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Wiksbs-emr Ts

Verlag Laaggasse 21

„Tagtlau-Ha»S".

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wöchentlich

»e»«,r-»reiS für beide Ausgaben: 70 Psg- mmiotlich. M. 2— vierteljährlich durch den Berlch

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12 Ausgaben.

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„T-gbl-tt-H-nS" Nr. «650-53.

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Sonntag, 19. September 1915.

Morgen -Ausgabe.

Nr. 437. ♦ 63. Jahrgang.

Ae ginnt pifdjen

Die liefenlieiite M

Im Angriff auf den Brückenkopf Dünaburg.

Teile der feindlichen Vorstellungen genommen.

— weiteres Vorgehen auf Wilna. — Der Feind zwischen Düna und Njemen im Rückzug. — 6400 Gefangene und 1b Maschinengewehre er­beutet. — Die Russen beginnen an der Szczara zu weichen. — weitere Siegesbeute bei pinsk.

— Die Russen in Nordostgalizien im Rückzuge.

Der Tagesbericht vom 18. September.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 18. Sept. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Feindliche Schiffe, die sich vor Dünkirchen zeigten, wurde« von unseren Fllegeru augegrifsen. Ein Zer­störer wurde getroffen.

Au der Front ist die Lage unverändert. Die Fran­zosen versuchten vergeblich, das ihnen bei Perthes ent­rissene Grabenstück zurückzugewinnen.

Gestlicher ttriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschall» von kjindenburg.

Feindliche Vorstöße bei Schlot sind abgeschlagen. Der Angriff auf den Brückenkopf Dünaburg wird fortgesetzt. Teile der feindlichen Vorstellungen sind genommen.

Bei Wilna sind unsere Truppen rm weiteren Vorgehen.

Zwischen Düna und Njemen wurde die rusiische Front an verschiedenen Stellen durch­brochen. Seit heute früh ist der Feind im Rück­züge. Es wurden 26 Offiziere und 5380 Mann gefangen genommen und 16 Maschinengewehre erbeutet.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Prinz Leopold von Bauern

Der rechte Flügel und die Heeresgruppe dss Prinzen Leopold von Bayern haben starke Kräfte über die Szczara gebracht. Der Feind beginnt zu weichen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls von Mackensen.

I» der Gegend von T e l e ch a n i, L o g i s ch i n und südöstlich von Pinsk ist der Feind weiter zurück- gedrängt- Die Beute bei der Verfolgung auf Pinsk hat sich auf 21 Offiziere, 25 00 Mann und neu» Maschinengewehre erhöht.

Südöstlicher Uriegsschauplatz.

Bor den deutschen Truppen haben die Russen den Rückzug angetreten.

Die Beute von Nowogeorgijewsk beträgt nach der jetzt abgeschlossenen Zählung 1640 Geschütze, 23219 Gewehre, 103 Maschinengewehre, 160 000 Schuß Ar- tillericmunition und 7 098 000 Gewehrpatronen.

Die Zahl der bei K o w n o erbeutete« Geschütze ist auf 1301 gestiegen.

Oberste Heeresleitung.

Die russische Offensive an der Strqpa zusammengebrochen.

Gin Rückzug des Feindes in lfast und Gile. — Zurücknahme österreichisch-ungarischer Streit« Kräfte im wolhqnischen Festungsdreieck. — Die Desterreicher und Ungarn beim Uebergang über die Szczara.

ver österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 18. Sept. (Nichtamtlich-) Amtlich »erlantet vom 18. September, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Die ruffifche Offensive in Ostgalizien ist an der Strhpa zusammengebrochcn. Der Feind räumte gestern das Gefcchtsfeld der letzten Tage und wich am Screth. Zurückgelaffenes Kriegsmaterial und andere Anzeichen schleunigen Aufbruchs lasse« erkennen, daß der russische Rückzug in Haft und Eile vor sich ging. Die Verluste, die der Gegner vor un­

Mo utiii Minen mehrfach imchWen.

