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Wiesbadener ®apatt

Erschein» m zwei Ausgabe«. — Bez durch den Verlag SO Psg. monatlich, durch die Post a Mk. SO Psg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

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Verlag: Langgaffe 27.

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A0. 643. BerlagS-Fernsprecher N«. SSS». KttMStag» dktt 21. Uove MÜer.

Morgen ■Ausgabe»

PieNrpMLKParmma undAolumbien.

Die Lostrennung Panamas von Kolumbien ist eines der bedeutungsvollsten Ereignisse in Zentral-Amerika, denn durch sie allein wird für eine glatte Inangriff­nahme und Ausführung des Panama-Kanal-Baues Ge­währ geleistet, und zwar durch denjenigen Staat, welcher

Regierung befürchte daher nicht, daß aus ihrem Vorgehen in Panama Verwickelungen mit Europa entstehen konnten. Ob Kolumbien die selbstmörderische Politik der Versuche. Panama zurückzneroberm, fortsetze oder nicht, jedenfalls sei Roosevelt entschlossen, keinen Zoll breit abzuweichen von dem einmal eingenommenen Standpunkt, die Unab­hängigkeit Panamas unter dem Schutze der Union­staaten aufrecht zu erhalten.

Wir geben unfern Lesern beistehend eine Karte der neuen RePublikPanama nebst dem Gebiete vonKolumbien,

sendung von Kriegsschiffen und Landung von Truppen entgegen. So haben sie sowohl in Colon als auch m Panama Kriegsschiffe der Union stationiert, welche da­rüber tvachen, daß keinerlei Landung von kolumbrschen Truppen, Waffensendungen oder dergleichen auf der Landenge von Panama stattfinden kann.

Unsere Leser werden an der Hand der bestehenden Karte, welche alle irgendwie in Betracht kommendenHäfen und Städte enthält, stets genau "Sie verschiedenen Nach­richten verfolgen können. Die Richtung des Panama- Kanals selbst ist in unserer Karte durch eine starke Ame bezeichnet; parallel dem Kanal läuft die Bahnlinie, welche sich seit Jahrzehnten im Betrieb befindet und welche von den Amerikanern überwacht und geschützt wird. Aus dem Isthmus von Panama befinden sich zurzett 1800 Mann amerikanischer Truppen, van denen 400 Mann an der Kanal-Linie in Culebra und die übrigen in den Hafenstädten Panama und Colon stationiert sind, außer­dem liegen amerikanische Kriegsschiffe sowohl vor Colon als auch> vor Pananra und kontrollieren den Schrffsver- kehr an den gesamten Küsten der neuen Republik.

m seiner Vormachtstellung und seinem eigenen Interesse nach dazu bestimmt erscheint: durch die Vereinigten

Staaten Es gewinnt den Anschein, als ob Kolumbien Anstrengungen zur Wiedernnterwerfung des , ab- irünniaen Departements Panama machen wolle, ledoch »WLKL. m jeder Hinsicht -rsdlgl-s ri-ib-n. weil die starke Hand Nord-Amertkas sich bereits schützend über den jungen Staat gebreitet hat. Ferner wird auv Washington gemeldet, die Washingtoner Regierung habe Versicherungen empfangen, daß keine europäische Macht die Ansprüche Kolumbiens unterstützen werde. Die

Feuilleton.

Die Entstehung des Polarlichtes.

Von Artur Stentzel, Hamburg.

