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Verlag Langgaffe 21

„T-gbl-tt-H-utz".

6iS»ttrt>$aHe getffnrt von 8 UI,r nurtant« 6» 7 USt abend«.

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12 Ausgaben.

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2to*<f«Sf”ü?^^ra e E«u«l. 9 wS n 3U§^?i*mi5“ B ^ Berliner Schriftleitung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Gimtzelstr. 66, Fernspr.: Amt Uhl-nd 450 451. Tagen und Mätzen wird keine Gewähr ub°r-°mmen.

greitag. 17 . September 1915 . KbLNd -KU§gQÄE» nr * 434 ‘ ♦ 63 * Jahrgang.

Die Duma vertagt!

Oer Krieg.

weitere Zortschritte gegen Oünaburg. — Zort- gesetzte Angriffe bei Wilna. — Der Szczara- übergang erzwungen. — Säuberung der Sümpfe nördlich pinslr.

Der Tagesbericht vom 17. Septembrr.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 17. Sept. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

In der Champagne wurde den Franzosen nordwestlich von Perthes durch einen Handgranatenangrisf ein Grabenstück der vorderen Stellung entrissen. Ein Gegenangriff wurde abgeschlagen.

Gestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls von kfindenburg.

Südlich von Dünaburg wurde die Straße Widsy- Goduzischki-Komal erreicht. Widsh wurde heute früh nach heftigem Häuserkamps gen»mmeu.

Nordwestlich, nördlich und nordöstlich von Wilna wird unser Angriff fortgesetzt. Die Lage östlich von Olita- Grodno ist im wesentlichen unverändert.

Die S z c z a r a wurde bei dem gleichnamigen Ort über­schritten.

Auch bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern erzwangen unsere Truppen an mehreren Stellen den Szezara-ttbergang.

Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls von Mackensen.

Die Sumpfgebiete nördlich von Pinsk werden vom Feinde gesäubert.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Bon den deutschen Truppen nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

von den östlichen Kriegsschauplätzen,

Andauernder russischer Rückzug nach Osten.

Ein Bekenntnis des „TemPS".

Rotterdam, 17. Sept. (Zeus. Bln.) Der „Temps" stellt in einer Betrachtung über die militärische Lage fest, daß der Verlauf der großen Schlacht in Kurland eine entschieden wenig günstige Wendung für die russische Armee onnehme und daß ebenso die russischen Armeen, die zwischen Tarnovol und Dnjestr kämpfen, sich unvermeidlicher- weise nach Osten zurückziehen müßten. Die „Köln. Z." bemerkt dazu: Das bedeutet, daß beide russischen Armeen un­vermeidlicherweise eine neue Niederlage erleiden.

Oie Lage in Riga.

Stockholm, 16. Sept. (Zens. Bln.) In Riga ist das Leben ruhig. Auf den Straßen wird allgemein Deutsch gesprochen. Die letzte Zeitung in deutscher Sprache, die „Rigaische Zeitung", wurde jetzt von den Militärbehörden ver­boten. Gegen den Grafen Reutern-Nolcken, den Adelsmarschall von Kurland, wurde wegen provokatorischen Deutschsprechens ein Strafverfahren eingeleitet. Die Sparkassen werden vom Publikum belagert.

Die Kämpfe um Wilna,

Ein neutrales Urteil.