NMWMM unD tetto: ZnUsmit 2941 Geschütze.

seren Stellungen erlitten hat, erweisen sich als sehr groß. Au der Jkwa ist die Lage unverändert. Im wolhynischcn Fcstnngsgebiet dauerten die Kämpfe mit überlegenen russischen Kräften an. Wir schlugen zahlreiche Angriffe ab. Heute nahmen wir Teile unserer dortigen Front in weiter westlich liegende vorbereitete Stellung

zurück. Die k. und k- Streitkräste in Litauen erkämpf­ten sich im Verein mit den Verbündeten den Übergang auf das nördliche Ufer der Szczara.

Italienischer Rriegsschauplatzi

Im Tiroler und Kärntner Grenzgebiet hat sich gestern nichts von Bedeutung ereignet. Ein Waldbrand vor unserer Popena-Stellung (südlich Luder­bach) zwang die Italiener, ihre Linie zu räumen. Im Raume von Flitsch müht sich der Gegner unter schwer­sten Verlusten weiter damit ab, sich an unsere Befesti­gungen heranzuarbeiten. Wiederholte italienische An­griffe aus den R a v e l»i k und gegen die Stellungen aur Wcsthangc des Javorcek brachen zusammen. Die Behauptung des offiziellen italienischen Tagesberichtes vom 16. September, wir verwendeten Geschosse, die Blausäure enthielten, ist selbstverständlich eine böswillige Erfindung.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höf er, Feldmarschalleutnant.

Die Bedeutung der Eisenbahnlinien von Riga bis Lemberg.

Rotterdam, 18. Sept. (Zenf. Bln.) Reuter meldet ans London: In der Zeitschrift „Land und Wasser" bespricht der bekannte Militärkritiker Hilair Belloe die Versuche der Deut­schen, sich der Eisenbahnlinien zu bemächtigen, welche sich rm strategischen Sinne vom Norden ans über Riga, Düna­burg, Wilna, Lida bis nach Lemberg erstrecken. Er erachtet den Besitz dieser ganzen Eisenbahnverbindung für unbedingt nötig, falls der Feind heabsichtige, während des Winters weiter in Rußland vorzudringen oder in der Defensrvstellung zu ver­harren. Sofern die Deutschen Riga erobern, sind sie Herr des ganzen Eisenbahnbezirkes Lemberg und können auf dieser Basis ihre ganzen operierenden Heere mit allem, Munition, Verstärkungen usw., versorgen. Für die Russen bedeutet dieser Verlust einen ungeheuren Nachteil: ist dieses Eisen­bahnnetz (das bekanntlich mit Wilna, gegen Lida und hinter Pinsk schon sehr bedroht ist. Schristl.) einmal im Besitze des Feindes, dann fallen die russischen Heere notwendig in kleine Abteilungen auseinander.

Aufruf des Generals Rutzkl an die Munitionsarbeiter.

Br. Petersburg, 18. Sept. (Eig. Draihtbericht. Zenf. Mm) Hier wurde gestern ein Aufruf des Generäls Ruß ki der-: öffeutlicht, in dem darauf hingewiesen wird, daß die Erörte­rung politischer Fragen zum Teil zur Arbeitseinstellung in den Munitionsfabriken geführt habe. General Rußki erinnert die Arbeiter dringend daran, welche Bedeutung ihre Tätigkeit für alle ihre Brüder hat, die ihr Blut an der Front vergießen.

Russische Täuschungsversuche:

