbrechung. Die Seitnag der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, » der die große Mehrheit der dcrrtschen Balksbildungsvereinc Kustu-avengeschlnsien ist. hat die ihr im Krieg erwachsenden Pflicht« sofort erkannt und ist ohne Zaudern an die Arbeit 0 t«aaeen. In je&em Hsft der „Volksbildung" wurde zur Wer» .«nüoktnntz von Kriegsabenden aufgerufen und wurden dre Wege zu erfolxeerche-n Vorgehen auf diesem und auf cm. denen Gebiet«', gewiesen. Die Vereine wurde« ausgefordert.
ihre VsrtrmgSeinrichtungen nicht einzusteLeu, sonder« ihre Pläne für den bevorstehenden Muter nach den Erfordern^« de» Lagos zu Ludern, In demselben Sinne wandte sich d« EwfiLschast an die Vortragenden. Desgleichen wurden dich Bücher warte «uuchnt, jetzt erst recht das gute Buch m jedes pxiaä z« tragen, dabei aber, wo Gelegenheit dazu gebeten, auch cm die Verwundeten und Krank«! zu denke». Fm Sinne dieser Aufforderungen und Anregungen hat die Gesellschaft selbst während der Kriegsdauer gearbeitet. Sie hat Verein«, und -KmLragenden die Hilfsmittel für vaterländischc Vortragsabende zur Verfiigung gestellt; in kurzer Zeit wurden für die AuÄeihang zahlreiche Lichtbilderreihe« znscrmmengesiellt. Es wurden insgesamt 64 Reihen mit 5109 Bildern hergestcllt und bis zum 30. April 1282mal verliehen. Umfangreicher aber war die Arbeit für die Versorgung der Krieger im Feld und in den Lazaretten mit guten Bücher n. Die Gesellschaft sandte bis zum Schluß des Jahres 1914 an Lazarette, Truppenlager und an einzelne Truppenteile 72 774 Bücher und 42 260 Bände und Hefte vom Zeitschriften, und bis Mitte Mai 1916 111667 Bücher und 57 886 Bände und Hefte von Zeitschriften. —Die Friedensarbeit der Gesellschaft erlitt freilich manche Einfchränkrrag und z. T. vollständig? Unterbrechung. Die Hauptversav-m- lnng, die für den 4. Oktober nach Berlin einberufe« war, mußte, ebenso wie der damit verbundene dritte Vortrags- nick SbungSkurfus (1. bis 7. Oktober) ausfallen. Me Verbands- tage hatten zum Teil schon vor Beginn des Kriegs stattgefu«» den. So weit das nicht der Fall war, fielen sie ebenfalls aus. Die Gründung und Erweiterung von Volks-, Vereins» und Schulbüchercien hatte sich in der ersten Hälfte des Jahres 1314 gegenüber denselben Monat« des Vorjahres erheblich gesteigert. Mit dem Krieg trat aber ei« sehr erheb- stcher Rückgang ein. Während 1913 2831 Wanderbücherei« urfi 98 830 Bänden von der Gesellschaft abgegeben worden tzmd, gingen 1S14 nur 10S1 Wande-chüchcreien mit 67 023 Bäu- dm- hinaus. Immerhin gab die Gesellschaft «u Berichtsjahr doch insgesamt an 7585 Büchereien nick aiS Kriegsbüchereren 883 667 Bände ab, und zwar fiir 88 234,74 M. neue und für Bfl 776,98 M. gebrauchte, zusammen also Büch« isn Wert von PS» 011,72 M. tzn einem Zeitraum van 18 Jahren, von 1837 tzüS 1914, hat die Gesellschaft nicht weniger als 2 089 MS Bünde, alw über 2 Millionen Bücher, in die deaffchen Lande «ad an das deutsche Heer hinausgesaudi. Kn Schenkungen o» foeJi die Gesellschaft vor, 522 Personen 74 4M Bücher und Zeitschrift«, van beaaa 68 671 für KriegSbücherLteu verwandt ««den konnten, Tie van der Gesellschaft begründete R i ck ertsti s t u n g zur Unterstützung ten BoWbüchereten in > rn.be mitwltcn Gesrerudon hat im J«h«c 1314. trotzdem die Mt«gdn: der Stiftung mit de« TuS^v-ch d«S Krieges auf- böeen mutzte, an M Aücheu-icn 14 WS DäNi-c im