Zürich, 16. Sept. (Zens. Bln.) Der militärische Mit­arbeiter der „Zürcher Post" bespricht die neue Offensive der Deutschen bei Jalobstadt-Wilna und bemerkt dazu: Die neue Offensive der Deutschen hat in überraschend schnellem Anlauf die Linie Dünaburg-Wilna erreicht und die Eisen­bahn bereits an mehreren Stellen durchbrochen. Die direkte Verbindung der russischen Heeresgruppen mit Dünaburg und Wilna ist ernstlich bedroht. Bei Swanziany haben die deutschen Spitzen den Raum von Wilna bereits umgangen, und die Drohung einer Einkreisung der ganzen Wilna- Stellung ist wieder sehr deutlich geworden. Der Fall Wilnas ist heute eine reine Zeitfrage. Nach dem russischen Generalstabsbericht stehen die deutschen Truppen im Norden bei Meischagola und nordöstlich bei Podbrodse. Der Gegner ist also auch im Norden nur wenig mehr als 20 Kilometer von der Stadt entfernt. Von der ausländischen Presse war die Räumung Wilnas vor Wochen angekündigt worden. Die bis in die letzten Tage anhaltenden scharfen Gegenstöße der Russen deuten aber darauf hin, daß um Wilna noch starke russische Truppenmassen versammelt sind. Um diese geht heute vornehmlich der Kampf. Das Schicksal der Stadt selbst ist be­reits entschieden. Wird es der russischen Heeresleitung ge­lingen, die bedrohte Heeresgruppe noch rechtzeitig zurückzn- nehmen? Die Lage sieht für die Russen recht schwierig aus. Der Verlauf der Front nach Süden ist zwar nicht genau festzustellen. Nach der letzten Ortsangabe des deutschen Generalstabes „halbwegs Lida" ist die russische Wilna- Stellung aber bereits in einem Bogen von mehr als 230 Grad umfaßt. Der Erfolg des russischen Rückzuges ist abhängig von der Widerstandskraft der beiden Flügel, die dem Zentrum Zeit lassen müssen, auf der einen, «och unbe­schränkt zur Verfügung stehenden Linie Wilna-Minsk den Rückzug anzutreten. Bisher konnten sich die Russen bereits

mehrere Male mit großem Geschick, wenn auch unter wachsen­den Verlusten, derartigen Umklammerungen entziehen. . Die Entfernungen sind aber diesmal verhältnismäßig kurz, und die russische Widerstandskraft ist zweifellos geschwächt.

Neue Berufungen nach Polen.

Zum Gouverneur von K o w n o ist Generalleutnant z. D. W e g n e r in Berlin-Friedenau ernannt worden. — Land­gerichtsdirektor Scheriger (Bromberg) wurde zum leiten­den Richter in Warschau berufen-.

Beistehend bringen wir eine Karte der neuen Front im Osten nach dem Stande vom 14. September. Inzwischen hat sich die Linie, was wir zu beachten bitten, jedoch bereits an zwei Punkten zu unseren Gun st en weiter ver­schoben: im Norden bei Friedrichstadt bis Jakobstadt, wo wir das linke Ufer der Düna in größerer Länge beherr­schen als auf der Karte angegeben ist, und weiter: östlich von Brest-Litowsk, wo wir, nach dem gestrigen Tagesbericht, die Stadt Pinök und den weiter östlich vorspringenden Ab­schnitt zwischen Jasiolda und Pripet bereits in unserer Hand haben.

Eine Wiedcrcinberufung nicht vor November bevorstehend.

IV. T.-B. Petersburg, 17. Sept. (Nichtamtlich. Peters­burger Telegraphen-Agentur.) Ein kaiserlicher Erlaß ordnet die Vertagung der Duma an. Gemäß dem kaiser­lichen Erlaß vom 11. (24.) Januar 1915 nimmt die Duma wegen der außergewöhnlichen Umstände spätestens im November die Sitzungen wieder auf.

Die Duma aus zwei Monate vertagt und nach Haus«

geschickt, das ist ein Ereignis, welches wie ein Mitz aus hei­terem Himmel wirren muß. Wir sind zwar im Laufe der Zeit an mancherlei Überraschungen hinsichtlich dieser Volks­vertretung und ihrer Tagungen gewöhnt worden. Denn im Gegeirsatz zu der echt reaktionären und auf ihre Gewalt pochenden Regierung hat die Duma seit ihrer nach der Revo­lution erzwungenen Einsetzung immer nur ein mehr oder weniger rechtloses Schattendasein führen dürfen. Rach kaum zwei Jahren wurde sie der zu gefährlich werdenden Opposition wegen aufgelöst, auch der im März 1007 einberusenen VoW- vertretung ward noch im Juni desselben Jahres das filödgi