Gelegentlich der Besprechungen der großen ml^neti- schen Gewitter und Polarlichter am 31. Oktober hat es sich gezeigt, daß man über die Entstehung des Nord- und Südlichts, die zeitweilig die magnetischen Erdpole um- geben, im allgemeinen noch recht geteilter Meinung rst. Professor Franz nimmt an, die Erbe treffe mitunter mit kosmischen Wolken aus Eisenstaub zusammen, oie sich dann unter bem Einfluß des Erdmagnetismus rn der Nähe der magnetischen Pole in sogenannten Krastunren gruppieren uns durch die Reibung bei ihrem nnt Eos­mischer Geschwindigkeit in die oberen Atmosphärenschrch- ten erfolgenden Eintritt glühend und leuchtend werden. Ihre Strahlenbüschcl laufen nach den magnetischen Erd- polen zusammen, und zugleich beeinflussen sie durch Wech­selwirkungen störend den normalen Erdmagnetismus, senkrecht zur magnetischen Störung laufen hierbei indu­zierte elektrische Ströme von West nach Ost durch die Erde Aber abgesehen von dem bisher nicht bewiesenen Einfluß kosmischer Eisenstaubmassen auf den Erdmagnetismus, und abgesehen von der eben so wenig feststehenden Gruppierung der auf die Erde niederfallenden Staub­wolken in Form magnetischer Kraftlinien (das Bild der Eifenseilfiguren um Magnetpole dürfen wir nicht so un­mittelbar auf die magnetische Erdkugel übertragen), reicht die Theorie von Professor Franz in keiner Weise aus, um die feststehende Periodizität der Polarlichter zu er­klären. Sir Oliver Lodge behauptet dagegen, die elek­trischen Störungen seien einzig und allein der Sonne zuznschrciben, und befindet sich insoweit durchaus rn Übereinstimmung mit dem größten Teil der Fachgelehr­ten. Indes ist dieser englische Forscher Anhänger der Emtssionstheorie und glaubt, die Sonne sauge eine große

in welcher durch Einzeichnung der Kabel-Linien und der wichtigsten Dampfer-Routen so recht die Bedeutung der neuen Republik vermöge ihrer Lage auf der zentral­amerikanischen Landenge, welche von dem Panamakanal demnächst durchschnitten werden wird, hervorgeht. In unserer Karte sind die Orte, wo sich deutsche Konsulate befinden, durchUnterstreickscn hervorgehoben. DemVersuch Kolumbiens, von verschiedenen seiner Häfen aus durch Entsendung von Schiffen und Truppen nach dem Isthmus von Panama die neue Republik Panama wieder zu unter- werfen, traten alsbald die Amerikaner ih rerseits mit Ent

Menge Wasser auf, das sie darauf durch ihre heftigen Eruptionen in Gestalt kleiner Teilchen wieder von sich schleudere. Die Wasserteilchen, die die Erde nicht treffen, sausen mit einer so kolossalen Geschwindigkeit (einem Zehntel der Lichtgeschwindigkeit) an ihr vorbei, daß sie einen elektrischen Einfluß ausüben. Der Einfluß sei jedoch nicht stofflicher Natur, sondern beschränke sich auf die Telegraphie und die elektrizitätsempfindlichen In­strumente, rufe auch beim Menschen Kopfschmerzen und ähnliche unangenehme Erscheinungen hervor. Lodge sagt nur nicht, woher die Sonne das viele Wasser nimmt und wie „vorbeisausende" Wasserdämpfe Elektrizität oder auch — Kopfschmerzen erzeugen! Wieder andere wollen in den Polarlichtern eine Begleiterscheinung von großen Erd­beben sehen und führen das letzte Nordlicht am 31, Okt. auf das Erdbeben von Turschis in Persien zurück. Die erste Nachricht von jener verheerenden Katastrophe, die 350 Menschen das Leben kostete und viel Eigentum zer­störte, traf hier aber schon am 30. Oktober ein, und über­dies liegt Turschis 100 Kilometer südlich von Mcschcd. über das die Kunde offenbar ihren Weg zu uns genom­men hat. Jenes Erdbeben mutz daher zweifellos noch früher, mindestens schon Mitte Oktober, eingctreten fern. Das Ereignis hat also mit dem Nordlicht gar nichts zu tun. Professor Hoernes sagt auch, daß der Zusammen­hang von Störungen >des Erdmagnetismus mit den Erd­beben fraglich und die Beeinflussung magnetischer Appa­rate zahlreicher Observatorien durch entfernte Erdbeben nachweislich nur eine rein mechanische sei, indem sich die Instrumente als mehr oder minder empfindliche sers- mometer erwiesen: desungcachtet seien zahlreiche An­gaben vorhanden, die den Einfluß der Erdbeben auf den Erdmagnetismus dartun sollen, indes noch genauerer Be­stätigung bedürfen, vr. Sutherland endlich erklärt das Wesen des Erdmagnetismus durch die Annahme, icdes kleinste Teilchen (Molekül) eines Körpers schließe min­destens je ein Teilchen (Elektron) posittver und negativer Elektrizität in sich, woraus folge, daß die Erde als

Politische Plierficht.

Tic preußische Landtagswahl.