Wert von 3LSS4.M M. abgegeben. D« Abeggsttftung w-ebrertLte in den letzten Jahr« boei Seme Schriften, di- wichtige praktische BlldungSfrag« behandeln. „Wie erhält ■ntm sich gesnrck und erwerbsfähig?" (MS WO ®ä»Ä). -Weg- weiser int? wirtschaftliche Leben" 1243090 Stück), „D«s Büch» stün dar Eltern" (243 009 Stück). Die Zahl der von der Se- ftÄsckafl verMstaltrimi Vorträge betrug im Berichts^chr M, im AuSjpche für öffentliche Vorträge und Werbung 21 034,85 Mark. Ferner hat sich die Gesellschaft in dankenswerter Weffe der BildungSpflege der schulentlassenen Jugend augensmm«. Anch die Dr. Hermanu-Schulze- Dnfftzschstistnng zur Errichtung von Fortbildung», kursen für ältere Kleingewerbetreibende, Arbeit«:, Landwirte, kleine Beanrte und geschäfiLch tätige Frau« hat sich in einer ihrem Zweck entsprechend« Form in d« Dienst der Kriegshilfe gestalt. Aus d« Mitteln der Hfffinng »«den die in Lazaretten, SeneftuqMhennen und an ander« Orten veranstaltet« Lehrknrse für Kriegsbeschädigte in der Weise unterstützt, daß d« 5r«rsirÄ»eranstaltern die notwendig« Lehr» und ilbungsbücher strr unbenrittelte Kriegsbeschädigte uiumtgeltlich zur Wer- lügnng gestellt werden. Den Vorsitz in der Gesellschaft führt seit Rickerts Tod (1302) Prinz Heirrrich zu Schoenaich. Earolath. Mitglied des Reichstags und des preußisch« Herrenhauses Einschließlich des Vermögens der Rickerl- und Schulze-Delitzschstiftung beträgt d«S SSeocög« dar <Sef«2- ichaft zurz«t 1028 404.02 M. Zn diesem Bernnig« kommt der Wert einiger Grundstücke in Berlin und Neukölln hrugu. Der Wert dieser Grundstücke läßt sich zurzeit nicht feststes«. Der Kaiser wandte der Gesellschaft aus dem ADerhöchste» DiSpofitionSfonde wiederum S0I10 M. zu. Die Gesellschaft umfaßte am Schluß des Jahres 1914 insgesamt: 18 Verbände mit 1084 Körperschaft« und 942 Personen, 8 Zweigverestre mit 53 Körperschaft« und 3483 Perscnr« und als drreüe Mitglieder 7800 Körperschaften und 2497 Personen, zusamM« tS87 Körperschaften und 5LÜ1 Personen, im ganz« also 14 188 Mitglieder.
alten Blechdosen und die weggeworfenen Metallreste, die Iwan in dem Schmelzkessel schmilzt, habe ich in den Kehrichthaufen und in der: Straßen mit vieler Mühe gescumnelt."
„Und das Geschäft ernährt «ch alle?"
„Nun, Herr Offizier, man muß sich manchmal höllisch nach der Decke streck«."
„Wäre nun einer von euch vier Brüdern wirklich gefallen, hätte da kein Fremder für ihn in d« Handel einspringen
können?"
„Nein, Herr Offizier, es sind da noch andere Sächelchen dabei. Es gibt Zeiten, wo das Geschäft sehr schlecht geht. Da muß man sich zu helf« wiss«. Eine Maschirre, in der silberne Streichhotzschachtelhüls« zu fünfzig Kopeken das Stück gegosien werd«, ist wcchl auch gut fiir Srlberstücke zu fünfundKvanzig und fünfzig Kopeken das Stück. Dabei kann man sich ganz auf sie verlassen. Man weiß aber nie, ob man in einem Fremden einen ehrlichen Menschen vor sich hat."
„Nun begreife ich allerdings", sagte der Offizier, „daß keiner von «ch Brüdern fallen durste."
Nus Kunst und Leben.