Stockholm, 18. Sept. (Zens. Bln.) Die .HretLrsbmHtzr Telegraphenagentur" verbreitet folgende Mitteilung an die neutralen Länder: Die Lage auf dem russischen Kriegs­schauplatz nimmt eine immer günstigere Wendung. Die Versuche der Deutschen, sich D-ünaburg und Wiln-a zu nähern, blieben erfolglos. Die deutsche Offensive in P o l j e s j e ist zum Stillstand gebracht. Auf der Südwestfront setzen die Russen ihre Offensive fort und fügen dem Feind Verluste bei, die so rasch zunehmen, daß sie seine Haupckftreit- kräfte mit einer Niederlage bedrohen. Auf zahlreichen Punk­ten des Westabschnitts ist dem Feind nach der Ansicht der mili­tärischen Kreise die Initiative entglitten und das Zusammenarbeiten der gesamten Front gestört. Unsere Truppen unternehmen erfolgreiche Aktionen auf den Wanken tes Gegners. Nach den jetzigen Kämpfen zu urteilen» kommt der kritische Augenblick des Krieges immer näher. In den Kämpfen von Galizien haben wir in weniger als 14 Tagen 40000 Gefangene gemacht und haben den rechten Flügel des Feindes derart gelähmt, daß er genötigt ist, Kon­tingente von seiner Nordfront wegzunehmen, was n-ftürlich eine Schwächung der deutschen Hauptfront bedeutet. Die offi­ziell bekanntgegebene Zerstörung eines türckifch-deut­schen Dampfers im Schwarzen Meer bewesst, daß die Operationen derdeutschenUnt e rseebo o.te ipM- sem Meer die Lage nicht geändert haben.

Die vumavertagung eine Drohung:

Haussuchungen «nd Masse«v.erhaftungeu.

Bi-. Stockholm, 18. Sept. (Eig. Dvcchtbericht. ZM. Bln.) Die Vertagung der Duma bedeute, t»e hierher berichtet wird, lediglich eine Art von D r o huu-g mit scharfen Maßnahmen, aber noch keine Maßnahme selber Namentlich glaubt man auf seiten der Regie­rung, daß der Kadettenführer Miljukow geneigt sein könnte, die Blockfo rd ernngen zu mäß»- g e n und cs nicht auf einen Kampf ankommcn zu lasse«, der gerade seine Partei unter die Räder bringen Bncfe. Andererseits hat die Regierung berefts den Beweis er­bracht, daß nunmehr eine schärfere Tonart Platz gegriffen hat. Aus einer großen Reihe von Städte» wird von Haussuchungen und Massenv e-rhaf- tungen berichtet. In den jüngsten vier Tagen^wur­den in Petersburg auf direkte Anordnung der höchsten Behörden und unter Leitung des Generals Grigorjew über 300 Personen verhaftet, und zwar 32 sog. Intelligente, gegen 40 ans den lcftenden Arbefter- kreisen der Putilowwerke, über 100 aus den Arbeiter­organisationen des Narwar-Fabrikvicrtels. In Mos­kau wurden gleichzeftig 47 Verhaftungen unter den Führern der dortigen Evgsumvereiue und über 40 Sistierungen in den professionellen Arbertervcrbänden vorgenommen. In Ni sh inj Nowgorod sind gegen 20 Ärzte, Lehrer und 2 Rechtsanwälte von der politischen Polizei in das Gefängnis abgeführt worden. Weit«» politische Verhaftungen werden aus Kiew!M> S a m-a r a gemeldet.

Die Bartholomäusnacht von N^oskau.

W. T.-B. Kopenhasen, 18. Sept. (Nichtamtlich.) In der hiesigen Zeitung „Politiken" erschien am 14. September der nachfolgende Artikel über die Moskauer Unrnh-en, in dem es heißt: _

In den Tagen, als die D e u t s ch e n v ev so l g:UU«OSn in Moskau stattfaNden, geschahen fürchterliche Dinge. Erne der Hauptstraßen — Tverskoj-Boulevard — wurde vollMn- dig zerstört und in einen Ruiwenhaufen verwandelt. Der Schaden ist auf viele Millionen Rubel zu veranschlagen, und nicht nur Deutsche, sondern auch in noch höherem Grade russische Firmen mußten darunter leiden. Auch MenMen- leben gingen verloren. Der Direktor der Fabrik von E. Zindel, Herr Karlsen, und drei deutsche Damen wunden mit voller Überlegung als „Vertreter" der „sogenannten deutschen Bor- herrschaft in Moskau" ermordet. Die übrigen Ern waren nur zufällige Opfer der erhitzten V olks m enge.