Man wird damit rechnen müssen, daß die Konserva­tiven in der alten Stärke tn das Abgeordnetenhaus zu­rückkehren. Ihre geringen Verluste könnten wohl aus- gewogen werden durch die Gewinne, die sie in Breslau sicher und in Pleß-Rybnik mit Wahrscheinlichkeit zu er- lvarten fyabcn. Wenn biß Polen, tote fic wenigstens angekündig haben, in Pleß-Rybnik Stimmenthaltung üben, weil das Zentrum ihnen kein Mandat abtreten wollte, so werden die drei konservativen Kandidaten glatt durchkommen. Breslau aber wird im Abgeordneten­hause durch zwei Konservative und einm Zentrumsmann vertreten sein, da die Sozialdemokraten sich nicht ent­schließen können, ihr Verhalten vom Jahre 1898 zu wiederholen und, wie sie damals getan haben, liberalen Kandidaten zum Siege über die reakfionaren Parteien zu verhelfen. Nicht qanz aussichtslos gehen dre ver- einigten Liberalen in Charlottenburg-Tcltow rn den ent- scheidenden! Wahlkamps. Sie haben 921 Wahlmänner, während die Konservativen nur über wenig mehr, über 936 verfügen. So könnte die Entscheidung schlietzlrch von' Zufällen abhängen, und der Zufall brauchte den Liberalen ja nicht ungünstig zu sein. Mindestens kann man hoffen. Die Wahlhandlung wird in Berlin und in den Bor- orten, aber auch wohl anderwärts voraussichtlich lang- wierig und schwierig fein. Zwar von der Obstruktion, die die Sozialdemokratie voreiligerweise angekundigt hat, von den unzähligen Namensaufrufen, namentlichen Ab­stimmungen, Anzweiflung von Wahlmännermandaten usw., wird das wenigste ausführbar sein, aber es sind doch Manöver zu erwarten, von denen die früheren Wahl­handlungen freibl eiben konnten, weil sie sich unter den

Ganzes ungeheure Mengen der beiden entgegengesetzten Elektrizitäten in sich berge, die annähernd gleichmäßig über die Erde verteilt seien. Sie hindern neben der Schwerkraft den stofflichen Zerfall des Erdkörpers. Jedes negative Elektron besitze sür sich allein eine vrellercht äußerst kleine Neigung, sich vom Mittelpunkt der Erde weiter zu entfernen, als jedes positive: die Metallmassen des Erdkerns üben nämlich auf die positive Elektrrzrtat eine größere Anziehung aus. Wie man nach dieser Hypo­these die Nordlichter erklären soll, läßt sich schwer sagen. Auf der Elektronen-Theorie, die selbst noch höchst mangel» Haft, zum Teil sogar irrig ist, eine weitere Theorie auf. zubauen, muß als sehr gewagt gelten.

Um das Wesen der Polarlichter zu verstehen, muß man zunächst dem Wesen des Erdmagnetismus näher treten. Unser Planet ist nämlich als ein großer mag­netoelektrischer Körper aufzufassen, dessen elektrische Energie teils eine eigene, teils eine kosmische ist. Die rm Innern der Erde, vornehmlich in der Ubergangsschtchr von den flüssiggasigen zu den festen Massen, ununter­brochen vor sich gehenden chemischen Umwälzungen größ­ten Stils, sowie die thermoelektrischen Wirkungen des heißen Erdkerns auf seine kalte Kruste erzeugen fortgesetzt große Mengen von Elektrizität, die sich in den Erdströ­men offenbart. Ebenso empfängt die Oberfläche, die zum Teil als gegen das Innere isoliert gelten muß, ständig elektrische Energie von der Sonne, die aus gleichen Gründen, wie das heiße Erdmagnum, ununterbrochen Elektrizität erzeugt und, da sie nicht von einer isolieren­den Kruste umgeben ist, in den Weltraum ausftrahlt. Ähnlich dem Vorgang bei den Vulkanausbrüchen, dre stets mächtige elektrische Wirkungen zeigen, macht sich auch bei großen Sonnen-Eruptionen eine Steigerung der elek­trischen Energie der Sonne bemerkbar. Man kann des­halb getrost annehmcn, daß der bei weitem bedeutendste Teil der Magnetoelektrizität der Erdoberfläche seinen eigentlichen Ursprung von der Sonne nimmt. Professor Hertz führte sogar alle Strahlungsenerqte der Sonne.