CK. Historische Schlachten und ihre Verluste. Wenn man, vom Beginn des 19. Jahrhunderts ausgchend, die blutigsten Schlachten der Geschichte uud die durch sie hervorgerufenen Verluste untereinander vergleicht, gelangt man zu dem Ergebnis, daß bis zum Ausbruch des gegenwärtigen Weltkriegs die Verluste in keinem Verhältnis zu den Fortschritten der !Waff«- und Kriegstechnik stand«. Doch all dies hat sich seit ,1914 jäh geändert, denn, wie die „Revue hebdomadaire" aus- ßührtz war« niemals, in keinem Zeitalter und in keinem Luche, die BerdOe so gewaltig wie in der Jchtzeit. In . der
Schlacht bei Marengo (14. Juni 1800), in der sich 65 000 Soldaten gegenüberstanden, beliefen sich die Verluste an Gefallenen, Verwundeten und Gefangenen insgesamt auf 13700 Mann. In der Schlacht bei Jena (18. Oktober 1806) verloren die 116000 Kämpfenden 27150 Mann. In der Schlacht bei Waterloo (18. Juni 1816) verloren 228 000 Kämpfer 67 200 Mann. In der Schlacht bei Solferino (18. Juni 1859) der- loien 275 000 Kämpfer 31250 Mann. In der Schlacht von Liao-Jang (August-September 1904) standen sich 96 000 Ruff« und 100 000 Japaner gegenüber. Die Gesamtverluste beider Parteien beliefen sich auf 30 400 Mann. In der entscheidenden Schlacht bei Mukden (Februar-März 1905) kämpften 350 000 Russen gegen 300 000 Japaner. Die Russen verloren 70 000 Mann, die Japaner 42 000 Mann. Wie gewaltig der Unterschied zwischen den genannten Zahlen und den allgemeinen Verlustziffern ist, die vor allem unsere Feinde rii diesem Krieg aufzuweisen haben, wird sich erst später in Gänze feststellen lassen. Doch läßt sich schon heute sagen, daß ' ganz besonders die Verluste der Russen mindestens viermal so hoch find wie die im früheren Verlauf der Weltgeschichte bekannt gewordenen. Als Beispiel mag man sich die Schlacht bei Ortelsburg-Gllg«burg vergeg«wärtigen, in der die Ruff« im Verlauf eines Tages und einer Nacht allein an Gefangenen 70 000 Mann verloren. Wenn man die gefallenen und verwundeten Russen dazu zählen wollte, würde sich der Gesamtverlust des Gegners in dieser einzigen Schlacht wohl als doppelt so hoch Herausstellen.
Meine Chronik.
Theater und Literatur. Die Bildungszentrale beim Genevalgouvernement in Brüssel hat ein ständiges Theater; nnter dem Nmnen „Deutsches Theater in
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Belgien", errichtet vom „Rhein-Mairstsch« Verband für Volksbildung", ins Leben gerufen, das am 30. September eröffnet wird. Für d« Eröffnunysabend sind das szenischö Vorspiel von Leo Sternberg „Die Aussaat", Spiele von Hans Sachs urrd „WallensteiuS Lager" in Aussicht ge- ntratnren.
Das Deutsche Theater in Lodz, das demnächst unter der Direktion von Walter Wassermann seine SpiekzÄt beginnen und wahrscheinlich auch nach Warschau und cmderen größeren Städten Rusirsch-PolenS Abstech« machen wird, hat u. a. folg«de Stücke zur Aufführung «worben: „Istich« Gebert", „Müll«s" und „Logierbesuch" von Fritz Friedmaun- Frederich, „Als ich noch im FlügelLeide", fern« zwei Werke nordischer Autor«, „Klein Eva" von O. Ott und „Ein Skandal" von O. Benz«.
Die bekannte, von uns sehr geschätzte Zeitschrift „Der Kunst wart" (Georg D. W. Callweh, München) v«ändert mit dem im Oktober beginnend« neuen Jahrgang seinen Namen. Er wird heißen: „Deutscher Wille. Des
K u n st w a r t s 29. Iah r." Das Stoffgebiet soll das gleiche bleib« wie in d« letzten Jahr«: d«tsche Kultur mit besonder« Berücksichtigung der Kunst.
Wisienschaft »nd Technik. Die Heirat Siegfried Wagners mit W i n n i f r i e d K l i n d w o r t h, der 18jähRg« Adoptiv- tocht« des berühmten Pianisten und Bearbeiters des Waglwr- schen Nibelungenklavierauszugs, soll, wie die „Voss. Ztg." hört, in den nächsten Tagen statffind«. Das junge Paar wird, wie auch das Ehepaar Chamb«lain, in Villa Wannfried wohnen, voraussichtlich dürste Siegfried Wagner mit sein« Gemahlin am 25. September der erst« Aufführung eines seiner Werke am Dresdm« Opernhaus, das ihn bisher lrer> schmäht hat, des „Bärenhäuters", beiwohn«.
